Akute Magenschleimhautentzündung


Ursachen

Eine akute (plötzliche) Magenschleimhautentzündung beginnt sehr rasch und zeigt häufig einen Zusammenhang mit der Einnahme von Schleimhaut schädigenden Substanzen.

Die Magenschleimhaut hat einen alkalischen Schutzfilm, der sie vor der aggressiven Magensäure und den Enzymen des Magens schützt. Durch verschiedene Faktoren kann diese Schutzschicht angegriffen werden, sodass die Magenschleimhaut angegriffen werden kann.

Häufig liegt der akuten Magenschleimhautentzündung ein Alkoholexzess und /oder übermäßiger Nikotingenuss (Rauchen) zugrunde oder die übermäßige Einnahme von Medikamenten, wie zum Beispiel einiger Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS 100), und NSAR (z.B. Diclofenac (Voltaren®), Ibuprofen).

In manchen Fällen resultiert die Magenschleimhautentzündung aus einer Nahrungsmittelvergiftung, welche häufig mit Erbrechen assoziiert ist. Übermäßiger Kaffeekonsum und scharfe Speisen können die Magenschleimhaut auch in Mitleidenschaft ziehen.

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Wenn Kinder unabsichtlich Säuren oder Laugen trinken, kommt es zu einer Ätzgastritis, die einen lebensgefährlichen Notfall darstellt (siehe auch Speiseröhrenentzündung (med. Ösophagitis)).

Eine Strahlentherapie birgt häufig die Gefahr, dass die Magenschleimhaut teilweise mitbestrahlt wird und es so zu einer strahlungsbedingten Magenschleimhautentzündung kommt.

Häufig kommt es vor, dass eine Magenschleimhautentzündung als Begleiterkrankung bei schweren Allgemeinerkrankungen auftritt. Besonders bei intensivmedizinischen Patienten, die beatmungspflichtig sind, eine schwere Operation hatten oder schwere Verbrennungen haben, besteht die Gefahr einer so genannten Stressgastritis.
Bei diesen Patienten kommt es zu einer Störung der Blutmikrozirkulation in der Magenschleimhaut. Bei der Mehrzahl der intensivmedizinischen, schwerkranken Patienten können endoskopisch (Magenspiegelung) oberflächliche Magenschleimhautdefekte (Erosionen = Magengeschwür) erkannt werden und bei 6 % der Patienten kommt es sogar zu einer Magenblutung (Ulcus ventriculi).

Anatomie Gastritis

Der Ausschnitt zeigt die Magenschleimhaut vergrößert. Gut zu erkennen sind die Schleimhautdefekte, die sich als rote Flecken in der Schleimhaut, als Stellen örtlich verstärkter Durchblutung und zum Teil Einblutungen in das Schleimhautgewebe des Magens.

Symptome / Beschwerden

Die Krankheitszeichen (Symptome) einer akuten Magenschleimhautentzündung sind Schmerzen im Oberbauch, die sich krampfartig darstellen und sogar in den Rücken ausstrahlen können. Übelkeit und Erbrechen können insbesondere bei Nahrungsmittelvergiftungen auftreten. Die Patienten klagen außerdem über häufiges Aufstoßen, über schlechten Geschmack im Mund und über Appetitlosigkeit.
Unspezifische Symptome wie Blähungen, Verdauungsprobleme und allgemeines Unwohlsein gehören auch zum Symptomkomplex.

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Schichten der Magenschleimhaut

  1. Mukosa (Schleimhaut)
  2. Ulcus (Magengeschwür)
  3. Submukosa (Bindegewebe)
  4. Blutgefäße

    Wenn die Schleimhaut einen Schaden hat dieser bis ins darunterliegende Binde- gewebe reichen, wodurch es zu einer Magenblutung kommen kann.

