Metoclopramid (MCP)

Wirkstoff

Antiemetikum, Dopamin-2- Rezeptorblocker

Definition

Metoclopramid gehört zur Klasse der Antiemetika und der Gastrokinetika und ist somit ein Medikamente gegen Übelkeit. Das heißt, es lindert das Gefühl des Erbrechens und der Übelkeit, indem es die Bewegungsvorgänge des oberen Magen-Darmtraktes anregt.

Wirkmechanismus

Metoclopramid (MCP) ist ein sogenannter Dopamin-Antagonist. Ein Antagonist ist ein Stoff, der an einen bestimmten Rezeptor bindet und diesen blockiert, so dass der eigentliche Botenstoff nicht wirken kann.

Dopamin ist ein körpereigner Botenstoff des Nervensystems, welcher Signale zwischen zwei Neuronen weiterleiten kann und für die Steuerung geistiger und körperlicher Aktivitäten verantwortlich ist. Dopamin ist bei folgenden Funktionen beteiligt:

  • Feinmotorik
  • Körperbewegung
  • psychischer Antrieb
  • Konzentration
  • Vergnügen und
  • Mut

Bei bestimmten Tätigkeiten, z.B.: beim Essen, fungiert es als Glückshormon. Zusätzlich hat Dopamin eine Erbrechen auslösende Eigenschaft, die mit Hilfe von Antagonisten (Rezeptorblockern) gehemmt werden kann. Es gibt zwei Arten von Dopamin-Rezeptorblockern:

  • zentral wirksame Dopamin-Rezeptorblocker ( zu den Psychopharmaka gehörend)
  • peripher wirksame Dopamin-Rezeptorblocker

Sie können die Blut-Hirn-Schranke kaum überwinden und haben so nur geringe Auswirkungen auf das Gehirn. Metoclopramid (MCP) gehört zu den peripher, also nicht im Gehirn, wirkenden Arzneimitteln und überwindet nur in geringer Konzentration die Blut-Hirn-Schranke. Es kann trotzdem zu einer sedierenden, antipsychotischen Wirkung kommen.

MCP reagiert auch mit anderen Rezeptoren. Es hemmt die 5-HT3 Rezeptoren und aktiviert die 5-HT4-Rezeptoren. Beide wirken auf die Bewegungsvorgänge des Magen-Darm-Trakts, so dass Metoclopramid auch das Ausscheiden von Wasser und Elektrolyten fördert.


Metoclopramid (MCP) sollte genauso eingenommen werden, wie es der Arzt verordnet hat. Die normale Dosis beträgt für einen Erwachsenen 3-4 Mal 36 Tropfen pro Tag. Für Jugendliche 2-3mal 18-36 Tropfen pro Tag und bei Kindern wird es anhand des Körpergewichtes ausgerechnet. Bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion ist die Dosis vom Arzt anzupassen.

Aufgrund von seltenen, aber schweren neurologischen und kardiovaskulären Nebenwirkungen hat die EU-Kommission im April 2014 beschlossen, Metoclopramid in seiner

  • Dauer
  • Dosierung und seinem
  • Anwendungsgebiet

einzuschränken. So dürfen Säuglinge kein Metoclopramid (MCP) mehr erhalten und Erwachsene und Jugendliche sollten es maximal fünf Tage erhalten. Die Maximaldosis für Tropfen liegt bei 1mg/ml, für die parenterale Zubereitung (über die Vene) liegt der Grenzwert bei 5 mg/ml und für Zäpfchen wurde ein Limit des Wirkstoffgehalts von 20 Milligramm angeordnet.

Anwendungsgebiete

Metoclopramid (MCP) ist ein antiemetisches Arzneimittel und wird bei folgender Symptomatik eingesetzt:

  • Übelkeit
  • Brechreiz und Erbrechen
  • Bewegungsstörungen des oberen Magen-Darm-Trakts (gastrointestinale Motilitätsstörungen),
  • Muskelschwäche des Magens bei Diabetes Mellitus (diabetische Gastroparese).

Laut des neuen Gesetzes darf es nicht mehr verordnet werden bei gastrointestinalen Motilitätsstörungen oder Refluxösophagitis (Entzündung der Speiseröhre aufgrund von saurem Aufstoßen des Mageninhaltes), da hier keine ausreichenden Belege für die klinische Wirksamkeit gegeben waren. Zusätzlich darf es nur nach verzögerter, chemotherapieinduzierter Übelkeit und Erbrechen verschrieben werden.

Kontraindikation von Metroclopramid

Wie bei anderen Arzneimitteln gibt es auch bei Metroclopramid (MCP) Gegenanzeigen, wodurch die Einnahme von Metoclopramid ausgeschlossen ist:

Kinder unter zwei Jahren dürfen kein Metoclopramid (MCP) einnehmen.

Anwendung unter Beobachtung

Unter gewissen Umständen kann Metoclopramid (MCP) unter Vorsicht eingenommen werden.

Vorsicht bei der Anwendung ist geboten bei:

  • schweren Leber oder Nierenfunktionseinschränkungen:Das Arzneimittel Metoclopramid (MCP)wird aufgrund der Funktionseinschränkung langsamer aus dem Körper ausgeschieden, weshalb die Dosis des Betroffenen hierbei reduziert werden muss.
  • Schwangerschaft: Im ersten Trimester der Schwangerschaft sowie in der Stillzeit sollte Metoclopramid (MCP) nicht eingenommen werden. In den anderen Phasen der Schwangerschaft darf es, mit Absprache des behandelnden Arztes, eingenommen werden.

Nebenwirkungen von Metoclopramid (MCP)

Falls bei Ihnen eine der folgenden Nebenwirkungen während der Therapie mit Metoclopramid (MCP) auftritt, sollte die Einnahme des Medikaments unterbrochen und ein Arzt aufgesucht werden.

Häufig auftretende Nebenwirkungen sind:

Selten kann es an Nebenwirkungen von Metoclopramid (MCP) zu

kommen.

Bei Erwachsenen kann es in seltenen Fällen zu Parkinson ähnlichen Symptome wie Muskelzittern, Muskelsteifheit oder Bewegungsarmut kommen. Bei Kindern kann nach Einnahme von Metoclopramid (MCP) ganz selten das sogenannte dyskinetische Syndrom auftreten. Dabei handelt es sich um unwillkürliche, krampfartige Bewegungen des Kopfes und der Schulterregion.

Weitere Nebenwirkungen von Metoclopramid (MCP) können

  • Durchfall
  • Hautausschläge sein
  • Erhöhung des Prolaktinspiegels (führt dann möglicherweise zu Menstruationsstörungen, verminderter Libido, Gynäkomastie und Impotenz)

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Sofern andere Arzneimittel eingenommen oder vor kurzem eingenommen wurden, muss das dem behandelnden Arzt mitgeteilt werden, da es bei der Einnahme von Metoclopramid (MCP) zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln kommen kann.

Durch die Einnahme von Metoclopramid (MCP) können andere Medikamente in ihrer Wirkung gestärkt bzw. verlängert werden. Hierzu zählen:

Die Wirkung von Cimetidin oder Digoxin kann durch die Einnahme von Metoclopramid (MCP) vermindert werden. Bei der gleichzeitigen Einnahme von MCP und Neuroleptika oder Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRIs), z.B. Fluoxetin, kann es verstärkt zum Auftreten von „extrapyramidalen Symptomen“ kommen. Dazu zählen Krampferscheinungen im Kopf-, Hals- und Schulterbereich. Hierbei sind keine koordinierten, motorischen Bewegungen mehr möglich.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 19.01.2018
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