Inhalt:
- Sprechzimmer
- Die medikamentöse Therapie des ADHS
- Synonyme
- Definition
- Hinweis Dr. Gumpert Buch
- Werbung ADHS Buch
- Medikamentöse Therapie des ADHS
- Medikamente - WARUM?
- ADHS - Medikamentengruppen
- ADHS - Medikamente bei Kindern
- ADHS - Medikamente bei Erwachsenen
- Weitere Therapieformen
- Buch bestellen
- Werbung ADHS Buch
- Weitere ADHS - Themen
- Verwandte Themenbereiche
- Quiz Lernprobleme
Die medikamentöse Therapie des ADHS
Synonyme im weiteren Sinne
Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätssyndrom, Zappel - Philipp - Syndrom, Zappelphilipp, Psychoorganisches Syndrom (POS), Hyperaktivitätssyndrom, Hyperkinetisches Syndrom (HKS), Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, ADHS, Attention - Deficit - Hyperactivity - Disorder (ADHD), minimal brain syndrome, Verhaltensstörung mit Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörung, Fidgety Phil, ADS, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, ADD.
Definition
Das Aufmerksamkeits - Defizit - Hyperaktivitäts - Syndrom umfasst ein ausgeprägt unaufmerksames, impulsives Verhalten, das sich über einen längeren Zeitraum (etwa sechs Monate) hinweg in mehreren Lebensbereichen (Kindergarten / Schule, zu Hause, Freizeit) zeigt.
Durch die wechselhafte und streckenweise unterdurchschnittliche Fähigkeit Aufmerksamkeit aufzubauen, sind von schulischen Problemen häufig auch andere Bereiche (Deutsch und / oder Mathematik) betroffen. Viele ADHS - Kinder entwickeln eine LRS (= Lese- Rechtschreibschwäche) und / oder Rechenschwäche. Darüber hinaus können ADHS - Kinder auch eine Hochbegabung aufweisen. Schon erste “Verdachtsmomente” dahingehend zu äußern kann allerdings ungleich schwieriger sein, da - bedingt durch die Symptomatik des ADHS - die Symptome einer Hochbegabung unter Umständen nicht richtig gedeutet und somit nicht wirklich erkannt werden (können).
Eine medikamentöse Therapie soll Symptome lindern und dem Kind ein adäquates Leben und Lernen ermöglichen.
Hinweis Dr. Gumpert Buch
Das ADHS ist eine komplexe Erkrankung, die bis heute nicht in allen Bereichen verstanden ist. Daher sind die Behandlungsansätze vielfältig, in einigen Teilen sogar grundsätzlich gegensätzlich.
Dr. Nicolas Gumpert hat sich bemüht in seinem Buch verständlich für die Eltern alles Aspekte des ADHS verständlich zu erklären und die verschiedenen Therapieoptionen aufzuzeigen.
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Dieses Buch informiert sie ausführlich und laienverständlich über Symptome, Diagnosemöglichkeiten und alle gängigen Therapieformen.
Durch das Wissen aus unserem Buch können Sie das Leben mit dem Aufmerksamkeits- Defizit- Hyperaktivitäts- Syndrom - und somit das Leben Ihres Kindes und Ihrer Familie positiv beeinflussen. Durch die erworbene Kompetenz treffen Sie schließlich gemeinsam mit dem behandelnden Arzt und oder Therapeuten die Therapieentscheidung und können den Erfolg aktiv mitbeeinflussen.Autor: Dr. med Nicolas Gumpert
Als "PDF" oder "Printversion" erhältlich.
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Preis: schon ab 12.90 €*
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Medikamentöse Therapie des ADHS

- Medikamentöse Therapie
Die medikamentöse Therapie im Bereich der Therapie des ADHS ist die wohl umstrittenste Therapieform in diesem Bereich überhaupt. Es gibt diesbezüglich zwei unterschiedliche Meinungen, die sich gegenüberstehen:
- Jene, die eine medikamentöse Therapie in jedem Fall ablehnen und
- jene, die sie befürworten.
Wir sind der Auffassung, dass ein ADHS niemals ausschließlich medikamentös behandelt werden sollte, sondern immer eingebettet sein sollte in eine multimodale (= vielschichtige) und somit individuell passende Therapie.