Komplikationen

Eine gravierende Komplikation stellt die Magenblutung dar. Diese kann in Form von kleinen punktförmigen (petechialen) Blutungen in der Magenschleimhaut auftreten, die man mit dem Endoskop erkennen kann. Im schlimmsten Fall kann es zu einer fulminanten Blutung mit Bluterbrechen (Hämatemesis) kommen. Wenn es recht langsam blutet und die Magensäure Zeit hat das Blut zu zersetzen, kommt es zu einem kaffesatzartigem Erbrochenem.
Diese braun bis schwarze Blutmasse kann auch im Stuhl beobachten, wenn die Blutung nicht stark genug ist um Erbrechen auslösen. Man nennt dieses Phänomen auch Teerstuhl (Meläna).

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Blutet es jedoch sehr schnell wird helles Blut erbrochen. Bei so starken Blutungen kann es durch den Blutmangel sehr schnell zu einem Kreislaufschock (lebensgefährlicher Blutdruckabfall) kommen.

Kleinere Blutungen werden erst in einer Stuhluntersuchung erkannt, die auch kleinste Blutbestandteile (so genanntes okkultes, verstecktes Blut) zu erkennen vermag. Mit dem bloßem Auge sind derartige Blutmengen nicht zu erkennen.

Selbstverständlich kann man einen bedeutsamen Blutverlust auch anhand einer Blutuntersuchung feststellen. Es zeigt sich ein erniedrigter Wert für den roten Butfarbstoff (Hämoglobin (Hb)). Das Krankheitsbild der Blutarmut wir als Anämie bezeichnet.

Diagnose Magenschleimhautentzündung

Im Patientengespräch (Anamnese) lassen sich häufig die wegweisenden Symptome und Ursachen der akuten Magenschleimhautentzündung bereits erheben. In der körperlichen Untersuchung fällt häufig ein Druck im Oberbauchbereich (Magendreieck unterhalb vom Brustbein) auf.

Manchmal zeigen sich in der Blutuntersuchung die typischen Veränderung der Laborwerte mit Entzündungszeichen (Leukozyten, CRP-Wert) erhöht. Letztendlich lässt sich die Diagnose durch eine Magenspieglung (Gastroskopie) sichern.

Magenspieglung (Gastroskopie):
Die „Spiegelung“ (Endoskopie) des Magens dient zur direkten Beurteilung und Einteilung von Schleimhautschäden. Hierbei werden über eine Schlauchkamera (Endoskop) Bilder auf einen Monitor übertragen, sodass dem Untersucher das Innenleben des Magens dargestellt wird. Während der Endoskopie können auch Gewebeproben (Biopsie) aus verdächtigen Schleimhautbereichen (Gewebe mit vermuteter Magenschleimhautentzündung) entnommen werden und unter dem Mikroskop (histologisch=feingeweblich) untersucht werden. ( Lesen Sie mehr zum Thema:Endoskopie)

Die Schleimhaut erscheint bei einer akuten Magenschleimhautentzündung (Gastritis) gerötet und geschwollen. Sie kann zudem kleine punktförmige (petechiale) Blutungen aufweisen oder sich stark gerötet darstellen, was auf eine starke Blutungsneigung hindeutet (hämorrhagische Gastritis).
In der mikroskopischen Untersuchung fällt dann häufig die Einwanderung von Entzündungszellen (Leukozyteninfiltrat) in die Schleimhaut auf.
Außerdem lassen sich mittels Endoskop Blutungen aufdecken, die dann gegebenenfalls gestillt werden können.

Therapie akute Magenschleimhautentzündung

Je nach Ausmaß der Magenschleimhautentzündung kann die Therapie sehr unterschiedlich sein. Zunächst jedoch sollte man immer die auslösende Substanz (Alkohol, Nikotin und Medikamente) strikt meiden.

