Proteine

Lesen Sie auch:

Synonyme im weiteren Sinne

Eiweiß, Eiweiße, Protein, Nahrungserganzüng

Definition

Unter Proteinen (= Eiweiße) versteht man eine Verbindung von zahlreichen Aminosäuren, die nach dem Peptidprinzip miteinander zu einer langen Kette verknüpft sind.

molekulare Struktur der Proteine

Abbildung der molekularen Struktur von Protein

Viele einzelne Aminosäure sind zu einer langen Kette vereinigt.
Je nach Anordnung der einzelne Aminosäuren entstehen unterschiedlich Proteine.

Proteine sind neben den Kohlehydraten und den Fetten als Energielieferanten für den Körper lebenswichtig.

Proteine gehören zu den essentiellen Nahrungsbestandteilen. Der Körper kann Proteine nur begrenzt selbstständig bilden. Auch im Ruhezustand baut der Körper ein gewisses Potential an Proteinen ab, so dass eine ständige Proteinaufnahme notwendig wird.

Proteine werden allerdings benötigt, um bestimmte nicht essentielle Aminosäuren zu synthetisieren. Wie bereits erwähnt werden Aminosäuren zum Aufbau von Muskeln, Hormonen, sowie beispielsweise auch körpereigenen Enzymen benötigt. Es besteht die Möglichkeit, über Proteinhydrolysate einzunehmen. Dies sind vorverdaute Proteine, die bereits freie Aminosäuren enthalten. Der Vorteil besteht darin, dass der Körper die Aminosäuren ohne jegliche Verdauungszeit direkt nutzen kann.

Empfohlen wird für den „normalen“ Erwachsenen eine Aufnahme von 70 – 90 g Proteinen pro Tag. Mit der Angabe dieser Menge wird vorausgesetzt, dass es sich dabei um qualitativ hochwertiges Protein handelt. Darunter versteht man Proteine, die gut verdaulich sind und darüber hinaus essentielle Aminosäuren in ausreichendem Maß enthalten. Ist dies nicht der Fall, können die Nahrungsproteine nicht optimal für den Aufbau von Körperproteinen genutzt werden, was zur Folge hat, dass ein Großteil der Aminosäuren vom Körper wieder abgebaut wird.

Säuglinge, Kinder, Jungendliche, sowie Schwangere, Stillende, Leistungssportler und kranke Menschen weisen einen erhöhten Bedarf an Proteinen auf. Beim Leistungssportler geht man beispielsweise von ca. 140 g/d aus.

Der Körper braucht Proteine, um daraus diejenigen Aminosäuren herstellen zu können, die er gerade benötigt.
Verwendung finden Aminosäuren z.B. bei der Bildung von Muskeln, Hormonen und Enzymen. Proteinhydrolysate sind (künstlich) vorverdaute Proteine, die daher bereits teilweise freie Aminosäuren enthalten. Für deren Nutzung sind nicht mehr so viel Verdauungsarbeit und Zeit nötig wie für Proteinkonzentrate. Proteine stellen eine wichtige Energiequelle dar.

Natürliche Quellen

Vorkommen von Proteine in der Natur

Proteine sind in vielen Nahrungsmitteln vorhanden. Einen großen Proteinanteil besitzen:

  • Milch- und
  • Sojaprodukte, sowie
  • Fisch,
  • Fleisch,
  • Getreideprodukte,
  • Eier,
  • Hülsenfrüchten und verschiedene Gemüsesorten.

Tierisches Eiweiß (Proteine), mit der Ausnahme von Gelatine gelten als hochwertige Proteine, wohingegen Pflanzenproteine, wie beispielsweise Hülsenfrüchte aufgrund ihres häufig zu geringen Methioninanteils als minderwertig eingestuft werden. Bei Weizen- und Maisprodukten ist ein zu geringer Lysin– Anteil für die Minderwertigkeit verantwortlich.

