Test bei Schmerzen der Hand

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CRPS (Complex Regional Pain Syndrome)

Synonyme im weiteren Sinne

Das CRPS wurde früher auch als Morbus Sudeck bezeichnet.

Definition

Die Abkürzung CRPS steht für „Complex Regional Pain Syndrome“, übersetzt heißt das „komplexes regionales Schmerzsyndrom“. Diese Erkrankung ist außerdem unter den Namen Morbus Sudeck (benannt nach ihrem Entdecker Paul Sudeck), Algo- bzw. (sympathische) Reflexdystrophie bekannt. Besonders oft entsteht ein CRPS an den Extremitäten, besonders den oberen. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.

Das CRPS ist eine chronisch verlaufende neurologische Erkrankung, die dadurch gekennzeichnet ist, dass sich zunächst lokal starke Schmerzen und später eine Atrophie (Abnahme) von Muskelgewebe in der betroffenen Gliedmaße finden lassen.

Ursache

Wie es zum Krankheitsbild des CRPS kommt, konnte bisher noch nicht abschließend geklärt werden. In den meisten Fällen treten die Symptome in Folge einer äußeren Einwirkung auf.
Die Einwirkung kann

  1. eine Verletzung durch einen Unfall (so wird die distale Radiusfraktur zum Beispiel als die häufigste Ursache für einen Morbus Sudeck angegeben),
  2. eine Entzündung oder
  3. eine Operation sein.
  4. Manchmal ist die vorangegangene Verletzung allerdings auch so geringfügig, dass der Betroffene sich nicht einmal mehr an sie erinnern kann.

Die Entstehung und das Ausmaß des Schmerzsyndroms stehen hierbei nicht in direktem Zusammenhang mit dem Ausmaß der Verletzung. Man unterscheidet zwei verschiedene Typen dieses Syndroms:

  • Das CRPS I entsteht durch eine Verletzung ohne Nervenbeteiligung
  • Das CRPS II (früher Kausalgie genannt) resultiert aus einer Verletzung mit Nervenbeteiligung

Beim CRPS kommt es im Anschluss an die Verletzung zu einem gestörten Heilungsverauf des Gewebes. Man nimmt an, dass dies mit einer Entzündungsreaktion zusammenhängt.
Es soll zu einer Überproduktion von Entzündungsmediatoren wie CGRP oder Substanz P kommen, die nicht schnell genug vom Körper wieder abgebaut werden.
Dadurch wird die neurogene Entzündungsreaktion in die Länge gezogen.
Da es auch im Zentralen Nervensystem (ZNS) zur Ausschüttung dieser entzündungsfördernden Substanzen kommt, werden hier die Nervenzellen, die für das Verarbeiten von Schmerzen verantwortlich sind, sensibilisiert.
Das bedeutet, dass sie jetzt sensibler für das Empfinden von Schmerzen sind als sie es normalerweise wären.
Weitere Faktoren verstärken die gesteigerte Schmerzwahrnehmung:

  • In der Hirnrinde kann eine Reorganisation stattfinden.
    Dadurch weitet sich das für den Schmerz zuständige Areal aus, sodass dieser nicht mehr nur an der ursprünglichen Stelle besteht, sondern sich angrenzende Gebiete mit einschließt.
  • Außerdem wird beim CRPS noch eine zentral ausgelöste Fehlregulation des sympathischen Nervensystems vermutet. In Folge davon wird der Sympathikus aktiviert (der Anteil des vegetativen Nervensystems, der den Körper praktisch in einen Alarmzustand versetzt, in dem man zum Fliehen oder Kämpfen bereit wäre, wodurch die meisten Organaktivitäten angekurbelt werden). Daraus resultiert unter anderem auch eine Verengung der Gefäße (wodurch der Blutdruck gesteigert werden soll), was letztendlich allerdings zu einer Minderversorgung des Gewebes mit Sauerstoff führt, was die Entstehung bestimmter Abbauprodukte fördert, die eine Übersäuerung des Gewebes verursachen und dadurch schließlich noch zu einer Verstärkung des Schmerzes beitragen.

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Symptome

Das im Vordergrund stehende Symptom ist der Schmerz, der von den meisten Patienten als dauerhaft vorhandenes Brennen beschrieben wird. Typischerweise kommt es zu einer Schmerzzunahme, wenn die betroffene Stelle berührt wird (Hyperalgesie, Berührungsschmerz).

