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Was darf ich bei einer Magenschleimhautentzündung essen?

Einleitung

Eine Magenschleimhautentzündung ist ein Krankheitsbild, das immer mehr Menschen betrifft. Durch verschiedene Ursachen ist die Magenschleimhaut akut oder chronisch gereizt und entzündet, sodass es zu Oberbauchbeschwerden wie Schmerzen, Völlegefühl und Sodbrennen kommt. Diese Beschwerden können dabei jedoch durch die richtige Ernährung gelindert und die Heilung der Magenschleimhautentzündung gefördert werden. Eine Magenschleimhautentzündung sollte zwar in jedem Fall auch medikamentös behandelt werden, eine gesunde Ernährung stellt jedoch eine wichtige Ergänzung der Therapie dar. Zentrale Bedeutung hat dabei der Verzicht auf sogenannte Noxen. Dazu gehören Kaffee, Nikotin und Alkohol. Durch die bewusste Vermeidung dieser Lebensmittel kann außerdem der Entstehung einer Magenschleimhautentzündung vorgebeugt werden.

Betroffene fragen sich daher oftmals: „Was darf ich bei einer Magenschleimhautentzündung essen?“ Grundsätzlich gibt es Nahrungsmittel, sogenannte Noxen, die den Magen zusätzlich reizen und auch die Magensäureproduktion anregen. Diese verstärken die Symptome und verzögern den Heilungsverlauf. Andere dagegen wirken sich bei Magenschleimhautentzündung positiv auf die Beschwerden aus und können die Heilung unterstützen. Dies gilt sowohl für feste Nahrungsmittel als auch für Getränke. Auch die Anzahl der Mahlzeiten und die Menge der aufgenommenen Nahrung spielt eine Rolle bei der Symptomkontrolle. Der folgende Artikel soll helfen die Frage „Was darf ich bei einer Magenschleimhautentzündung essen?“ zu beantworten.

Magenschleimhautentzündung - was darf ich essen?

Bei einer Entzündung der Magenschleimhaut gibt es eine Reihe von Lebensmitteln, die man bevorzugen sollte. Dabei gibt es bei der Frage „Was darf man essen?“ einige Grundprinzipien. Zum einen sollte man säurearme Lebensmittel verzehren, die magenschonend sind. Auch fettarme Nahrung ist bei Magenschleimhautentzündung besser als fettreiche. Darüber hinaus sind vollwertige und ballaststoffreiche Lebensmittel zu empfehlen.

Es sollte darauf geachtet werden, bei Magenschleimhautentzündung lieber über den Tag verteilt viele kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen als große Mengen auf einmal. Auch sollte die Nahrung immer gut gekaut werden. Obst und Gemüse können weiterhin Bestandteil der Ernährung sein, solange sie nicht viel Säure enthalten. Säurearmes Obst sind z.B.

  • Äpfel
  • Melonen
  • Bananen
  • Weintrauben

Verschiedene Gemüsearten sind ebenfalls kein Problem, wenn man unter einer Magenschleimhautentzündung leidet:

  • Grüner Salat
  • Zucchinis
  • Lauchgemüse
  • Erbsen
  • Möhren
  • Fenchel

Bei der Frage „Was darf man essen?“ spielen Kohlenhydrate eine wichtige Rolle. Zur Deckung des Bedarfs an Kohlenhydraten haben sich Kartoffeln und Reis als magenschonend herausgestellt. Dabei sollte man darauf achten, die Kartoffeln und den Reis weich zu kochen und dem Magen somit Arbeit beim Verdauen abzunehmen. Brot und Brötchen sind dagegen weniger zu empfehlen. Wenn man Backwaren zu sich nehmen will, sollte auf Vollwertigkeit geachtet werden. Weißbrot oder Toast ist dazu ungeeignet, vielmehr sind Mehr- oder Vollkornbrot erste Wahl. Als Frühstück haben sich bei Magenschleimhautentzündung vollwertige Haferflocken mit fettarmer Milch bewährt.

Was bei der Beantwortung der Frage „Was darf ich bei einer Magenschleimhautentzündung essen?“ nicht fehlen darf, ist Jogurt. Probiotischer Jogurt wirkt beruhigend auf die Schleimhaut des Magens und hilft, einen vor der Säure schützenden Film aufzubauen. Grundsätzlich sollte man auch darauf achten, die Nahrungsmittel so zuzubereiten, dass sie leichter zu verdauen sind. So kann man Obst und Gemüse vor dem Verzehr raspeln oder Kartoffeln zu Brei verarbeiten. Bei der Frage der richtigen Getränke ist stilles Wasser optimal. Daneben bieten sich auch säurearme Teesorten wie beispielsweise Kamille an. Es gibt auch Menschen, die zu Beginn einer akuten Magenschleimhautentzündung einige Tage auf feste Nahrung verzichten. Lassen die Beschwerden es jedoch zu, sind oben genannte Nahrungsmittel kein Problem.

Übergewicht ist grundsätzlich ein Risikofaktor für die Enstehung von Magenbeschwerden. Deshalb hilft auch oft eine Gewichtsreduktion durch gesunde und kalorienarme Ernähung, Magenproblemen vorzubeugen.

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Was sollte ich vermeiden?

Bei einer Magenschleimhautentzündung können der Krankheitsverlauf und die Beschwerden durch falsche Nahrungs- oder Genussmittel negativ beeinflusst werden. Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung oder Linderung einer Entzündung der Magenschleimhaut ist der Verzicht auf Nikotin, Alkohol und Kaffee.

