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Eisprung und Temperatur

Einleitung

Der weibliche Zyklus ist dafür ausgelegt, in der ersten Hälfte alle benötigten Bedingungen für eine Schwangerschaft zu schaffen und durch einen Eisprung eine Befruchtung zu ermöglichen, um in der zweiten Hälfte eine Schwangerschaft aufrecht erhalten zu können. Dabei führen die hormonellen Veränderungen im Körper nicht nur zu einer Veränderung in der Gebärmutter und den Eierstöcken, sondern es stellt sich auch der Rest des Körpers auf eine mögliche Schwangerschaft ein. Dies merken Frauen häufig an Stimmungsveränderungen oder Bauchschmerzen. Doch auch sehr kleine, meist nicht subjektiv wahrnehmbare Temperaturunterschiede im ganzen Körper gehören dazu. Da es sich bei diesen Temperaturschwankungen nur um höchstens 0,5º Celsius handelt, ist eine sehr genau Messung auf zwei Stellen nach dem Komma wichtig, um eine richtige Aussage über die Veränderungen treffen zu können.

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Wie ist die Temperatur vor dem Eisprung?

Vor dem Eisprung ist die Temperatur etwas niedriger als danach. Der Körper ist noch dabei, sich auf eine Schwangerschaft vorzubereiten. Dabei wird zum Beispiel die Gebärmutterschleimhaut weiter aufgebaut, damit sich die Eizelle einnisten kann. In dieser Zeit ist das wichtigste Hormon zur Regulation des Zyklus das Östrogen. Es hält auch die Körpertemperatur bei verhältnismäßig niedrigen Werten. Diese sind bei jeder Frau unterschiedlich und vom individuellen Lebensstil abhängig. Sie liegen durchschnittlich bei ca. 36,5º Celsius.

Wie ist die Temperatur während des Eisprungs?

Vor dem Eisprung sinkt das Östrogen der ersten Zyklushälfte ab. Dies wird vom Gehirn wahrgenommen und die Eisprung auslösenden Hormone werden freigesetzt. Dadurch kommt auch ein  Anstieg der Körpertemperatur während des Eisprungs zustande. Dieser Anstieg soll optimale Bedingungen für die Einnistung einer befruchteten Eizelle und den Beginn der Schwangerschaft schaffen. Ist die Temperatur an drei aufeinanderfolgenden Tagen höher als an den sechs vorhergegangenen, kann man davon ausgehen, dass der Eisprung stattgefunden hat.

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Wie ist die Temperatur nach dem Eisprung?

Nach dem Eisprung ist die Temperatur im Verhältnis zur  Zeit vor dem Eisprung um ca. 0,5º Celsius angestiegen. Das Hormon, das den zweiten Teil des Zyklus dominiert, ist das Progesteron. Es macht die Aufrechterhaltung einer Schwangerschaft möglich. Falls die Eizelle befruchtet wurde, bleibt das Progesteron und damit die Körpertemperatur hoch. Wurde die Eizelle nicht befruchtet, sinkt das Progesteron am Ende der zweiten Zyklushälfte, also nach 14 Tagen wieder ab. Durch das Absinken des Progesterons kommt es auch zur Menstruation und der Zyklus beginnt von neuem.

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Wie sicher ist die Temperaturmethode, um schwanger zu werden?

Die Sicherheit mit der Temperaturmethode schwanger zu werden, ist von Frau zu Frau unterschiedlich und hängt dabei von den körperlichen und emotionalen Voraussetzungen der Frau ab. Sind alle Voraussetzungen einer Schwangerschaft erfüllt, erhöht die genaue Anwendung der Temperaturmethode die Chancen schwanger zu werden. In jedem Zyklus gibt es nur ca. 3-5 Tage an denen ein Geschlechtsverkehr zur Schwangerschaft führen kann. Dabei handelt es sich um die Zeit der Tage vor dem Eisprung bis zum Tag nach dem Eisprung. Um diese herauszufinden, eignet sich die Temperaturmethode sehr gut und kann dadurch das Schwangerwerden enorm erleichtern. Natürlich hängt die Wahrscheinlichkeit der Befruchtung einer Eizelle nicht nur vom optimalen Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs, sondern auch von anderen Faktoren wie der Spermienqualität des Mannes ab. Wichtig zu wissen ist, dass auch bei optimalen Bedingungen und dem richtigen Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs, die Chance pro Eisprung ca. 30% beträgt. Das bedeutet, dass es auch unter perfekten Umständen einige Monate dauern kann, bis eine Schwangerschaft eintritt.

