Folgen Sie uns auf:


Schwangerschaftsvorbereitung

Allgemeines

Wenn Paare sich dazu entscheiden, ein Kind zu bekommen, ist dies oft ein wichtiger Meilenstein in einer Beziehung.

Mit der Bereitschaft, gemeinsam Nachwuchs zu bekommen, ist man bereit, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. In Zukunft steht nicht mehr nur die eigene Partnerschaft, sondern das gemeinsame Kind im Mittelpunkt.
Mit dem Kinderwunsch geht eine große Vorfreude einher. Man schmiedet Zukunftspläne und malt sich aus, wie das Leben mit dem Kind wohl sein wird.
Die Verhütungsmaßnahmen werden schließlich pausiert und man stellt sich darauf ein, dass die Regelblutung (hoffentlich) nächsten Monat nicht einsetzt. Setzt sie dann doch wie gewohnt ein, obwohl nicht verhütet wurde, so ist die Enttäuschung häufig groß.
Dabei ist es völlig normal, dass es nicht gleich auf Anhieb mit dem Nachwuchs klappt. Die Eizelle ist nach dem Eisprung nur bis zu 24 Stunden befruchtungsfähig. Findet in dieser Zeit kein Geschlechtsverkehr statt, so kann es auch nicht zur Befruchtung kommen.
Dennoch wächst mit der Zeit für viele Paare der Druck und die Anspannung steigt von Monat zu Monat, in der Hoffnung, dass es vielleicht im nächsten Monat klappt. Es ist jedoch wichtig, dass sich mit der Zeit nicht alles nur um den Kinderwunsch dreht. Je größer die Anspannung des Paares und je größer der Stress, desto verkrampfter und schwieriger wird die Situation.
Emotionaler Stress kann die Fruchtbarkeit herabsetzen, sodass schnell ein Teufelskreis beginnt. Gezielte Ablenkung ist wichtig, um positive Gedanken zu bekommen und ausgeglichen zu bleiben. So sollte man noch Dinge mit dem Partner unternehmen, viel an die frische Luft gehen und sich mit Freunden treffen. Kommunikation ist dabei sehr wichtig. Wenn man sich mit dem Partner über seine Sorgen und Ängste austauscht, wird es leichter, damit umzugehen.

Um sich auf eine Schwangerschaft optimal vorzubereiten, kann man einige Dinge tun. Im Folgenden sind ein paar Tipps aufgeführt, wie die Zeit vor der Schwangerschaft sinnvoll genutzt werden kann.

Stressreduktion

Wenn eine Frau plant, schwanger zu werden, so sollte sie versuchen, stressige Situationen zu vermeiden. Stress führt zur Ausschüttung von Stresshormonen, die wiederum einen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben können.
Dies ist auch evolutionär bedingt sinnvoll, denn eine Frau, die sehr viel Stress hat, hat so gesehen keine Kapazität und keine körperlichen Reserven für ein Kind.

Entspannung und bewusste Freizeiterlebnisse helfen bei der Entspannung. Auch körperliche Bewegung, ausgedehnte Spaziergänge und Unternehmungen, an denen man Spaß hat, helfen, Alltagsstress zu reduzieren. Ein Urlaub kann ebenfalls zur Stressreduktion beitragen (Lesen Sie hierzu: Darf ich in der Schwangerschaft fliegen?). Dies ist sowohl vor, als auch während einer Schwangerschaft sehr wichtig.

Ernährung und körperliche Betätigung

Um sich optimal auf eine Schwangerschaft vorzubereiten, sollte unbedingt auch auf den eigenen Lebensstil geachtet werden.

Ausreichende körperliche Betätigung und gesunde Ernährung sind unabdingbar für die Gesundheit. Nur wenn die Mutter gesund ist, kann sich auch das Kind optimal im Mutterleib entwickeln.
Sowohl Unter- als auch Übergewicht haben einen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit und führen auch während einer Schwangerschaft nicht selten zu Komplikationen. Es kann zur Entwicklungsverzögerung des Kindes oder auch zu Frühgeburten kommen.

