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Synonyme
Wirbelfraktur, Wirbelkörperbruch, Bruch des Wirbelkörpers, Kompressionsfraktur, Stauchungsfraktur, Biegungsfraktur, Berstungsfraktur, Luxationsfraktur, Dornfortsatzfraktur, Querfortsatzfraktur, Bruch Wirbelkörper, Bruch Wirbel
Definition
Bei einem Wirbelbruch handelt es sich um eine Fraktur eines Wirbels der Wirbelsäule. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um die Folge eines Unfalls (traumatischer Wirbelkörperbruch) oder osteoporosebedingt. Eine Wirbelfraktur kann den Dornfortsatz, den Wirbelkörper oder den Wirbelbogen betreffen. Bei einem instabilen Wirbelbruch kann das Rückenmark durch verschobene Knochenbruchstücke gefährdet sein.
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Lokalisation
In den meisten Fällen ist die untere Brustwirbelsäule und obere Lendenwirbelsäule (LWS) betroffen. In ca. 20 % der Fälle sind mehr als ein Wirbelkörper betroffen.
Ursachen
Ursachen / Atiologie:
- Direkte Gewalteinwirkung (Sturz, Schlag, Stoß, Anprall etc.)
- Indirekte Gewalteinwirkung (Axiale Stauchung, Überstreckung, Überbeugung, Rotationsbeugung etc.)
- Pathologische Frakturen (Osteoporose, Tumore etc.)
Bei der direkten Gewalteinwirkung wird der Wirbelkörper durch die von außen einwirkende Kraft unmittelbar verletzt.
Beispiel: Sturz auf der Treppe mit direktem Anprall eines Wirbelkörpers an der Treppenstufe.
Bei der indirekten Gewalteinwirkung wird die von außen einwirkende Kraft fortgeleitet und der Wirbelkörper mittelbar verletzt.
Beispiel: Kopfsprung ins seichte Wasser mit Stauchung der Halswirbelsäule.
Charakteristisch für pathologische Frakturen der Wirbelsäule ist, dass eine Bagatellverletzung ohne wesentliche Kraftentfaltung genügt einen vorgeschädigten Wirbelkörper zu frakturieren.
Beispiel: Brüche ohne adäquates Unfallereignis (Spontanfrakturen) bei Osteoporose.
Klassifikation

- Osteoporose für zu Wirbelkörperbrüchen
Die Klassifikation / Einteilung:
Für die ersten beiden Halswirbelkörper (Atlas und Axis) gibt es gesonderte Klassifikationen des Wirbelkörperbruch, die an dieser Stelle nicht erwähnt werden sollen.
Wesentlichstes Merkmal bei Wirbelkörperfrakturen ist die Einteilung in stabile und instabile Frakturen.
Während der stabile Wirbelbruch keine Gefahr für das Rückenmark darstellen, wird bei instabilen Wirbelkörperfrakturen das Rückenmark durch bewegliche Frakturfragmente (Bruchteile) gefährdet.
Die Frage der Wirbelsäulenstabilität nach einer Verletzung entscheidet sich an den Verletzungsfolgen der hinteren Wirbelsäulenstrukturen:
- Wirbelkörperhinterkante und Bandscheibenwand
- Wirbelbogen und Gelenkfortsätze
- Hinterer Wirbelsäulenbandkomplex
Nach Magerl (1980) stellen sich primär stabile Wirbelsäulenverletzungen (A) wie folgt dar:
Stauchung oder Kompression der Wirbelkörperspongiosa bei intakten Band- und Gelenkverbindungen und allenfalls leicht verletzter Bandscheibe. Daraus resultiert meistens der typische Keilwirbel. Eine Verletzung der Wirbelkörperhinterwand liegt nicht vor. Trotz Sofortbelastung und Sofortmobilisation ist keine Zunahme der Deformierung und keine Frakturfragmentverschiebung zu erwarten.
Demgegenüber sind bei den primär instabilen Wirbelsäulenverletzungen (B) mindesten zwei von drei Stabilitätselemente (vorderer Wirbelkörper, hinterer Wirbelkörper, hinterer Wirbelsäulenbandkomplex) verletzt. Es besteht hier die Gefahr der zunehmenden Deformierung und Frakturfragmentverschiebung.
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Symptome:
Je nach Lokalisation der Fraktur bestehen Schmerzen über dem verletzten Wirbelkörper und die benachbarten Wirbelsäulenabschnitte. Die Schmerzintensität kann sehr unterschiedlich sein. Bei nur leichter Wirbelkörpereinstauchung kann eine Fraktur aufgrund geringer Beschwerden leicht übersehen werden. Größere Verletzungen können hingegen mit einer erheblichen Schmerzsymptomatik einhergehen.
Bei einer Verletzung des Rückenmarks (Durchtrennung, Kontusio spinalis) können die typischen Symptome einer Querschnittslähmung eintreten:
- Ausfall der Willkürmotorik und des Reflexverhaltens unterhalb der Schädigung
- Ausfall der Oberflächen- und Tiefensensibilität
- Funktionsstörungen von Blase, Mastdarm, Potenz
- Veränderung der Hautdurchblutung, Trophik und Schweißsekretion
Osteoporotischer Wirbelkörperbruch
Deck- und Grundplatteneinbruch (Sinterungsfraktur) bei Osteoporose mit Ausbildung einer kurzstreckigen Kyphose (Rundrücken). Brechen mehrere Wirbelkörper auf diese Art entsteht der sogenannte "Witwenbuckel", welcher durch einen stark ausgeprägte Rundrücken gekennzeichnet ist.
Prognose
Ein Wirbelbruch führt zu einer dauerhaften Veränderung des Wirbelkörpers und somit auch seiner Funktion. Im Gegensatz zu anderen Knochen kann der einmal eingestauchte Knochen sich nicht wieder aufrichten.
Ob sich daraus Probleme entwickeln ist praktisch nicht vorhersehbar. Durch eine resultierende Verheilung in Fehlform können benachbarten Bereiche dauerhaft überlastet werden.
Ist es durch den Wirbelbruch zu Nervenverletzungen gekommen, ist das Ausmaß der Schädigung und die Dauer bis der Schaden behoben werden konnte entscheidend für die Prognose.
Leichte Nervenirritationen bilden sich fast immer zurück, bei einer Querschnittssymptomatik ist die Prognose ungünstig, aber auch hier ist eine vollständige Wiederherstellung denkbar.
Liegt ein osteoporosebedingte Wirbelfraktur vor, ist die Osteoporosetherapie von entscheidender Bedeutung, da ohne Therapie weiter Brüche an anderen Wirbelkörpern drohen.
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