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Dauer von Durchfall

Durchfall ist eine sehr häufige Erkrankung, die meistens von selbst heilt. Eine genaue Definition gibt es nicht, aber generell spricht man von Durchfall bei über drei wässrige Stuhlentleerungen pro Tag.

In den meisten Fällen ist die Ursache eine Infektion mit Viren oder Bakterien. Dabei spielt die Hygiene eine wichtige Rolle, um keine weitere Menschen anzustecken. Bei lang anhaltenden Durchfällen kann aber die Ursache auch nicht-infektiös sein. Hier ist eine Abklärung duch den Arzt notwendig.

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So lange dauert eine Durchfallerkrankung

Eine Durchfallerkrankung dauert je nach Ursache unterschiedlich lang. Bei einer viralen Ursache kann der Durchfall von einem Tag bis zu zwei Wochen dauern. Nicht selten wird dieser auch von Übelkeit und Erbrechen begleitet.

  • Einer der bekanntesten viralen Durchfallerkrankungen ist die Norovirus-Infektion. Diese klingt in 12 bis 48 Stunden wieder ab.
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  • Bei anhaltenden Durchfällen und Fieber ist an einer bakteriellen Ursache zu denken. Ein Beispiel dafür ist der Reisedurchfall, der oft vom Bakterium E. Coli verursacht wird und etwa ein bis vier Tage anhält.

Bakterielle Durchfallerkrankungen können hartnäckig sein. Meistens hilft hier auch eine symptomatische Therapie, allerdings ist bei einem schweren Verlauf oder bestehender Symptomatik eine antibiotische Therapie zu empfehlen. Bei Verdacht auf einer bakteriellen Durchfallerkrankung ist eine Vorstellung beim Arzt angebracht.

  • Es gibt aber nicht nur entzündliche Ursachen, denn auch Unverträglichkeiten können Durchfall verursachen. Zum Beispiel im Fall einer Laktoseintoleranz nach der Einnahme von Milchprodukten.
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  • Auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie der Morbus Crohn oder die Colitis ulcerosa führen zu Durchfall. Dieser kann in Schüben auftreten und auch chronsich (>zwei Wochen) verlaufen. Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Durchfällen ist eine ärztliche Vorstellung wichtig.
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Das kann ich tun, um die Durchfallerkrankung zu verkürzen

  • Das aller wichtigste bei einer Durchfallerkrankung ist genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Der Körper braucht Wasser und Salze (Elektrolyte). Dafür ist Wasser und gesüßten Tee sehr empfehlenswert. Es gibt auch bestimmte Getränke, die einen hohen Gehalt an Elektrolyte haben und Zucker enthalten. Salzige Brühen können auch hilfreich sein.
  • Um dem Darm etwas Gutes zu tun, ist auch erstmal nur Schonkost angesagt. Damit sind Reis, Zwieback, Pellkartoffeln und Salzstangen gemeint. Man sollte auf fettige, sowie angebratene und scharfe Speisen verzichten.
  • Bei starker Übelkeit und Erbrechen kann man auch Medikamente, sogenannte Antiemetika, zu sich nehmen. Wenn eine orale Einnahme nicht möglich ist, gibt es die auch als Zäpfchen. Auch krampflösende Medikamente, zum Beispiel Buscopan, können bei starken Darmkrämpfen hilfreich sein.
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  • Bei leichten Krämpfen kann man über zum Beispiel einen Kirschkernkissen, etwas Wärme auf dem Bauch applizieren.
  • Es gibt auch eine begrenzte Evidenz dafür, dass Probiotika auf der Basis von Saccharomyces boulardii die Durchfallerkrankung verkürzen können.
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Schließlich ist es auch wichtig sich auszuruhen, kein Sport während der Durchfallerkrankung zu betreiben und auch nicht zu arbeiten. Weiterhin sind hygienische Maßnahmen von großer Bedeutung um andere Menschen nicht anzustecken.

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Das verlängert die Dauer des Durchfalls

Eine Durchfallerkrankung kann durch die falsche Ernährung verlängert werden.

  • Auf ballastoffreiche Nahrung wie Gemüse und Obst, sollte für die Zeit der Erkrankung verzichtet werden.
  • Auch scharfe und fettige Speisen können den Durchfall verschlimmern.

Man sollte erstmal bei Schonkost bleiben und erst schrittweise wieder andere Speisen zu sich nehmen.

Es gibt manche Medikamente, die gegen den Durchfall wirken sollen. Diese gibt man aber nicht routinemäßig, da sie die Dauer und Schwere der Erkrankung verlängern können.

  • Im Fall einer bakteriellen Durchfallerkrankung kann eine fehlende Antibiotikatherapie ebenfalls zur Verlängerung des Durchfalls führen.
  • Wenn die Ursache allerdings eine Unverträglichkeit ist, dann kann eine fortgeführte Einnahme der falschen Nahrung zum anhaltendem Durchfall führen.