Bei der Ernährung sollte viel Gemüse gegessen werden.
Auch mediterrane Speisen, beispielsweise Fisch, sind sehr gesund, da sich darin viel Folsäure befindet. Folsäure ist sehr wichtig für die Entwicklung des kindlichen Gehirns und sollte in der Schwangerschaft unbedingt ausreichend zugeführt werden.
Zusätzlich ist auch auf eine ausreichende Trinkmenge von mindestens 2l pro Tag zu achten.
Eine Beratung beim Frauenarzt ist hilfreich, um die optimale Ernährung vor und während der Schwangerschaft zu erfragen.

Lesen Sie mehr auch: Ernährung während Schwangerschaft und Verbotene Lebensmittel in der Schwangerschaft.

Bei der körperlichen Betätigung ist ein leichtes Ausdauerprogramm besonders förderlich. Laufen, Schwimmen oder Radfahren eignen sich sehr gut dazu.
Zudem kann Ausdauersport beim Stressabbau helfen. Ein ausgewogenes Krafttraining kann die Kondition der Frau ebenfalls verbessern und zu einem besseren Körpergefühl führen. Eine Frau, die sich gut fühlt, hat eine positivere Einstellung. Dies kann sich nur positiv auf Fruchtbarkeit und Schwangerschaftsverlauf auswirken.

Wer möchte, kann auch gezielt die Beckenbodenmuskulatur trainieren. Dies kann förderlich sein, da der Beckenboden die wichtigste Stabilitätsfunktion besonders zum Ende der Schwangerschaft hin hat. Der Beckenboden muss das Gewicht des Kindes ausgleichen, sodass die mütterlichen Organe und das Kind in ihrer Position gehalten werden.

Das könnte Sie auch interessierenNahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft - Das sollten Sie wissen!

Kontrolle des Impfstatus

Der Impfstatus der Mutter sollte vor einer geplanten Schwangerschaft unbedingt ärztlich kontrolliert werden, da viele Impfungen während einer Schwangerschaft nicht verabreicht werden dürfen, um das Kind nicht zu gefährden.

Dazu gehören beispielsweise die Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln.
Um sich selbst und das Kind optimal zu schützen, sollten diese Impfungen jedoch unbedingt vorgenommen worden sein. Daher empfiehlt sich eine ärztliche Abklärung des Impfstatus in jedem Fall. Werden dabei Lücken im Impfpass entdeckt, so können die entsprechenden Impfungen noch vor Beginn der Schwangerschaft aufgefrischt werden.

Dies bildet die optimale Grundlage für die Gesundheit von Mutter und Kind während und nach der Schwangerschaft.

Lesen Sie mehr zum Thema: Impfen in der Schwangerschaft

Ärztliche Abklärung

Auch abgesehen vom Impfpass kann ein ganzheitlicher Gesundheitscheck vor Beginn einer Schwangerschaft nicht schaden.

Bestehen bei der werdenden Mutter chronische Erkrankungen, sollten diese vorab gut therapeutisch eingestellt sein. Bei vererbbaren Erkrankungen sollte vorab eine Beratung des Paares über mögliche genetische Risiken des zukünftigen Kindes erfolgen. Auch Routineeingriffe, wie beispielsweise Zahnarztbesuche, sollten unbedingt vor Beginn der Schwangerschaft erledigt werden, da während einer Schwangerschaft nur ungern Eingriffe vorgenommen werden, die eine potenzielle Infektionsgefahr darstellen.

Zudem beruhigt es die werdende Mutter, wenn sie vor Beginn ihrer Schwangerschaft sicher sein kann, dass sie gesund ist und optimale Voraussetzungen für die adäquate Entwicklung eines Kindes bestehen.

Nikotin-und Alkoholverzicht

Raucherinnen, die sich ein Kind wünschen, sollten schon vor der geplanten Schwangerschaft damit beginnen, ihren Zigarettenkonsum zu reduzieren.
Da es nicht leicht ist, sich das Rauchen abzugewöhnen, sollte damit frühzeitig begonnen werden. Auch der Partner sollte, falls er ebenfalls Raucher ist, unbedingt bei der Rauchentwöhnung mitmachen.
Versucht nur ein Partner, das Rauchen einzustellen, so hat diese Prozedur langfristig keine großen Erfolgsaussichten. Eine Rauchentwöhnung ist jedoch sehr wichtig, um die Gesundheit des Kindes nicht zu gefährden. Frauen, die in der Schwangerschaft rauchen, haben ein höheres Risiko, das Kind während der Schwangerschaft zu verlieren. Auch Frühgeburten und der plötzliche Kindstod treten deutlich häufiger bei Raucherinnen auf.
Nicht zuletzt wird die kindliche Entwicklung durch den Nikotinkonsum dahingehend beeinflusst, dass die Kinder häufig mit deutlich zu geringem Geburtsgewicht auf die Welt kommen. Auch die geistige Entwicklung des Kindes kann beeinträchtigt sein.
Dabei ist Passivrauchen der Mutter genauso schädlich, wie wenn sie selbst aktiv raucht. Daher ist es enorm wichtig, dass auch der Partner das Rauchen einstellt.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Wie gefährlich ist Rauchen in der Schwangerschaft?