Stadien der CRPS:
Die Stadieneinteilung kann man nach unterschiedlichen Gesichtspunkten vornehmen.

Zum Einen nach der Ursache der Erkrankung:
CRPS Typ I: Dieser Typ des komplex regionalen Schmerzsyndroms entsteht nach Traumata oder Immobilisierung der Gliedmaße.
CRPS Typ II: Bei diesem Typ des CRPS liegt die Ursache in einer Nervenverletzung.

Eine andere Einteilung richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung:
Grad I: Hierbei handelt es sich um das akute Stadium der Erkrankung mit ausgeprägter Entzündung. Dabei tritt ein lokaler Schmerz am Ort der Verletzung auf, der aber nicht auf das Versorgungsgebiet eines Nerven beschränkt ist. Durch eine gestörte Funktion des Sympathikus kommt es außerdem zu Durchblutungsstörungen, Wassereinlagerungen, erhöhter Schmerzempfindlichkeit, Muskelkrämpfen, erhöhter Schweißsekretion und einer Einschränkung der Bewegung. Außerdem tritt eine bläuliche-violette Verfärbung der Haut auftreten (Livedo). Diese entsteht durch eine Störung der Blutzirkulation. Zudem kommt es beim Entzündungsstadium zu teigiger Weichteilschwellung mit glänzender Haut. Es treten hier neben den Schmerzen bei Bewegungen auch Ruheschmerzen auf. Die Schmerzen sind verbunden mit entsprechenden Funktionseinschränkungen. Das akute Stadium (= Grad I der Erkrankung) hält in der Regel höchstens 3 Monate an. Bei Einigen kommt es in diesem Zeitraum zu spontanen Heilungen, bei Anderen nimmt die Intensität der Beschwerden weiter zu und geht irgendwann in den Grad II über.

Grad II: Bei diesem Grad handelt es sich um das dystrophe Stadium. Dieses kennzeichnet sich durch diffuse Schmerzen, härter werdende Wassereinlagerungen, Wachstumsstörung von Hautanhangsgebilden wie Haut und Nägeln. Hierbei gehen die entzündlichen Zeichen der Erkrankung zurück, jedoch nehmen nun gewebeschwindende Mechanismen mit Bewegungsstörungen überhand. Die Haut wird zunehmend blasser und radiologisch kann man Entkalkungen des Knochens erkennen. So kommt es zur Entwicklung eines Knochenschwundes (Osteoporose) und einem beginnenden Muskelschwund.

Grad III: Beim Grad III handelt es sich im das atrophische (Gewebeschwund) Stadium. Durch die Generalisierung sämtlicher Beschwerden ist der Schmerz gar nicht mehr lokalisierbar und der Gewebeschwund ist nicht mehr umkehrbar. Dies wird als irreversible Gewebeatrophie bezeichnet. Im 3. Stadium kommt es zur Ausbreitung von Ödemen und letztlich zur Versteifung der Gelenke. Im Röntgenbild kann man nun eine diffuse Osteoporose (Knochenschwund) beobachten. Dieses Bild wird, wenn überhaupt, in der Regel etwa 6 Monate nach dem Auftreten der ersten Symptome erreicht. Je nach dem wo sich das CRPS ausbildet und in welchem Stadium sich ein Betroffener befindet, geht dieses Krankheitsbild also mit einer massiven Einschränkung der Lebensqualität einher.

Grad IV: Dieser Grad der Erkrankung ist gekennzeichnet durch eine Störung des Immunsystems, weitreichend auftretenden Wassereinlagerung und Blutdruckschwankungen.

Diagnose

Die Diagnose eines CRPS ist relativ kompliziert, da es kein einfaches Testverfahren gibt, Ursachen noch weitestgehend unbekannt sind und es sich bei verschiedenen Patienten sehr unterschiedlich entwickeln kann.
Daher stützt sich das Stellen der Diagnose meist vor allem auf das klinische Bild und die ausführliche Erhebung der Anamnese (Krankheitsgeschichte) des Patienten.
Als Ergänzung kommen Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) und Röntgenbilder, um Gelenke und Weichteilgewebe beurteilen zu können, oder eine Messung der Hauttemperatur in Frage.

