Synonyme

Lumbalgie, Lumbago, Kreuzschmerzen, Lumbalsyndrom, lumbales Wurzelreizsyndrom, Kompressionssyndrom, lumbales Bandscheibensyndrom, Ischiassyndrom, Ischialgie, Lumboischialgie, Facettensyndrom, Wirbelgelenkschmerz,

Englisch: chronic back pain, Low back pain

Dr- Gumpert - Literaturhinweis:

Zum Thema Rückenschmerzen haben wir ein ausführliches orthopädisches Fachbuch geschrieben, das alle Ursachen und therapeutischen Ansätze der Rückenschmerzen einfach und verständlich darstellt.
Zum Buch Rückenschmerzen

Definition

Wirbelsäule im Körper

Rückenschmerzen stehen synonym für Schmerzen in der Region des Kreuzbeines. In der englischen Literatur werden sie als „low back pain“ bezeichnet. Wie man anhand der vielfältigen Begriffe oben erkennen kann, können Rückenschmerzen unterschiedlichen Ursprungs sein. Dabei muss die Ursache nicht unbedingt im Bereich des Rückens liegen. Häufig liegen ihnen andere (urologische, gynäkologische, ...) Ursachen zu Grunde, die im Rahmen der Untersuchung differentialdiagnostisch abgeklärt werden müssen.

Die Aufgabe des behandelnden Arztes ist es, aus dem Krankheitsbild „Rückenschmerzen“ die Ursache herauszufinden und die zugrunde liegende Erkrankung zu behandeln.
Rückenschmerzen, deren Ursache im Wirbelsäulen- und Halsbereich zu finden sind, werden als Symptomkomplexe mit regional begrenzten Schmerzen und unterschiedlich stark ausgeprägten Funktionsstörungen im Bereich der Wirbelsäule beschrieben.

Folgende Erkrankungen betreffen unter anderem ursächlich den Wirbelsäulenbereich (besonders Ursachen chronischer Nackenschmerzen):

  • Vegetative Schmerzen
  • Zervikalgie, Zervikal – Syndrom
  • Brachialgie, Dorsalgie
  • Lumbago, Lumbalgie
  • Ischialgie
  • radikuläre Schmerzen
  • pseudoradikuläre Schmerzen.

Rückenschmerzen der Lendenwirbelsäule sind besonders häufig.
Diese auch als Kreuzschmerzen bezeichneten Rückenschmerzen können unter Umständen auch in andere Gebiete des Körpers ausstrahlen. Dies ist beispielsweise beim Krankheitsbild der Lumboglutäalgie (Ausstrahlen in das Gesäß) oder der Lumboischialgie (Ausstrahlen in das Bein) der Fall.
Da dieses Thema so umfangreich ist haben wir eine eigene Seite zum Thema Rückenschmerzen der Lendenwirbelsäule geschrieben.

Da für diese Arten von Schmerzen wiederholtes Auftreten typisch ist, spricht man hierbei häufig auch von einer chronischen Schmerzkrankheit. In der Regel besteht hierbei keine neurologische Symptomatik.

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Buch "Rückenschmerzen"

Dieses Buch beschäftigt sich mit den Ursachen und den therapeutischen Möglichkeiten bei chronischen Rückenschmerzen. Die Chance auf Heilung und Schmerzlinderung ist deutlich erhöht. Durch unseren Online-Verlag ist garantiert, das neueste Erkenntnisse und Methoden direkt in den Büchern aktualisiert werden können.

Autoren: Dr. med Nicolas Gumpert u. Dr. med Marc Jungermann

Als "PDF" oder "Printversion" erhältlich.

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Epidemiologie

Rückenschmerzen gelten in Deutschland als Volkskrankheit, die rein statistisch gesehen die zweithäufigste Ursache für das Aufsuchen eines Arztes bedingen. Wie bereits erwähnt, sind Rückenschmerzen häufig chronisch und kehren somit immer wieder. Zumeist ist der Bereich der Lendenwirbelsäule von Rückenschmerzen betroffen.

In vielen Fällen erweist es sich als äußerst schwierig, die eigentliche Ursache für den "chronischen" Rückenschmerz ausfindig zu machen.
Oben wurde bereits darauf hingewiesen, dass viele Ursachen organischer und,  oder psychischer Natur sein können. Immer können die Ursachenkomponenten sich wechselseitig beeinflussen und unter Umständen auch gegenseitig verstärken.
Die Aufgabe des Arztes besteht darin, die Ursache der Rückenschmerzen ausfindig zu machen und Syndrome differentialdiagnostisch abzuklären. Dies ist nicht immer einfach.
Differenzialdiagnostische Maßnahmen erhalten Sie in unserer Praxis in Frankfurt am Main. Zur Homepage.