Bezüglich Alkoholkonsum ist zu sagen, dass dieser in der Schwangerschaft absolut untersagt ist. Alkohol hat eine toxische Wirkung auf sämtliche Zellen des Organismus, besonders gefährlich ist er jedoch für das kindliche Gehirn, das sich noch in der Entwicklung befindet. Frauen, die in der Schwangerschaft Alkohol konsumieren, bringen häufig Kinder mit einem fetalen Alkoholsyndrom (FAS) auf die Welt.
Die Kinder machen nach der Geburt eine Entzugssymptomatik durch, da sie während der Schwangerschaft ständig dem mütterlichen Alkoholpegel ausgesetzt waren.
Diese Kinder sind oftmals verhaltensauffällig, entwicklungsretardiert und manchmal auch intelligenzgemindert.
Dazu kommen spezifische körperliche Auffälligkeiten (schmales Oberlippenrot, weit auseinander stehende Augen, tief stehende Ohren, uvm.), die bereits äußerlich erkennbar werden lassen, dass ein fetales Alkoholsyndrom vorliegt.

Lesen Sie mehr zum Thema unter Alkohol in der Schwangerschaft

Kommunikation und Planung

Generell kann es vieles erleichtern, wenn man sich frühzeitig Gedanken um das Leben mit dem geplanten Nachwuchs macht.

Einige Dinge sollten vorab geklärt sein. Besonders wichtig ist es, dass sich beide Partner sicher sind, dass der richtige Zeitpunkt, ein Kind zu bekommen, gekommen ist.
Der Kinderwunsch sollte auf keinen Fall einseitig sein. Dies birgt später ein hohes Konfliktpotenzial. Ist diese Grundlage eindeutig da, gibt es weitere wichtige Faktoren, die es zu klären gilt. Dazu gehört der finanzielle Hintergrund, also ob beispielsweise genug Rücklagen für die Versorgung eines Kindes vorliegen.
Auch, wie die Versorgung des Kindes sichergestellt werden kann, sollte vorab besprochen werden. Welcher Partner bleibt zuhause? Ist Verwandtschaft in der Nähe, die aushelfen kann und möchte? Sind gegebenenfalls Unterbringungsmöglichkeiten im Umkreis (Kitas o.ä.)? Wie stellt sich das Paar den Alltag mit Kind vor?

Natürlich sollte vor der Schwangerschaft nicht zu viel bereits durchgeplant werden. Dies kann im Falle von Schwierigkeiten beim Schwangerwerden den Druck zusätzlich erhöhen. Es ist jedoch förderlich, wenn vorab Grundlagen geklärt sind, da dies dem Paar viel Stress während einer Schwangerschaft ersparen kann. Besonders während der Schwangerschaft sollte mit den Kräften gehaushaltet werden, sodass das mütterliche und kindliche Wohl nicht gefährdet wird.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter:

Alle Themen rund um Schwangerschaft und Geburt finden Sie unter Gynäkologie A-Z

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
Für Sie passende Themen
Ihre Meinung ist uns wichtig

Dr-Gumpert.de ist ein Projekt, das mit viel Engagement vom Dr-Gumpert.de Team betrieben wird. Im Vergleich zu anderen Webseiten ist vielleicht nicht alles so perfekt, aber wir gehen persönlich auf alle Kritikpunkte ein und versuchen die Seite stets zu verbessern.
An dieser Stelle bedanken wie uns bei allen Unterstützern unserer Arbeit.
Wenn Ihnen diese Seite gefallen hat, unterstützen auch Sie uns und drücken Sie: