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Ernährung bei Verdauungsstörung

Speiseröhre

Die Muskelspannung im Bereich der Speiseröhre zum Mageneingang hin verhindert ein Zurückfließen (Reflux) des Mageninhaltes. Ein minimales Zurückfließen von Nahrung besonders nach der Nahrungsaufnahme ist normal. Die Häufigkeit , das Ausmaß eines Refluxes sowie die Muskelspannung im unteren Teil der Speiseröhre sind abhängig von der Zusammensetzung, dem Ph-Wert und der Temperatur der Nahrung. Aufgrund von hormoneller Steuerung senkt Fett die Muskelspannung am unteren Ende der Speiseröhre, während eiweißreiche Kost sie steigert. Kohlenhydrate haben wenig Einfluss auf die Spannung des Schließmuskels. Gesenkt wird die Spannung auch nachweislich durch Alkohol und Nikotin.

Ernährung bei Entzündungen der Speiseröhre und Sodbrennen

Ein, über das normale Maß hinaus gehender Rückfluss von Mageninhalt vermengt mit Salzsäure und Pepsin (Pepsin: eiweißspaltendes Verdauungsenzym) schädigt die Speiseröhre und verursacht je nach Dauer und Einwirkung die verschiedenen Stadien einer Speiseröhrenentzündung. Es entstehen Brennen und Schmerzen hinter dem Brustbein (Sodbrennen) die unter Umständen bis zum Hals ausstrahlen können. Nach Alkoholgenuss kommt es häufig zu einem Rückfluss von Mageninhalt, Auch Schokolade und Kaffee können den Rückfluss begünstigen, genauso wie mit reichlich Zucker gesüßte Getränke (zum Beispiel Limonaden, Colagetränke). Ausgeprägter Fettansatz im Bauchbereich erhöht bei Rückenlage den Druck im Bauch und begünstigt den Rückfluss von Mageninhalt. Die gleiche Wirkung erzeugen üppige Mahlzeiten und Alkoholgenuss in den Abendstunden.

Zusammenfassung

Ernährungsempfehlungen bei Entzündungen der Speiseröhre:

Bei bestehendem Übergewicht ist eine Gewichtsreduktion anzustreben.

Lebensmittel und Genussmittel welche die Spannung im Bereich des Verschlussmuskels zum Magen hin reduzieren sind zu meiden. Es sind dies in erster Linie: Alkohol (besonders abends), Kaffee, Tee, Kakao, Schokolade, fettreiche Lebensmittel und stark zuckerhaltige Getränke.

Umstellung auf mehrere kleine, eiweißreiche aber fett- und zuckerarme Mahlzeiten.

Abends nur kleine Mahlzeiten und Alkohol meiden.


Speiseröhrenkrebs

In den westlichen Industrieländern macht der Anteil an Speiseröhrenkrebs nur 7% aller bösartigen Tumore aus. In asiatischen Ländern liegt dieser Anteil bei 70%. Als Ursache hierfür wird ein Mangel an bestimmten Vitaminen diskutiert und die Reizung der Schleimhaut durch extrem heiße Speisen. Die Schleimhaut kann auch durch den Verzehr sehr fester Nahrungsbestandteile wie zum Beispiel Hirseschalen verletzt und gereizt werden. In den westlichen Industrieländern ist der chronische Alkoholmissbrauch der entscheidende Risikofaktor. Der krebsauslösende Effekt wird durch Zigarettenrauch erheblich gesteigert. Die negativen Auswirkungen von Alkohol und Zigaretten können durch den Verzehr von reichlich Obst und Gemüse erheblich verringert werden. Dadurch erreicht man eine bessere Versorgung mit den so genannten antioxydativen Vitaminen (A, C, E ). Ihnen wird eine zellschützende Wirkung zugeschrieben.

Zusammenfassung

Vorbeugende, ernährungstherapeutische Maßnahmen:

Chronischen Alkohol und Zigarettenmissbrauch vermeiden. Durch den Verzehr von reichlich Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Pflanzenölen wird eine optimale Versorgung mit Antioxydantien (Vitamin C, E und Carotinoiden= Vorstufe von Vitamin A) angestrebt. Wir richten uns hierbei nach den Empfehlungen der Ernährungspyramide und der Vorgabe „ 5 am Tag“ (täglich 5 Portionen Obst und Gemüse). Dies entspricht den allgemeinen Vorgaben für eine gesunde Ernährung. Außerdem wird empfohlen häufig wiederkehrende Reizungen oder Verletzungen der Speiseröhrenschleimhaut zu meiden. Hiermit ist der Verzehr von sehr heißen, scharfen oder sehr harten, schlecht gekauten Lebensmitteln gemeint.