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Wie sicher ist die Temperaturmethode zur Verhütung?

Um die Sicherheit einer Verhütungsmethode anzugeben, wird der Pearl Index benutzt. Er sagt aus, wie viele von 100 Frauen in einem Jahr Schwanger werden, die eine bestimmte Verhütungsmethode benutzt haben. Die alleinige Anwendung der Temperatur-Methode ist zur Verhütung nicht sehr sicher. Die Körpertemperatur kann Schwankungen unterliegen, die von äußeren Faktoren beeinflusst werden. Zum Beispiel leichte Erkältungen, erhöhter Stress oder eine unruhige Nacht lassen die Temperaturwerte manchmal leicht ansteigen. So wird der Zeitpunkt des Eisprungs bei alleiniger Verhütung mit der Temperaturmethode häufiger falsch bestimmt. Aus diesem Grund liegt der Pearl Index der Temperaturmethode zwischen 1 und 3. Im Vergleich dazu hat die Einnahme einer Pille einen Pearl Index von 0,1 bis 0,9. Es gibt aber die Möglichkeit, die Temperaturmethode mit einer Methode zu kombinieren, bei der die Veränderung des Gebärmutterschleims bestimmt wird, sodass die Sicherheit dieser Verhütung enorm zunimmt. Der Pearl Index der symptothermalen Methode liegt daher zwischen 0,4 und 2,3. Sie zählt daher zu den sehr sicheren Verhütungsmitteln. Wichtig ist außerdem, dass die Sicherheit eines jeden Verhütungsmittels immer von der genauen Anwendung abhängt. Diese ist bei der Temperatur- und der symptothermalen Methode stark abhängig von der Erfahrung der anwendenden Frau. Die Sicherheit nimmt somit bei längerer Anwendung immer weiter zu.

Wie hoch ist der Temperaturanstieg bei einem Eisprung?

Der Temperaturanstieg bei einem Eisprung hängt sowohl von den Ausgangswerten der Frau, als auch vom körperlichen Zustand am Tag des Eisprungs ab. In der Regel steigt die Temperatur durch den Eisprung um 0,2 bis 0,5º Celsius an. Da es sich dabei um sehr niedrige Werte handelt, muss eine sehr genaue Temperaturmessung mit einem Thermometer, das mindestens zwei Nachkommastellen anzeigt, erfolgen. Der Eisprung liegt meist am Tag des ersten höheren Wertes im Vergleich zu mindestens sechs vorherigen Werten. Er kann jedoch erst sicher bestimmt werden, wenn am dritten folgenden Tag die Werte mindestens 0,2º Celsius höher sind als die Ausgangswerte.

Was sind die Alternativen zur Temperaturmethode?

Es gibt einige alternative Verhütungsmethoden neben der Temperaturmethode. Eine ähnliche und sicherere Verhütungsmethode ist die symptothermale Methode. Es handelt sich hierbei um eine Kombination der Temperaturmethode mit der sogenannten Zervixschleimmethode. Dabei wird zusätzlich zur Temperaturmessung der Schleim im Intimbereich betrachtet und beurteilt. Da sich dieser im Laufe des Zyklus verändert und sich kurz vor dem Eisprung von weißlich und zäh bis hin zu klar und wässrig verändert, kann man den Tag des Eisprungs so genauer abschätzen. Genau wie bei der Temperaturmethode ist die alleinige Beurteilung des Schleims weitaus unsicherer. Eine andere bekannte Alternative ist der sogenannte Coitus interruptus, bei dem der Penis vor dem Samenerguss aus der Scheide gezogen wird. Diese Verhütungsmethode ist jedoch sehr unsicher. Der Pearl Index liegt zwischen 4 und 30. Andere sicherere Alternativen sind hormonelle Verhütungsmittel, wie die Einnahme einer Pille oder das Einsetzen einer Hormonspirale. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Spiralen aus Kupfer oder Gold zu verwenden, die keine Hormone beinhalten. Für die Wahl der Verhütungsmethode kann immer auch der Frauenarzt zu Rate gezogen werden.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Verhütung

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 09.02.2019
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