Therapie

Auch die Behandlung dieses Schmerzsyndroms ist nicht leicht, meist sehr langwierig und nicht einmal dann in allen Fällen erfolgversprechend.
Je früher die Krankheit erkannt und eine Therapie begonnen wird, desto besser stehen die Chancen für einen Patienten, wieder beschwerdefrei zu werden. Eine Chronifizierung erfolgt mittlerweile glücklicherweise nur noch bei schätzungsweise 2%.
Abhängig von der Schwere der Erkrankung gehören diverse Maßnahmen in einen Behandlungsplan.

  • Primär ist eine Schmerztherapie indiziert. Hier können Entzündungshemmer aus dem antirheumatischen Formenkreis (zum Beispiel Ibuprofen oder Diclofenac), Steroide wie Cortison, aber auch trizyklische Antidepressiva zum Einsatz kommen. Diese systemische Therapie sollte von einer Lokaltherapie (zum Beispiel mit Salben) unterstützt werden.
  • Außerdem ist die Physiotherapie von großer Bedeutung. Durch gezielte krankengymnastische Übungen soll der Betroffene seine Muskulatur gebrauchen, um spätere Bewegungseinschränkungen zu vermeiden.
    Im akuten Stadium sollten diese Übungen jedoch noch unterlassen werden, hier empfehlen sich eher eine Ruhigstellung und ggf. Hochlagerung der betroffenen Extremität.
  • Auch eine Lymphdrainage kann im Rahmen einer Physiotherapie sinnvoll sein, um das Gewebe von der erhöhten Flüssigkeitsmenge zu entlasten.

Ergotherapie

Mithilfe einer Ergotherapie kann man schließlich dem Patienten dabei helfen, das Alltagsleben zu erleichtern. Dazu werden bestimmte Bewegungsmuster an- bzw. abtrainiert und gewisse Hilfsmittel in den normalen Tagesablauf integriert.

Durch die Ergotherapie versucht man prinzipiell dem Patienten zu ermöglichen alltägliche Bewegungen problemfreier ausführen zu können und dadurch eine selbstbestimmte Teilhabe am Leben ermöglichen zu können.

Ein wichtiges Standbein der Ergotherapie ist der Einsatz von aktiver Bewegung der Muskulatur, um Sehnen, Muskeln und Bänder zu erhalten und so langfristige Schäden durch ungenügende Bewegung zu verhindern. Dabei ist darauf zu achten, dass es sich wirklich um aktive Bewegungen der Muskulatur handelt, da passive Bewegungen im Gegensatz dazu das Krankheitsbild verschlechtern. Durch die Schmerzen können auch Fehlhaltungen entstehen, welche wiederum Verspannungen und Schädigungen des Bewegungsapparates auslösen können. Dies wird ebenfalls durch den Einsatz von aktiver Bewegung verhindert.

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Nervenblockade

In einigen Fällen kann die Blockade eines Nervenbündels erfolgen, in der oberen Extremität ist dies das sogenannte Ganglion stellatum (Ganglion = Anhäufung von Nervenzellkörpern). Dadurch, dass hierbei ein Opioid (teilweise in Kombination mit einem lokalen Betäubungsmittel) in die unmittelbare Nähe dieses Ganglions injiziert wird, wird die Weiterleitung der Schmerzen an dieser Stelle unterbrochen. Dies ist ein neuer therapeutischer Ansatz, der noch nicht von vielen Ärzten durchgeführt wird, aber schon jetzt sehr gute Heilungschancen verspricht.

Aktive Bewegungstherapie

Die aktive Bewegungstherapie erfolgt dabei durch Unterstützung und Führung eines Ergotherapeuten. Dadurch wird gezielt der Bewegungsumfang im physiologischen Maß gefördert. Hierbei wird der Schmerzpunkt bei aktiver Bewegung nicht ausgereizt sondern nur angeschnitten und dann wieder entlastet. Die Förderung des Bewegungsumfanges erfolgt dabei individuell je nach Patient, langsam schonen und mit vielen Übungswiederholungen. Die Wiederholungen sind besonders wichtig für das Erlernen der physiologischen Bewegung. Die Übungen sind oft Teilaufgaben aus dem Alltag und sorgen somit spezifisch für die Anpassungen an die alltäglichen Bewegungen für eine maximale Selbstständigkeit der Patienten. Bespiele hierfür sind die Übungen des Pinzettengriffes oder das Üben von Schnüren von Schuhen.

