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Tapen eines Tennisarms

Synonyme im weiteren Sinn

Kinesiotaping, Tape, Tapeverband

Allgemein

Das Anlegen eines Tapeverbandes kann bei der Behandlung des Tennisarms eine sinnvolle und ergänzende Methode zur Unterstützung der konservativen Therapie sein.

So bietet es sich an, schon in der akuten Phase des Tennisarms einen Tapeverband anzulegen, da dieser Schmerzen sofort lindern und Fehlhaltungen durch Schmerzen vorbeugen kann. So wird die Therapie aus moderaten Dehnübungen, Schmerzmedikation und Kühlung um einen wichtigen Aspekt ergänzt.
Allerdings muss gesagt werden, dass die Wirkungen der Tape-Verbände wissenschaftlich noch genauer untersucht und untereinander verglichen werden müssen, um die genauen Wirkmechanismen zu verstehen und die Wirkung auch wissenschaftlich zu beweisen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Tapeverband

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Prinzipiell unterscheidet man elastische Tapes wie das Kinesio-Tape von unelastischen Tapes wie Leukoplast.

  • Die nicht elastischen Tapes haben eine eher stützende und schienende Funktion und können durch den Druck, den sie auf das Gewebe ausüben, ein Anschwellen verhindern. So wird die Muskelfunktion verbessert und Schmerzen gelindert.
  • Die elastischen Tapes sollen eher über eine Aktivierung der Muskeln wirken, die Durchblutung und den Lymphabfluss fördern und so ein Abschwellen und eine Schmerzlinderung bewirken.

Grundlagen

Das Prinzip des Kinesiotapings wurde von Dr. Kenzo Kaze entwickelt, der statt starrer Verbände zur teilweisen Ruhigstellung des Gelenkes dehnbare Klebeverbände einsetzte.

Das Wort „kinesis“ ist griechisch und bedeutet Bewegung. Zum einen ermöglichen die Kinesiotape-Verbände weiterhin eine Bewegung des betroffenen Gelenkes, zum anderen wirkt das Kinesiotape über eine Bewegung der Haut gegen die unterliegenden Gewebeschichten.
Beim Kinesiotapen werden die Tapes so geklebt, dass sie die Anatomie eines schmerzendes Gelenkes oder Muskels unterstützen. Das Tape wird auf die schmerzende Körperpartie geklebt, während diese sich unter Vordehnung befindet. Durch das Kinesiotape, an dem die Haut haftet, kommt es bei jeder Bewegung zu einer Verschiebung der Haut gegen die unterliegenden Schichten. Durch diese kleinen Bewegungen kommt es zu einer Steigerung der Durchblutung und zu einer Verbesserung des Lymphabflusses, wodurch funktionelle Störungen und Einschränkungen behoben und Schmerzen gelindert werden können.

Häufig bringt das Kinesiotaping sogar schon kurze Zeit nach dem Tapen eine Linderung der Schmerzen. Die sofortige Schmerzreduktion beugt Fehl- und Schonhaltungen vor, wodurch weniger Muskelverspannungen entstehen als ohne Kinesiotape. Durch die Normalisierung der Gelenkposition und Reduktion von Muskelverspannungen wird die Prognose der funktionellen Gelenkstörung deutlich verbessert und der Heilungsprozess beschleunigt.

Da das Kinesiotape durch die ständigen kleinen Bewegungen auch den Muskeltonus reguliert, kann es sogar vorbeugend bei solchen Sportarten eingesetzt werden, die eine bestimmte Körperregion über die Maßen beanspruchen. So kann Verletzungen oder Muskelkrämpfen vorgebeugt werden.

Um ein optimales Tape-Ergebnis zu erzielen, ist es wichtig, dass derjenige, der das Tape anbringt, über genau Kenntnisse der Anatomie und der funktionellen Anatomie der betroffenen Körperregion verfügt. Da der medizinische Laie im Allgemeinen nicht über diese Kenntnisse verfügt, sollte kein Tape in Eigenregie angebracht werden, denn so können eventuell schwerwiegende Erkrankungen übersehen werden.
Physio- und Ergotherapeuten, Masseure, Heilpraktiker und Ärzte können die Technik des Kinesiotapings auf Fortbildungen erlernen und dann in ihren Praxen anbieten. Auch ist es möglich, einen Patienten, der ein bestimmtes Tape immer wieder benötigt, z.B. um chronische Schmerzen durch einen Tennisarm zu behandeln, in der Tape-Technik zu schulen. Zuvor sollten aber einige Tapes durch den im Kinesiotaping erfahrenen Behandler angebracht werden, um die optimale Position der Tapes für den individuellen Patienten herauszufinden.