Abbildung Wirbelsäule

  1. Querfortsatz
  2. abgehender Nerv
  3. Wirbelkörper
  4. Dornfortsatz
  5. Rückenmark

häufige Rückenschmerzen

Rückenschmerzen LWS

An dieser Stelle wird auf Rückenschmerzen eingegangen, deren Ursache im Bereich der Wirbelsäule und des Halses zu suchen sind. Exemplarisch wurden hierfür einige Erkrankungen ausgewählt, von denen Patienten überdurchschnittlich häufig betroffen sind.

Zu diesen Rückenschmerzen zählen:

  • Der Hexenschuss (Lumbago)
    Unter einem Hexenschuss versteht man im allgemeinen plötzlich auftretende, heftige Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule. Diese Rückenschmerzen können unter anderem auch in benachbarte Bereiche ausstrahlen. Teilweise erhebliche Bewegungseinschränkungen, verbunden mit stechenden Schmerzen im Rücken sind die Folge. Ursächlich bedingt wird ein Hexenschuss beispielsweise durch Schädigungen im Bereich der Bandscheibe, durch Druckschmerzen im Bereich der Dornfortsätze uvm. Welche Ursachen konkret bei einem Hexenschuss vorliegen, muss individuell ermittelt und untersucht werden.
    Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: Hexenschuss
     
  • die Lumbalgie, Lumboischialgie, Lumboglutäalgie
    Sobald zu den Rückenproblemen ausstrahlende Schmerzen, beispielsweise in das Bein hinein auftreten, spricht man von einer Lumboischialgie oder Ischialgie.
    Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: Lumboischialgie
     
  • Der Bandscheibenvorfall
    Unter einem Bandscheibenvorfall versteht man die plötzliche oder langsam zunehmende Verlagerung, bzw. den Austritt von Gewebe des Nucleus pulposus (NPP, Gallertkern der Bandscheibe) einer Bandscheibe nach hinten in den Rückenmarkskanal (Spinalkanal) oder hinten- seitlich (Nervenwurzel). Hierbei kann es durch Druck auf Nervenwurzeln zu Schmerzen, Lähmungen und, oder Gefühlsstörungen kommen.
    Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: Bandscheibenvorfall

Abbildung Bandscheibe

  1. Nucleus pulposus (Gallertkern)
  2. Anulus fibrosus (Faserring)

Ursache

häufige Ursachen der Rückenschmerzen

Schon anhand der verschiedenen Krankheitsbilder, die weiter oben beschrieben wurden kann man erkennen, dass auch die zugrunde liegenden Ursachen des Rückenschmerzes vielschichtig sind.

Häufige Ursache für die Entstehung von Rückenschmerzen sind degenerative, verschleißbedingte Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule und Bandscheibe. Immer müssen bei den Ursachen individuelle Veränderungen berücksichtigt werden. So sind beispielsweise Patienten mit Hohlkreuz (Hyperlordose) oder Hohlrundrücken (Hyperkyphose), sowie auch Patienten mit schwacher Rückenmuskulatur usw. unter Umständen häufiger von Rückenschmerzen betroffen.

Unabhängig von den individuellen Faktoren gibt es potentielle Ursachen für die Entstehung von Rückenschmerzen. Nachfolgend sollen die wichtigsten erwähnt und beschrieben werden. 

Mögliche Ursachen für die Entstehung von Rückenschmerzen sind:

  • Verschleiß, Arthrose, Abnutzung und Degeneration
  • Mechanische Ursachen
  • Verletzungen im Bereich der Wirbelsäule
  • Neoplasien, Neubildung und Tumor 
  • Angeborene Ursachen
  • Nervenreizung
  • Entzündung

Da die Ursachen von Rückenschmerzen so vielfältig sein können, haben wir alle möglichen Ursachen in ein eigenes Thema ausgelagert.
Mehr hierzu erfahren Sie unter unserem Thema: Ursachen von Rückenschmerzen.

Rückenschmerzentstehung

Wie bereits oben beschrieben, sind die Ursachen, die für Rückenschmerzen verantwortlich gemacht werden können, sehr vielfältig.

Sehr häufig werden sie jedoch durch Muskelverspannungen ausgelöst. Durch diese Verspannungen erscheinen die Muskelpartien verhärtet und stören die sie umgebenden Nerven in teilweise empfindlicher Art und Weise. Da einigen Nervenbahnen auch in weiter entfernte Körperareale ausstrahlen (z.B. Bein), lassen sich sehr häufig auch Schmerzen in anderen Bereichen auf Rückenschmerzen ursächlich zurückführen. Eine gezielte Diagnose der Rücken- und Bauchmuskulatur hilft dabei, Defizite und Dysbalancen der Rumpfmuskulatur aufzudecken und gezielte Therapiemöglichkeiten einzuleiten. Zur Rückendiagnostik

Allerdings werden Schmerzen nicht immer ausschließlich aufgrund der oben erwähnten Muskelverspannungen hervorgerufen. Möglich ist auch, dass ein Patient beispielsweise unter einem so genannten Wurzelsyndrom leidet. Dieses Syndrom ist veranlagungs-, alters-, verschleiß- und/oder belastungsbedingt. Dabei drückt eine verschobene Bandscheibe auf den umgebenden Nerven und verursacht Rückenschmerzen.
Welche Ursache für die Entstehung des Rückenschmerzes verantwortlich gemacht werden kann, obliegt immer der Diagnose des Arzte.