Grundsätzlich sollte auf Nahrung mit hohem Fettgehalt oder hohem Säureanteil verzichtet werden. Diese fördern die Bildung von Magensäure und wirken entzündungsfördernd. Es sollte auf Fleisch und fleischhaltige Produkte während einer Magenschleimhautentzündung verzichtet werden, da sie mit am stärksten Magensäure fördernd wirken. Besonders geräucherte oder gepökelte Produkte wirken sich negativ auf eine Heilung der Entzündung aus. Auch Aufschnitt sollte durch einen anderen Belag ersetzt werden. Fettige Milchprodukte, wozu Sahne und Käse zählen, sind ebenso nicht zu empfehlen. Besonders Schimmelkäse oder Camembert sollte man vermeiden. Weitere Nahrung, die man im Falle einer Magenschleimhautentzündung vermeiden sollte, sind scharfe und sehr würzige Lebensmittel. Pfeffer, Tabasco oder Chilli, aber auch zu viel Salz zu verstärkten Beschwerden führen. Bei der Frage „Was sollte man vermeiden?“ sind natürlich auch jegliches Fast Food wie Hamburger, Pommes Frites oder Fertigprodukte aus der Tiefkühltruhe zu nennen. Sie enthalten zu viel Fett und den Magen reizende Inhaltsstoffe.

Auch bei Obst und Gemüse gibt es einige Einschränkungen, die man bei Magenschleimhautentzündung beachten muss. So sollte man Zitrusfrüchte für die Zeit der Entzündung vermeiden. Dazu zählen Zitronen, Orangen und Limetten. Beim Gemüse ist darauf zu achten, dass Gemüse, was zu Blähungen führen kann, vermieden wird. Dazu zählen u.a. Bohnen, Blumenkohl und Lauchgewächse. Durch die Gasentwicklung im Magen wird zusätzlich die Produktion von Magensäure stimuliert, was kontraproduktiv ist. Des Weiteren ist bei Magenschleimhautentzündung von Zwiebeln und Knoblauch abzuraten. Süßigkeiten wie Weingummi, aber auch Knabbereien wie Chips oder fettige Plätzchen, sollte man vermeiden. Es gibt daneben eine Reihe an Getränken, die einen schädlichen Einfluss auf die Magenschleimhaut haben können, vor allem, wenn diese schon beschädigt ist. Saure Fruchtsäfte sind gleichermaßen nicht zu empfehlen.

Somit sollte auf oben genannte Nahrungsmittel bei Magenschleimhautentzündung zumindest in der Akutphase verzichtet werden. Bei chronischer Entzündung der Magenschleimhaut ist eventuell eine langfristige Umstellung der Ernährung erforderlich.

Fettiges Essen bei einer Magenschleimhautentzündung

Bei der Ernährung bei Magenschleimhautentzündung ist fettiges Essen ein sich äußerst negativ auswirkender Faktor. Durch fettiges Essen wird die Produktion von Magensäure angeregt, was in der Entzündungsphase zu vermeiden ist. So verstärkt fettiges Essen meist die Beschwerden. Unter Essen mit hohem Fettgehalt sind besonders Fast Food und frittierte Produkte zu nennen. Dazu zählen z.B. Pommes Frites, Kroketten und Chips. Auch viele Fleischprodukte und fettiger Fisch können ein relativ fettiges Essen sein. Für die Zeit der Erkrankung sollte man daher auf den Verzehr dieser Lebensmittel verzichten.

Diverse Lebensmittel bei einer Magenschleimhautentzündung

Joghurt

Bei der Frage „Was darf ich bei einer Magenschleimhautentzündung essen?“ spielt Jogurt eine entscheidende Rolle. So sind fettarmer und probiotischer Naturjogurt bei Reizungen des Magens sogar teilweise zu empfehlen. Zum einen trägt Jogurt dazu bei, einen schützenden Film über die Magenschleimhaut zu legen und die Produktion der Salzsäure zu hemmen. Zum anderen macht man sich die probiotischen Eigenschaften von Jogurt zu Nutze, wenn es sich um eine bakterielle Magenschleimhautentzündung handelt. Der Erreger, Helicobacter pylori, kann durch den Verzehr von Jogurt im Wachstum gehemmt und so eine Heilung der chronischen, bakteriellen Magenschleimhautentzündung unterstützt werden. Allerdings sollte auf fettarme Produkte zurückgegriffen werden.

Eis

Bei vielen Betroffen stellt sich die Frage, ob während einer Magenschleimhautentzündung Eis gegessen werden kann. Dazu kann gesagt werden, dass bei akuter Magenschleimhautentzündung der Verzehr von Eis eher vermieden werden sollte. Zwar ist Eis weniger schädlich als bspw. Fette, dennoch regt es die Magensäureproduktion an und reizt durch die Kälte die Schleimhaut zusätzlich. Eine Linderung von Sodbrennen wird zwar symptomatisch beobachtet, die Ursache der Entzündung bekämpft Eis jedoch nicht.

Obst

Es gibt einige Obstsorten, die bei Magenschleimhautentzündung ohne Bedenken gegessen werden können, wohingegen anderes Obst in dieser Situation kontraproduktiv wäre. Gut geeignet sind Äpfel, Bananen, Melonen, Pfirsiche und Weintrauben. Diese Sorten enthalten eher wenig Säure und versorgen den Körper mit für das Immunsystem wichtigen Stoffen. Verzichten sollte man auf Obst wie Avocado und insbesondere Zitrusfrüchte. Zitronen oder Orangen enthalten viel Säure und führen somit zu einer Mehrbelastung der schon gereizten Magenschleimhaut. Außerdem muss darauf geachtet werden, im Rahmen einer Magenschleimhautentzündung kein unreifes Obst zu verzehren.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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