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Rückenschmerzen

Synonyme

Low back pain, Lumbalgie, Lumbago, Kreuzschmerzen, Lumbalsyndrom, lumbales Wurzelreizsyndrom, Kompressionssyndrom, lumbales Bandscheibensyndrom, Ischiassyndrom, Ischialgie, Lumboischialgie, Ischias, Facettensyndrom, Wirbelgelenkschmerz, myofasziales Syndrom, Tendomyose, spondylogenes Reflexsyndrom, Zervikobrachialsyndrom, Cervicobrachialgie

Englisch: chronic back pain

Definition

Wirbelsäule im Körper

Rückenschmerzen stehen synonym für Schmerzen in der Region des Kreuzbeines. In der englischen Literatur werden sie als „low back pain“ bezeichnet.Wie man anhand der vielfältigen Begriffe oben erkennen kann, können Rückenschmerzen unterschiedlichen Ursprungs sein. Dabei muss die Ursache nicht unbedingt im Bereich des Rückens liegen. Häufig liegen ihnen andere (urulogisch / gynäkologisch / ...) Ursachen zu Grunde, die im Rahmen der Untersuchung differentialdiagnostisch abgeklärt werden müssen.

Die Aufgabe des behandelnden Arztes ist es, aus dem Krankheitsbild „Rückenschmerzen“ die Ursache herauszufinden und die zugrunde liegende Erkrankung zu behandeln.

Rückenschmerzen, deren Ursache im Wirbelsäulen- und Halsbereich zu finden sind, werden als Symptomkomplexe mit regional begrenzten Schmerzen und unterschiedlich stark ausgeprägten Funktionsstörungen im Bereich der Wirbelsäule beschrieben.

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Autoren: Dr. med Nicolas Gumpert u. Dr. med Marc Jungermann

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Folgende Erkrankungen betreffen unter anderem ursächlich den Wirbelsäulen- und Halsbereich:

Kreuzschmerzen können unter Umständen auch ausstrahlen. Dies ist beispielsweise beim Krankheitsbild der Lumboglutäalgie (Ausstrahlen in das Gesäß) oder der Lumboischialgie (Ausstraheln in das Bein) der Fall.

Da für diese Arten von Schmerzen wiederholtes Auftreten typisch ist, spricht man hierbei häufig auch von einer chronischen Schmerzkrankheit. In der Regel besteht hierbei keine neurologische Symptomatik.

Abbildung Lendenwirbelsäule mit Bandscheibenvorfall

  1. Wirbelkörper

  2. Bandscheibe

  3. Bandscheibenvorfall / Bandscheibenvorwölbung

  4. Dornfortsatz



  


Epidemiologie

Rückenschmerzen gelten als Volkskrankheit, die rein statistisch gesehen die zweithäufigste Ursache für das Aufsuchen eines Arztes bedingen. Wie bereits erwähnt, sind Rückenschmerzen häufig chronisch und kehren somit immer wieder.

Häufig erweist es sich als schwierig, die eigentliche Ursache für den (chronischen) Rückenschmerz ausfindig zu machen.
Oben wurde bereits darauf hingewiesen, dass viele Ursachen organischer und / oder psychischer Natur (Psyche) sein können. Immer können die Ursachenkomponenten sich wechselseitig beeinflussen und unter Umständen auch gegenseitig verstärken.
Die Aufgabe des Arztes besteht darin, die Ursache ausfindig zu machen und Syndrome differentialdiagnostisch abzuklären. Dies ist nicht immer einfach.

Abbildung Wirbelsäule

  1. Querfortsatz
  2. abgehender Nerv
  3. Wirbelkörper
  4. Dornfortsatz
  5. Rückenmark

An dieser Stelle soll auf Rückenschmerzen eingegangen werden, deren Ursache im Bereich der Wirbelsäule und des Halses zu suchen ist. Exemplarisch wurden hierfür einige Erkrankungen ausgewählt, von denen Patienten überdurchschnittlich häufig betroffen zu sein scheinen.

