Ursachen des Schluckauf
Ursachen

- Ursachen des Schluckauf
Die Atmung funktioniert dadurch, dass die am Brustkorb aufgehängte Lunge bei jedem Atemzug aufgedehnt, bei jedem Ausatmen dann wieder zusammengepresst wird. Dies passiert entgegen der landläufigen Meinung passiv, d.h die Lunge kann sich nicht selbst aufdehnen. Die Lunge ist am Brustkorb befestigt. Dieser kann sich durch die Atemhilfsmuskulatur nur bedingt heben und senken. Die Hauptarbeit übernimmt das Zwerchfell, ein an der Unterseite der Lunge befestigter Muskelkomplex, der zum Einen die Bauchorgane von den Brustorganen abtrennt zum Anderen durch Kontraktionen die am Brustkorb aufgehängte Lunge aufdehnt.
Durch diese Aufdehnung kommt es zur Vergrößerung der Lunge und zu einem Unterdruck, der Luft von außen in die Lunge hineinzieht und so dafür sorgt, dass es zum lebensnotwendigen Frischgasaustausch kommt. Die Atmung läuft meist unbewusst ab. Zwar kann man sich auf jeden Atemzug bewusst besinnen und so die Frequenz der Atembewegung beeinflussen. Bei den zahlreichen am Tag notwendigen Luftzügen, registrieren wir aber nur einen sehr kleinen Teil bewusst. Die meisten Atemzüge verlaufen also vom zentralen Nervensystem fremdgesteuert. Das Zwerchfell (Diaphragma) zieht sich nicht automatisch zusammen, sondern wird von einem Nerven versorgt, der den Befehl aus dem Unterbewusstsein an das Zwerchfell weiterleitet sich zusammenzuziehen. Dabei handelt es sich um den Nervus phrenicus.
Schluckauf wird aus unterschiedlichen Gründen ausgelöst. Zum Einen kann es durch eine Zwerchfellreizung zu einem unkontrollierten schnellen Zusammenziehen des Zwerchfells kommen. Bei gleichzeitigem Stimmritzenverschluss kommt es zu dem bekannten Schluckaufgeräusch, da die plötzlich herausgepresste Luft gegen die geschlossene Stimmritze gedrückt wird.
Schluckauf durch Reizung des Zwerchfells:
In den allermeisten Fällen kommt eine Reizung des Zwerchfells durch eine erhöhte Luftfüllung des Magens zustande. Durch schnellen Essen z.B. kann ein erhöhter Luftanteil mit jedem Bissen in den Magen gelangen, dieser wird aufgedehnt und führt so zu einer Reizung des Zwerchfells. Auch zu kaltes Wasser oder der Verzehr von scharfen Speisen werden für vorübergehenden Schluckauf verantwortlich gemacht. Neben dem Nervus phrenicus ist am Schluckauf Vorgang noch der Nervus vagus, ein Nerv des sogenannten parasympathischen Nervensystems (Parasympathikus), beteiligt. Der Nervus vagus verläuft durch den Brustkorb und Teile des Bauchraums. Bei Essen von großen Bissen kann es vorkommen, dass es zu einem passageren Druck von der Speiseröhre auf den vorbeiführenden Nervus vagus kommt. Dieser Druck ist zwar nur kurz, denn nur genauso lang, bis sich der Bissen durch die Speiseröhre entlanggeschoben hat, kann aber schon ausreichen, um den Nerven so zu stimulieren, dass eine Reizung des Zwerchfells mit folgendem Schluckauf resultiert.
Schluckauf durch vegetative Einflüsse:
Bei plötzlich eingetretener Veränderung der vegetativen Lage, sei es durch eine Schock, durch plötzliche Nervosität und „aufgeregt sein“ kann es zu einem vorübergehenden Schluckauf kommen. Grund liegt in der vegetativen Versorgung des Zwerchfells durch den Nerven.
Schluckauf durch toxische Substanzen:
Bei übermäßigem Alkoholkonsum kann es ebenfalls zu einer Reizung der das Zwerchfell versorgenden Nerven mit folgendem epochalem Schluckauf kommen.
Schluckauf durch Erkrankungen:
Wesentlich seltener aber dafür schwerwiegender ist der krankheitsbedingte Schluckauf, der durch Entzündungen des Zwerchfells oder durch einen mechanischen Druck auf das Zwerchfell ausgelöst wird. Tumoren des Bauch- oder des Brustkorbes können auf das Zwerchfell drücken und so zu einer plötzlichen ungewollten Kontraktion des Zwerchfells führen, was der Betroffene in Form eines Schluckauf wahrnimmt. Bakterielle und virale Entzündungen von Bauchorganen jeder Art können ebenfalls zu einem plötzlich eintretenen Schluckauf durch entsprechende Nervenreizung führen.
Schluckauf durch operative Eingriffe:
Bei plötzlich eingetretenem Schluckauf, der nach kurzer Zeit nicht verschwindet und chronisch wird, muss auch immer an vorangegangene Operationen gedacht werden. Besonders bei Operationen im Bauchraum oder an Thorakalorganen kann es zu späteren Verwachsungen des Zwerchfells oder nervennahen Strukturen kommen, die zu einem Auslösen des Schluckauf führen.
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