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Querschnittslähmung
Synonyme im weiteren Sinne
Querschnittssyndrom, Querschnittläsion, Transversalsyndrom
Medizinisch: Paraplegie, (spinales)
Englisch: paraplegia, transverse lesion
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Definition

- Querschnittslähmung
Die Querschnittslähmung ist keine Krankheit, sondern eine Kombination von Symptomen, die in Folge einer Unterbrechung der Nervenleitung des Rückenmarks auftreten.
Das Rückenmark bildet zusammen mit dem Gehirn das Zentrale Nervensystem (ZNS). Es reicht von oberhalb des ersten Halswirbels bis etwa über den zweiten Lendenwirbel und liegt geschützt in einem knöchernen Kanal, dem Spinalkanal, der sich innerhalb der Wirbelsäule befindet. Einerseits leitet das Rückenmark Befehle vom Gehirn aus an die Muskeln weiter, andererseits führt es aber auch Informationen über Berührungen, Schmerz oder Stellung der Gliedmaßen vom Körper zurück zum Gehirn.
Außerdem beherbergt es noch Nerven, die für die Steuerung von inneren Organen verantwortlich sind, es kontrolliert also auch weitgehend unbewusst ablaufende Vorgänge, wie zum Beispiel die Verdauung oder die Herzfrequenz (vegetatives Nervensystem). Eine Durchtrennung des Rückenmarks durch eine Verletzung führt unterhalb dieser zu Ausfällen der oben genannten Funktionen, also nicht nur zu Lähmungen (Ausfall der motorischen Funktion), sondern auch zu Schädigungen der sensiblen und vegetativen Komponenten, weshalb das Wort Querschnittssyndrom diesen Zustand eigentlich treffender beschreibt als der Begriff Querschnittslähmung.
Epidemiologie
In Deutschland werden jedes Jahr 1000 bis 1500 Menschen neu von einer Querschnittslähmung betroffen, wobei 80% davon bei Männern auftreten. Die häufigste Ursache (ungefähr 70%) sind Unfälle, wovon wiederum die weitaus häufigste Sorte Autounfälle sind.
Ursachen

- Ursache einer Querschnittslähmung
Generell besteht die Ursache einer Querschnittslähmung in einer Verletzung des Rückenmarks. Meistens geschieht dies durch einen Unfall (spinales Trauma) mit Frakturen der Wirbelsäule (in der Mehrzahl der Fälle passiert dies im Bereich der Halswirbelsäule, aber prinzipiell ist dies auf jeder Höhe möglich). In der Regel wird das Rückenmark allerdings nicht direkt durchtrennt, sondern erst durch einen gebrochenen Wirbelkörper. Aus diesem Grund werden die Personen, bei denen der Verdacht auf einen Wirbelkörperbruch besteht, nach Unfällen auch so weit wie möglich unbeweglich gemacht, zum Beispiel mit Hilfe einer Halskrause, die die Wirbelsäule stützt. Wenn der gebrochene Wirbel das Rückenmark nicht durchtrennt, sondern „nur“ darauf drückt und es einquetscht, hängt die Schädigung von der Zeitspanne ab, während derer dieser Druck besteht. Einige Schädigungen, wie Lähmungen, sind zum Teil über eine gewisse Zeit hin reversibel.
Darüber hinaus können alle Krankheiten, die das Rückenmark zerstören, auch eine Querschnittslähmung auslösen. Einige Entzündungen können das Rückenmark schädigen, allen voran die Kinderlähmung (Poliomyelitis). Gegen diese Erkrankung gibt es zwar einen wirksamen Impfstoff (siehe Impfung gegen Kinderlähmung), doch durch die zunehmende Impfmüdigkeit werden wieder vermehrt Fälle beobachtet. Bei dem Krankheitsbild der Multiplen Sklerose (MS) findet auch eine Entzündungsreaktion gegenüber Nervenzellen statt, die allerdings nicht durch äußere Erreger ausgelöst wird, sondern aufgrund einer Fehlregulation durch den Körper selbst entsteht. Dies bezeichnet man als Autoimmunerkrankung.
Auch eine Raumforderung durch einen Tumor kann das Rückenmark schwer schädigen. Ein Bandscheibenvorfall (zwischen den Wirbelkörpern befinden sich die sogenannten Bandscheiben, die, wenn sie aus ihrer eigentlichen Position herausrutschen, Druck auf das Rückenmark ausüben können) führt zwar in der Regel nur zur Lähmung einzelner Muskeln, kann aber in extremen Fällen auch eine Querschnittslähmung auslösen. Manchmal kommt es auch im Rahmen einer Gefäßerkrankung zu einer Querschnittslähmung, nämlich dann, wenn Arterien verlegt sind und das Rückenmark nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird, um seine Funktion aufrechterhalten zu können.
Diagnose

