Tricks beim Überziehen des Kondoms

Synonym

Präservativ überziehen, Gummi überziehen, Lümmeltüte überziehen, Verhüterli überziehen, Pariser überziehen

Einleitung

Das Kondom (Präservativ) ist das einzige Verhütungsmittel, das beim Sexualakt in mehreren Hinsichten Sicherheit bietet. Aus diesem Grund sollte die Nutzung eines Kondoms beim häufigen Wechsel der Sexualpartner, unklarem Gesundheitszustand oder beim Vorliegen von sexuell übertragbaren Krankheiten ein Muss sein.

Durch das Überziehen von einem Kondom vor dem Liebesspiel kann nicht bloß einer ungewollten Schwangerschaft, sondern gleichzeitig einer Vielzahl von Infektionskrankheiten vorgebeugt werden.

Ein Kondom schützt, bei richtiger Anwendung, unter anderem vor folgenden sexuell übertragbaren Erkrankungen:

Durchführung unter realistischen Bedingungen

Im Allgemeinen unterscheidet sich die Technik des Überziehens eines Kondoms in einer realen Situation am Partner nicht wesentlich von der Technik beim Üben an z.B. einer Banane oder Gurke. Was lediglich hinzukommt ist in vielen Fällen ein wenig Aufregung.

Bevor das Kondom verwendet und aus der Verpackung geholt wird, sollte sichergestellt sein, dass zum einen die Größe und auch das Haltbarkeitsdatum stimmen. Wichtig ist auch, dass die Verpackung erst dann geöffnet werden sollte, wenn das Glied erigiert ist, damit das Kondom nicht aus Versehen vorher beschädigt werden kann.

Das Öffnen bzw. Aufreißen der Verpackung sollte vorsichtig geschehen, damit auch hier eine Beschädigung des Kondoms zu vermeiden. Bevor das Kondom übergezogen wird, muss darauf geachtet werden, dass die Außenhaut bei einem nicht beschnittenen Glied von der Eichel weggezogen wird. Wenn das Kondom an der Eichel angesetzt wird, wird dabei die Luft aus dem Reservoir des Kondoms mit zwei Fingern herausgedrückt, um Platz für die Spermaflüssigkeit zu schaffen. Es muss zudem darauf geachtet werden, dass die Rolle des Kondoms nach außen zeigt.

Ist das Kondom einmal falschherum angesetzt worden, darf es nicht noch ein zweites Mal verwendet werden und muss entsorgt werden. Als letztes wird das Kondom nun nur noch langsam über das Glied bis hinunter zur Wurzel abgerollt (nicht ziehen!!).

Bei Verwendung von Gleitgelen muss dringend darauf geachtet werden, dass nur fett- und ölfreie Gleitgele verwendet werden, da sie andernfalls das Latex der Kondome zerstören können und die Schutzfunktion dadurch nicht mehr gegeben ist.


Darüber hinaus kann durch die Anwendung von einem Kondom die Übertragung des humanen Papillomvirus (HPV) sicher verhindert werden. Dieses Virus gilt als Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs und kann während des Sexualakts schnell übertragen werden.

In diesem Zusammenhang muss jedoch beachtet werden, dass ein Kondom Ansteckungen und ungewollte Schwangerschaften nur dann sicher verhindern kann, wenn es fachgerecht angewendet wird. Besonders wichtig ist dabei, dass das Kondom vor dem Gebrauch nicht im Kontakt mit spitzen Gegenständen oder scharfen Fingernägeln kommen darf. Zudem darf ein Kondom nicht mehr benutzt werden, wenn dieses Risse oder Löcher aufweist, versehentlich zuerst falsch herum auf das Glied gesetzt wurde oder das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist.

Zudem ist der Schutz vor ungewollten Schwangerschaften und Übertragung von Geschlechtskrankheiten nicht mehr gewährleistet, wenn das Kondom während des Sexualakts reißt, das Kondom während des Liebesspiels abrutscht oder wenn das Kondom mehrfach verwendet wird. Wenn diese Hinweise stets beachtet und die Anwender das Kondom fachgerecht überziehen, können sowohl ungewollte Schwangerschaften, als auch sexuell übertragbare Krankheiten sicher vorgebeugt werden.

Der sogenannte Pearl-Index ist ein Maß dafür, wie sicher eine Verhütungsmethode vor ungewollten Schwangerschaften schützt. Je kleiner dieser Wert, desto größer ist die Sicherheit des Verhütungsmittels. Im Bezug auf die Verhütung von Schwangerschaften weist das Kondom, wenn die Anwender es fachgerecht überziehen, einen Pearl-Index von 2 bis 4 auf. Das bedeutet, dass von 100 Frauen, die ein Kondom fachgerecht anwenden und überziehen, im Schnitt zwei bis vier Frauen trotzdem schwanger werden. Zum Vergleich: Der Pearl-Index der Mini-Pille liegt bei ungefähr 0,2. Von 1000 Frauen, welche die Mini-Pille ordnungsgemäß einnehmen, werden demnach circa zwei Frauen trotzdem schwanger.