Schluckbeschwerden bei Funktionsstörungen der Speiseröhre

Diese Beschwerden entstehen oft als Folge von entzündlichen Veränderungen (Rückfluss von Magensaft) und damit verbundenen Verengungen der Speiseröhre. Verengungen treten auch beim Speiseröhrenkrebs auf oder sind bedingt durch eine erhöhte Spannung der Muskulatur im Bereich des Überganges zum Magen. Es kommt zu Schluckbeschwerden und im weiteren Verlauf zum Herauswürgen von Speisebrei. Daraus entwickelt sich letztlich eine hochgradige Mangelernährung. Manche Patienten leiden, meist in größeren Zeitabständen, an einem schmerzhaften Krampf der Speiseröhre. Nicht selten sind sehr kalte Getränke der Auslöser für diese Krämpfe.

Zusammenfassung

Bei Schluckbeschwerden infolge von Verengungen der Speiseröhre wird empfohlen alle Speisen gut zu kauen und das Schlucken größerer Stücke (wie Fleischstücke) zu vermeiden. Weiche Nahrung bevorzugen, nur kleine Portionen schlucken und sehr kalte Getränke grundsätzlich meiden.

Ernährung bei Erkrankung des Magens

Der Ernährungstherapie zugänglich sind in erster Linie folgende Erkrankungen des Magens:

Magenschleimhautentzündung

Unterschieden werden die akute und die chronische Gastritis.

Bei der akuten Gastritis kommt es zu einer Entzündung der Schleimhaut ohne, dass deren Funktion (Magensaftproduktion) beeinträchtigt wird. Auslösende Ursachen sind Ernährungsfehler wie Alkoholmissbrauch, zu kalte oder heiße Speisen, bestimmte Medikamente oder Bakterien und deren Gifte aus verdorbenen Lebensmitteln. Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen sind die Folge. Nach Weglassen des Auslösers kommt es rasch zum Schwinden der Beschwerden.

Bei der chronischen Gastritis geht die Entzündung der Magenschleimhaut in eine chronische Form über, die Schleimhaut wird geschädigt oder wird im Laufe der Zeit zerstört. Funktionsstörungen des Magens sind die Folge weil schließlich die Säureproduktion zum Erliegen kommt (Anazidität oder Achlorhydrie). Manchmal kommt es auch zum Erlöschen der Produktion des so genannten „Intrinsic faktors“. Dieses Enzym verbindet sich normalerweise mit Vitamin B12 aus der Nahrung und nur so kann Vitamin B12 aufgenommen werden. Fehlt der „ Intrinsic Faktor“ als Folge der Schleimhautzerstörung im Magen kann dieses Vitamin nicht mehr aufgenommen werden. Es kommt dann zu einer speziellen, schweren Form der Blutarmmut (perniziöse Anämie) weil ohne Vitamin B12 die Blutbildung beeinträchtigt wird..

Die chronische Gastritis ist ein sehr häufiges Krankheitsbild, deren Ursachen und Beschwerden sich als sehr individuell und unterschiedlich zeigen. Von großer Bedeutung für ihre Entstehung ist das Einwirken von Giften wie Alkohol über längere Zeit und die Besiedelung des Magens mit dem Bakterium Heliobacter pylori. Dieses Bakterium wird vor allem mit verseuchtem Trinkwasser aufgenommen. In 90 % aller Fälle ist dieses Bakterium für die Entstehung einer chronischen Gastritis (Typ B) verantwortlich und führt oft auch zu Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren. Die Gastritis vom Typ A kommt zustande weil sich Immunzellen des Körpers gegen Schleimhautzellen des Magens richten und sie letztendlich zerstören. Man spricht hier von einer Autoimmunerkrankung.

Zusammenfassung

Empfehlungen zur Ernährung bei akuter und chronischer Magenschleimhautentzündung

Die ernährungstherapeutischen Maßnahmen bei akuter und chronischer Gastritis sind in erster Linie das Weglassen der auslösenden Lebensmittel. Dies kann individuell sehr unterschiedlich sein und muss bei den Ernährungsempfehlungen berücksichtigt Kaffee wird in diesem Zusammenhang am häufigsten schlecht vertragen. Im Allgemeinen gelten die Prinzipien der „Leichten Vollkost“.

