Schluckauf

Synonym

Singultus

Englisch: hiccup

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Definition

Unter Schluckauf versteht man plötzlich eintretene Kontraktionen des Zwerchfells, die  unregelmäßig oder regelmäßig zum plötzlichen Herauspressen von Teilen der in der Luftröhre befindlichen Luft führt.

Chronischer Schluckauf

In den meisten Fällen vergeht der plötzlich aufgetretene Schluckauf innerhalb weniger Minuten oder Stunden. In seltenen Fällen kann es allerdings zu einem chronischen Verlauf des Schluckauf kommen, der sogar Tage und Wochen dauern kann. Je nach Ursache des Schluckauf und nach Behandlung der auslösenden Erkrankung verschwindet der Schluckauf früher oder später. In ganz seltenen Fällen besteht der Schluckauf zeitlebens und bedarf einer speziellen Behandlung.

Gefahren des Schluckauf

Schluckauf

Prinzipiell ist der Singultus ungefährlich und durch seine meist nur kurze Dauer auch nicht behandlungsnotwendig. Bei lange anhaltenden oder häufig auftretenden Schluckaufperioden stellt zum Einen eine enorme psychische Belastung ein Grund der Behandlung dar, zum Anderen können durch den Schluckauf in Unordnung gebrachte Ventilationsverhältnisse zu einem enormen Leistungsabfall und sogar zu lebensgefährlichen Situationen führen. Wer unter chronischem Schluckauf leidet, wird nicht physiologisch ein und ausatmen, sondern der Körper bekommt in unregelmäßigen Dosen kleine Sauerstoffrationen, unabhängig davon, ob er mehr benötigt oder nicht. Es kann somit durchaus vorkommen, dass es zu einer chronischen Sauerstoffschuld und zur Unterversorgung des Organismus kommt, der zu einem massiven Leistungsabfall führt. Nächtliche Schlafstörungen, die ebenfalls aus einem chronischen Schluckauf resultieren, sorgen ebenfalls für eine starke Leistungsminderung.

Epidemiologie

In den allermeisten Fällen sind Männer von dem Phänomen des Schluckauf betroffen. Warum Frauen eher weniger betroffen sind ist nicht geklärt. Neben einer Erkrankungshäufigkeit im Kindesalter, kommt es bei erwachsenen Männern und weniger bei älteren zu einem Häufigkeitsgipfel.


Diagnose

Diagnose des Schluckauf

Beim Schluckauf handelt es sich um eine Blickdiagnose. Die Diagnose der auslösenden Ursache reicht von der gängigen körperlichen Untersuchung der Bauch- und der Brustorgane bis zum Anfertigen einer Computertomographie, in der Verwachsungen des Bauchraumes oder bösartige Veränderungen sichtbar gemacht werden können.

Alternativmedizinische Therapien

Neben den schulmedizinischen Therapieversuchen mit Medikamenten gibt es zahlreiche alternativmedizinische Ansätze, die sicher jeder bereits auch schon einmal selbst ausprobiert hat. Zeitweise bringt das Luftanhalten über einen Zeitraum von mindestens 30 Sekunden Linderung und lässt den Schluckauf wieder verschwinden. Des Weiteren kann das Trinken von kleineren, mehreren Schlucken von eiskaltem Wasser zum Beenden des Schluckauf führen. Auch das sich Ablenken und an etwas anderes denken außer an den Schluckauf kann zu einer zeitweisen Besserung führen. Dies tritt vor allem dann ein, wenn der Schluckauf vegetativ (vegetatives Nervensystem) bedingt ist und durch vegetativer Erregung zustande kommt. Klinische Studien existieren bezüglich all dieser alternativmedizinischen Heilmethoden allerdings nicht und jeder, der schon einmal Schluckauf hatte wird über die Wirksamkeit und Unwirksamkeit selbst entscheiden müssen.

Zusammenfassung

Unter Schluckauf oder auch Singultus genannt versteht man meist plötzlich eingetretene rhythmische Kontraktionen des Zwerchfell mit folgendem  Herauspressung der Atemluft gegen die geschlossene Stimmritze, was zu dem Schluckauf typischen Geräusch führt. Währende des Schluckauf kommt es zu einer erhöhten und unkontrollierten Aktivität des Zwerchfells, das für den Atemvorgang die größte Rolle spielt (durch Kontraktion des Zwerchfells wird die Lunge gedehnt und es gelangt durch einen Unterdruck die notwendige Atemluft in die Lungen. Der häufigste Grund eines Schluckauf liegt in einer übermäßigen Füllung des Magens mit Luft.
Durch hastiges Essen kann zu viel Luft in den  Magen gelangen und so das Zwerchfell reizen. Auch kaltes Wasser oder zu scharfe Kost wird für einen plötzlich eingetretenen Schluckauf verantwortlich gemacht.
Das Zwerchfell wird durch den N. Phrenicus und den N. Vagus versorgt. Bei Reizung dieser Nerven kann es ebenfalls zu einem plötzlich eintretenen Schluckauf kommen. Auch vegetative Situationen, wie z.B. Aufregung oder Schock führen zu einem bald wieder sich einstellenden Schluckauf. Neben diesen zahlreichen eher harmlosen Ursachen gibt es auch schwerwiegende Erkrankungen, wie z.B. Tumorerkrankungen, die zu einem Druck auf das Zwerchfell oder den entsprechenden Nerven führen und so einen Schluckauf auslösen können, der aber meistens chronisch wird. Auch Verwachsungen von zwerchfellnahen Strukturen oder der Nerven durch vorangegangene Operationen können zu einem Schluckauf führen. Meistens ist eine Therapie von einfachem Schluckauf nicht nötig, da dieser nach wenigen Minuten oder Stunden wieder verschwindet. Zahlreiche Hausmittel existieren und reichen von 30 sekündigem Luftanhalten bis hin zum autogenen Training und zum Trinken kalten Wassers.

Bei chronischem Schluckauf können Medikamente vom Benzodiazepin Typ oder vom Neurolptika Typ können verabreicht werden. In seltenen Fällen eines mehrere Wochen oder Monate anhaltenden Schluckauf ist neben der Beseitigung der auslösenden Grunderkrankung auch die Zerstörung des betroffenen Nervus phrenicus zu überlegen. Die Atemtätigkeit würde dann vom gegenüberliegenden Nerv übernommen werden. Aufgrund der zahlreichen Risiken des Eingriffs stellt die operative Ligation des N. Phrenicus allerdings die allerletzte Behandlungsmöglichkeit dar.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012