Obwohl demnach die Wahrscheinlichkeit, trotz Verhütung schwanger zu werden, bei einem Kondom deutlich höher ist, vermag es die Mini-Pille nicht, vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen.

Neben der einfachen Anwendung von einem Kondom und dessen doppelter Sicherheit, bieten dieses Verhütungsmittel einen weiteren Vorteil. Unabhängig davon, ob die Anwender es fachgerecht überziehen, verursacht ein Kondom keine Nebenwirkungen. Lediglich Personen, die unter einer Latexallergie leiden, müssen zu alternativen, latexfreien Präservativen greifen.

Zudem ist zu beachten, dass ein Kondom, das die Anwender fachgerecht überziehen, nicht bloß beim gewöhnlichen Sexualakt, sondern auch bei anderen sexuellen Praktiken Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten bietet. Die vielen Vor- und wenigen Nachteile dieser Verhütungsmethode haben über die Jahre dazu geführt, dass das Kondom mittlerweile das am häufigsten verwendete Verhütungsmittel weltweit ist.

Anleitung

Wie sicher ein Kondom tatsächlich vor ungewollter Schwangerschaft und sexuell übertragbaren Krankheiten schützt, hängt vor allem davon ab, ob die Anwender das Kondom richtig überziehen. Das überziehen von zu alten, abgelaufenen Kondomen, bietet keinen Schutz. Das Haltbarkeitsdatum eines jeden Kondoms ist auf der Einzelverpackung vermerkt und sollte vor dem Überziehen geprüft werden. Darüber hinaus muss beim Druck auf die Verpackung eines einwandfreien Kondoms ein Vakuum spürbar sein. Ist dies nicht der Fall, kann das Kondom unter Umständen beschädigt oder abgelaufen sein und sollte unter keinen Umständen verwendet werden.

Wie man ein Kondom richtig anwendet und wie es der Anwender überzieht, beginnt bereits beim Auspacken. Wird das Kondom aus seiner Verpackung genommen, muss darauf geachtet werden, dass es nicht mit scharfen Gegenständen oder scharfkantigen Fingernägeln in Berührung kommt.

Wie die Anwender ein Kondom überziehen sollen, ist im Grund nicht schwer. Das Kondom weißt an seiner Spitze ein kleines Reservoir auf. Dieses dient dazu, die beim Höhepunkt des Mannes abgegebene Samenflüssigkeit aufzufangen. Aus diesem Grund muss beim Überziehen von einem Kondom stets darauf geachtet werden, dass das Reservoir nicht zu straff auf der Eichel sitzt. Beim Überziehen sollte das Reservoir des Kondoms mit Zeigefinger und Daumen gegriffen und eventuell vorhandene Luft herausgedrückt werden. Im Anschluss kann das Kondom leicht auf das steife Glied aufgesetzt werden. Die Rolle des Kondoms muss dabei außen liegen. Nun muss das Kondom bloß noch über das erigierte Glied abgerollt werden. Das Kondom sitzt immer dann richtig, wenn das Reservoir Platz hat und das Präservativ das steife Glied luftbläschenfrei umschließt.

Viele Paare binden das Überziehen des Kondoms spielerisch in das Liebesspiel ein. So kommt es zu keinen peinlichen oder lusttötenden Pausen, während der Anwender das Kondom überziehen muss. Personen, die beim Sexualakt Kondome verwenden sollten jedoch beachten, dass man dieses niemals mit den Zähnen überziehen darf. Die scharfen Kanten der Zähne können das Kondom unter Umständen beschädigen und somit dessen verhütende Wirkung beeinträchtigen.

Vorgehen nach der Ejakulation

Um die schützende Wirkung von einem Kondom auch nach dem Liebesspiel nicht negativ zu beeinflussen, gibt es einige Grundsätze, wie mit dem Verhütungsmittel weiter zu verfahren ist. In diesem Zusammenhang ist es besonders wichtig, dass das Kondom nach dem Samenerguss beim Zurückziehen des Glieds festgehalten wird. Andernfalls kann das Kondom abrutschen und Samenflüssigkeit herauslaufen.

Nach dem Entfernen des Kondoms sollte daran gedacht werden, dass sich Reste der Samenflüssigkeit an den Händen befinden können. Aus diesem Grund sollten die Hände gründlich gewaschen werden. Darüber hinaus muss auch das Glied nach dem Abziehen des Kondoms mit lauwarmem Wasser abgewaschen werden.