Leichte Vollkost

Prinzip der Diät

Orientiert sich an der vollwertigen Ernährung auf Grundlage der Ernährungspyramide.

  • Soll vollwertig, ausgewogen und leicht verträglich sein.
  • Grundsätzlich sind alle Lebensmittel erlaubt die individuell vertragen werden
  • Es werden 5 Mahlzeiten pro Tag empfohlen (Drei Hauptmahlzeiten und zwei kleine Zwischenmahlzeiten)
  • Nahrungsmittel die erfahrungsgemäß schlecht vertragen werden sollen berücksichtigt und gegebenenfalls weggelassen werden.

Lebensmittel die am häufigsten Unverträglichkeiten verursachen:

Hülsenfrüchte, Gurkensalat, die meisten Kohlsorten, frittierte und mit Fett durchzogene Speisen, Paprika, Zwiebeln, fette Backwaren, Kartoffelsalat, zu heiße und zu stark gewürzte Speisen, zu kalte Speisen und Getränke, Kaffee, Alkohol, kohlensäurehaltige Getränke.

Es wird immer empfohlen langsam zu essen und gut zu kauen!

Geschwüre des Magens und des Dünndarms

Bis etwa Mitte der 60er Jahre wurde weltweit versucht, Geschwüre des Magens und des Zwölffingerdarmes mit speziellen Kostformen zu behandeln. Sinn und Zweck dieser, oft extrem einseitigen Diäten war es, den Magen ruhig zu stellen und damit die Abheilung der Geschwüre zu fördern. Alle diese Kostformen wie zum Beispiel Schleimsuppendiät, Milchdiät oder passierte Kost haben sich mittlerweile als bedeutungslos herausgestellt und haben auf den Heilungsverlauf keinen Einfluss. Man empfiehlt heute den Patienten mit Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren eine vollwertige, ausgewogene Ernährung basierend auf der, im Kapitel „ Magenschleimhautentzündung“ beschriebenen leichten Vollkost. Auftretende Unverträglichkeiten sind individuell sehr verschieden und sollen im täglichen Speiseplan berücksichtigt werden. In letzter Zeit gibt es Hinweise darauf, dass ein erhöhter Ballaststoffgehalt der Nahrung zwar nicht die Abheilung eines Geschwürs fördert, aber das erneute Auftreten unwahrscheinlicher macht. Scharfe Gewürze wie Knoblauch, Meerrettich, Paprika und Senf steigern die Säureproduktion im Magen und sind deshalb bei frischen Geschwüren möglichst zu meiden. Auch Alkoholgenuss regt die Magensäure an, wobei hier keine Auswirkung auf das Auftreten oder die Abheilung von Geschwüren beobachtet werden konnte Dagegen fördert hoher Kaffeegenuss das Auftreten von Geschwüren.

Zusammenfassung

Empfehlungen zur Ernährung bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren:

  • Die Ernährung soll vollwertig und ausgewogen sein. Lediglich Lebensmittel und Getränke meiden, die Beschwerden auslösen und verstärken.
  • Individuelle Unverträglichkeiten beachten. Als Basis gilt die leichte Vollkost.
  • Scharf gewürzte Speisen bei frisch aufgetretenen Geschwüren meiden und auf hohen Kaffeegenuss verzichten.
  • Die tägliche Ernährung sollte reich an Ballaststoffen sein. Deshalb Vollkornprodukte bevorzugen und reichlich Kartoffeln, frisches Obst und Gemüse verzehren.

Zustand nach Magenoperationen

Nach Magenoperationen sind die Funktionsabläufe im Bereich des Magens und des anschließenden Zwölffingerdarmes erheblich gestört. Hierbei kommt dem Wegfall der Speicherfunktion des Magens eine entscheidende Bedeutung zu. Die Abgabe von kleinen Portionen Speisebrei (je nach Zusammensetzung in unterschiedlichen Zeitabständen) ist nicht mehr oder nur unvollständig möglich. So kommt es zu unkontrolliertem Übertritt von Speisebrei in den Dünndarm und damit zu einer vermehrten Dehnung der Darmwand. Dazu kommt ein vermehrter Flüssigkeitseinstrom. Dies alles kann einen Beschwerdekomplex auslösen den man als „ Dumpingsyndrom“ bezeichnet. Die Bezeichnung kommt von dem englischen Wort to dump, stürzen. Diese Beschwerden können als Früh-Dumping oder postalimentäres Frühdumping kurz nach der Nahrungsaufnahme oder als Spät-Dumping oder postalimentäres Spätdumping ein bis zwei Stunden nach der Nahrungsaufnahme auftreten. Die Patienten klagen über Schwäche, Schwindelgefühl, Schweißausbrüche und Druckgefühl im Oberbauch.

