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Bauchspeicheldrüseninsuffizienz Symptome

Synonyme

Bauchspeicheldrüsenfunktionsschwäche, Bauchspeicheldrüsenminderfunktion, Unzureichende Produktionsleistung der Bauchspeicheldrüse, Pankreasinsuffizienz

Synonyme im weiteren Sinne

Gewichtsverlust, Übelkeit, Erbrechen, Appetitverlust, dyspeptische Beschwerden, Durchfall, Fettstuhl, Blähungen, Zuckerkrankheit

Allgemeine Definition

Als Funktionsschwäche (Insuffizienz) wird im Allgemeinen die Unfähigkeit eines Organes bezeichnet, seine Aufgaben in ausreichendem Maße zu erfüllen. Dass die Funktionalität dieses Organes unzureichend ist, äußert sich dann, abhängig davon, welches Organ betroffen ist, in unterschiedlichen Krankheitszeichen (Symptomen).

Die Bauchspeicheldrüse gliedert sich funktionell in zwei Teile. Der eine Teil, anatomisch eher im Bauchspeicheldrüsenschwanz (Cauda pancreatis) gelegen, produziert Hormone, die er dann „nach innen“ (endokrin) – also ins Blut – ausschüttet.
Der andere Teil liegt anatomisch eher im Bauchspeicheldrüsenkopf (Caput pancreatis) und produziert enzymhaltige Verdauungssäfte, die er in den Darm abgibt. Streng genommen befindet sich alles, was innerhalb des Darmrohr liegt (das nach oben und unten offen ist), außerhalb des Körpers; daher wird der zweite Teil der Bauchspeicheldrüse „nach außen ausschüttend“ (exokrin) genannt. Jenachdem, welcher Teil der Bauchspeicheldrüse seiner Aufgabe nicht mehr gerecht wird, spricht der Fachmann von exokriner oder endokriner Pankreasinsuffizienz.

Symptome der endokrinen Insuffizienz

Der endokrine Teil der Bauchspeicheldrüse produziert eine Vielzahl an Hormonen und kleiner, oft regulatorischer Eiweiße (Peptide).

Das wichtigste dort produzierte Hormon, dessen Fehlen im Insuffizienzfall dann auch für die Symptome verantwortlich ist, ist das Insulin. Insulin hat seinen Namen daher, dass es in den sogenannten "Langerhans-Inseln" der Bauchspeicheldrüse – und nur dort - produziert wird.

Beim gesunden Menschen wird Insulin vor allem nach dem Essen ausgeschüttet und sorgt dafür, dass der aufgenommene Zucker aus dem Blut schnell von Fettzellen, Leberzellen und Muskelzellen aufgenommen wird, um zu hohe Blutzuckerspiegel zu verhindern.
Auch das Hormon Glucagon, das als Gegenspieler des Insulin bei zu niedrigem Blutzuckerspiegel zu einer Erhöhung desselben führt, wird dort gebildet.
Ist die Produktion dieser Hormone eingeschränkt, so kommt es zu einer unzureichenden Regulation des Blutzuckerspiegels. Dies führt vor allem nach dem Essen zu zu hohen, und nach längeren Speisepausen zu zu niedrigen Konzentrationen an Zucker im Blut.

Ein Bildungsmangel an Insulin wird gemeinhin auch Insulinmangeldiabetes (Diabetes mellitus Typ 1) genannt. Auf Dauer schädigt ein zu hoher Blutzuckerspiegel Gefäße und Nieren und kann zu Bluthochdruck, Harnwegsinfekten, Wassereinlagerungen (Ödemen), Kribbeln und Gefühlsstörungen (Polyneuropathien), arterieller Verschlusskrankheit, Herzinfarkt (Myokardinfarkt) und Schlaganfall (Apoplex) führen.
Auch fallen ein krankhaft vermehrtes Trinken (Polydypsie) und Wasserlassen (Polyurie) auf. Außerdem können zu hohe (ebenso wie zu niedrige) Blutzuckerspiegel zum Koma führen.

