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Wann wächst der Bauch in der Schwangerschaft?

Allgemeines

Viele schwangere Frauen fragen sich wann der Bauch in der Schwangerschaft wächst und ab wann endlich ein „Babybauch“ zu sehen ist. Dabei lassen sich Fragen rund um den Schwangerschaftsbauch meist nicht allgemein beantworten, denn so individuell wie jede Schwangerschaft verläuft, so unterschiedlich ist auch das Aussehen und Wachstum des Bauches während der Schwangerschaft. Ab wann und wie schnell der Bauch wächst, wie groß er insgesamt wird und welche Form er hat, kann deshalb von Frau zu Frau sehr unterschiedlich sein.

Bei manchen Frauen wächst der Bauch eher nach vorne, bei anderen verteilt er sich mehr über das gesamte Becken. Wichtig zu wissen ist, dass man von der Größe des Bauches nicht auf die Größe des Kindes schließen kann.

Es gibt verschiedene Komponenten, die die Entwicklung des Bauchumfangs beeinflussen. Dazu zählen zum einen Dinge, die die Schwangere zu Beginn der Schwangerschaft bereits „mitbringt“. Diese sind unter anderem Größe und Gewicht der werdenden Mutter, Beschaffenheit ihres Bindegewebes und sportliche Aktivität vor der Schwangerschaft (insbesondere der Trainingszustand der Bauchmuskulatur).

Zum anderen haben auch GrößeGewicht und Lage des Kindes und die Menge des Fruchtwassers einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Bauchwachstums. Auch die Anzahl der bisherigen Schwangerschaften und ob es eine Einlings- oder Mehrlingsschwangerschaft ist, wirken sich auf die Geschwindigkeit und das Ausmaß des Bauchwachstums aus.

Im Laufe der Schwangerschaftsmonate können verschiedene fühl- und sichtbare Veränderungen des Bauches auftreten. Eine davon ist die sogenannte „Linea nigra“ (lateinisch für „schwarze Linie“). Sie zeigt sich als braune oder schwarze Verfärbung der Haut, die in der Mitte des Bauches vom Brustbein bis zum Schambein verlaufen kann. Sie entsteht aufgrund der hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft und ist mal mehr und mal weniger intensiv ausgeprägt. Bei den meisten schwangeren Frauen tritt die Linea nigra im zweiten Schwangerschaftsdrittel auf, manchmal ist sie schon früher, teilweise auch erst später oder auch gar nicht zu sehen.

Erstes Schwangerschaftsdrittel

Das erste Schwangerschaftsdrittel beschreibt den ersten bis dritten Schwangerschaftsmonat beziehungsweise die erste bis zwölfte Schwangerschaftswoche (SSW). In dieser frühen Phase der Schwangerschaft ist meist noch kein typischer „Babybauch“ zu sehen, obwohl viele Frauen aufgrund der hormonellen Umstellung bereits viele Veränderungen ihres Körpers wahrnehmen. Die größer werdende Gebärmutter kann nun auf die Harnblase drücken, wodurch es zu einem vermehrten Harndrang kommt.

Die Taille kann nach und nach weniger erkennbar sein und obwohl man im ersten Trimester der Schwangerschaft meist noch keine Vorwölbung des Bauches sieht, können Hosen und Röcke schon jetzt unbequem werden.

Schon ab dem Beginn der Schwangerschaft kann die werdende Mutter die Haut an Brust, Bauch, Hüften, Oberschenkeln und Gesäß eincremen, einölen und massieren um das Ausmaß eventuell auftretender Hautdehnungsstreifen etwas zu begrenzen.

Zweites Schwangerschaftsdrittel

Das zweite Schwangerschaftsdrittel beschreibt den vierten bis sechsten Schwangerschaftsmonat beziehungsweise die 13. bis 28. SSW.

Die meisten Frauen sehen ab der 16. SSW „schwanger“ aus, das heißt die Taille wird breiter und der Bauch beginnt nach vorne zu wachsen und wölbt sich immer deutlicher hervor. Ab dem sechsten Schwangerschaftsmonat können auch Außenstehende den Bauch oft nicht mehr übersehen. Aber auch in dieser Phase der Schwangerschaft ist das Wachstum des Bauches von Frau zu Frau unterschiedlich und zeigt ganz individuelle Verläufe.

Viele Frauen bemerken in dieser Phase sogenannte Schwangerschaftsstreifen (lateinisch Striae gravidarum) bzw. Dehnungsstreifen. Diese sind Einrisse des Bindegewebes der Unterhaut und kommen durch die starke Dehnung der Haut zustande. Sie können an Brust, Bauch, Oberschenkeln und Gesäß auftreten. Anfangs schimmern sie blaurot und verblassen im Laufe der Zeit. Meist bleiben weiße bzw. silberfarbene Narben zurück, die nicht mehr vollständig verschwinden. Die Entstehung der Dehnungsstreifen der Haut kann nicht vollständig verhindert werden, da sie auch abhängig von der Haut und dem Bindegewebe einer Frau ist.

