Durchfall nach Kaffee

Einleitung

Wer kennt es nicht? Man trinkt morgens entspannt seine obligatorische Tasse Kaffee und plötzlich hat man ein unangenehmes Gefühl. Doch nicht nur morgens, sondern auch mittags oder nachmittags kommt es nach dem Trinken von Kaffee häufig zu Durchfall. Manchmal ist dieser Effekt erwünscht, häufig ist er jedoch auch ein unangenehmes Nebenprodukt des Kaffee-Trinkens.

Neben einer genetischen Prädisposition liegt dies auch an dem Effekt, den der Kaffee auf den Körper hat. Das im Kaffee enthaltene Koffein wirkt verdauungsfördernd auf den Magen-Darm-Trakt. Auch kommt es von Person zu Person zu unterschiedlichen Ausprägungen, was eine verstärkte oder auch verminderte Symptomatik mit sich bringt.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Durchfall

Warum kommt es beim Kaffeegenuss zu Durchfall?

Die Tatsache, dass es beim Kaffeegenuss zum Auftreten von Durchfall kommt, lässt sich anhand mehrerer Faktoren erklären. Das im Kaffee enthaltene Koffein trägt einen großen Beitrag dazu bei. Koffein stimuliert im menschlichen Körper die Bildung und Abgabe des Hormons Gastrin in den Blutkreislauf. Über verschiedene intrazelluläre Mechanismen kommt es zu einer Förderung der Bewegung der Muskulatur, welche sich in der Darmwand befindet. Außerdem wird die Bildung von Magensäure durch spezialisierte Zellen im Magen angeregt. Eine erhöhte Sekretion von Magensäure hat neben einem schnelleren Zersetzen der Nahrungsbestandteile eventuell auch Bauchschmerzen zur Folge.

Durch das schnellere Zersetzen kommt jedoch in kurzer Zeit mehr Nahrungsmenge in den Darm. Dadurch wird es erschwert, alle Bestandteile, und im Hinblick auf den Durchfall vor allem das Wasser, zu resorbieren. Dieser Effekt wird durch die erhöhte Aktivität der Darmmuskulatur unterstützt. Diese hat eine schnellere Passage des Speisebreis durch den Darm zur Folge, was wiederum eine sachgerechte Resorption von Nahrungsbestandteilen und vor allem Wasser nicht ermöglicht.

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Entstehung von Durchfall beim Kaffeegenuss spielt die Genetik. Nicht jeder Mensch bzw. jeder Körper reagiert gleich auf Koffein. Dadurch kommt es zu milderen bzw. stärken Verläufen oder gar dem fehlenden Auftreten von Durchfall.

Kann das auch eine Kaffeeunverträglichkeit sein?

Wenn es nach dem Kaffeegenuss zum Auftreten von Durchfall kommt, kann dies auch durch eine Kaffeeunverträglichkeit begründet sein. Dabei muss nicht unbedingt das enthaltene Koffein die Ursache für die Beschwerden sein. Auch einige andere Bestandteile des Kaffees wie biogene Amine können eine ähnliche Reaktion des Körpers auslösen.

Da sich die verschiedenen Kaffeesorten zum Teil auch hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe unterscheiden, lohnt es sich, andere Sorten auszuprobieren. Auch Espresso ist eine viel genutzte Alternative, da die Bohnen hierfür anders geröstet werden.

Kann das auch die Milch im Kaffee sein?

Manchmal kommt es auch vor, dass die Ursache für den Durchfall nach dem Kaffeegenuss nicht in dem Koffein oder anderen Inhaltsstoffen des Kaffees zu finden ist. Bei Personen mit einer Laktoseintoleranz oder einer Unverträglichkeit von Kuhmilch kann auch die Milch im Kaffee der Auslöser für den Durchfall sein. Nach Aufnahme von Milch in den Körper kommt es zu einer ähnlichen Reaktion und der Durchfall tritt auf. Meist treten die Beschwerden wie der Durchfall, Bauchschmerzen und Blähungen jedoch leicht verzögert auf.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Symptome einer Laktoseintoleranz

Weitere begleitende Symptome

Neben dem Durchfall treten häufig noch einige begleitende Symptome auf. So kann es durch die hohe Sekretion von Magensäure in den Magen bei häufigem Kaffeegenuss schnell zur Entstehung von Magenschmerzen kommen. Die Schleimhaut wird dabei durch die Säure gereizt.