Muskelaufbautraining

Die gezielten Übungen im Muskelaufbau erfolgen zunächst in Etappen. Dadurch erzielt man grundsätzliche eine höhere Stabilität der Gelenke und Kräftigung der Muskulatur. Dabei stehen verschiedensten Materialien zum Aufbautraining zur Verfügung.

Lymphdrainagen

Mit Lymphdrainagen verhindert man unangenehme Schwellungen. Bei der Lymphdrainage geht es darum die angestaute Lymphflüssigkeit in den Lymphgefäßen zu verteilen, um den Lymphabfluss zu verbessern. Durch verschiedene spezielle Grifftechniken, die für den Laien ähnlich einer Massage aussehen, wird dabei das Pumpsystem der Lymphe angeregt. Denn durch den unterschiedlichen Druck auf die Lymphgefäße wird das Gewebe gereizt und die Muskelzellen der Lymphgefäße zu einer Kontraktion und zu einer höheren Pumpfrequenz stimuliert. Dabei erfolgt die Bewegung der Lymphdrainage in Richtung der ableitenden großen Lymphgefäße und Lymphstämme. Neben dem Effekt der lymphabflussfördernden Wirkung wirken Lymphdrainagen auch schmerzlindernd, beruhigend, Magen-Trakt anregend und tonussenkend im Hinblick auf die Skelettmuskulatur.

Dynamische Schienen

Eine andere Form der Ergotherapie ist der Einsatz von dynamischen Schienen.

Die Schienen dienen hauptsächlich dazu die Schmerzen durch Entlastung des Gelenkes bei alltäglichen Tätigkeiten zu reduzieren. Zudem ermöglicht aber der Einsatz von Schienen eine Frühmobilisierung der chronisch schmerzenden Region, wodurch ein Kraftaufbau gezielter gefördert werden kann.

Wärme- und Kälteanwendungen

Grundsätzlich gibt es in der Ergotherapie auch die Anwendung von Wärme- und Kälteauflagen. Dabei sind diese jedoch bei der CRPS Erkrankung nicht geeignet.

Hilfsmittel

Um den Alltag zu erleichtern oder Tätigkeiten wieder möglich zu machen, die durch Bewegungseinschränkung entstehen, sind ebenfalls der Einsatz von Hilfsmitteln möglich. Dabei gibt es verschiedenste Hilfmittel wie Griffverdickungen, Einhandbretter, Schuhlöffel usw.

Ich berate Sie gerne!

Wer bin ich?
Meine Name ist Dr. Nicolas Gumpert. Ich bin Facharzt für Orthopädie und Gründer von Dr-Gumpert.de
Diverse Fernsehsendungen und Printmedien berichten regelmäßig über meine Arbeit. Im HR Fernsehen sehen Sie mich alle 6 Wochen live bei "Hallo Hessen". 
Aber jetzt ist genug angegeben ;-)

Um in der Orthopädie erfolgreich behandeln zu können, bedarf es einer gründlichen Untersuchung, Diagnostik und Erhebung der Krankengeschichte.

Gerade in unserer sehr ökonomisierten Welt, bleibt zu wenig Zeit, um die komplexen Erkrankungen der Orthopädie gründlich zu erfassen und damit eine zielgerichtete Behandlung einzuleiten.

In die Reihe der "schnellen Messerzücker" möchte ich mich nicht einreihen.

Ziel jeder Behandlung ist die Behandlung ohne eine Operation.

Welche Therapie nachhaltig die besten Ergebnisse erzielt, kann nur nach Zusammenschau aller Informationen (Untersuchung, Röntgenbild, Ultraschall, MRT, etc.) beurteilt werden.

Sie finden mich im:

  • Orthopaedicum - Frankfurt
    Oeder Weg 2 - 4
    60318 Frankfurt am Main

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Leider ist eine Terminvereinbarung nur bei privater Krankenversicherungen möglich. Ich bitte um Verständnis!