In den harmlosen Fällen reicht es aus eine Diät einzuhalten, was sich in den meisten Fällen von alleine ergibt, da die Patienten oft keinen Appetit verspüren und zu diesem Zeitpunkt Nahrung sowieso nicht vertragen. Später sollte man einen langsamen Kostaufbau mit Tee und Zwieback einleiten (Ernährung bei einer Gastritis). Bei leichten Formen kann zudem eine Wärmflasche auf dem Bauch sehr wohltuend und schmerzlindernd sein.

Bei schwereren Formen kann es nötig sein eine medikamentöse Therapie einzuleiten. Gegen Übelkeit und Erbrechen werden Medikamente gegen Übelkeit (Antiemetika) wie Metoclopramid (Paspertin®) oder Dimenhydrinat (Vomex A®) verabreichen. Bei sehr raschem und andauerndem Erbrechen ist manchmal eine Infusion mit Elektrolyten gegen den Salzverlust nötig.

Medikamente gegen Sodbrennen wie Protonenpumpenhemmer(Omeprazol (Antra®) und für die Bindung von Magensäure wie Antacida (Riopan®) können der weiteren Schleimhautschädigungen vorbeugen.
Bei starken Magenkrämpfen hilft ein krampflösendes Medikament wie Buscopan®.

Eine Magenblutung stellt einen medizinischen Notfall dar und muss schnellstens versorgt werden. Da bei einer hämorrhagischen Magenschleimhautentzündung die Blutung eher diffus ist, gibt man das Mittel Sucralfat, welches sich wie ein Niederschlag auf die Magenschleimhaut legt und eine Art Schutzschicht bildet. So schützt sie besonders Erosionen und Ulcera (Magengeschwür) vor der aggressiven Magensäure und beschleunigt so deren Heilung.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Was ist die richtige Ernährung bei Magenschleimhautentzündung?

Medikamente bei einer akuten Magenschleimhautentzündung

Die wohl am häufigsten benutzte Medikamentengruppe bei einer akuten Magenschleimhautentzündung ist die Gruppe der sogenannten Protonenpumpenhemmer. Das Problem einer entzündeten Magenschleimhaut ist die Magensäure. Diese wird im Magen dauerhaft produziert, wobei die Produktion während der Nahrungsaufnahme ihr Maximum erreicht. Magensäure enthält Salzsäure, welche die Zellen der Magenschleimhaut extrem schädigt. Deshalb besteht die wirksamste Therapie im Verhindern der Magensäureproduktion. Ohne Magensäure können sich die Zellen der Magenschleimhaut erholen ohne ständig weiterer aggressiver Säure ausgesetzt zu sein.
Durch die Hemmung der sogenannten Protonenpumpe, welche für die Produktion der Magensäure zuständig ist kann verhindert werden, dass Magensäure überhaupt produziert wird. Die bekanntesten Vertreter der sogenannten Protonenpumpenhemmer sind Pantoprazol und Omeprazol. Diese Medikamente sind nur auf Rezept des Hausarztes in der Apotheke erhältlich.

Alternativen zu dieser Medikamentengruppe gibt es viele. Die enorme Wirkstärke von Protonenpumpenhemmern, bei denen Magensäure erst gar nicht produziert wird, können sie jedoch nicht erreichen, da sie die Produktion nur verringern oder erst angreifen wenn die Magensäure schon produziert ist. Ihren Stellenwert haben sie dennoch zum einen, wenn Protonenpumpenhemmer nicht eingesetzt werden dürfen und zum anderen bei leichten Verläufen einer Magenschleimhautentzündung.

Die Magensäureproduktion verringern (jedoch nicht komplett hemmen) können die sogenannten H2-Rezeptorblocker. Diese blockieren Bindungsstellen der Magenschleimhaut an die normalerweise Stoffe binden, die die Produktion von Magensäure anregen. Sind diese Bindungsstellen bereits durch die Medikamente blockiert, so kann der Reiz nicht durchdringen und es wird weniger Magensäure produziert. Die Produktion von Magensäure kann durch diese Medikamente um weniger als die Hälfte reduziert werden.
Die häufigsten Vertreter aus dieser Gruppe sind Cimetidin, Ranitidin sowie weitere Abkömmlinge. Einige wenige Vertreter aus dieser Gruppe sind auch rezeptfrei erhältlich.