Symptome der exokrinen Insuffizienz

Bei der exokrinen Bauchspeicheldrüseninsuffizienz stehen verdauungsassoziierte Symptome im Vordergrund. Im gesunden Zustand produziert die Bauchspeicheldrüse zum einen HCO3- (Bicarbonat) zum Abpuffern der übergebliebenen, weitertransportierten Magensäure, und zum anderen verschiedene Biokatalysatoren (Enzyme), die die aufgenommene Nahrung in ihre Bestandteile zerlegen (verdauen) und so dem Darm eine Aufnahme dieser Bestandteile ermöglichen.

Eine mangelhafte Funktion der exokrinen Bauchspeicheldrüse hat also zur Folge, dass Magensäure unzureichend gepuffert und nicht alle Nahrung verdaut wird. Als Folge erleidet der Patient dann fehlverdauungsassoziierte (dyspeptische) Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder auch Oberbauchschmerzen. Dies geschieht vor allem auf Grund einer Schleimhautreizung durch übriggebliebene, unzureichend gepufferte Magensäure in dem Magen (Gaster) nachgeschalteten Darmabschnitten (vor allem dem Zwölffingerdarm, dem Duodenum).

Diese Beschwerden treten vor allem nach Aufnahme fettreicher Nahrung auf, gegen die der Betroffene dann in der Regel eine ausgeprägte Abneigung entwickelt. Langfristig bedeutet die unzureichende (insuffiziente) Verdauung (auch Maldigestion genannt) dann, dass der Körper nicht ausreichend Nahrungsbestandteile aufnehmen kann. Dies führt dann dazu, dass sie ihm fehlen; Gewichtsverlust und Mangelsymptome (vor allem durch eine verminderte Aufnahme der fettlöslichen Vitamine E, D, K und A) sind die möglichen Folgen.

Zum anderen verbleibt die unverdaute Nahrung im Darm und gelangt so in Regionen des Dick- und Enddarms (Kolon und Rektum), in denen sie normalerweise nicht vorkommen. Dies führt dann über eine bakterielle Fehlbesiedlung zu Durchfällen (Diarrhoe), Blähungen (Meteorismus), aber auch zu übelriechenden Fettstühlen (Steatorrhoe). In der Regel sind Symptome der Fehlverdauung (Maldigestion) allerdings erst zu erwarten, wenn die Ausscheidungsleistung der exokrinen Bauchspeicheldrüse auf unter 10% des Normwertes abgefallen ist.

Lesen Sie hierzu: Aufgaben der Bauchspeicheldrüse

Ursachen

Eine Bauchspeicheldrüseninsuffizienz kann viele Ursachen haben. So kann neben einer dauerhaften Bauchspeichdrüsenentzündung (chronische Pankreatitis), auch ein Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) ebenso als Ursache in Betracht gezogen werden wie genetische Ursachen (v.a. die Erbkrankheit Mukoviszidose) oder Autoimmunerkrankungen.

Je nach Ursache der Bauchspeicheldrüseninsuffizienz können neben denen durch sie verursachten Symptomen auch andere auftreten, wie etwa Fieber, Nachtschweiß, Oberbauch- und Rückenschmerz, oder - durch eine Verlegung des GallengangesGelbsucht (Ikterus).

Therapie

Neben einer Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankung (z.B. durch Alkoholabstinenz bei einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung) und diätetischen Maßnahmen (viele kleine kohlenstoffreiche, fettarme Mahlzeiten) können einige Produkte der Bauchspeicheldrüse (pankreatische Syntheseprodukte) wie das Verdauungsenzym Lipase oder das Hormon Insulin von außen ersetzend (substituierend) zugeführt werden.

Im Fall des Insulins muss dieses mittels einer Spritze in das Unterhautfettgewebe (subkutan) injiziert werden. Das Enzym Lipase kann in Tablettenform eingenommen werden. Für beide Anwendungen gilt jedoch, dass die Dosis immer der Nahrungsmenge und Nahrungszusammensetzung angepasst werden muss. Gegebenenfalls sollten die Vitamine E, D, K und A, die fettlöslich sind und daher bei Bauchspeicheldrüseninsuffizienz vermindert aufgenommen werden, zusätzlich zugeführt werden. Da deren Aufnahme im Darm vermindert ist, sollte dies vorzugsweise „am Darm vorbei“ (parenteral) erfolgen.

Weitere Informationen

Weitere allgemeine Informationen:

Übersicht Magen Darm Beschwerden

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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