Weitere Informationen zu meiner Person finden Sie unter Orthopaedicum Frankfurt

CRPS Hand

Das CRPS (komplexe regionale Schmerzsyndrom) an der oberen Extremität entsteht häufig durch Frakturen. Sowohl bei einer operativen als auch bei der konservativen Versorgung kann es dabei zu der CRPS Erkrankung kommen.

Das CRPS der oberen Extremität spielt am häufigsten bei Radiusfrakturen eine Rolle. Hier tritt das CRPS in 1-2 % der Fälle auf. Die Erkrankung kann aber auch schon bei Bagatelltraumata auftreten.

Generell ist die obere Extremität 4-mal häufiger von der CRPS Erkrankung betroffen. Auch ist es oft so, dass die Schwere der Verletzung nicht mit dem Grad des CRPS korreliert. In der Regel haben aber durch Frakturen ausgelöste CRPS eine gute Prognose.

Als Berufserkrankungen an der oberen Extremität tritt die Erkrankung oft bei Strickern/innen, Stenotypisten/innen (bei Stenotypisten/innen handelt es sich um Schreibmaschinenarbeiter/innen) und Pressluftarbeitern/innen auf. Hierbei kommt es zur Fehl- oder Überbelastung der Gelenke, wodurch es zum Ausbruch des CRPS kommen kann.

Verlauf

Im Entzündungsstadium ist hierbei die Hand teigig geschwollen und blau-rot verfärbt. Zudem treten Schmerzen auf, wodurch auch die Beweglichkeit der Gelenke beeinträchtigt wird.

Im nächsten Stadium der Dystrophie, einem sogenannten Fehlwachstum, kommt es zu einem erheblichen Muskelschwund mit Knochenabbau. Die Haut ist nun blass und minderdurchblutet.
Im letzten Stadium kommt es zum absoluten Gewebeschwund. Dabei kann es zur Versteifung der Gelenke in der Region kommen.

Komplikationen

Eine Komplikation des CRPS der Hand stellt das Hand-Schulter Syndrom dar, denn die Erkrankung kann sich bis zur Schulter ausbreiten.

Unter dem Hand-Schulter Syndrom versteht man eine schmerzhafte degenerative Veränderung mit Bewegungseinschränkungen im Bereich des Schultergürtels (auch Periarthritis humeroscapularis genannt) in Kombination mit dem CRPS Syndrom in diesem Bereich. Dabei kommt es auch zu einer Versteifung der Gelenke, wobei sich dadurch die Bewegungseinschränkung verschlimmert. Auch die klassischen CRPS-Symptome treten auf. Zudem kann sich die Erkrankung auf die Finger ausweiten und auch hier zur einer Versteifung der Gelenke führen.

Weitere Komplikationen sind Behinderungen durch die CRPS Erkrankung, die insbesondere an der Hand entstehen und den Alltag der Betroffenen sehr beeinträchtigen können.

Therapie

Um den Schmerz zu bekämpfen kommt es zunächst zum Einsatz von Schmerzmitteln. Zudem müssen zum Schutz vor weiterem Knochenabbau ebenso Medikamente verabreicht werden. Gegen den Knochenabbau kann man Vitamin D und Calciumpräparate verwenden.

Außerdem gibt es schmerzlindernde Medikamente, die man über die Haut auftragen kann, wie beispielsweise Dimethylsulfoxid-Salbe. Die Dimethylsulfoxid-Salbe wird ca. fünfmal täglich aufgetragen. Der Wirkstoff Dimethylsulfoxid soll antientzündliche und schmerzlindernde Wirkungen haben. Zudem soll es das Auftreten von Wassereinlagerungen (Ödemen) lindern.

Eine andere mögliche Therapieform ist die Spiegeltherapie: Hierbei wird die gesunde Extremität im Spiegelbild bewegt, um auf diese Weise die Angst vor Schmerzen bei Bewegungen zu nehmen. Zudem gibt es andere physiotherapeutische Maßnahmen, Ergotherapie und Wassergymnastik, die helfen können.

Sicherlich nicht zu unterschätzen ist die psychologische Betreuung der Betroffenen, da bei der Chronifizierung der Erkrankung häufig Depressionen, Ängste, vermindertes Selbstwertgefühl eine Rolle spielen können. Dazu gehören auch Verhaltenstherapien und Entspannungstherapien.

