Symptome der Querschnittslähmung

Synonyme im weiteren Sinne

Symtome Querschnittslähmung, Querschnittssyndrom, Querschnittläsion, Transversalsyndrom

Medizinisch: Paraplegie, (spinales)

Englisch: paraplegia, transverse lesion

Lesen Sie auch:

Symptome

Lähmungserscheinung in den Gliedmaßen als Symptome einer Querschnittslähmung

Die Symptome, die im Rahmen einer Querschnittslähmung auftreten, sind in erster Linie abhängig von der Höhe der Schädigung. Das Rückenmark ist in Segmente unterteilt, von denen jedes für die Versorgung bestimmter Muskeln, Organe und Hautareale zuständig ist. Diejenigen Segmente, die oberhalb der Verletzung liegen, können weiterhin normal arbeiten. Wenn Arme und Beine von der Querschnittslähmung betroffen sind, spricht man von einer Tetraplegie, sind hingegen nur die Beine betroffen, nennt man dies Paraplegie.

Die akute Folge einer Durchtrennung des Rückenmarks ist der spinale Schock, der wenige Stunden bis mehrere Monate andauern kann. Dieser Zustand ist gekennzeichnet durch eine schlaffe Lähmung und fehlende Sensibilität der Gliedmaßen unterhalb der Schädigung, einen Ausfall aller Muskeleigenreflexe und außerdem durch Störungen des vegetativen Nervensystems, die sich vor allem durch das Weitstellen von Gefäßen bemerkbar machen, wodurch das Blut in den Beinen versackt, der Blutdruck stark abfällt und es zum Vollbild eines Schocks mit Kreislaufversagen kommen kann.

Im Regelfall geht der spinale Schock nach einigen Wochen in das chronische Krankheitsbild der Querschnittslähmung über. Die schlaffe Lähmung (schlaff herabhängende Muskeln, die nicht mehr angespannt werden können) weicht einer spastischen Lähmung, die sich dadurch auszeichnet, dass die betroffenen Muskeln eine gesteigerte Grundspannung aufweisen, sie sind also die ganze Zeit über angespannt und verkrampft.

Bei einer vollständigen Lähmung spricht man von Plegie. Wenn die Muskelkraft nur vermindert ist, die Muskeln aber abgeschwächt noch willkürlich angespannt werden können, spricht man von einer Parese. In dieser Phase sind ebenfalls die Reflexe gesteigert (Hyperreflexie). Im Bereich der Lähmung fehlen weiterhin alle Sinnesempfindungen, das heißt, der Patient kann weder Berührungen, noch die Stellung seiner Gliedmaßen, Schmerzen oder Temperatur wahrnehmen.

Meistens erholt sich das vegetative Nervensystem, nachdem die Phase des spinalen Schocks überstanden ist, vollständig oder teilweise. Ein Symptom, das relativ häufig bestehen bleibt, sind gestörte Funktionen von Blase und/oder Darm, was zu Inkontinenz führen kann. Darüber hinaus ist es möglich, dass der Patient vermehrt schwitzt oder ihm vermehrt Haare wachsen.
Da Erektion und Ejakulation beim Mann teils über das Rückenmark, teils aber auch als Reflexe gesteuert werden, ist in manchen Fällen das Sexualleben unbeeinträchtigt, in anderen Fällen ist es noch möglich, allerdings nur noch mit Einschränkungen.

Besonders schwerwiegend ist die Querschnittslähmung, wenn das Rückenmark im oberen Bereich der Halswirbelsäule geschädigt wird, da dann auch der Nerv, der für die Funktion des Zwerchfells zuständig ist, durchtrennt wird. Folglich ist es dem Patienten nicht mehr möglich, selbstständig zu atmen.


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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012