Supplemente:

Versprochene / beworbene Wirkung

Da Proteine unter anderem für den Aufbau von Muskeln verantwortlich sind, verspricht man sich durch eine Proteinzufuhr einen erhöhten Aufbau an Muskelmasse.

Tatsächliche / belegbare Wirkung

Wissenschaftlich erwiesen ist, dass die Aufnahme von Proteinen beim Sportler vor seinem Training den muskelabbauenden Stoffwechsel reduzieren kann.

Eine Aufnahme von Proteinen nach der Trainingseinheit kann eine Veränderung im Muskel aufbauenden Hormonprofil bewirken, wodurch ein Muskelaufbau begünstigt und unter Umständen eine anabole Wirkungen hervorgerufen werden kann.

Nebenwirkungen von Proteinen

Wenn Proteine in ausreichender und nicht dauerhaft überdosierter Form aufgenommen werden, richten sie in der Regel keinen Schaden an.

Patienten, die unter Schäden an Leber und / oder Niere leiden, sind allerdings zu großer Vorsicht aufgerufen.

Werden Proteine über einen längeren Zeitraum hinweg zu hoch dosiert eingenommen, besteht die Gefahr, dass der Körper „übersäuert“. Deshalb gilt: Ausreichende Wasserzufuhr für den Fall, dass hohe Proteindosen eingenommen werden.

Langzeitschäden sind möglich, wenn über dem Körper über einen längeren Zeitraum hinweg hohe Dosen an Proteinen zugeführt wurden. Die Gefahr einer Erkrankung an Gicht oder an Krankheiten des rheumatischen Formenkreises (rheumatoide Arthritis, Psoriasisarthritis) können nicht ausgeschlossen werden.

Menschen, die hohe Dosen an Proteinen konsumieren müssen darüber hinaus wissen, dass Proteine generell die Ausscheidung von Kalzium und Phosphaten über den Urin bewirken, so dass diese Stoffe dann ebenfalls von außen zugeführt werden sollten. Dies ist besonders für Bodybuilder wichtig, die auf Proteine zur Förderung des Muskelaufbaus zurückgreifen, um einer dadurch unter Umständen entstehenden verminderten Knochendichte entgegen zu wirken.

Proteine haben einen gewissen Anteil an Kilokalorien. Dies bedeutet, dass sie – sofern sie vom Körper nicht energetisch verwirkt werden – sich in Form von Fett im Körper ansetzen.

Bei einer Einnahme von Proteinsubstanzen muss auch darauf geachtet werden, dass die Anteile der wichtigsten Nahrungsbestandteile des menschlichen Körpers in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Ist dies nicht der Fall, sind schnelle Ermüdungserscheinungen möglich, die letztlich eine verminderte Leistungsfähigkeit zur Folge hat. In der Regel versucht speziell der leistungsorientierte Sportler dies zu vermeiden.

Zuletzt besteht bei der Supplementierung von Proteinen die Gefahr der Verunreinigung. In zahlreichen Labortests wurde die Verunreinigung der Proteinprodukte mit Steroide herausgefunden. Die muskelaufbauende Wirkung kann auf diese Verunreinigung zurückgeführt werden.

Bewertung

Für Menschen, die durch Proteine in Verbindung mit einem entsprechenden Krafttraining einen Muskelaufbau erreichen wollen, stellt die zusätzliche Einnahme von Proteinsupplementen eine Möglichkeit dar.
Die Dosierung der Proteine ist allerdings von vielen Variablen abhängig, so dass an dieser Stelle nicht darauf eingegangen werden kann. Je nach Körpergewicht, Intensität des Trainings, individuelle Ernährungskomponenten usw. kann die Dosis entsprechend variieren.
Halten Sie sich stets an die Richtlinien des Herstellers und dosieren Sie unter Berücksichtigung der Nebenwirkungen nicht selbst.

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Autor: Dr. N. Gumpert      |     Letzte Änderung: 05.01.2012