Dies sind:


Ursache

Schon anhand der verschiedenen Krankheitsbilder, die weiter oben beschrieben wurden kann man erkennen, dass auch die zugrunde liegenden Ursachen des Rückenschmerzes vielschichtig sind.

Häufige Ursache für die Entstehung von Rückenschmerzen sind degenerative, verschleißbedingte Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule und Bandscheibe. Immer müssen bei den Ursachen individuelle Veränderungen berücksichtigt werden. So sind beispielsweise Patienten mit Hohlkreuz oder Hohlrundrücken, sowie auch Patienten mit schwacher Rückenmuskulatur usw. unter Umständen von Rückenschmerzen häufiger betroffen.

Unabhängig von den individuellen Faktoren gibt es potentielle Ursachen für die Entstehung von Rückenschmerzen. Nachfolgend sollen die wichtigsten erwähnt und beschrieben werden. 

Mögliche Ursachen für die Entstehung von Rückenschmerzen sind:

Verschleiß / Arthrose / Abnutzung / Degeneration:

Mechanische Ursachen:

Verletzungen im Bereich der Wirbelsäule:

Neoplasien / Neubildung / Tumor:

Angeborene Ursachen:

Nervenreizung:

Entzündung:

Viele Rückenbeschwerden lassen sich auf eine Fehlhaltung, bzw. Fehlbelastung der Wirbelsäule zurückführen. Indirekt gleicht man diese Fehlhaltungen und / oder –belastungen durch „Schonhaltungen“ aus, was zur Folge hat, dass man muskulär versucht, auszugleichen. Dadurch dass dann andere Muskelpartien die Aufgaben übernehmen, werden sie unverhältnismäßig stark beansprucht und reagieren ihrerseits mit Überlastungsschmerzen und Verspannungen. Schon hier lässt sich der „Teufelskreis“ (siehe unten) feststellen.

Die Bandscheibe besteht aus dem so genannten Annulus fibrosus, dem bindegewebigen, knorpeligen Außenring und dem Nucleus pulposus, dem inneren Gallertkern.
Wenn es nun zu einem Riss im Bereich des Annulus fibrosus kommt, wird dem Nucleus pulposus ein Austreten nach hinten ermöglicht, wodurch wiederum Nervenwurzeln gereizt werden können (Wurzelsyndrom, siehe hierzu auch Bandscheibenvorfall).


Abbildung Bandscheibe

  1. Nucleus pulposus (Gallertkern)
  2. Anulus fibrosus (Faserring)

Rückenschmerzentstehung

Wie bereits oben beschrieben, sind die Ursachen, die für Rückenschmerzen verantwortlich gemacht werden können, sehr vielfältig.

Sehr häufig werden sie jedoch durch Muskelverspannungen ausgelöst. Durch diese Verspannungen erscheinen die Muskelpartien verhärtet und stören die sie umgebenden Nerven in teilweise empfindlicher Art und Weise. Da einigen Nervenbahnen auch in weiter entfernte Körperareale ausstrahlen (z.B. Bein), lassen sich sehr häufig auch Schmerzen in anderen Bereichen auf Rückenschmerzen ursächlich zurückführen.

Allerdings werden Schmerzen nicht immer ausschließlich aufgrund der oben erwähnten Muskelverspannungen hervorgerufen. Möglich ist auch, dass ein Patient beispielsweise unter einem so genannten Wurzelsyndrom leidet. Dieses Syndrom ist veranlagungs-, alters-, verschleiß- und/oder belastungsbedingt. Dabei drückt eine verschobene Bandscheibe auf den umgebenden Nerven und verursacht Rückenschmerzen.
Welche Ursache für die Entstehung des Rückenschmerzes verantwortlich gemacht werden kann, obliegt der Diagnose des Arzte.


Immer wieder muss dabei auch auf die subjektive Wahrnehmung von Schmerzen hingewiesen werden. Dabei zeigt sich immer wieder, dass die Schmerztoleranzgrenze von Menschen teilweise sehr weit auseinander liegen.