Eine andere Möglichkeit insbesondere die Schmerzen der Hand zu lindern, ist der Einsatz von Betäubungsmitteln an Nerven, um eine Nervenblockade zu erreichen oder das Einbringen von Opioiden ins Gewebe. Diese Verfahren werden eingesetzt, wenn konservative, medikamentöse und physiotherapeutische Maßnahmen keine Linderung der Beschwerden mehr erbringen und sich die Schmerzen chronifiziert haben.

Ganglionäre Opiod-Analgesie

Bei dieser Behandlung wird ein Schmerzmittel aus der Klasse der Opioide in das umgebende Gewebe eines Ganglions in der schmerzhaften Region eingebracht. Ganglien sind sozusagen Schaltstationen und Durchgangsstationen der Schmerzweiterleitung. Durch deren Blockade der Schmerzweiterleitung durch Opioide kann ebenfalls der Schmerz gelindert werden.

Dabei wird meist das Opioid Buprenorphin in einer verdünnten 2 ml Lösung appliziert. Dabei werden verschiedene spezifische Kanülen mit Führungsinstrumenten eingesetzt. Je nach schmerzender Region gibt es verschiedene Ganglien, die man mit Opioiden umspritzen kann.

Nervenblockade

Im Rahmen der Nervenblockade der oberen Extremität bei CRPS kann man zum Einen durch die sogenannte Nervenblockade nach Oberst die Finger betäuben. Hierbei werden diejenigen 4 Nerven, welche für die Versorgung der Finger verantwortlich sind, an der Basis der Finger umspritzt. Man nutzt dabei verschiedene Medikamente aus der Klasse der Lokalanästhetika.

Als zweites Verfahren der Nervenblockade kann man die Nervenstränge des Plexus brachialis blockieren. Beim Plexus brachialis handelt es sich um ein Nervengeflecht, welches die oberen Gliedmaßen versorgt. Man kann dieses Nervengeflecht ausschalten, indem man die Medikamente im Halsbereich, unter dem Schlüsselbein oder in der Achsel verabreicht. Bei einer Nervenblockade in der Achsel beispielsweise kann man so die Schmerzweiterleitung von Oberarm, Unterarm und Hand unterbinden. Um die Medikamente an der richtigen Stelle zu applizieren, reizt man den Nerven vorher mit einem Stromstimulator. Auf diese Weise erkennt man, ob man in der Nähe des betroffenen Nerven ist, ohne diesen dabei zu verletzen. Dann kann man das Medikament einspritzen. Hierbei wird vor allem das Nervengeflecht namens Plexus brachialis blockiert.

Nervenstimulation

Eine weitere Möglichkeit ist die Nervenstimulation in der Region der oberen Extremität.

Bei der Nervenstimulation unterscheidet man zum Einen die Stimulation am Rückenmark und zum Anderen die transkutane (über die Haut erfolgende) elektrische Nervenstimulation. Dabei wird mit Elektroden ein Stromreiz gesetzt, welcher verhindern soll, dass die Information des Schmerzes über die Nerven ans Gehirn weitergeleitet wird.

a) Rückenmarksstimulation

Die Rückenmarksstimulation wird auch Spinal Cord Stimulation und SCS-Methode genannt. Hierbei setzt man gepulste Hochfrequenzstromimpulse ein, um das Rückenmark zu stimulieren und eine Weiterleitung der Schmerzinformation zu verhindern. Die Elektroden werden hierbei über einen kleinen Hautschnitt unter lokaler Betäubung direkt auf die Hirnhaut aufgesetzt. Durch Stimulation während des Einführens wird die richtige Position der Elektrode ausgelotet. Dabei ist der Patient wach und gibt dem Operateur/der Operateurin Rückmeldung. Durch den Einsatz von Batterien halten die implantierten Elektroden mehrere Jahre lang. Dieses Verfahren wird verwendet, wenn sich der Schmerz bereits chronifiziert hat und keine konservativen medikamentösen, physiotherapeutischen Maßnahmen mehr greifen.

b) transkutane elektrische Nervenstimulation

Bei der transkutanen elektrischen Nervenstimulation, auch TENS genannt, werden auf dem schmerzenden Hautareal Elektroden befestigt. Daraufhin werden über die Elektroden mithilfe eines Stimulationsgeräts Rechteckimpulse appliziert. Hier wird eine niedrigfrequente Stimulation von einer hochfrequenten Stimulation unterschieden.