- Diagnose der Querschnittslähmung
Den Verdacht auf eine Querschnittslähmung äußert der Betroffene normalerweise selbst. Um diesen zu bestätigen, stehen dem Arzt, je nach vermuteter Ursache, verschiedene Tests und bildgebende Verfahren zur Verfügung.
Ist ein Unfall geschehen, wird der Arzt entweder eine Röntgenaufnahme, eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchführen lassen, mit welchen man den Bruch eines Wirbelkörpers und die Quetschung des Rückenmarks auf dem entstehenden Bild erkennen kann. Die vorliegenden Bilder liefern dann eine Aussage über das Ausmaß und die Lokalisation der Schädigung, außerdem helfen sie bei der Entscheidung, ob eine Operation notwendig ist oder nicht.
Wenn die Querschnittslähmung sich jedoch langsam entwickelt hat, wird der Arzt eine ausgeprägte neurologische Untersuchung durchführen. Hierzu zählen mehrere Tests, die die Sensibilität und die Muskelkraft überprüfen. Um eine Entzündung des Rückenmarks auszuschließen bzw. nachzuweisen, kann eine Blutuntersuchung notwendig sein.
Wichtige Differenzialdiagnosen sind Lähmungen, die durch Schädigungen der Nerven im Gehirn oder durch eine Erkrankung des Muskels selbst hervorgerufen werden. In diesen Fällen ist allerdings die Sensibilität noch intakt.
Prognose
Auch die Prognose der Querschnittslähmung ist von ihrer Ursache abhängig. Wenn die Symptomatik allmählich im Zuge einer Krankheit entstanden ist, kann die Muskelfunktion teilweise durch eine frühe Therapie sogar vollständig wiederhergestellt werden, da Teile der Nerven noch intakt sind. Wenn das Rückenmark jedoch vollständig durchtrennt ist, so wie es üblicherweise nach einem Unfall der Fall ist, dann ist die Schädigung unwiderruflich.
Prophylaxe
Da die Querschnittslähmung am häufigsten die Folge eines Unfalls ist, sollte man sich im Straßenverkehr an die Regeln und immer vorsichtig verhalten, außerdem sowohl hier (zum Beispiel als Motorradfahrer) als auch bei extremen Sportarten auf das Tragen einer angemessenen Schutzkleidung achten. Um einen Bandscheibenvorfall zu verhindern, sollte man stets bemüht sein, die Wirbelsäule keinen übermäßigen Belastungen auszusetzen.
Zusammenfassung
Die Querschnittslähmung, oder besser: das Querschnittssyndrom, entsteht am häufigsten als Folge eines Unfalls, bei dem das Rückenmark verletzt wird.
Die Folge sind Störungen von motorischen, sensiblen und vegetativen Funktionen, die je nach Lokalisation der Schädigung einen unterschiedlich großen Teil des Körpers betreffen. Patienten sind in der Regel auf einen Rollstuhl angewiesen und müssen viele zuvor selbstverständliche Aktivitäten des täglichen Lebens neu erlernen, da eine einmal vorliegende Durchtrennung des Rückenmarks nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.
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