Immer wieder muss dabei auch auf die subjektive Wahrnehmung von Schmerzen/ Rückenschmerzen hingewiesen werden. Dabei zeigt sich immer wieder, dass die Schmerztoleranzgrenze von Menschen teilweise sehr weit auseinander liegen.

So gibt es Menschen, die diagnostisch unter schwersten Abnutzungserscheinungen leiden, subjektiv aber keine Schmerzen empfinden. Der umgekehrte Fall ist allerdings genauso möglich. Somit kann man festhalten, dass häufig kein Zusammenhang zwischen der Stärke der Schmerzen und der Diagnose Rückenschmerzen besteht.

Wie bereits oben erwähnt ist es möglich, dass Patienten den schmerzenden Rücken durch eine so genannte Schonhaltung in den Griff bekommen. Diese Schonhaltung verursacht in der Regel ihrerseits wieder Verspannungen, da andere Muskelpartien überbeansprucht werden als es normal der Fall ist.

Um Rückenschmerzen langfristig vorzubeugen sollte man für sich selbst beschließen, sich mehr zu bewegen. Dies ist schon im Alltag problemlos möglich (Treppe statt Lift) und lässt sich auch durch weitere sportliche Aktivitäten ergänzen. Siehe auch Rückentraining.

Diagnose

Da es für die Entstehung von Rückenschmerzen unterschiedliche Ursachen gibt, und nachgewiesenermaßen auch eine enge Beziehung zwischen Schmerz und Psyche besteht, erscheint eine sorgfältige Anamnese (= Erhebung der Krankengeschichte) unumgänglich.

Da die Zusammenhänge von Schmerzen und Psyche so komplex sind haben wir dem psychosomatischen Anteil von Rückenschmerzen ein eigenes Kapitel gewidmet. Rückenschmerzen und Psyche

Bei der Diagnose der Rückenschmerzen fällt das Augenmerk recht häufig zunächst in Richtung Beruf des Patienten. Durch die Kenntnis des Berufes lassen sich bereits mögliche Risikofaktoren erfassen (Berufe, die "fast" ausschließlich im Stehen oder im Sitzen ausgeübt werden, die durch Heben schwerer Lasten herausstechen, ...) oder aber in nicht zutreffendem Fall, ausschließen.

Zum Erfassen des Schweregrades können so genannte „Schmerztagebücher“ zur Diagnosefindung hinzu gezogen werden. Im Rahmen eines Schmerztagebuches dokumentiert der Patient täglich seine (subjektiv) empfundenen Schmerzen unter Verwendung einer analogen Skala. Die Auswertung erfolgt in der Regel durch den Arzt.

Prinzipiell lässt sich das Röntgenbild der Wirbelsäule als Basisdiagnose für Rückenschmerzen bezeichnen. Über die Röntgenbilder erhält der behandelnde Arzt einen Einblick in die Wirbelsäulenhaltung. Darüber hinaus können knöcherne Veränderungen erkannt werden.

Die Schnittbilddiagnostik (CT und MRT, entweder mit oder ohne Kontrastmittel) ermöglicht darüber hinaus die Zuordnung des Schmerzes zu einem bestimmten Nerven oder eines Bandscheibenvorfalls. Durch die unterschiedlichen Diagnoseverfahren möchte und kann man weitgehende Informationen im Hinblick auf zu ergreifende therapeutische Maßnahmen ziehen. Angemerkt sei an dieser Stelle noch, dass eine zusätzliche Gabe eines Kontrastmittels in der Regel nur dann durchgeführt wird, wenn der Verdacht auf Entzündung oder Tumor liegt.

Zum Ausschluss von Nervenschädigungen oder aber um den Grad eventueller Nervenschädigungen ermitteln zu können, müssen weit greifendere Untersuchungen durchgeführt werden. Dies kann zum einen mittels neurologischer Untersuchungen
geschehen. 

Die Myelographie beschreibt eine Untersuchung, bei der dem Patienten Kontrastmittel in den Duralsack injiziert. Der Duralsack ist der Bereich, der den Anfang eines Nerven umgibt, bevor dieser den Rückenmarkskanal wieder verlässt. Durch die Vermischung von Nervenwasser und Kontrastmittel lassen sich somit gezielt besondere Fragestellungen in Bezug auf das Rückenmark besser klären.


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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 02.01.2012