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Magenkrämpfe nach dem Essen

Definition

Als Magenschmerzen bezeichnet man in der Regel Schmerzen, die links bis mittig im Oberbauch auftreten. Die Schmerzen werden zwar in der Magengegend empfunden, doch nicht immer entstehen Magenschmerzen auch hier.

Magenschmerzen können beispielsweise auch vom Darm, der Bauchspeicheldrüse, der Leber oder sogar vom Herzen ausgehen. Treten die Beschwerden jedoch unmittelbar nach dem Essen auf, so ist eine Ursache im Magen wahrscheinlich. Magenschmerzen sind von drückendem, stechendem oder brennendem Charakter. Treten starke Magenschmerzen plötzlich und mehrmals in kurzer Zeit hintereinander auf, spricht man von Magenkrämpfen. Magenkrämpfe nach dem Essen können auch mit weiteren Beschwerden wie Aufstoßen und Sodbrennen, Völlegefühl, Durchfall und Übelkeit vergesellschaftet sein.

Ursache

Magenkrämpfe nach dem Essen können ihre Ursache in der Ernährungsweise und in Lebensgewohnheiten des Betroffenen, aber auch in Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes haben. Häufig ist bereits die Nahrung selbst der Auslöser für Magenkrämpfe nach dem Essen. Einige Lebensmittel reizen die Magenschleimhaut, was zu einer gesteigerten Produktion von Magensäure führt. Der Magen bildet neben der Magensäure auch einen Schleim, der die Magenschleimhaut überzieht und diese somit normalerweise vor der Magensäure schützt. Ist die Produktion von Magensäure gesteigert, kommt es zu einem Überwiegen von Magensäure gegenüber dem magenschützenden Schleim. Die Magenschleimhaut ist somit anfälliger und wird von der Magensäure angegriffen. Dies kann sich in Beschwerden, wie Magenkrämpfe nach dem Essen, äußern.

Lebensmittel, welche die Magenschleimhaut reizen und so zu einer gesteigerten Produktion von Magensäure führen, sind zum Beispiel fettiges und scharfes Essen. Ebenfalls fördern Alkohol, Kaffee und Nikotin die Produktion von Magensäure. Cola und andere Softgetränke, sowie Zitrusfrüchte sind selbst sauer und reizen deshalb auch die Schleimhaut des Magens.

Diese Lebensmittel können also zu Magenkrämpfen oder Bauchschmerzen führen.

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Kohl und Bohnen, sowie kohlensäurehaltige Getränke blähen den Magen. Die Magenwand wird dadurch gedehnt, was ebenfalls zu einer gesteigerten Magensäureproduktion führt und wiederum die Schleimhaut schädigen kann. Besonders reichhaltige und fettige Nahrung begünstigt ein Zurücklaufen von Magensäure in die Speiseröhre und kann daher häufig der Grund für Sodbrennen sein.

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Oftmals ist aber auch einfach die Art und Weise wie Nahrung zugeführt wird der Auslöser für das Entstehen von Magenkrämpfen nach dem Essen. So werden beispielsweise im stressigen Berufsleben hektisch große Mengen an Nahrung zugeführt oder gar tagsüber komplett auf Nahrung verzichtet und abends große Portionen verzehrt. All dies belastet den Magen und führt zu Beschwerden. Magenkrämpfe, welche gelegentlich nach dem Essen auftreten oder einer bestimmten Mahlzeit, die vielleicht sehr fettig, reichhaltig und schwer verdaulich war, zugeordnet werden können, sind meist harmlos und verschwinden in der Regel von alleine.

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Grundsätzlich gilt aber, dass sehr heftige Magenkrämpfe, welche über mehrere Tage lang immer wieder auftreten, vom Arzt abgeklärt werden sollten. Außerdem ist es ratsam den Arzt aufzusuchen, wenn neben den Magenkrämpfen nach dem Essen weitere Beschwerden wie Erbrechen, Blutbeimengungen im Stuhl oder Fieber auftreten. Denn neben den genannten Ursachen können auch Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes Grund für Magenkrämpfe nach dem Essen sein. Hierzu zählen eine Magenschleimhautentzündung, ein Magengeschwür, Magenkrebs, das Reizmagensyndrom, Infektionen des Magen-Darm-Traktes, sowie eine Lebensmittelvergiftung. Mögliche weitere Gründe für Magenkrämpfe nach dem Essen sind außerdem Nahrungsmittelunverträglichkeiten (wie beispielsweise die sogenannte Laktoseintoleranz, bei der kein Milchzucker vertragen wird) oder Allergien gegen bestimmte Nahrungsbestandteile (wie beispielsweise die sogenannte Zöliakie, bei der ein Bestandteil im Getreide nicht vertragen wird).