Eine weitere Gruppe von Stoffen kann keinen Einfluss auf die Produktion von Magensäure nehmen, jedoch schon vorhandenen Magensäure neutralisieren, was bedeutet dass die Säure dem Magen nicht mehr schaden kann. Die wichtigsten Vertreter hierbei sind die sogenannten Antazida. Es gibt hier über 50 verschiedene Stoffe, welche zum Teil auch ohne Rezept in der Apotheke erhältlich sind.

Gegen die Magenkrämpfe, die oft mit einer akuten Magenschleimhautentzündung verbunden sind gibt es Krampflöser wie das Butylscopolamin (z.B. Buscopan®). Diese können zwar die Ursache nicht wirkungsvoll lindern, aber sehr effektiv die krampfartigen Schmerzen bekämpfen.
Weiterhin gibt es wirkungsvolle Medikamente die Übelkeit und den Brechreiz als weiteres belastendes Symptom einer akuten Magenschleimhautentzündung effektiv lindern. Ein oft verwendeter Vertreter ist hierbei das Dimenhydrinat (Vomex®).

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Hausmittel bei einer akuten Magenschleimhautentzündung

Bei der Therapie der akuten Magenschleimhautentzündung gibt es zu den erwähnten Medikamenten eine Vielzahl an Hausmitteln, die die Therapie unterstützen können und sehr beliebt sind. Bei leichten Formen einer akuten Magenschleimhautentzündung können Hausmittel dazu beitragen die medikamentöse Therapie auf ein Minimum zu reduzieren. Als einfaches Hausmittel zur Linderung der Schmerzen eignen sich warme Kompressen, die man sich auf den Bauch legt. Vorsicht ist hier jedoch vor zu heißen Kompressen geboten, denn diese können unter Umständen Verbrennungen der Haut verursachen und sollten somit nur unter Kontrolle der Temperatur angewendet werden.

Aus den häuslichen Lebensmitteln eignen sich auch viele pflanzliche Stoffe zur Behandlung der akuten Magenschleimhautentzündung. Einfach herzustellen ist beispielsweise Kartoffelsaft, welcher vor jeder Mahlzeit getrunken werden kann und die Heilung der Entzündung unterstützt. Alternativ können auch rohe Kartoffeln gegessen werden. Bei beiden Möglichkeiten lagern sich die Schleimstoffe der Kartoffeln schützend über die entzündeten Stellen der Magenschleimhaut. Ebenso einfach hergestellt eignen sich Karotten- und Spinatsaft. Die Mischung dieser Säfte ist ebenfalls möglich. Auch die Einnahme von Ingwer, beispielsweise als Tee, kann die Schmerzen lindern und die Verdauung verbessern. Empfohlen wird die Einnahme von Ingwer vor den Mahlzeiten um gleichzeitig zur Schmerzlinderung die Verdauung anzuregen.

Weiter können gemahlene Nelken oder Kardamon für wenige Minuten in den Mund genommen und leicht zerkaut die Beschwerden verbessern. Um die Magenschleimhaut weiter zu beruhigen kann auch Tee helfen. Zu bevorzugen sind hier beruhigende Inhaltsstoffe wie Kamille, Fenchel oder Kümmel. Auch grüner Tee hat sich bei der akuten Magenschleimhautentzündung als sehr wirksam erwiesen, da enthaltene Stoffe die durch die Entzündung freiwerdenden Zellgifte binden und somit neutralisieren. Nach Abklingen der Magenschleimhautentzündung kann der längerfristige Konsum von grünem Tee das Risiko für die Entstehung weiterer Magenschleimhautentzündungen vermindern.