Der Farbe der Tapes werden manchmal weitere Wirkungen zugeschrieben: So sollen die Farben Rot oder Rosa die Durchblutung besonders gut anregen und Wärme in die betroffene Region bringen, die Farbe Blau soll entzündete Bereiche abkühlen. Wissenschaftlich erwiesen sind die verschiedenen Wirkungen verschiedenfarbiger Tapes allerdings nicht.

Das Kinesiotaping ist im Allgemeinen nebenwirkungsfrei. Trotzdem kann eine falsche Anwendung zu einer Verschlechterung des Krankheitsbildes führen, das man eigentlich behandeln möchte. In seltenen Fällen sind allergische Reaktionen auf den verwendeten Acrylkleber möglich, sodass das Kinesiotape aufgrund des Juckreizes und der fortschreitenden Hautrötung früher abgenommen werden muss als geplant und der Heilungsprozess unterbrochen wird. Ein Tapeverband hält etwa eine Woche, die Haltedauer wird von Sport und Duschen nicht beeinflusst.

Mehr Informationen zur Technik des Kinesiotaping finden Sie hier.

Kinesiotaping bei einem Tennisarm

Die Wirkung des Kinesiotapings auf den Heilungsprozess beim Tennisarm wurde wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen, viele Erfahrungsberichte ehemals betroffener Patienten sprechen aber für eine Besserung der Schmerzen und eine Beschleunigung des Heilungsprozesses.

Beim Kinesiotaping des Tennisarms wird die betroffene Streckmuskulatur des Unterarmes und der Finger behandelt. Vor dem Anlegen des Tapeverbandes sollte eine starke Armbehaarung gegebenenfalls gekürzt werden, um die Haftung des Tapes zu verbessern und starken Schmerzen beim Ablösen vorzubeugen. Ebenfalls sinnvoll ist eine gründliche Reinigung des Unterarmes, weil so auch die Haftung des Tapes verbessert wird.
Um das Tape anzulegen, wird das Ellenbogengelenk durchgestreckt während die Handfläche Richtung Boden zeigt. Nun wird eine Beugung im Handgelenk ausgeführt, indem das Handgelenk abgeknickt wird. Der Patient kann nun Teile seiner Handfläche sehen. Anschließend wird ein erstes Tape etwa zwei bis drei Zentimeter oberhalb des Handgelenks aufgeklebt und entlang des Unterarmstreckmuskels, den man gut mit der Hand tasten kann, auf den Unterarm geklebt. Das Tape endet circa fünf bis sieben Zentimeter oberhalb des Ellenbogengelenks auf der Außenseite des Oberarmes.
Im Bereich des Ellenbogengelenks sollte über der Region mit dem stärksten Schmerz ein stärkerer Zug herrschen als über dem Rest des Unterarms. Anschließend wird ein zweites, kürzeres Tape an der Außenseite des Ellenbogens aufgeklebt. Es soll über die Region mit dem größten Schmerz nach schräg oben ziehen und an der Innenseite des Oberarmes enden. Die Region des größten Schmerzes beim Tennisarm ist der entzündete, überlastete und gereizte Ansatzpunkt der Sehnen der Unterarmstreckmuskeln an der Außenseite des Ellenbogens. Durch den stärkeren Zug über dieser Region werden hier besonders viele Bewegungen der Haut gegen die unterliegenden Schichten verursacht, was die Durchblutung und den Lymphabfluss in besonderem Maße fördert und zu einer schnellen Schmerzlinderung beiträgt. Es gibt verschiedene Varianten, wie ein Kinesiotape zur Behandlung des Tennisarms angebracht werden kann. Ein Therapeut oder Arzt, der im Kinesiotaping erfahren ist, kann für jeden Patienten die beste Variante erkennen und anwenden.

Akutaping

Genau wie beim Kinesiotaping sind die Verbände, die beim Akutaping verwendet werden, dehnbar. Akutaping stellt eine Weiterentwicklung des Kinesiotapings dar und verbindet Erkenntnisse der Akupunktur und der Osteopathie mit dem Kinesiotaping. Folglich werden nicht nur die schmerzenden Bereiche getapt, sondern auch Regionen des Körpers, die aufgrund einer funktionellen Beeinträchtigung eine Störung an der schmerzenden Stelle auslösen können.
So kann bei einem Tennisarm ein Finger- und Unterarmstreckmuskel-Akutape wie beim Kinesiotaping eingesetzt werden. Bringt diese Form des Tapings nur unzureichende Ergebnisse, kann auch die Beugemuskulatur von Fingern und Unterarm, der Oberarm oder die Halswirbelsäule in die Behandlung miteinbezogen werden.

Lesen Sie auch unser Thema, was Sie bei akuten Schmerzen bei einem Tennisarm tun können.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 31.07.2018
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