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Fruchtbare Tage

Definition

Die fruchtbaren Tage einer Frau sind die Tage im Menstruationszyklus, in denen die Befruchtung einer Eizelle stattfinden kann. Man bezeichnet diese Zyklusphase auch als „fruchtbare Zyklusphase“ oder als „fertiles Fenster“.

Nach der Ovulation (Eisprung) befindet sich die Eizelle im äußeren Drittel des Eileiters, wo sie für ca. 12-18 Stunden von einem Spermium befruchtet werden kann. Die Frau ist aber nicht nur in diesen 12-18 Stunden fruchtbar, da die Spermien im Zervixschleim der Gebärmutter etwa fünf Tage überlebensfähig sind, sodass man von einer etwa sechstägigen Dauer der fruchtbaren Tage sprechen kann.

Wann sind die fruchtbaren Tage?

Mit dem Beginn des Menstruationszyklus einer Frau, beginnt auch ihre fruchtbare Lebensphase. Sie ist dann für Schwangerschaften empfänglich.
Der Zyklus verläuft nach einem gewissen Schema, in welchem er verschiedene Phasen durchläuft. Um zu verstehen wann die fruchtbaren Tage im Menstruationszyklus auftreten, ist es wichtig einmal den Ablauf des Zyklus etwas genauer zu betrachten.

Mit dem Eintritt des ersten Blutungstages der Regelblutung beginnt die erste Phase des Zyklus, die Desquamationsphase. Die alte Gebärmutterschleimhaut wird abgestoßen. Danach reift unter Einfluss des vom Eierstock gebildeten Östrogens die neue Gebärmutterschleimhaut heran (Proliferationsphase). Parallel dazu reift im Eierstock der Eifollikel heran, welcher die Eizelle enthält, die später für die Befruchtung wichtig wird (Follikelphase). Unter dem Einfluss weiterer Hormone kommt es zu Reifungsprozessen, die letztendlich im Eisprung (Ovulation) münden.
Etwa 12 bis 18 Stunden nach dem Eisprung kann die Eizelle durch ein Spermium befruchtet werden. Spermien können circa 5 Tage lang im Zervixschleim der Gebärmutter überleben. Etwa 5 Tage vor und 2 Tage nach dem Eisprung kann es so zu einer Befruchtung der Eizelle kommen.
Auch die Eizelle ist, wie bereits gesagt, einige Stunden überlebensfähig, sodass es auch zu einer Befruchtung kurz nach dem Eisprung kommen kann.

Der Eisprung findet nicht bei jeder Frau am gleichen Zyklustag statt. In 60% der Fälle erfolgt der Eisprung erst nach dem 14. oder 15. Zyklustag. Bei einem solchen Zyklus wären die fruchtbaren Tage zwischen dem 10. /11. bis zum circa 18. Tag zu erwarten. Sicher lässt sich dies jedoch nicht eingrenzen, da der Eisprung stark variieren kann.

Kann man die fruchtbaren Tage messen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die fruchtbaren Tage ungefähr zu bestimmen. Dazu gibt es eine Reihe verschiedener Ovulationstests (bspw. Clearblue), welche anhand hormoneller Konzentrationen im weiblichen Urin, den Zeitpunkt des Eisprungs bestimmen (s.o.). Dieser Test ist geeignet, um die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft zu erhöhen, da an dem Tag der positiven Testung sowie am Folgetag eine erhöhte Fruchtbarkeit gegeben ist. Als Verhütungsmethode ist er jedoch ungeeignet, da er keine Aussage über die restlichen fruchtbaren Tage macht und darüber hinaus zu ungenau ist.

Es gibt weitere sogenannte Verhütungscomputer (bspw. Persona), die nach demselben Prinzip der Hormonmessung funktionieren. Diese errechnen zusätzlich unter Einbeziehung der Lebensdauer von Spermien etwa 6 bis 12 Tage im Zyklus, an denen eine erhöhte Fruchtbarkeit gegeben ist. Der Nutzerin wird dann eine zusätzliche Verhütung empfohlen. Diese Methode der Verhütung ist allerdings bei Weitem nicht so sicher, wie eine hormonelle Verhütung mit der Pille. Selbst bei korrekter Anwendung ist eine Schwangerschaft nicht auszuschließen.