So gibt es Menschen, die diagnostisch unter schwersten Abnutzungs-erscheinungen leiden, subjektiv aber keine Schmerzen empfinden. Der umgekehrte Fall ist allerdings genauso möglich. Somit kann man festhalten, dass häufig kein Zusammenhang zwischen der Stärke der Schmerzen und der Diagnose besteht.

Wie bereits oben erwähnt ist es möglich, dass Patienten den schmerzenden Rücken durch eine so genannte Schonhaltung in den Griff bekommen. Diese Schonhaltung verursacht in der Regel ihrerseits wieder Verspannungen, da andere Muskelpartien beansprucht werden als im Normalfall.

Um Rückenschmerzen vorzubeugen sollte man für sich selbst beschließen, sich mehr zu bewegen. Dies ist schon im Alltag problemlos möglich (Lift statt Treppe) und lässt sich auch durch weitere sportliche Aktivitäten ergänzen.

Diagnose

Da es für die Entstehung von Rückenschmerzen unterschiedliche Ursachen gibt, und nachgewiesenermaßen auch eine enge Beziehung zwischen Schmerz und Psyche besteht, erscheint eine sorgfältige Anamnese (= Erhebung der Krankengeschichte) unumgänglich.

Da die Zusammenhänge von Schmerzen und Psyche so komplex sind haben wir dem psychosomatischen Anteil von Rückenschmerzen ein eigenes Kapitel gewidmet.

Hierbei fällt das Augenmerk recht häufig zunächst in Richtung Beruf des Patienten. Durch die Kenntnis des Berufes lassen sich bereits mögliche Risikofaktoren erfassen (Berufe, die (fast) ausschließlich im Stehen oder im Sitzen ausgeübt werden, die durch Heben schwerer Lasten herausstechen, ...) oder aber in nicht zutreffendem Fall, ausschließen.

Zum Erfassen des Schweregrades können so genannte „Schmerztagebücher“ zur Diagnosefindung hinzu gezogen werden. Im Rahmen eines Schmerztagebuches dokumentiert der Patient täglich seine (subjektiv) empfundenen Schmerzen unter Verwendung einer analogen Skala. Die Auswertung erfolgt in der Regel durch den Arzt.

Prinzipiell lässt sich die Röntgenbild der Wirbelsäule als Basisdiagnose bezeichnen. Über die Röntgenbilder erhält der behandelnde Arzt einen Einblick in die Wirbelsäulenhaltung. Darüber hinaus können knöcherne Veränderungen erkannt werden.

Zum Ausschluss von Nervenschädigungen oder aber um den Grad eventueller Nervenschädigungen ermitteln zu können, müssen weit greifendere Untersuchungen durchgeführt werden. Dies kann zum einen mittels neurologischer Untersuchungen
geschehen. Die Schnittbilddiagnostik (CT und MRT, entweder mit oder ohne Kontrastmittel) ermöglicht darüber hinaus die Zuordnung des Schmerzes zu einem bestimmten Nerven. Durch die unterschiedlichen Diagnoseverfahren möchte und kann man weitgehende Informationen im Hinblick auf zu ergreifende therapeutische Maßnahmen ziehen. Angemerkt sei an dieser Stelle noch, dass eine zusätzliche Gabe eines Kontrastmittels in der Regel nur dann durchgeführt wird, wenn der Verdacht auf Entzündung oder Tumor liegt.

Die Myelographie beschreibt eine Untersuchung, bei der dem Patienten Kontrastmittel in den Duralsack injiziert. Der Duralsack ist der Bereich, der den Anfang eines Nerven umgibt, bevor dieser den Rückenmarkskanal wieder verlässt. Durch die Vermischung von Nervenwasser und Kontrastmittel lassen sich somit gezielt besondere Fragestellungen in Bezug auf das Rückenmark besser klären.
Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter: Myelographie

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