Eine weitere Problematik nach Magenoperationen besteht in der mangelnden Ausnutzung der Nahrung. Der ungewöhnlich schnelle Übertritt großer Mengen an Speisebrei und die schnelle Passage durch den oberen Dünndarm hat eine verminderte Stimulation der Bauchspeicheldrüse zur Folge. Es werden weniger Verdauungsenzyme bebildet und durch die schnelle Passage wird eine ausreichende Durchmischung des Speisebreies mit Verdauungsenzymen aus der Bauchspeicheldrüse und Gallenflüssigkeit verhindert. Dies führt zu einer mangelnden Versorgung mit Energie und einem Mangel an Vitamin D und Calcium. Infolge der mangelnden Fettverdauung kommt es in manchen Fällen zu einem Ausscheiden von Fett mit dem Stuhl (Fettstühle = Steatorrhö) und einer weiter eingeschränkten Versorgung mit Energie und fettlöslichen Vitaminen.

Postvagotomiesyndrom

Bei der Vagotomie wird der Vagusnerv durchtrennt um die Magensäureproduktion einzuschränken. Man will damit die weitere Entstehung von Geschwüren entgegenwirken. Es wird nur der Nervenast durchtrennt der zum Magen führt und so bleibt die nervale Versorgung von Bauchspeicheldrüse, Gallenblase und Dünndarm erhalten. Auch die Fähigkeit des Magens Speisebrei in kleinen Portionen an den Dünndarm abzugeben wird nicht gestört. Trotz des schonenden Vorgehens entwickeln viele Patienten In der ersten Zeit nach der Operation Beschwerden. Man spricht vom so genannten Postvagotomie-Syndrom (nach Vagotomie auftretende Beschwerden). Es sind dies in erster Linie Durchfall, Gewichtsabnahme, Kreislaufbeschwerden und häufig ist die Fettverdauung gestört, was zu Fettstühlen (Steatorrhö) führt. Diese Syptome bilden sich in der Mehrzahl der Fälle nach einigen Monaten zurück. Es empfiehlt sich die tägliche Ernährung nach dem Prinzip der leichten Vollkost zu gestalten. Sollte die Steatorrhö ausgeprägt sein und lange anhalten kann das übliche Nahrungsfett teilweise durch MCT-Fette ersetzt werden. Es sind dies Fette die hauptsächlich aus mittelkettigen Triglyzeriden bestehen. Diese werden im Verdauungstrakt leichter aufgenommen. Die Fettstühle werden reduziert und der Energiebedarf wird gesichert. MCT- Fette erhält man als Margarine oder Öl im Reformhaus (Handelsname „Ceres“).

Praktische Hinweise zum Gebrauch von MCT- Fetten

Zunächst muss berücksichtigt werden, dass der Energiegehalt der MCT-Fette etwas geringer ist als bei den üblichen Fetten und Ölen. 100 g MCT- Margarine liefern ungefähr 100 kcal weniger als herkömmliche Margarine. Der Austausch beider Fette muss langsam erfolgen, da beim lötzlichen Verzehr von MCT-Fetten in großer Menge Nebenwirkungen auftreten können. Es sind dies Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen.

Dosierung:

Beginn mit 10 bis 20 g pro Tag. Langsam steigern auf 50 bis 70 g MCT-Margarine und 20 – 30 g MCT-Öl. Auch größere Mengen werden im Bedarfsfall beschwerdefrei toleriert, wenn eine gleichmäßige Verteilung über den Tag erfolgt. Im Rahmen dieses Ernährung fettreiche Lebensmittel meiden wie fettes Fleisch und Wurst, fette Käsesorten, Sahne, fettreiche Fertiggerichte und Süßspeisen. Streich – und Kochfette durch MCT ersetzen. Der Gehalt an lebenswichtigen Fettsäuren ist bei MCT-Fetten wesentlich geringer als bei herkömmlichen Pflanzenfetten. Deshalb muss bei langerfristigen Einsatz von MCT die zusätzliche Gabe eines linolsäurereichen Öles erfolgen ( Rapsöl, Olivenöl, Sonnenblumenöl).