Weitere Möglichkeiten, die fruchtbaren Tage zu messen, sind Menstruationskalender und die symptothermale Methode.

Bestimmung der furchtbaren Tage

Zur Berechnung der fruchtbaren Tage kann man einen Menstruationskalender anlegen. Mittlerweile gibt es auch auf diversen Internetseiten Tools, die die fruchtbaren Tage anhand verschiedener Parameter, die manuell eingegeben werden müssen, errechnen.

Es gibt verschiedene Methoden, die fruchtbaren Tage zu berechnen. Eine Möglichkeit ist die sogenannte Knaus-Ogino-Methode. Diese Methode geht davon aus, dass der Eisprung bei einem regelmäßigen Zyklus ziemlich sicher am 14. Zyklustag auftritt. Zur Berechnung sollten die Zykluslängen der letzten 12 Monate bekannt sein und größere Schwankungen der Zyklen sollten nicht vorhanden sein. Der erste fruchtbare Tag ergibt sich aus der kürzesten Zykluslänge minus 18 Tage. Der letzte fruchtbare Tag ergibt sich aus dem bisher längsten Zyklus minus 11 Tage.

Zur Veranschaulichung ist hier ein kleines Rechenbeispiel:

  • bei einer kürzesten Zykluslänge von 28 Tagen ist der erste fruchtbare Tag am 8. Zyklustag
    • 28 Tage minus 18 Tage = 10. Zyklustag
  • bei einer längsten Zykluslänge von 34 Tagen ist der letzte fruchtbare Tag am 23. Zyklustag
    • 34 Tage minus 11 Tage = 23. Zyklustag

Die fruchtbaren Tage befinden sich also zwischen dem 10. Und dem 23. Zyklustag. Die unfruchtbaren Tage liegen nach dieser Rechnung also vor dem 10. und nach dem 23. Zyklustag.
Die Methode gilt jedoch als sehr unsicher und dient keineswegs der sicheren Verhütung. Um die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zu erhöhen, kann sie jedoch hinzugezogen werden.

Neben der Knaus-Ogino-Methode kann man die fruchtbaren Tage auch mit einem Eisprungrechner bestimmen. Diese Methode kann ebenfalls nur eine ungefähre Angabe der fruchtbaren Tage vornehmen. Dazu muss man den ersten Tag seiner Periode und die Zykluslänge kennen. Der erste Tag der Periode ist der erste Zyklustag. Am 14. oder 15. Tag findet dann der Eisprung statt. Etwa 3 bis 4 Tage vor und einen Tag nach dem Eisprung sind dann die fruchtbaren Tage. Hier variieren jedoch die Angaben unterschiedlicher Eisprungrechner. Manche geben eine erhöhte Fruchtbarkeit auch noch bis zu 3 oder 4 Tage nach dem Eisprung an. Außerdem ist die Methode nicht besonders verlässlich, da bei mindestens 40 % der Frauen der Eisprung nicht sicher am 14. Zyklustag auftritt. Darüber hinaus variiert oft auch die Zykluslänge. Um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen, kann man einen Eisprungrechner hinzuziehen, als verlässliche Verhütungsmethode ist dieser jedoch nicht geeignet.