Diagnose

Klagt ein Patient über Magenkrämpfe nach dem Essen wird zunächst erfragt wo genau die Schmerzen lokalisiert sind, in welchem zeitlichen Abstand die Magenkrämpfe nach dem Essen auftreten und nach welchen Mahlzeiten sie auftreten. Es wird außerdem gefragt, ob der Betroffene neben den Magenkrämpfen nach dem Essen unter weiteren Beschwerden, wie Erbrechen, Blutbeimengungen im Stuhl, Fieber oder Gewichtsabnahme leidet. Zusätzlich kann der Arzt den Bauch des Betroffenen abtasten und eine Blutuntersuchung durchführen. Finden sich Hinweise auf eine Erkrankung des Magen-Darm-Traktes, werden noch weitere Untersuchungsverfahren, wie zum Beispiel eine Magenspiegelung, angewendet.

Therapie

Die Behandlung der Magenkrämpfe nach dem Essen richtet sich nach der Ursache der Beschwerden. Grundsätzlich kommen medikamentöse, operative und konservative Maßnahmen in Betracht. Medikamente, die zur Linderung von Beschwerden nach dem Essen angewendet werden, haben krampflösende (sogenannte Spasmolytika), schmerzlindernde (sogenannte Analgetika), und säurehemmende (sogenannte Antazida) Wirkung.
Auch Antibiotika können zum Beispiel zur Behandlung einer Magenschleimhautentzündung, eines Magengeschwürs und einer Infektion des Magen-Darm-Traktes notwendig werden.
Eine operative Behandlung ist die Methode der Wahl bei Patienten mit Magenkrebs und auch bei Patienten mit einem Magengeschwür manchmal erforderlich.
Für harmlose Magenkrämpfe nach fettigem und reichhaltigem Essen, stehen eine Reihe von konservativen Maßnahmen zur Verfügung.
Hierzu zählen:

  • Kräutertees (Kräuter haben beruhigende, entzündungshemmende und krampflösende Wirkung)
  • Leinsamen (Leinsamen enthalten Schleimstoffe, die sich auf die Magenschleimhaut legen und vor Magensäure schützen)
  • Ingwer (Ingwer enthält einen Wirkstoff, welcher Säuren absorbiert)
  • Kümmelöl (Kümmelöl hat eine beruhigende und krampflösende Wirkung und regt außerdem die Verdauung an)
    und
  • Honig (Honig enthält Substanzen, welche die Regeneration der Magenschleimhaut unterstützen).

Auch die Verwendung von Wärmekissen kann durch eine Steigerung der Durchblutung des Magens die Magenkrämpfe lindern. Entspannungsübungen wirken sich ebenfalls positiv aus. Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien gegen bestimmte Nahrungsmittel besteht die Therapie aus einer Diät, bei welcher auf das nicht vertragene Nahrungsmittel verzichtet wird.

Prophylaxe

Magenkrämpfen, welche durch Ernährung und Lebensstil hervorgerufen werden, kann vorgebeugt werden, indem fettiges und scharfes Essen vermieden wird. Außerdem sollte auf die Menge der zugeführten Nahrung geachtet und besonders kurz vor dem Schlafen nicht mehr gegessen werden. Menschen, die zu Magenkrämpfen nach dem Essen neigen, sollten die Aufnahme von Zitrusfrüchten reduzieren. Auch sollte auf blähende Lebensmittel wie Kohl und Bohnen verzichtet werden, um Magenkrämpfen nach dem Essen vorzubeugen. Desweiteren sollten Alkohol, Nikotin und Stress vermieden werden.

Prognose

Die Prognose ist stark abhängig von der Ursache der Magenkrämpfe nach dem Essen. Magenkrämpfe, die gelegentlich nach fettigem und schwer verdaulichem Essen auftreten, sind in der Regel harmlos.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.01.2019
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