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Ernährung bei akuter Magenschleimhautentzündung

Nahrung ist ein wichtiger Auslöser der Magensäureproduktion. Eine entzündete Magenschleimhaut wird durch zusätzlich produzierte Magensäure oft weiter geschädigt. Bei einer akuten Magenschleimhautentzündung sollte deshalb die entzündete Schleimhaut mit Schonkost so wenig wie möglich belastet werden, damit sie sich in Ruhe erholen und regenerieren kann. Ähnlich wie bei den Hausmitteln beschrieben sollten auch bei den Nahrungsmitteln solche gewählt werden, die einen schützenden Film an der Magenwand bilden, sodass die angreifende Säure nicht bis zur Magenwand durchdringen kann. Hierfür eignen sich beispielsweise Joghurt oder Quark. Auch Haferflocken und Zwieback gelten als besonders schonende Kost. Unter den Kohlenhydraten eignen sich Kartoffelbrei und Reis besonders.
Sowohl in Haferflocken als auch in Kartoffeln und Reis sind Schleimstoffe enthalten, die den gewünschten schützenden Film auf der angegriffenen Magenschleimhaut bilden. Alle Speisen sollten möglichst wenig gewürzt verzehrt werden, da viele Gewürze die Magenschleimhaut angreifen. Fetthaltige oder andere stark säurehaltige Nahrungsmittel, die als Auslöser zur Entstehung der akuten Magenschleimhautentzündung beigetragen haben, sollten dauerhaft vom Speiseplan gestrichen werden. Hierbei sollte jeder Patient mit akuter Magenschleimhautentzündung seinen alltäglichen Speiseplan kontrollieren und umstellen. Sollten gebratene Lebensmittel auf dem Speiseplan stehen, können diese alternativ beispielsweise gedünstet, gekocht oder blanchiert verzehrt werden, was für den Magen viel bekömmlicher ist.

Insgesamt gilt es Fleisch, Käsesorten mit hohem Fettanteil und auch Butter zu meiden und stattdessen säurearmes Obst, Gemüse und andere vollkornhaltige Produkte in den Mittelpunkt zu rücken. Sollte Fleisch unverzichtbar sein, so gilt es mageres Fleisch zu wählen und dieses fettarm zuzubereiten.
Beim Genuss von Obst sollte man darauf achten dem Körper keine säurehaltigen Obstsorten zukommen zu lassen, da die enthaltenen Fruchtsäuren weitere Schäden an der Schleimhaut verursachen. Säurearme Obstsorten (z.B. Bananen oder Aprikosen) sind den stark fruchtsäurehaltigen Zitrusfrüchten vorzuziehen. Hilfreich ist es ebenfalls die Häufigkeit der Mahlzeiten zu erhöhen und dann pro Mahlzeit weniger zu sich zu nehmen.

Wer gesundheitlich dazu in der Lage ist kann auch eine Fastenkur über 1-2 Tage einlegen und so die Produktion von Magensäure auf ein Minimum reduzieren. Bei der akuten Magenschleimhautentzündung kann bereits eine Fastenzeit von wenigen Tagen deutliche Besserung der Beschwerden bringen, während bei einer chronischen Entzündung oft längere Fastenperioden notwendig sind. Nach Ende der Fastenperiode sollte ebenfalls mit Schonkost begonnen werden und es sollten wie oben schon beschrieben mehrere Mahlzeiten mit kleineren Mengen statt weniger großer Mahlzeiten eingenommen werden.

