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Erbrechen durch Alkohol

Einleitung

Erbrechen nach dem Konsum größerer Mengen Alkohol ist als Abwehrfunktion des Körpers im Rahmen einer Alkoholvergiftung zu verstehen, genauer gesagt stellt Erbrechen gewissermaßen einen Schutzreflex gegen das Körpergift Ethanol dar.

Meist kommt es ab einem Blutalkoholwert von 2- 2,5 Promille zu dieser Erscheinung. Dabei wird nach Überschreiten der individuellen Übelkeitsschwelle in der Regel der Alkohol erbrochen, der sich gerade noch im Magen befindet. Für den Betroffenen stellt sich daraufhin meist ein subjektives Gefühl der Besserung ein, allerdings ist der Alkohol bereits resorbiert worden und das Erbrechen ändert nichts am Blutalkoholwert.

In solchen Fällen ist es wichtig, die Person nach dem Erbrechen weiterhin zu überwachen und gegebenenfalls in die stabile Seitenlage zu bringen, da andere Schutzreflexe in diesem Stadium bereits aussetzen können und Erbrochenes somit in die Lunge gelangen kann. In der Fachsprache wird dies als Aspiration bezeichnet. Im schlimmsten Fall kann dies zum Ersticken führen. Außerdem sollte im Idealfall auf ausreichende Hydrierung der Person geachtet werden, am Besten durch das Trinken von Wasser.

Promille

Das Erbrechen bei Alkoholkonsum ist Ausdruck einer beginnenden Alkoholvergiftung. In einem ersten Stadium wirkt der Alkohol zunächst enthemmend und steigert die Redseligkeit. Gleichzeitig treten aber schon motorische Ausfälle, wie zum Beispiel ein gestörtes Gleichgewicht, eine verlängerte Reaktionszeit oder eine undeutliche Sprache, auf.

Ab einer Blutalkoholkonzentration von 2,0 bis 2,5 Promille beginnt das sogenannte hypnotische Stadium. In diesem verschlimmern sich die bereits bestehenden motorischen Defizite und als Ausdruck der fortgeschrittenen Alkoholvergiftung tritt nun auch Erbrechen auf. Der Körper löst das Erbrechen bei Alkoholkonsum als Schutzreflex gegen das schädliche Ethanol aus, um den Körper nicht weiter zu belasten und den Giftstoff los zu werden.

Die Auswirkungen von Alkohol auf den Körper schwanken aber individuell und hängen von der Körperstatur und- gewicht, genetischen Prädisposition und der Gewöhnung ab.

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begleitende Symptome

Tritt Erbrechen nach dem Konsum von Alkohol auf, ist von einer mittelgradigen Alkoholvergiftung auszugehen, welche in der Regel mit einer Reihe weiterer Symptome einhergeht. Neben Verhaltensauffälligkeiten wie Enthemmung oder Aggressivität treten auch kognitive Störungen, wie Sprachstörungen oder ein gestörtes Urteilsvermögen, auf. Betroffene können sich meist nicht mehr adäquat artikulieren und haben eine lallende oder verwaschene Sprache. Auch die Orientierung und Koordination ist gestört, was meist durch eine Gangunfähigkeit auffällt. Gegebenenfalls können auch Halluzinationen und optische Wahrnehmungsstörungen auftreten.

Was kann ich tun?

Wenn Erbrechen bei Alkoholkonsum auftritt muss der Allgemeinzustand des Betroffenen gut eingeschätzt werden. Häufig erfolgt ein einmaliges Erbrechen und der Mageninhalt entleert sich vollständig. Danach sollte der Betroffene auf ein nichtalkoholisches Getränk (Wasser) umsteigen und nach Hause gehen.

Wichtig ist es zu erkennen, wenn die betroffenen Personen sich nicht mehr adäquat in Raum und Zeit orientieren. In diesem Fall muss darauf geachtet werden, dass das Erbrochene nicht verschluckt wird, in die Lunge gerät (Aspiration) und der Betroffene daran erstickt.

Die Grenze zwischen Erbrechen und einem schlimmeren Stadium der Alkoholvergiftung mit Bewusstlosigkeit und Schock sind fließend. Besonders deshalb sollte die Person, die von Alkohol erbrochen hat, genau beobachtet werden. Wenn Bewusstlosigkeit eintritt sollte die Person in die stabile Seitenlage gebracht werden, um die Aspiration des Erbrochenen zu vermeiden und das Zurückfallen der Zunge zu verhindern und ein Notarzt dazu gerufen werden.

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Wie kann man Erbrechen nach Alkohol stoppen?

Im akut betrunkenen Zustand stellt das Erbrechen einen Schutzreflex des Körpers gegen das giftige Ethanol dar. Da es sich hierbei wie gesagt um einen Reflex handelt lässt es sich auch kaum unterdrücken und in dieser Situation ist es auch für den Körper sinnvoll.

Allerdings kann es sein, dass das Erbrechen nach dem Konsum zu großer Mengen Alkohol den gesamten nächsten Tag andauert. In solchen Fällen können zur akuten Symptomlinderung Medikamente gegen Erbrechen, sogenannte Antiemetika, eingesetzt werden, um dem Körper die Chance zu geben sich zu erholen.

Alternativ können auch Pfefferminzblätter dem Erbrechen vorbeugen, beispielsweise kann man daraus einen Tee kochen und diesen trinken. Wichtig ist bei akutem Erbrechen immer auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten, da der Körper dadurch viel Volumen und Elektrolyte verliert. Auch eine leichte Brühe kann am darauffolgenden Tag dabei helfen, die Magenschleimhaut ein wenig zu beruhigen und gleichzeitig den Elektrolythaushalt wieder aufzufüllen.

Tipps gegen Erbrechen durch Alkohol

Tipps gegen das Erbrechen bei Alkoholkonsum gibt es viele. Nicht alle sind für jede Person gleich wirksam. Häufig wird der Tipp gegeben eine deftige, fettige Mahlzeit vor dem Trinken zu verspeisen, damit der Magen etwas gefüllt ist und der Alkohol langsamer aufgenommen wird.

Ein ähnlicher Tipp ist vor dem Konsum von Alkohol etwas Speiseöl (Distelöl, Sonnenblumenöl, Olivenöl) zu trinken, damit der Ölfilm die Schleimhäute belegt und somit die Resorption von Alkohol langsamer von Statten geht. Eine kleine Pause an der frischen Luft mit Wasser kann auch helfen den Brechreiz unter Kontrolle zu bekommen.

Falls Sie zu viel Alkohol getrunken haben und Erbrechen auslösen wollen, empfehlen wir Ihnen unser Thema: Erbrechen auslösen

Hausmittel gegen Erbrechen nach Alkohol

Warmer Tee (Pfefferminz, Kamille oder Ingwer) kann die Übelkeit verringern. Ein weiteres Hausmittel sind Zitronen: Zitronensaft oder eine Zitronenscheibe auslutschen soll helfen gegen die Übelkeit.

Wenn der Brechreiz auftritt, wenn man sich ins Bett legt ist es hilfreich ein kleines Licht anzulassen und ein Bein auf den Boden zu stellen, um den Schwindel zu unterdrücken.

In keinem Fall sollte das Erbrechen herunter gespielt oder ignoriert werden. Das Erbrechen bei Alkoholkonsum ist ein Warnzeichen des Körpers, dass er bereits zu viel Alkohol aufnehmen musste. Es ist in keinem Fall also sinnvoll zu erbrechen und danach weiter viel Alkohol zu konsumieren.

Erfahren Sie hier mehr über die Übelkeit nach Alkoholkonsum - Was hilft wirklich?

Verhindern von Erbrechen

Die einzig wirklich wirksame Methode um Erbrechen bei Alkoholkonsum zu vermeiden ist den Konsum von Alkohol zu beschränken, langsam zu trinken und aufzuhören zu trinken, wenn man eine leichte Wirkung des Alkohols merkt. Keiner der aufgeführten Tipps oder Hausmittel wirkt so effektiv wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol, um das Erbrechen durch Alkohol zu verhindern.

Bluterbrechen

Blutbeimengungen im Erbrochenen sind auch nach übermäßigem Alkoholkonsum nicht normal und sollten weiter abgeklärt werden. Bei jahrelangem, übermäßigem Alkoholkonsum kann es sein, dass sich in der Speiseröhre Gefäßausbuchtungen in Form von sogenannten Ösophagusvarizen (auch: Krampfadern an der Speiseröhre) bilden. Diese können im Rahmen von Erbrechen aufgrund des starken Druckanstiegs zerreißen, sodass sich im Erbrochenen Blutbeimengungen finden können. Diese Situation stellt in der Regel einen Notfall dar, da eine aktive Blutung aus einer solchen Varize unter Umständen lebensbedrohlich werden kann. Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Ösophagusvarizenblutung

Alternativ kann das Blut aus der Magenschleimhaut selbst stammen, wenn diese beispielsweise durch eine chronische Magenschleimhautentzündung oder einem Geschwür bereits vorgeschädigt ist. Im wohl schlimmsten Fall kann es zu einem spontanen Zerreißen der Speiseröhre kommen, dem sogenannten Boerhaave-Syndrom. Dieses Krankheitsbild ist zwar selten, aber wenn es auftritt kann es aufgrund des hohen Blutverlustes rasch tödlich enden. Neben exzessivem Alkoholkonsum kann unter Umständen auch eine sehr üppige Nahrungsmittelaufnahme diese Symptomatik hervorrufen.

Galleerbrechen

Ist das Erbrochene eher gelblich bis grünlich und eine klare Flüssigkeit, spricht man von galligem Erbrechen. Allerdings dient hier der Begriff eher nur der äußeren Beschreibung, da es sich meist um den Mageninhalt bei geleertem Magen handelt und nicht um echte Galleflüssigkeit. Auch im Rahmen von übermäßigem Alkoholkonsum wird in der Regel keine Galle erbrochen. Der Grund für sogenanntes galliges Erbrechen bei Alkohol ist der, dass in der Regel mehrmals erbrochen wird bis sich der Mageninhalt entleert hat und klare Magenflüssigkeit zu Tage kommt.

Anders ist dies allerdings bei Folgeerkrankungen des chronischen Alkoholkonsums. Eine Leberzirrhose oder eine chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse können mit weiteren Komplikationen einhergehen, welche in bestimmten Fällen Galleerbrechen nach sich ziehen können.

Erbrechen nach Alkohol und die Wirksamkeit der Pille

Die Wirkstoffe in der Pille werden nach etwa 4 Stunden vom Körper aufgenommen. Tritt das Erbrechen nach Alkohol innerhalb von 4 Stunden nach der Einnahme der Pille auf, sind die Wirkstoffe nicht vollständig aufgenommen worden. Die Situation gleicht der vergessenen Einnahme von der Tablette. Deshalb sollte im Fall von Erbrechen innerhalb von 12 Stunden eine weitere Pille aus einer Reservepackung eingenommen werden.

Bei länger anhaltenden Beschwerden (Erbrechen auch noch am Tag nach dem Alkoholkonsum) sollten zusätzliche empfängnisverhütende Maßnahmen angewendet werden.
Generell sollte in diesem Fall, egal zu welchem Zeitpunkt des Zyklus, besondere Vorsicht gelten und einfach zur Sicherheit zusätzlich beispielsweise mit einem Kondom verhütet werden.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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