Fettlösliche Vitamin werden bei Gabe von MCT ausreichend aufgenommen.

Im täglichen Gebrauch sollte MCT-Margarine als Streich fett Verwendung finden oder nach dem Garen den noch warmen Speisen zugesetzt werden. Sie eignet sich nicht zum Erhitzen und ist zum Braten, Schmoren oder Grillen ungeeignet. MCT-Öl kann nicht so hoch erhitzt werden wie die üblichen Öle. Bei Temperaturen von mehr als 130 Grad kommt es zur Qualmentwicklung. Langes Warmhalten oder Aufwärmen von Speisen mit MCT möglichst vermeiden weil sich hierdurch ein bitterer Nachgeschmack entwickeln kann.

Zusammenfassung

Falls nach Vagotomie Beschwerden auftreten empfiehlt sich die leichte Vollkost. Es sind keine weiteren diätetischen Maßnahmen erforderlich. Bei hoher Fettauscheidung mit dem Stuhl (Steatorrhö, Fettstühle) kann man einen Teil des Nahrungsfettes durch MCT-Fette ersetzen.

Früh- und Spätdumpingsyndrom

Beschwerden direkt nach Nahrungsaufnahme oder verzögert nach ein bis zwei Stunden. Als Ursache für das Frühdumping wird eine Dehnung des oberen Dünndarms durch den in großer Menge plötzlich eintretenden Speisebrei angenommen. Dieser Speisebrei kann hohe Konzentrationen von bestimmten Nährstoffen enthalten und zum Zwecke des Ausgleiches zwischen den Konzentrationen kommt es zum Einstrom von Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in den Dünndarm. Die Dehnung der Darmwand wird noch verstärkt (Druckgefühl im Oberbauch), dem Blut wird Wasser entzogen das heißt der Blutdruck fällt ab (Schwindel, Schweißausbruch, Schwäche).

Dieser Beschwerdekomplex entsteht in erster Linie nach der Aufnahme von leicht verdaulichen Kohlenhydraten, insbesondere Zucker aller Art. Die Ursache des wesentlich später auftretenden Spätdumpings ist ein Abfall der Blutzuckerkonzentration. Hier kommt es nach dem schnellen Übertritt von, mit viel Zucker versetztem Speisebrei zu einer abnorm schnellen Aufnahme des Zuckers in die Blutbahn. Der Blutzuckerspiegel steigt schnell über die Norm an und es wird Insulin (Hormon welches den Blutzucker senkt) in größeren Mengen in die Blutbahn abgegeben. Da aber der Zustrom von Zucker aus dem Darm schnell zum Erliegen kommt ist zu viel Insulin im Blut . Der Blutzuckerspiegel sinkt unter die Norm und der Beschwerdekomplex einer Unterzuckerung kommt zum Tragen. Der Patient klagt zum Beispiel über Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen und Schweißausbrüche.

Bei den meisten Patienten treten sowohl Früh- als auch Spätdumping vor allem zeitnah nach den Operationen auf. Die meisten Patienten werden innerhalb unterschiedlicher Zeitabschnitte beschwerdefrei.

Zusammenfassung

Ernährungsempfehlungen bei Früh- und Spätdumpingsyndrom:

Schnell verdauliche, wasserlösliche Kohlenhydrate, in erster Linie Zucker aller Art (auch Honig) meiden oder nach individueller Verträglichkeit nur in kleinen Mengen verzehren.

Vollkornprodukte aus Getreide bevorzugen, Obst und Gemüse je nach Verträglichkeit jeden Tag einplanen. Die Zugabe von Ballaststoffen wie Guar (zum Beispiel Guar- Minitabletten) oder Pektin (5g zu den Mahlzeiten) wird das schnelle Aufschließen der Kohlenhydrate (aus allen anderen Lebensmitteln wie zum Beispiel Brot oder Obst) verlangsamt und die Beschwerden nach Nahrungsaufnahme können damit verringert werden. In seltenen Fällen kann eine Nahrungsaufnahme im Liegen bestehende Beschwerden lindern. Es wird der schnelle Übertritt des Speisebreies in den Magen verzögert.