Bei den Getränken gilt gleiches wie für die Mahlzeiten. Magenschonenden Teesorten wie Fenchel-, Kamile- oder grünem Tee sollte der Vorzug vor Getränken wie kohlensäurehaltiger Limonaden, Kaffee oder Alkohol gegeben werden. Tee sollte auch nicht heiß sondern am besten lauwarm getrunken werden, da auch zu große Hitze die Magenschleimhaut weiter schädigen kann. Sollte Kaffee ein notwendiger Bestandteil des täglichen Lebens sein, so kann auf Schonkaffee umgestellt werden. Dieser enthält weniger Bitterstoffe als herkömmlicher Kaffee. Nach wie vor gilt jedoch der vorübergehende Kaffeeverzicht als beste Alternative.
Auch unter den Getränken gilt es fetthaltige Getränke wie Milch durch weniger fetthaltige Alternativen zu ersetzen.

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Sport bei einer akuten Magenschleimhautentzündung

Bei einer Magenschleimhautentzündung sollte Sport in der akuten Phase gemieden werden. Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen erfordern von alleine meistens eine Zwangspause. Es ist wichtig dem Körper Ruhe zur Regeneration zu gönnen.
Nach überstehen der akuten Phase nach 1-2 Tagen kann mit mäßiger Bewegung begonnen werden. Zu Beginn kann die Bewegung ein leichter Spaziergang sein.

Kommt Stress als Auslöser der akuten Magenschleimhautentzündung in Betracht, so kann Sport zur Stressreduktion beitragen und so gar die Heilung unterstützen. Man sollte hierbei jedoch genau auf seinen Körper hören und bei Beschwerden weiter pausieren.

Dauer einer akuten Magenschleimhautentzündung

Eine akute Magenschleimhautentzündung ist ein oft plötzlich beginnendes Krankheitsbild das mit Übelkeit, Erbrechen und starken Schmerzen einhergehen kann. Je nach Ausprägung der Entzündung der Magenschleimhaut werden die Beschwerden dementsprechend milder oder ausgeprägter ausfallen und die Heilungs- und Behandlungsphase dementsprechend länger oder kürzer sein. In den meisten Fällen ist die akute Magenschleimhautentzündung nahrungsmittelbedingt und nur mäßig ausgeprägt und klingt nach entsprechender Behandlung innerhalb weniger Tage komplett ab. Die Behandlung sollte für einige Tage nach Abklingen der Beschwerden fortgeführt werden um die regenerierte Magenschleimhaut zu schonen.

Viele Patienten verspüren die Beschwerden nach Alkoholkonsum. Diese Form der akuten Magenschleimhautentzündung klingt meistens sogar schon innerhalb eines Tages wieder ab, wenn man Alkohol meidet und auf reizende Kost verzichtet.
Eine medikamentöse Behandlung ist nur bei ausgeprägten Beschwerden für wenige Tage nötig. Bestehen die Beschwerden länger, so ist das Risiko einer erfolgten Ausbreitung der Entzündung auf größere Areale der Magenschleimhaut erhöht und die Heilungs- und Behandlungsdauer wird sich dementsprechend verlängern und kann gar Wochen bis Monate dauern.

Die genaue Dauer der Behandlung sollte den Beschwerden angepasst werden und ist somit individuell nicht vorhersehbar. Massive Ausprägungen der akuten Magenschleimhautentzündung, die auch Gefäße in der Magenschleimhaut mitbetreffen sind selten, ziehen einen noch längeren Verlauf nach sich, wenn sich neben der Magenschleimhaut auch die angegriffenen Gefäße erneuern müssen.

Für die akute Zeit mit massiver Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen sollte eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausgestellt werden. Diese ist meist für 1-2 Tage ausreichend. Eine längere Krankschreibung oder gar ein stationärer Krankenhausaufenthalt ist nur massiven Verläufen vorbehalten oder im Falle von Komplikationen wie einer Magenblutung notwendig. Jeder selbst kann die Dauer der akuten Magenschleimhautentzündung durch Einhalten der geltenden Ernährungs- und Verhaltensregeln beeinflussen und zur schnelleren Genesung beitragen.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert
Veröffentlicht: 22.11.2007 - Letzte Änderung: 08.06.2021