Ursache von Blut im Urin
Synonyme
Hämaturie, Erythrurie, Erythrozyturie
Englisch: hematuria
Lesen Sie auch:
Ursachen

- Ursachen vom Blut im Urin
Das Symptom Blut im Urin teilt man bezüglich der Blutmenge in zwei Formen ein:
- Mikrohämaturie
- Makrohämaturie
Mikrohämaturie bezeichnet das für das menschliche Auge nicht sichtbare Auftreten von Blut im Urin, der Harn weist also keine Rotfärbung auf und das Blut kann nur mikroskopisch nachgewiesen werden. Bei der mikroskopischen Untersuchung wird der sichtbare Bereich in sogenannte Gesichtsfelder eingeteilt; bis zu vier rote Blutkörperchen pro Gesichtsfeld sind normal. Im Unterschied dazu hat bei einer
Makrohämaturie der Harn mit bloßem Auge erkennbar (makroskopisch) eine rötliche oder bräunliche Farbe durch die Blutbeimischung. Eine sichtbare Färbung entsteht ab einer Menge von etwa 1ml Blut pro Liter Urin.
Ursachen für das Auftreten von Blut im Urin gibt es zahlreiche. Mögliche Blutungsquellen können sein:
- Erkrankungen der Nieren:
- Erkrankungen der Harnblase, des Harnleiters (Ureter) und der Harnröhre (Urethra):
- Erkrankungen der Prostata: Entzündung, Tumor
- Körperliche Anstrengung: Marschhämaturie
- Blutgerinnungsstörungen
- Menstruation
Nierenerkrankungen, die mit Blut im Urin einhergehen, umfassen Entzündung (Glomerulonephritis, Pyelonephritis), Nierensteine (Nephrolithiasis), Nierenkrebs (zum Beispiel Nierenzellkarzinom und Nierenbeckenkarzinom), zystische Nierenveränderungen oder Erkrankungen der Gefäße (Embolie, Thrombose). Auch Nierenschädigung bei Vorliegen von Diabetes mellitus (diabetische Nephropathie) kann von Blutbeimischung des Urins begleitet sein.
Bezüglich Harnblase, Harnleiter und Harnröhre können Harnwegsinfektionen, andere Entzündungen, Verletzungen, Verengungen, Steine und Tumoren (Blasenkarzinom, Harnröhrenkarzinom, Harnleiterkarzinom) Blutbeimengungen im Urin zur Folge haben. Endometriose, eine Erkrankung mit Versprengung von Gebärmutterschleimhaut in die ableitenden Harnwege stellt eine weitere Ursache für Blut im Urin dar, da diese Schleimhaut auch dem weiblichen Menstruationszyklus unterliegt.
Auch Störungen der Blutgerinnung wie Mangel an Blutplättchen (Thrombopenie), Bluterkrankheit (Hämophilie) oder medikamentös ausgelöste Verminderung der Blutgerinnung (Marcumar, Heparin) können Ursache von Blut im Urin sein.
Je nach Erkrankung spricht man von einer glomerulären oder einer postglomerulären Hämaturie.
Bei der ersten Form liegt eine Schädigung der Nierenstruktureinheiten (Glomerulum = Nierenkörperchen) vor, bei der zweiten sind diese Strukturen hingegen intakt und die Blutungsursache ist in Veränderungen der den Nierenkörperchen nachgeschalteten Strukturen zu suchen. Diese beiden Hämaturie-Formen können anhand des Aussehens der roten Blutkörperchen im Urin voneinander unterschieden werden, da bei glomerulärer Hämaturie diese ihre Form (Morphologie) verändern.
Der Urin kann auch rot gefärbt sein, obwohl er kein Blut enthält. Ursachen hierfür sind zum Beispiel der Verzehr bestimmter Nahrungsmittel (rote Beete), eine Myoglobinurie (Myoglobin = Sauerstoffträger der Muskulatur) nach Zerfall von Muskulatur oder das Medikament Rifampicin (Antibiotikum).
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