Tagesbeispiel eines Speiseplanes bei Dumpingsyndrom

Frühstück

  • Tee oder Kaffee
  • 1 Vollkornbrötchen mit 5 g Butter oder Margarine, 40 g Speisequark ( 20% Fett i.Tr.), 50 g frische Banane in Scheiben

1. Zwischenmahlzeit

  • Müsli aus 30 g Vollkornhaferflocken, 100 klein geschnittenen Apfel, 100 g Vollmilch
  • Nach Bedarf mit etwas flüssigem Süßstoff abschmecken.

2. Zwischenmahlzeit

  • Tee, 1 Scheibe Roggenvollkornbrot ( 50 g), 5 g Margarine oder Butter, 50 g Tomate, 20 g Butterkäse ( 45 % Fett i. Tr.)

Mittagessen

  • 80 g Rinderfilet in 5 g Sonnenblumenöl kurz gebraten, 150 g Kartoffeln, 150 g Bohnengemüse
  • Nachtisch: Frisches Obst nach saisonaler Verfügbarkeit

3. Zwischenmahlzeit

  • Tee, 50 g Pumpernickel, 1 g Butter oder Margarine, 50 g Radieschen

4. Zwischenmahlzeit

  • Obstquark aus 125 g Quark ( Magerstufe)und 100 g frischen Obst. Nach Bedarf mit etwas flüssigem Süßstoff abschmecken.

Abendessen

  • Tee, 60 g Roggenmischbrot, 40 g gekochter Schinken, 150 g Salat aus Rote Bete

Spätmahlzeit

  • 125 ml Gemüsesaft, 50 g Grahambrot, 20g Frischkäse

Merke:

Diese Tagesbeispiel enthält durchschnittlich: 2200 kcal, 80 g Eiweiß, 82 g Fett, 265 g Kohlenhydrate, 35 g Ballaststoffe. Nährstoffrelation: 15 % Eiweiß, 35 % Fett, 50% Kohlenhydrate. Auf eine ausreichende Trinkmenge (1,5 bis 2,0l täglich) muss geachtet werden. Es sind ausschließlich Getränke ohne Zucker einzusetzen und in kleinen Portionen über den Tag verteilt zu trinken.

Magenkrebs (Magenkarzinom)

In den Jahren hat die Häufigkeit von Magenkrebs kontinuierlich abgenommen. Als Ursachen für diesen positiven Trend werden unter anderem auch verschiedene Ernährungsfaktoren diskutiert. Hier zum Beispiel die bessere Lebensmittelkonservierung (Konserven, Tiefkühlkost) und der Rückgang des Verzehrs von gesalzenem, gepökeltem und geräuchertem Fleisch und Fisch. Dadurch wird die Aufnahme von krebserregenden Teerbestandteilen reduziert. Mangelhafte Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene können bereits in der Jugend zur Aufnahme des Bakteriums Heliobacter pylori führen. Dieser Keim besiedelt die Magenschleimhaut und kann zusammen mit anderen Faktoren (zum Beispiel ein dauerhafter hoher Kochsalzgehalt der Nahrung) zu einer chronischen Gastritis und zum Erliegen der Magensaftproduktion führen. Dadurch wird der normalerweise weitgehend sterile Magen bakteriell besiedelt. Diese Bakterien wandeln das, mit der Nahrung aufgenommene Nitrat in Nitrit um, dieses verbindet sich mit eiweißhaltigen Stoffen im Magen und es können Nitrosamine entstehen die als krebserregend gelten. Dieser Prozess wird durch Vitamin E und C gehemmt. Die heute ausreichende Versorgung mit Vitamin C (auch in den Wintermonaten) scheint zur Abnahme der Häufigkeit von Magenkrebs beizutragen. Es gibt eindeutige Befunde, dass die Aufnahme von alkoholischen Getränken das Magenkrebsrisiko steigern kann.

Zusammenfassung

Magenkrebs: Vorbeugen durch die richtige Ernährung

Optimale Versorgung mit den Vitaminen C und E durch hohen Gemüse- und Obstverzehr. (5 Portionen Obst und Gemüse täglich) und die Verwendung von hochwertigen Pflanzenölen ( zum Beispiel: Rapsöl, Olivenöl, Sonnenblumenöl, Distelöl usw.).

Reduktion des Verzehr von stark gesalzenen, gepökelten und geräucherten Lebensmitteln wie Speck, Schinken, Kassler, Pökelfleisch, Räucherfisch. Alkoholkonsum einschränken oder alkoholische Getränke ganz meiden.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 24.04.2018
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