Ptosis

Synonyme im weiteren Sinne

Herabhängendes, oberes Augenlid;
griech.: Senkung, Herunterfallen

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Definition

Die Ptosis ist für sich genommen keine eigene Erkrankung, sondern ein Symptom, das verschiedenste Ursachen haben kann. Erkennbar ist sie daran, dass das obere Augenlid eines, oder beider Augen trotz Versuch des Patienten, die Augen weit zu öffnen, so weit nach unten ragt, dass obere Iris und Pupille ganz oder teilweise verdeckt werden. Prominentes Beispiel einer einseitigen, angeborenen Ptosis ist der Unterhalter Karl Dall. Abzugrenzen ist die Ptosis von der Pseudoptosis, die zum Beispiel durch nachlassende Bindegewebsspannung der Haut im Alter entstehen kann, als auch von einem Enophthalmus (Zurücksinken des Augapfels in die Augenhöhle aufgrund einer Orbitabodenfraktur, der Folge einer Abmagerung oder Störungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes). Übergroß ausgebildete Augenlider oder ein Spasmus des Musculus orbicularis oculi (Augenschließmuskel) führen ebenso zu einer Pseudoptosis. Ein Ektropium (Herabhängen und Auswärtsdrehung des Augenlides aufgrund einer Schwäche des Musculus orbicularis oculi) des Oberlides ist eine sehr seltene Differentialdiagnose zur Ptosis, da hier fast immer die Unterlider betroffen sind.

Häufigkeit

Eine angeborene Ptosis ist sehr selten und meist einseitig, in der Literatur jedoch nicht weiter beziffert. Ptosisformen anderer Ursachen orientieren sich in ihrer Häufigkeit an der verursachenden Erkrankung (Ptosis)

Symptome

Da die Ptosis das eigentliche Symptom ist, hinter der sich eine Vielfalt von Störungen und Erkrankungen verbergen können, stellt sich an diesem Punkt die Frage nach gemeinsam auftretenden Symptomen, die in ihrer Kombination und nach anamnestischer Befragung des Patienten Aufschluss über die Ursache bieten. Neben dem äußeren Erscheinungsbild des hängenden Lides (Ptosis) kann der Patient ein störendes Gefühl durch das auf den Augapfel lastende Lid haben. Das Sehen kann teilweise oder vollständig auf einem Auge behindert sein. Die Gefahr der Entstehung einer Schwachsichtigkeit durch eine von Geburt an bestehende Ptosis wurde bereits erwähnt. Letztendlich ist auch die kosmetische Beeinträchtigung des Patienten eine nennenswerte Krankheitsfolge.

Diagnose

An weiterführender Diagnostik der Ptosis kann eine Blutuntersuchung zur Abklärung einer autoimmunen oder genetischen Ursache, als auch zum Nachweis von Tumormarkern erfolgen. Ultraschall, beispielsweise von der Schilddrüse, kann deren Vergrößerung abklären oder bei der Halsschlagader eine Dissektion zeigen. Röntgen von Wirbelsäule und Brustkorb  bieten Aufschluss über eine mögliche Wirbelkörperfraktur oder einen Tumor der Lungenspitze (Pancoast-Tumor). Über Computertomographie oder Magnetresonanztomographie lassen sich Schädelfrakturen, Infarktgeschehen, Blutungen oder auch Weichteilprozesse wie Entzündungen finden.


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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 14.05.2012