plötzlicher Kindstod Ursache

Synonyme

Sudden infant death syndrome, SIDS, crib death, cot death

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Ursachen beim plötzlichen Kindstod

Für den plötzlichen Kindstod gibt es bisher keine gesicherte Ursache. Deswegen gilt momentan die multifaktorielle Hypothese als am wahrscheinlichsten. Diese besagt, dass Kinder, die endogenen (inneren) und exogenen (äußeren) Risiken ausgesetzt sind, im Schlaf unter Sauerstoffmangel dekompensieren können. 90% der Kinder versterben im Schlaf. Die folgenden Risikofaktoren konnten dabei gehäuft bei verstorbenen Kindern durch SIDS beobachtet werden, als bei Kontrollkindern.

Die einzelnen Risikofaktoren können unterschiedlich großen Einfluss auf den plötzlichen Kindstod haben. Während die endogenen Risikofaktoren kaum beeinflussbar sind, können die exogenen Risikofaktoren zum Teil sehr gut umgangen werden. Wichtig zu wissen ist, dass die einzelnen Faktoren noch kein Risiko darstellen, sondern nur mehrere der folgenden Punkte auftreten müssen. Auch dann bedeutet dies aber nicht, dass sicher ein plötzlicher Kindstod auftreten kann. Da die Ursache noch nicht genau erklärt ist, handelt es sich hier um eine Zusammenfassung sämtlicher Faktoren, die mit dem plötzlichen Kindstod in Zusammenhang gebracht wurden.

Zu den endogenen Risikofaktoren zählen Frühgeborene oder Mangelgeborene, besonders wenn eine Fehlentwicklung der Lunge vorliegt. Außerdem Säuglinge die unter einer schweren Form von Atemdepression und Kreislaufschwäche nach der Geburt litten. Geschwisterkinder von SIDS- Todesfällen und Säuglinge die schon einen Sterbeanfall erlitten haben und rechtzeitig behandelt wurden, haben ein erhöhtes Risiko. Des Weiteren gelten Kinder drogenabhängiger Mütter oder Kinder mit nachgewiesenen Atempausen während des Schlafs als gefährdet. Zudem sind folgende autonomen Regulationsschwächen risikobehaftet:

Reizleitungsveränderungen im Herz, erhöhte Schweißproduktion, Refluxerkrankung, gestörte Saug- Schluck- Koordination, auffallende Bewegungsarmut und schrilles Schreien. Auch Kinder die schwer erweckbar sind können ein erhöhtes Risiko haben.

Die exogenen Faktoren sind weitaus besser kontrollierbar, und entsprechend wichtig für die Eltern. Auffällig ist, dass die deutliche Mehrzahl der Kinder in Bauchlage gefunden wurde. Außerdem können eine Überwärmung im Schlaf und eine weiche Bettunterlage sowie Niktoinexposition während und nach der Schwangerschaft problematisch sein. Auch häufige Infekte der Kinder, sowohl viral als auch bakteriell können zu Atempausen oder Hitzestress führen. Auch die Schlafsituation ist sehr wichtig. So kann das Eindrehen in die Bettdecke, Einklemmung oder Überdecken eine Gefahr darstellen. Auch das Schlafen des Kindes in engem Körperkontakt zu alkoholisierten Eltern kann gefährlich werden. Psychosoziale Faktoren wie erhöhter Stress des Kindes, wenig Zuwendung, vernachlässigte Pflege und ein schlechter sozioökonomischer Status können Einfluss auf den plötzlichen Kindstod haben. Ob eine fehlendes Stillen Einfluss hat, ist bislang unklar.

Neben diesen eher vagen Ursachen gibt es auch einige krankhafte Ursachen für einen plötzlichen Kindstod. Dazu gehören zerebrale Erkrankungen wie Blutungen, Tumore und Fehlbildungen. Auch Atemwegserkrankungen, wie Pneumonie oder Fehlbildungen, sowie kardiale Erkrankungen oder Sepsis können zu einem plötzlichen Versterben führen. Auch angeborene Stoffwechselstörungen und gastrointestinale Erkrankungen können erklärbare Ursache sein. Des weiteren natürlich auch Unfälle im Schlaf, z.B. Strangulation und Ersticken oder mutwillige Kindstötung durch Ersticken oder Vergiften sind möglich. Um die Masse der möglichen Ursachen auf eine individuelle Diagnose zurückzuführen, ist eine Obduktion notwendig.


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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012