Auch treten häufig Bauchschmerzen auf. Durch die hohe Aktivität des Darms kann dies geschehen. Weiterhin trägt die hohe Aktivität der Darmmuskulatur zur Entstehung von Blähungen bei. Durch den hohen Anteil an Speisebrei im Dickdarm wird durch die dort angesiedelten Bakterien vermehrt Gas gebildet.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Bauchschmerzen durch Kaffee

Blähungen

Blähungen sind ein häufig auftretendes Begleitsymptom des Durchfalls nach dem Genuss von Kaffee. Das Koffein, welches die Motilität der Muskulatur des Darms erhöht ist ursächlich. Insgesamt kommt es zu einer schnelleren Verdauung, was eine erhöhte Menge an Speisebrei im Dickdarm zur Folge hat. Die hier normalerweise angesiedelten Bakterien sind auf Grund des hohen Angebots an Nahrungsbestandteile dazu in der Lage, eine große Menge an Gas zu produzieren. Dieses Gas verursacht neben Bauchschmerzen auch die typischen Blähungen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Blähungen

Magenschmerzen

Auch Magenschmerzen treten sehr häufig im Zusammenhang mit Durchfall beim Genuss von Kaffee auf. Das Koffein erhöht die Bildung und Sekretion von Gastrin. Gastrin wiederum ist ein Hormon, das spezialisierte Zellen in der Schleimhaut des Magens zur Sekretion von Magensäure anregt. Wird häufig Kaffee konsumiert, so kann es vorkommen, dass die Magenschleimhaut bereits gereizt ist. Dadurch kann auch eine kleine Menge an Koffein beispielsweise durch Trinken einer Tasse Kaffee die Magensäureproduktion so stark erhöhen, dass Magenschmerzen auftreten.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Magenschmerzen

Bauchschmerzen

Bauchschmerzen können gehäuft in Kombination mit Durchfall beim Genuss von Kaffee auftreten. Dabei kann sich der Bauchschmerz auf den ganzen Bauch erstrecken oder nur ein kleineres Gebiet betreffen. Man kann zwischen einem krampfartigen Schmerz und einem Schmerz durch Völlegefühl unterscheiden.

Einerseits kommt es durch die hohe Aktivität der Muskulatur des Darms zu Krämpfen, welche die Schmerzen verursachen können. Andererseits kann das Druckgefühl des Durchfalls eine Belastung sein und als Bauchschmerz empfunden werden. Weiterhin kommt es durch die mögliche hohe Menge an Gas im Rahmen von Blähungen zu einem Druckgefühl und einem Entgegenhalten. Auch dies kann Bauchschmerzen hervorrufen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Bauchschmerzen durch Kaffee

Behandlung

Man kann das Problem des Durchfalls und der möglichen begleitenden Symptomatik nach dem Genuss von Kaffee auf unterschiedliche Art und Weise angehen. Zuerst sollte man jedoch sicher sein, dass die Beschwerden durch den Kaffee und beispielsweise nicht durch die hinzugefügte Milch verursacht werden. Ausprobieren kann man dies einfach durch Weglassen der Milch oder gar des Kaffees.

Die einfachste Therapie ist natürlich auch der Verzicht auf den Kaffee. Ist kein Koffein vorhanden, so kann dieser auch nicht die bekannten Probleme hervorrufen. Außerdem kann man darauf achten, den Kaffee in kleineren Mengen zu trinken. Dadurch wird die Antwort des Körpers abgeschwächt und der Durchfall eventuell verhindert. Da die Reaktion des Körpers auch von Person zu Person unterschiedlich ist, kann man die verträgliche Menge durch Ausprobieren herausfinden.

Des Weiteren empfiehlt es sich, den Kaffee morgens nicht auf nüchternen Magen zu trinken, da hier die Anfälligkeit besonders hoch ist. Außerdem kann man andere Kaffeesorten ausprobieren. Durch unterschiedliche Inhaltsstoffe und Röstvorgänge kann dies durchaus einen Unterschied machen. Besonders Espresso oder Getränke wie Cappuccino, in denen Espresso verarbeitet wird, stellen eine häufig genutzte Alternative dar. Zuletzt sollte man den Kaffee mit ausreichend heißem Wasser aufkochen oder durch koffeinfreien Kaffee ersetzen.

Dauer und Prognose

Die Dauer des Durchfalls nach dem Genuss von Kaffee ist in der Regel relativ kurz und überschreitet nur selten die Grenze von 30 Minuten. Auch die Prognose ist günstig, da nach Abklingen der Koffein-Wirkung keine Gefahr mehr besteht, dass er erneut auftritt. Die Reaktion des Körpers auf Kaffee bzw. Koffein bleibt jedoch mit steigendem Alter relativ konstant, weshalb sich hier die Prognose einer Besserung eher schlecht darstellt und die Beschwerden häufig das ganze Leben lang auftreten.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Durchfall nach Kaffee finden Sie unter:

Eine Übersicht aller Themen aus dem Bereich der Inneren Medizin finden Sie unter: Innere Medizin A-Z.

Autor: Dr. Nicolas Gumpert Veröffentlicht: 19.03.2020 - Letzte Änderung: 20.05.2022
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