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Dauer der Krankschreibung

Die Dauer der Krankschreibung ist je nach Ursache ganz unterschiedlich. Wenn wir aber von einer infektiösen Durchfallerkrankung ausgehen, dann muss die Krankschreibung für die gesamte Zeit, in der der Durchfall anhält, erfolgen. Erst nach 24 Stunden Beschwerdefreiheit, kann der Betroffene wieder in die Arbeit.

Bei einer Norovirus-Infektion empfiehlt sich sogar bis zu zwei Tage nach Abklingen der Symptome zu warten. Besondere Fälle sind Personen, die beruflich mit Lebensmitteln zutun haben. Hier sollten die Erkrankten frühstens zwei Tage nach dem Durchfall wieder arbeiten und über mindestens vier Wochen hygienische Maßnahmen einhalten.

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Wie lange dauert Durchfall nach Antibiotika?

Bei Einnahme von Antibiotika innerhalb der letzten 12 Wochen vor dem Beginn des Durchfalls, sind die Antibiotika als möglicher Auslöser zu werten. In manchen Fällen greift das Antibiotikum die Darmflora an, sodass man während der Dauer der Antibiotikaeinnahme unter Durchfall leiden kann. Dieser sollte bei Absetzen der Medikamente in kurzer Zeit aufhören.
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Der Extremfall ist eine Clostridium-difficile-Infektion, die 2 bis 10 Tage nach Beginn der Behandlung mit Antibiotika auftreten kann. Typisch ist sehr hohes Fieber, Darmkrämpfe und übelriechender Durchfall. In diesem Fall ist eine ärztliche Vorstellung notwendig.
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Nach welcher Durchfalldauer muss ich zum Arzt?

Eine pauschale Antwort zu dieser Frage gibt es nicht. Verschiedene Faktoren, wie beispielsweise weitere Nebenerkrankungen oder das Alter des Patienten, spielen eine wichtige Rolle.

  • Kleinkinder oder ältere Patienten sollten sich früh beim Arzt vorstellen, da diese Patientengruppen viel schneller unter Austrocknung (Exsikkose) leiden können.
    Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Exsikkose, Durchfall beim Baby
  • Auch Menschen mit Nierenerkrankungen, Krebserkrankungen oder einem schlechten Immunsystem sollten früher zum Arzt gehen.

Beim gesunden Erwachsenen kann erstmal eine symptomatische Therapie zu Hause erfolgen.

  • Bei anhaltendem Durchfall (>2 Wochen), hohem Fieber oder schwerem Verlauf ist auch hier eine ärztliche Vorstellung nötig.

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Wie lange dauert ein Durchfall nach einer Impfung?

Durchfall ist keine gewöhnliche Nebenwirkung einer Impfung. Meistens sind es eher lokale Beschwerden an der Einstichstelle.

Dennoch können nach der Lebendimpfung gegen Rotaviren leichte gastrointestinale Beschwerden auftreten. Diese fangen in der Regel 1 bis 4 Wochen nach der Impfung an und halten wenige Tage an. Da der Impfvirus bei Lebendimpfungen ausgeschieden wird, können sich Kontaktpersonen anstecken. Hier sind vor allem alte und immungeschwächte Menschen gefährdet.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Impfung gegen das Rotavirus, Durchfall nach einer Impfung beim Baby, Lebendimpfung

Wie lange ist ein Durchfall ansteckend?

Durchfall ist während der ganzen Erkrankung ansteckend. Meistens sind es Schmier- oder Tröpfcheninfektionen, deswegen sind besondere Hygienemaßnahmen während der Durchfalldauer notwendig.

Dazu zählen unter anderem das Händewaschen mit Seife. Wenn möglich sollte man auch getrennte Toiletten benutzen und auch keine Lebensmittel für andere Menschen vorbereiten. Auch das Waschen der Kleidung bei mindestens 60 Grad kann hilfreich sein.

Generell kann man davon ausgehen, dass der Betroffene nach 48 Stunden Symptomfreiheit nicht mehr ansteckend ist.

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Durchfalldauer beim Baby/Kind

Babys und Kinder sind eine besondere Patientengruppe, da sie einen höheren Risiko für Austrocknung (Exsikkose) haben. Sie sind besonders oft mit Durchfallerkrankungen konfrontiert, die meistens eine virale Ursache haben. Die häufigste Erreger sind die Rota-, Adeno-, Noro- und Astroviren.

In den meisten Fällen dauern die Durchfallerkrankungen nur wenige Tage. Wichtig ist es zu beobachten, ob das Baby oder das Kind noch in der Lage ist zu trinken. Wenn das nicht der Fall ist, dann ist eine ärztliche Vorstellung nötig.

Der Durchfall sollte nicht länger als 1 bis 2 Wochen dauern. Wenn dieser anhält oder hohes Fieber dazu kommt, sollte man das Kind zum Arzt bringen. Schließlich sind auch hier hygienische Maßnahmen, wie die oben genannten, sehr wichtig, um weitere Familienmitglieder nicht anzustecken.

Ein Kind mit Durchfall soll auch nicht in die Krippe, den Kindergarten oder die Schule gehen. Erst nach zwei Tagen ohne Durchfall ist das Kind wieder so gesund, dass es den Alltag normal bewältigen kann.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 03.04.2021
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