Bei der niederfrequenten Stimulation vermutet man eine Freisetzung von Endorphinen, welche zur Schmerzlinderung beitragen.

Bei einer hochfrequenten Stimulation vermutet man dagegen eine Stimulation von schmerzweiterleitenden Nervenendigungen, was zu einer Blockade der Schmerzweiterleitung führt. Die Therapie wird in der Regel 2-mal täglich je 45 Minuten durchgeführt und über einen Zeitraum von mehreren Wochen getestet.

Bei einer zu langen Therapiedauer mit dieser Methode stellt sich aber eine Gewöhnungsphase des Körpers an die Stimulation ein und die Schmerzen kehren zurück. Daher sollte man darauf achten die Behandlung wirklich nur ein paar Wochen durchzuführen.

CRPS Fuß

Auch das CRPS des Fußes wird häufig durch Traumata oder auch Operationen ausgelöst. Bereits Bagatelltraumata können das Syndrom auslösen. Die Erkrankung kann auch hier in verschiedenen Graden auftreten. Manche Patienten beklagen dabei, aufgrund der Schmerzen nicht mehr Auftreten zu können oder durch die Schwellung die Schuhe nicht mehr richtig anziehen zu können. Dies passt zum ersten Stadium, dem Entzündungsstadium. Die Schmerzen können so stark werden, dass jegliche Berührung schmerzt, sodass die Patienten Schwierigkeiten haben sich Socken oder Hose anzuziehen, da die Schmerzen sogar hier so unerträglich sind. In den nächsten Stadien kommt es auch hier zu einem Muskelschwund und Knochenabbau. Im weiteren Verlauf kann es zur Versteifung der Gelenke kommen.

Therapie

Zunächst sollte man alle möglichen konservativen Maßnahmen einsetzen, bevor invasive Maßnahmen in Erwägung gezogen werden. Dabei unterscheiden sich die Therapieformen nicht sonderlich von den Behandlungsmöglichkeiten an der Hand. Auch hier kann man Schmerzmittel einnehmen und Physiotherapie, Ergotherapie und Wassergymnastik zur Schmerzreduktion einsetzen. Zudem sollte man die psychologische Betreuung der Patientin nicht vergessen.

Sollten konservative Maßnahmen fehlschlagen, kommen invasive Maßnahmen zum Einsatz.

Zunächst sollte man alle möglichen konservativen Maßnahmen einsetzen, bevor invasive Maßnahmen in Erwägung gezogen werden. Dabei unterscheiden sich die Therapieformen nicht sonderlich von den Behandlungsmöglichkeiten an der Hand. Auch hier kann man Schmerzmittel einnehmen und Physiotherapie, Ergotherapie und Wassergymnastik zur Schmerzreduktion einsetzen. Zudem sollte man die psychologische Betreuung der Patientin nicht vergessen.

Sollten konservative Maßnahmen fehlschlagen, kommen invasive Maßnahmen zum Einsatz.

Nervenblockade

Bei den Nervenblockaden der unteren Gliedmaßen blockiert man gerne den Ischiadicus-Nerven. Dabei unterscheidet man hier eine stammnahe (proximale) von einer stammfernen (distalen) Blockade.

Proximale Blockade

Hierbei wird der Nerv nach Austritt durch das Becken blockiert. Dabei gibt es verschiedene Zugangswege, die man verwenden kann. Dabei blockiert man meist aber nicht nur einen Nerven sondern gleich das Ganze Nervengeflecht der unteren Gliedmaße, dem sogenannten Plexus lumbalis. Dadurch wird das komplette Bein schmerzfrei gemacht. Dabei kann man je nach Zugangsweg noch andere Nerven zusätzlich blockieren. Die Blockade ist leichter, wenn man ein Ultraschallgerät zur Hand hat oder einen Stromstimulator zur genauen Lokalisation nutzt.

Distale Blockade

Hierbei versucht man über die Kniekehle den Nerven zu erreichen.
Diese Blockade erfolgt ebenfalls Ultraschall gesteuert.

Lesen Sie weitere Informationen zu diesem Thema unter: CRPS am Fuß

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