Inhalt:
Blut im Urin
Synonyme
Hämaturie, Erythrurie, Erythrozyturie
Englisch: hematuria
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Einleitung
Blut im Urin, Hämaturie (häm = Blut, ouron = Harn) genannt, bezeichnet das pathologisch erhöhte Vorkommen roter Blutkörperchen (Erythrozyten) im Harn. Ursächlich für das Blut im Urin ist eine im Körper befindliche Blutungsquelle, welche ihren Ausgang von verschiedenen Geweben nehmen kann.
Epidemiologie/ Häufigkeitsverteilung
Liegt eine Erkrankung vor, welche das Auftreten von Blut im Urin verursacht, handelt es sich dabei am häufigsten - in etwa 50% der Fälle - um eine Entzündung der Harnblase oder der Harnröhre. Mit zirka 22% folgt eine gutartige Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie, Prostataadenom), welche das Blut im Urin bewirkt. Die dritthäufigste Ursache für Blut im Urin mit ungefähr 8% stellen Blasentumoren (Blasenkarzinom) dar.
Symptome

- Blut im Urin
Blut im Urin an sich ist ein Symptom verschiedener Krankheiten. Je nach Grunderkrankung gestaltet sich das klinische Bild.
Verallgemeinernd kann man festhalten, dass eine Entzündung in der Regel mit Fieber, Schmerzen und erhöhten Entzündungswerten (CRP, weiße Blutkörperchen = Leukozyten) im Blut einhergeht. Das Vorliegen eines Tumors können Fieber, Nachtschweiß sowie Gewichtsverlust (B-Symptomatik) anzeigen.
Steinvorkommen äußert sich häufig in typischen kolikartigen Schmerzen (intervallartig, sehr stark, bewegungsunabhängig).
Ist die Blutgerinnung gestört, kann der Patient zusätzlich zum Blut im Urin vermehrt zu Blutungen neigen (zum Beispiel der Haut und Schleimhäute, verlängerte Menstruation).
Weitere Symptome, die zusammen mit Blutbeimengung im Urin auftreten können, sind Eiweißverlust (Proteinurie) und die Existenz weißer Blutkörperchen (Leukozyten).
Diagnose

- Diagnose Blut im Urin
Zunächst wird bei Auftreten von Blut im Urin eine Anamnese (Erfragung der Krankengeschichte) erhoben und nachfolgend der Patient körperlich untersucht. Besondere Beachtung findet dabei die Untersuchung der Nierenlager beziehungsweise Flanken, der Blasenregion sowie des Genitals.
Weiterführend wird eine Basisdiagnostik durchgeführt, welche folgende Untersuchungen umfasst:
- Ultraschall der Nieren, der gefüllten Blase sowie der Prostata (Sonographie)
- Ausscheidungsurographie (Urogramm): radiologische Darstellung der Nieren und von Teilen der ableitenden Harnwege nach Kontrastmittel-Gabe
- Computertomographie des Bauches (CT-Abdomen) als Alternative zur Ausscheidungsurographie
- Blasenspiegelung (Zystoskopie)
- Labor mit Urinlabor und Urin-Stix
Die allgemeine Laboruntersuchung umfasst unter anderem Werte bezüglich der Nieren, der Blutgerinnung und der Blutarmut (Anämie). Das Urinlabor beinhaltet unter anderem den Nachweis von verschiedenen Zellen inklusive deren Morphologie und von Eiweiß.
Können eine Ausscheidungsurographie oder ein Computertomogramm beispielweise aufgrund einer Kontrastmittelallergie nicht durchgeführt werden, bietet sich als Alternative eine Magnetresonanztomographie des Bauches (MRT-Abdomen) an.
Weitere diagnostische Untersuchungen können bei bestimmten Fragestellungen zur Ursache des blutigen Urins veranlasst werden. Dazu gehören eine Untersuchung der Zellen im Urin (Urinzytologie), eine radiologische Bildgebung des Harnleiters mittels Kontrastmittel (retrograde Pyelographie), eine Harnleiterspiegelung (Ureterorenoskopie), eine Gefäßdarstellung (Angiographie) sowie eine Nierenprobeentnahme mit anschließender mikroskopischer Gewebeuntersuchung (Nierenbiopsie).
Außerdem sollte eine gynäkologische Untersuchung vollzogen werden, um den Grund für das Blut im Urin aufzufinden.
Therapie

- Blut im Urin
Tritt Blut im Urin auf, muss die zugrunde liegende Erkrankung behandelt werden.
Krebs wird je nach Stadium und Ursprungsgewebe mittels Operation, Chemotherapie oder Bestrahlung therapiert.
Bei Entzündungen beziehungsweise Infektionen erhält der Patient in Abhängigkeit des Erregers Antibiotika, teilweise in Kombination mit zum Beispiel schmerzlindernden Medikamenten.
Steine als Verursacher des Bluts im Urin werden zerstoßen (Lithotripsie) oder operativ entfernt, Blutgerinnungsstörungen werden bei schweren Formen durch Substitution der fehlenden oder defekten Blutbestandteile (Gerinnungsfaktoren, Blutplättchen etc.) behandelt. Den blutigen Urin verursachende Medikamente werden abgesetzt.
Prognose
Die Prognose richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung.
Zusammenfassung
Unter „Blut im Urin“ versteht man das Vorkommen von roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im Harn, das ein Symptom verschiedener Erkrankungen darstellt. Je nachdem, ob der Urin sichtbar rötlich verfärbt ist, unterscheidet man Mikro- sowie Makrohämaturie (siehe Ursachen von Blut im Urin). Bei ersterer ist eine solche Farbe mit bloßem Auge nicht erkennbar. Blut im Urin verursachende Erkrankungen betreffen die Niere, die ableitenden Harnwege (Harnleiter, Harnröhre), die Harnblase oder die Prostata, wobei meistens Entzündungen, Steine oder Tumoren dieser Strukturen den blutigen Urin hervorrufen. Nicht krankhafte Gründe für Rotfärbung des Urins können die weibliche Menstruation, bestimmte Nahrungsmittel (rote Beete) oder Medikamente sein.
Der Diagnose dienlich sind neben Anamnese und körperlicher Untersuchung hauptsächlich die Blutdiagnostik inklusive Harndiagnostik, bildgebende Verfahren (Ultraschall, Ausscheidungsurographie, CT) und Blasenspiegelung (Zystoskopie). Therapiert wird bei Blut im Urin die zu Grunde liegende Erkrankung, welche auch die Prognose bestimmt.
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