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Definition
Bei einer Spondylodiszitis handelt es sich um eine kombinierte bakterielle Entzündung eines Wirbelkörpers (Spondylitis) sowie der benachbarten Bandscheibe (Diszitis).
Man unterscheidet eine spezifische Spondylodiszitis von einer unspezifischen Spondylodiszitis.
- Bei der spezifischen Spondylodiszitis handelt es sich um eine Entzündung (Infektion) mit dem Tuberkelbakterium. Es handelt sich um ein selten gewordenes Krankheitsbild (Skeletttuberkulose). Der Krankheitsprozess ist meistens schleichend und weniger akut (plötzlich) als bei der unspezifischen Form. Die Absiedlung der Bakterien erfolgt über den Blutweg (hämatogen).
- Bei der unspezifischen Spondylodiszitis handelt es sich um eine Entzündung, die durch alle Eitererreger hervorgerufen werden kann. Häufigster Erreger ist das Bakterium Staphylokokkus aureus. Aufgrund des weit häufigeren Vorkommens konzentriert der weitere Artikel auf die Darstellung der unspezifischen Spondylodiszitis.
Krankheitsentwicklung
Bei der über die Blutbahn verursachten Spondylodiszitis beginnt die Entzündung in den Abschlussplatten der Wirbelkörper. Von dort breitet sie sich auf die Bandscheibe aus. Die Geschwindigkeit mit der eine solche Ausbreitung erfolgt hängt mit der Anzahl Bakterien zusammen, die für die Infektion verantwortlich sind und mit der allgemeinen Abwehrlage (Immunsystem) des Patienten. Entsprechend der gemeinsamen arteriellen Blutversorgung sind häufiger zwei benachbarte Wirbelkörper gleichzeitig von einer Entzündung betroffen.
Bei schweren Entzündungen kann sich der Infekt weiter ausbreiten. Wird der Wirbelkanal erreicht (Epiduraler Abszess) sind das Rückenmark und durch eine aufsteigende Infektion auch das Gehirn in Gefahr (Meningitis, Enzephalistis). Im Bereich der Lendenwirbelsäule kann sich die Entzündung entlang des Musculus psoas (Hüftbeugemuskel) bis in den Oberschenkel hinein fortsetzen (Senkungsabszeß).
MRT Wirbelsäule
- Man erkennt an der hellen Darstellung des Wirbelkörpers den einge- lagerten Eiter
- Diszitis. Auch die angrenzenden Bandscheiben sind von der Infektion betroffen.
- Darstellung eines gesunden Wirbelkörpers
- Muskulus ileopsoas; Noch kein Senkungsabszeß zu erkennen
MRT Wirbelsäule seitlich
- Wirbelkanal
- Gesunder Wirbelkörper
- Spondylodiszitis. Zu er- kennen ist der Zusammen- bruch des Wirbelkörpers bei schwerer Infektion
Diagnostik
Entscheidende Hinweise für das Vorliegen einer Spondylodiszitis kann neben den geschilderten Beschwerden schon die Krankengeschichte (Anamnese) liefern. Hier ist besonders zu erfragen, ob in letzter Zeit Infektionen in anderen Körperorganen vorgekommen sind und wie diese behandelt wurden. Ferner ist von besonderem Interesse, ob erst kürzlich oder aber auch schon länger zurückliegend eine Wirbelsäulenoperation durchgeführt wurde.
Zur standardisierten Untersuchung bei einen entzündlichen Prozess im Bereich der Wirbelsäule gehört die Blutuntersuchung mit Bestimmung der Entzündungswerte (s.o.). Stehen die Beschwerden (Rückenschmerzen und ggf. Fieber) im Einklang mit der Bestimmung erhöhter Entzündungswerte, dann besteht der begründete Verdacht auf eine Wirbelkörperinfektion.
Das Röntgenbild des verdächtigen Wirbelsäulenabschnitts gehört ebenfalls zu einer der diagnostischen Erstmaßnahmen einer Spondylodiszitis. In sehr fortgeschrittenen Fällen einer Infektion können Änderungen der normalen röntgenologischen Wirbelkörperabbildung (Verschattungen, Aufhellungen) vorliegen. Die Bandscheibenhöhe kann erniedrigt sein. In sehr fortgeschrittenen Fällen der Spondylodiszitis können eine Wirbelkörperzerstörung (Osteolyse) oder ein entzündungsbedingtes Zusammenbrechen des Wirbelkörpers beobachtet werden. Es handelt sich hierbei sehr späte Anzeichen einer schweren Wirbelkörperinfektion. In vielen Fällen kann das Röntgenbild völlig unauffällig sein.
Um ein derartiges Ausmaß der Wirbelkörperzerstörung durch rechtzeitiges therapeutisches Gegensteuern zu verhindern, ist die frühzeitige Diagnosesicherung von entscheidender Bedeutung. Wesentlich früher als in der Röntgenaufnahme kann eine Kernspintomographie (MRT, NMR) typische Veränderungen einer Wirbelkörper- und Bandscheibeninfektion darstellen, indem der sich gebildete Eiter (Pus) als Flüssigkeitsansammlung nachgewiesen werden kann. Ebenso ist eine Einschätzung der Stärke und Ausbreitung der Infektion möglich. Deshalb sollte bei begründetem Verdacht auf eine Wirbelkörperinfektion immer eine MRT - Untersuchung frühzeitig durchgeführt werden.
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