Test zur Bestimmung der fruchtbaren Tage

Es existieren eine Vielzahl von sogenannten Ovulationstests, welche den Eisprung mithilfe der LH-Konzentration im Urin bestimmen. Es handelt sich dabei um das luteinisierende Hormon, eines der wichtigen Zyklushormone, welches während des Eisprungs in erhöhter Konzentration vorliegt. Es gibt sowohl Streifentests, die den Eisprung durch einen Farbausschlag anzeigen, als auch digitale Ovulationstests, die mit Symbolen auf einer digitalen Anzeige arbeiten. Um den Test durchzuführen, muss man den ersten Tag der Periode sowie den letzten Tag vor Beginn der nächsten Periode kennen. So ermittelt man die Zykluslänge. Anbei findet sich in jedem Ovulationstest eine Tabelle, an welcher man dann ablesen kann, wann der Test durchführbar ist.
Bei einer Zykluslänge von 28 Tagen ist dies bspw. der 11. Zyklustag. Dann ist frühestens ein Eisprung möglich. Ab diesem Zeitpunkt kann der Test also durchgeführt werden. Es empfiehlt sich, diesen jeden Tag zu derselben Uhrzeit durchzuführen. Dabei bietet es sich an den Morgenurin zu verwenden, da hier die Hormonkonzentration am höchsten ist.
Übermäßig hohe Trinkmengen sollten vor der Urinabgabe vermieden werden, da sie den Urin verdünnen können.

Der Test zeigt dann an, ob die LH-Konzentration erhöht ist oder nicht. Wenn er positiv ausfällt, bedeutet es, dass der Tag der positiven Testung, sowie der Folgetag, die fruchtbarsten Tage des Zyklus sind. Die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft ist in diesen beiden Tagen erhöht. Sollte der Test negativ ausfallen, ist er am nächsten Tag zu derselben Uhrzeit mit einem neuen Teststäbchen zu wiederholen. Die Preise für solche Ovulationstests liegen je nach Hersteller zwischen 10 und 40 Euro. Als Verhütungsmethode sind sie ebenfalls ungeeignet.

Symptome der fruchtbaren Tage

Die fruchtbaren Tage als solche äußern sich nicht durch bestimmte Symptome. Es ist also quasi unmöglich sie anhand von körperlichen Symptomen zu erkennen.

Der Eisprung (Ovulation) kann sich bei manchen Frauen durch den sogenannten Mittelschmerz äußern. Dieser wird als eine Art Ziehen oder krampfhafter einseitiger Unterleibsschmerz beschrieben, welcher deutlich von anderen Schmerzen zu unterscheiden ist. Er kann bis zu einigen Stunden lang anhalten. Nicht jede Frau erlebt jedoch einen solchen Ovulationsschmerz.

Eine weitere körperliche Erscheinung, die auftreten kann ist eine kleine Ovulationsblutung. Diese kann mitunter auch nur als eine diskrete Verdunklung des natürlichen Ausflusses zu sehen sein. Ein weiteres mögliches Symptom ist die Verflüssigung des Zervixschleims. Diese ist jedoch fast nie wirklich zu sehen, da der Schleim nicht immer sichtbar ist. Falls er sichtbar sein sollte, zeigt er eine spinnbare Konsistenz. Individuelle Symptome wie ein Brustschmerz, ein gesteigertes sexuelles Interesse oder anderweitige Erscheinungen, sind nicht sicher auf den Eisprung oder die fruchtbaren Tage zu datieren, können jedoch damit zusammenhängen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter Eisprung Schmerzen und Brustschmerzen Eisprung

Zervixschleim

Der sogenannte Zervixschleim wird am Gebärmutterhals von speziellen Drüsen gebildet und ist das, was die meisten Frauen als Ausfluss kennen. Der Zervixschleim ändert seine Konsistenz im Laufe des Zyklus durch hormonelle Einflüsse. An unfruchtbaren Tagen hat der Zervixschleim eine eher feste Konsistenz, sodass er als natürliche Barriere den Muttermund verschließen kann.
An den fruchtbaren Tagen um den Eisprung herum verändert sich die Konsistenz des Schleimes. Er wird glasklar und dünnflüssig, sodass er Fäden zieht. Man bezeichnet dies auch als spinnbar. Während des Eisprungs lassen sich zwischen den Fingern bis zu 15 cm lange Fäden ziehen. Entlang dieser kleinen, parallel angeordneten Fäden können die Spermien dann einfacher in die Gebärmutter wandern.