Ein gebrauchtes Kondom: darf nicht nochmals verwendet werden, darf nicht in der Toilette entsorgt werden und sollte nur im Hausmüll entsorgt werden

Obwohl das Kondom das einzige Verhütungsmittel ist, das bei richtiger Anwendung sowohl vor ungewollter Schwangerschaft, als auch vor sexuell-übertragbaren Krankheiten schützt, wird das Überziehen des Präservativs von vielen als störend und zeitraubend empfunden. Dabei kann man durchaus lernen, ein Kondom korrekt überzuziehen, ohne dafür viel Zeit aufwenden zu müssen.

Im Allgemeinen kann davon ausgegangen werden, dass das Lernen des Überziehens von einem Kondom dazu führen kann, dass dessen Nutzung nach einiger Zeit nicht mehr als störend empfunden wird. Dies ist vor allem vor den ersten Liebesspielen besonders sinnvoll. Doch auch beim Wechsel der gewohnten Kondommarke kann es von Vorteil sein, vor dem Sexualakt zu Lernen, wie man das Kondom benutzt (Wie wird die Verpackung aufgerissen? Wie wird das Kondom abgerollt? Hat das Kondom die richtige Größe?). Dies kann in Abhängigkeit von der Kondommarke durchaus unterschiedlich sein.

Vor dem ersten Sexualakt kann es sinnvoll sein, dass Überziehen von einem Kondom an einer Gurke oder Banane zu lernen. Vor allem die richtige Handhabung des Präservativs kann auf diese Weise soweit perfektioniert werden, dass das Liebesspiel beim Überziehen nur kurzzeitig unterbrochen werden muss. Darüber hinaus können erfahrene Paare lernen, das Überziehen von einem Kondom in das Liebesspiel mit einzubeziehen. Auf diese Weise wird die Anwendung in der Regel als weniger störend empfunden.

Schmerzen beim Überziehen

Für ein Glied, das beim Überziehen von einem Kondom schmerzt, kann es verschiedene Ursachen geben. Die möglichen Ursachen für das schmerzende Glied, können dabei sowohl harmlose, als auch behandlungsbedürftige sein.

In vielen Fällen weisen Männer, deren Glied beim Überrollen von einem Kondom schmerzt, eine sehr große Außenhaut auf. Durch die Außenhaut wird die empfindliche Eichel im Alltag vor bestimmten Reizen (beispielsweise Druck und Reibung) sehr gut abgeschirmt. Selbst im erigierten Zustand ist die Eichel der betroffenen Männer oftmals noch vollständig von Außenhaut bedeckt. Wird die Außenhaut nun zum Überziehen des Kondoms zurückgeschoben, wird die empfindliche Eichel förmlich mit Reizen überflutet. Dies kann bei den betroffenen Männern dazu führen, dass das Glied beim Überziehen des Kondoms schmerzt.

Eine weitere weit verbreitete Ursache für das Auftreten von Schmerzen beim Überziehen von einem Kondom, ist die sogenannte Außenhautverengung. Bei dieser Erkrankung sitzt die Außenhaut zu eng auf der Eichel. Im erigierten Zustand wird dadurch starker Druck auf die Eichel ausgeübt. Wird die verengte Außenhaut vor dem Überziehen von einem Kondom ordnungsgemäß nach unten geschoben, so sorgt dies bei den betroffenen häufig dazu, dass das Glied schmerzt. Dieses Problem kann in der Regel nur durch einen Facharzt und eine operative Korrektur der Außenhautverengung behoben werden.

Überziehen durch die Frau

Nicht zwangsläufig muss immer der Mann derjenige sein, der für das Überziehen des Kondoms zuständig ist. Eine mitunter sehr reizvolle Variante kann auch sein, dass die Frau genau diesen Part übernimmt. Dies kann zum einen ganz klassisch mit der Hand vorgenommen werden oder aber zum anderen auch spielerisch mit dem Mund (italienische Methode).

Das manuelle Überziehen unterscheidet sich dabei nicht von der Technik, die auch der Mann anwendet. Bei der Methode mit dem Mund wird hingegen das Kondom mit gespitzten Lippen angesaugt (das Reservoir liegt dabei zwischen den Lippen, der Ring hingegen außerhalb), die Luft mit der Zunge aus dem Reservoir gedrückt, das erigierte Glied mit der Hand festgehalten, das Kondom an der Eichel angesetzt und anschließend mit den Lippen zur Wurzel hin abgerollt.

In beiden Fällen sollte die Frau jedoch gut darauf achten, das Kondom nicht etwa durch lange bzw. spitze Fingernägel oder mit den Zähnen zu beschädigen.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 07.04.2017
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