Loge-de-Guyon-Syndrom

Definition

Das Loge-de-Guyon-Syndrom zählt zu den
Nervenengpass-/
Nervenkompressionssyndromen.

Hierbei wird der Nervus ulnaris („Ellennerv“) in der nach einem Pariser Arzt benannten Engstelle am Handgelenk eingeengt. Der N. ulnaris geht als einer von drei Hauptästen aus dem Plexus brachialis, einem Nervengeflecht zur Versorgung der oberen Extremität, hervor. Er zieht hinter dem Ellenbogen entlang (der Schmerz beim Stoßen des „Musikantenknochens“ entsteht durch eine Irritation des N. ulnaris in seinem dortigen Verlauf). Anschließend zieht er ellenseitig (kleinfingerseitig) am Unterarm entlang und gelangt im Bereich des Handgelenks durch die Loge de Guyon auf die Handinnenfläche, wobei er sich in diesem Bereich in seine beiden Endäste, einen oberflächlichen Ast (Ramus superficialis) und einen tiefen Ast (Ramus profundus) aufteilt.

Motorisch ist der Nerv beteiligt an:

  • der Beugung und
  • Seitwärtskippung des Handgelenks nach kleinfingerwärts (Ulnardeviation) und sorgt außerdem für eine
  • Beugung des kleinen und Ringfingers, eine
  • Beugung der Finger im Grundgelenk bei Streckung in den Endgelenken und eine
  • Spreizbewegung der Finger.

Sensibel versorgt er:

  • die kleinfingerwärts gelegene Handkante inklusive des
  • Kleinfingers,
  • Ringfingers und – im Bereich des Handrückens - halben
  • Mittelfingers.

Die Loge de Guyon ist eine Niesche, die im Wesentlichen durch zwei der Handwurzelknochen (Hamulus ossis hamati und Os pisiforme) und Teile des Muskel-Band-Apparates (Retinaculum musculi flexorum, M. palmaris brevis) begrenzt wird. Sie wird vom Nervus ulnaris und der A. ulnaris durchzogen.


Ursache

Ursache für eine Einengung des Nerves im Guyon-Kanal kann ein Ganglion („Überbein“), also eine gutartige Geschwulst sein. Auch wiederholte längerfristige Kompression des Nerven durch Überstreckung (Hyperextension) des Handgelenkes in seinem Kanal können eine Ursache sein. Dies kann zum Beispiel aufreten beim:

  1. Fahrradfahren,
  2. Motorradfahren, bei
  3. Nutzung von Werkzeugen oder auch im Rahmen einer
  4. „Krückenlähmung“.

Des Weiteren können vorausgegangene Frakturen (Brüche) im Bereich der Strukturen des Guyon-Kanals zu einer Einengung führen.

Ich berate Sie gerne!

Wer bin ich?
Meine Name ist Dr. Nicolas Gumpert. Ich bin Facharzt für Orthopädie und Gründer von Dr-Gumpert.de
Diverse Fernsehsendungen und Printmedien berichten regelmäßig über meine Arbeit. Im HR Fernsehen sehen Sie mich alle 6 Wochen live bei "Hallo Hessen". 
Aber jetzt ist genug angegeben ;-)

Um in der Orthopädie erfolgreich behandeln zu können, bedarf es einer gründlichen Untersuchung, Diagnostik und Erhebung der Krankengeschichte.

Gerade in unserer sehr ökonomisierten Welt, bleibt zu wenig Zeit, um die komplexen Erkrankungen der Orthopädie gründlich zu erfassen und damit eine zielgerichtete Behandlung einzuleiten.

In die Reihe der "schnellen Messerzücker" möchte ich mich nicht einreihen.

Ziel jeder Behandlung ist die Behandlung ohne eine Operation.

Welche Therapie nachhaltig die besten Ergebnisse erzielt, kann nur nach Zusammenschau aller Informationen (Untersuchung, Röntgenbild, Ultraschall, MRT, etc.) beurteilt werden.

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Symptome

Die Guyon-Loge stellt eine der drei typischsten Schädigungsorte des N. ulnaris da und liegt am weitesten distal (entfernt vom Körperzentrum). Dadurch, dass der Nerv am Ort seiner Einengung zumeist bereits den Ramus superficialis zur sensiblen (Vermittlung der Gefühlsempfindung) Versorgung der Hand abgegeben hat, resultiert bei einem Großteil der Fälle eine rein motorische Einschränkung. Diese äußert sich zum einen durch eine Atrophie (Verschmächtigung) der betroffenen Muskulatur. Besonders deutlich zeigt sich diese in der Regel im Bereich des Handrückens zwischen dem Daumen und Zeigefinger (Spatium interosseum I), die Haut wirkt hier eingefallen. Doch auch die Muskulatur zwischen den anderen Fingern am Handrücken ist betroffen, sodass hier ebensolche Hautmulden beobachtet werden können. Der Kleinfingerballen (auf der Handinnenseite) kann ebenfalls atrophisch sein.
Neben diesen sichtbaren Muskelaffektionen geben die Patienten häufig auch einen Kraftverlust in der Hand an, der sich beim Spreizen und Zusammenführen der Finger bemerkbar macht.
Ist – in selteneren Fällen – auch der sensible Ramus superficialis von der Einengung betroffen, so kommt es zu

  • Kribbeln,
  • Taubheitsgefühl und
  • Sensibilitätsstörungen im Versorgungsbereich des N. ulnaris, also des kleinen und Ringfingers sowie der kleinfingerseitigen Handkante.

Bei der wesentlich häufiger vorkommenden weiter proximal (im Bereich des Ellenbogens) gelegenen Schädigung des Nerven (Sulcus-ulnaris-Syndrom) gibt es zwei sehr typischen Zeichen, die jedoch beim Guyon-Logen-Syndrom nicht immer anzutreffen sind:

  • Krallenhand

(Finger können nicht vollständig gestreckt werden durch einen Ausfall der Musculi lumbricales und Musculi interossei)

  • Froment-Zeichen

(der Patient wird aufgefordert ein Stück Papier zwischen Daumen und Zeigefinger festzuhalten, kann dies aber nur, indem er den Daumen beugt und also mit der Daumenspitze festhält, was für eine Beeinträchtigung des vom Nervus ulnaris innervierten M. adductor pollicis spricht, der für eine Heranführung des Daumens an die anderen Finger verantwortlich ist).

Therapie

Eine konservative (nicht-operative) Behandlung steht meist am Anfang. Hierbei kommen unter anderem Schmerzmittel und ggf. eine Schienung zur Ruhigstellung / Entlastung zum Einsatz.
Zumeist ist jedoch die operative Freilegung der Guyon-Loge mit Dekompression (Neurolyse) des N. ulnaris indiziert.

Diagnose

Die Anamnese (Befragung des Patienten nach Beschwerden und Vorgeschichte) und klinische Untersuchung (s. Symptome) liefern die hinweisenden Zeichen. Die Durchführung einer elektrophysiologischen Untersuchung im Sinne einer Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) sichert die Diagnose (verlangsamte NLG über betroffenem Gebiet). Eine Magnetresonanztomopgraphie (Kernspintomographie) kann dazu dienen, eine strukturelle Ursache (z.B. ein Ganglion) für eine solche Schädigung ausfindig zu machen, zählt jedoch nicht zur Routine-Diagnostik.

Weiterführende Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. N. Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.01.2018
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