Erfahren Sie mehr zur Veränderung des Ausflusses während des Eisprungs

Im Rahmen verschiedener Verfahren zur natürlichen Empfängnisverhütung, wird auch die Beurteilung der Konsistenz des Zervixschleims hinzugezogen. Diese Methoden gelten jedoch als sehr unsicher und unverlässlich. Wird zur natürlichen Empfängnisverhütung neben der Konsistenz des Zervixschleims noch die Bestimmung der Basaltemperatur hinzugezogen, erhöht sich die Sicherheit der Verhütung. Man bezeichnet solche Verfahren als symptothermale Methoden.

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Verhütung

Es existieren verschiedene natürliche Verhütungsmethoden, welche darauf abzielen die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage des weiblichen Zyklus einzugrenzen. Dabei werden Ovulationsrechner, Menstruationskalender aber auch symptothermale Methoden verwendet, bei denen die Beurteilung des Zervixschleims sowie die Messung der Basaltemperatur im Vordergrund stehen. Symptothermale Verfahren gelten bei sexueller Abstinenz in den fruchtbaren Tagen als relativ sicher. Andere Verfahren wie Ovulationsrechner und Menstruationskalender, aber auch die alleinige Beurteilung des Zervixschleims oder der Basalthemperatur sind als Methoden der Empfängnisverhütung aufgrund ihrer Ungenauigkeit nicht geeignet.

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Apps für fruchtbare Tage

Es gibt mittlerweile verschieden Apps, die mithilfe unterschiedlicher Angaben der Nutzerin die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft erhöhen wollen. Es handelt sich dabei um Kombinationen aus Menstruationskalendern bzw. Ovulationskalendern, die um individuelle Angaben wie Beschwerden, Konsistenz des Zervixschleims oder die Basaltemperatur ergänzt werden können. Je mehr Informationen, die Nutzerin in eine solche App eingeben kann, desto genauer kann die Eingrenzung der fruchtbaren Tage erfolgen.

Geeignet sind solche Apps, um die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft bei Frauen mit Kinderwunsch zu erhöhen. Zur Empfängnisverhütung sind sie jedoch zu ungenau und von den Angaben des Nutzers abhängig. Es folgt eine kleine Übersicht über ein paar aktuelle Apps, welche keineswegs den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt: Zyklus-Kalender von ELTERN, Clue, Glow, Lily- Dein persönlicher und privater Period Tracker.

Nach dem Absetzen der Pille

Bei der „Pille“ handelt es sich um ein hormonelles Verhütungsmittel, welches eine Schwangerschaft verhindert. Die meisten Kombinationspräparate verhindern den Eisprung. Sie führen einen regelmäßigen Zyklus von 28 Tagen herbei, in welchem 21 Tage lang jeden Tag eine Tablette eingenommen wird. Die restlichen 7 Tage erfolgt eine Pause, in welcher es zu einer sogenannten Entzugsblutung kommt. Diese ist meist viel leichter ausgeprägt als eine Menstruationsblutung.
Es gibt auch Einzelstoffpräparate (sogenannte Minipillen), die in erster Linie über eine Verdickung des Zervixschleimes wirken. Neuere Minipillen verhindern zusätzlich einen Eisprung. Während der Pilleneinnahme gibt es demnach keine fruchtbaren Tage. Die Einnistung einer befruchteten Eizelle ist nicht möglich. Nach Absetzen der Pille ist dieser Schutz jedoch nicht mehr gewährleistet, sodass wieder ein Eisprung stattfindet.

In den ersten Monaten nach Absetzen der Pille kann es zu Unregelmäßigkeiten in der Zykluslänge kommen, sodass es schwierig ist, die Zeit der fruchtbaren Tage abzuschätzen. Diese Unregelmäßigkeiten sind jedoch natürlich und können auch ohne ein besonderes Ereignis auftreten.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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