Lesen Sie hier mehr zu dem Thema Schwangerschaftsstreifen

Schwangere Frauen können jedoch das Ausmaß etwas beeinflussen indem sie nicht zu rasch an Gewicht zunehmen, sich gesund ernähren und ausreichend Wasser oder Tee trinken. Auch Vitamin E soll der Entstehung von Hautdehnungsstreifen etwas vorbeugen und ist beispielsweise in Nüssen und verschiedenen Gemüsesorten enthalten. Weiterhin können sich Bewegung, Eincremen, Einölen und Massagen der Haut positiv auswirken.

Lesen Sie hier mehr zu dem Thema Ernährung in der Schwangerschaft

Drittes Schwangerschaftsdrittel

Das dritte Schwangerschaftsdrittel beschreibt den siebten bis neunten Schwangerschaftsmonat beziehugsweise die 29. bis 40. SSW.

Die Organentwicklung des Kindes ist zu dieser Zeit fast vollständig abgeschlossen. Da es in den nächsten Wochen vor allem an Größe und Gewicht zunehmen wird, kommt es insbesondere in dieser Phase der Schwangerschaft noch einmal zu einer deutlichen Zunahme des Bauchumfangs und der Bauch wird schwerer. Durch die Dehnung der Haut kann es zu Juckreiz und Spannungsgefühl der Bauchhaut kommen, die durch Eincremen oder Einölen gelindert werden können.
Zusätzlich kann durch den Druck der wachsenden Gebärmutter der Bauchnabel etwas hervortreten. Dieser bildet sich aber meist nach der Geburt wieder zurück.
Auch sogenannte Übungswehen und Senkwehen können im letzten Schwangerschaftsdrittel auftreten. Dabei zieht sich die Gebärmutter in unregelmäßigen Abständen zusammen und der Bauch fühlt sich hart an. Diese schmerzlosen Übungswehen sollten jedoch nicht öfter als zehn Mal pro Tag und nicht häufiger als drei Mal in einer Stunde auftreten.

Zusätzlich kann sich der Bauch in den letzten vier Wochen der Schwangerschaft etwas absenken. Spürt eine schwangere Frau die Übungswehen häufiger als zehn Mal täglich bzw. drei Mal stündlich, werden die Abstände zwischen den Muskelkontraktionen kurz oder regelmäßig oder treten dabei auch Schmerzen im Unterleib oder Rücken auf, sollte sie ihren behandelnden Arzt oder die Hebamme nach Rat fragen.

Lesen Sie hier mehr zu dem Thema Schmerzen im Unterleib während der Schwangerschaft

Bauchwachstum bei Zwillingen

Auch bei Mehrlingsschwangerschaften kann man Fragen über Wachstum, Größe und Form des Bauches nicht allgemein beantworten. Es zeigen sich nämlich ganz individuelle Verläufe. Da mehrere Kinder im Bauch der werdenden Mutter heranwachsen, verändert sich der Körper der Frau bei Zwillings- bzw. Mehrlingsschwangerschaften auf eine andere Art und Weise als bei „Einlingsschwangerschaften“.

Im Gegensatz zu „Einlingsschwangerschaften“ ist der Bauch bei Zwillingsschwangerschaften meist früher zu sehen, manchmal schon ab der achten SSW. Insgesamt wächst der Bauch schneller und der Bauchumfang wird bei Mehrlingsschwangerschaften in den meisten Fällen größer als bei Schwangerschaften mit einem Kind.

Bauchwachstum in der zweiten Schwangerschaft

Ist eine Frau zum zweiten Mal schwanger kann sich der Schwangerschaftsverlauf stark von dem Verlauf der ersten Schwangerschaft unterscheiden und ist von Frau zu Frau individuell unterschiedlich.

Meist kann man bei einer zweiten Schwangerschaft schon früher eine Vorwölbung des Bauches erkennen, oft schon während des ersten Schwangerschaftsdrittels. Ein Grund hierfür ist die starke Dehnung von Haut und Gewebe während der ersten Schwangerschaft.

Wann wächst der Bauch am meisten?

Wann der Bauch während der Schwangerschaft am meisten wächst, kann man nicht allgemein sagen und ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Oft wächst der Bauch nicht kontinuierlich, sondern in Schüben. In den meisten Fällen zeigt sich am Ende des zweiten Schwangerschaftsdrittels bis zum achten Schwangerschaftsmonat des dritten Schwangerschaftsdrittels die deutlichste Zunahme des Bauchumfangs. Im neunten Schwangerschaftsmonat senkt sich der Bauch dann meistens etwas nach unten ab.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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