Man darf in der medikamentösen Therapie kein Allheilmittel sehen sondern es gilt zu erkennen, dass hiermit nur ein Beitrag geleistet wird, um die Symptomatik des ADHS auf mehreren Ebenen zu lindern. In besonderer Weise ist dabei natürlich die Unterstützung der Familie gefragt. Neben Liebe, Zuneigung und Geborgenheit wird eine konsequente Erziehung mit Rechten und Pflichten, mit Einhalten von Regeln zur Verbesserung der Symptome beitragen.
Eine medikamentöse Therapie sollte frühestens ab dem 6. Lebensjahr begonnen werden. Zum Einsatz kommen Medikamente, die das Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn regulieren. Neben den Medikamenten der ersten Wahl, den so genannten Stimulanzien kommen darüber hinaus auch Antidepressiva zum Einsatz. Sie zielen darauf ab, sowohl die Konzentration als auch die Ausdauer und Aufmerksamkeit eines betroffenen Kindes zu steigern. Durch diese Verstärkung der Impulse mit ihren Begleiterscheinungen wirkt das Kind dann als solches ruhiger und geordneter.
Im Falle einer Entscheidung für eine medikamentöse Therapie eines ADHS muss zunächst mit dem behandelnden Arzt die individuelle Dosis und der richtige Einnahmezeitpunkt gefunden werden. Je nach Medikament stellt sich die Wirkung sofort ein und hält auch unterschiedlich an. Manche Medikamente müssen mehrmals täglich eingenommen werden, andere geben dien Wirkstoff allmählich frei, sodass eine einmalige Einnahme am Tag ausreicht (“Retard - Medikamente”).
Jedes Medikament hat seine individuellen Nebenwirkungen. Bei Medikamenten der ADHS - Therapie sind dies oftmals Appetitlosigkeit, Kopf- und Bauchschmerzen, Schlafstörungen, Depressivität, etc. Nicht immer ist gesagt, dass ein Kind sofort auf Medikamente anspricht. Darüber hinaus ist es wichtig zu wissen, dass eine medikamentöse Therapie ADHS nicht “heilt” . Es lindert die Symptome und zwar genau so lange, wie die Medikamente eingenommen werden. Dies hat allerdings noch lange nicht zur Folge, dass ein ADHS - Kind sein Leben lang auf eine medikamentöse Therapie angewiesen ist. Je vielschichtiger und individuell passend eine Therapie ausgerichtet ist, kann durch sie eine Verbesserung der Symptomatik erzielt werden. Häufig liefert die medikamentöse Therapie zunächst die Grundlage dafür, dass weiterführende Therapieformen überhaupt erst möglich werden. Durch diese vielschichtige Therapie können negative Verhaltensweisen günstig beeinflusst und durch andere Verhaltensweisen ersetzt werden. Erklärtes Ziel ist es dabei, das kindliche Verhalten so zu stärken, dass es diese positiven Verhaltensweisen selbst zu nutzen lernt (Selbstmanagement), so dass irgendwann in Einverständnis mit dem behandelnden Arzt die Medikation eventuell reduziert, bzw. gänzlich abgesetzt werden kann.
Neuere Forschungsergebnisse und Studien belegen, dass eine Medikation bei eindeutig nachgewiesenem ADHS und individuell passender Dosierung in der Regel nicht zu einer Abhängigkeit führt. Leider fehlen gerade bei neueren Medikamenten Langzeitstudien, die ein solches Ergebnis auch langfristig gesehen bestätigen oder widerlegen können. An dieser Stelle wollen wir festhalten, dass die Gefahren, die durch eine medikamentöse Therapie eintreten können im Einzelfall variieren und hier keine pauschalen Aussagen getroffen werden können.
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Weshalb überhaupt Medikamente bei einem ADHS?
Wie bereits im Bereich Ursachen auf der übergeordneten ADHS - Seite erwähnt, geht man nach neuestem Forschungsstand hauptursächlich von einer veränderten Funktionsweise des Gehirns aus. Diese veränderte Funktionsweise umschriebt eine komplexe Störung des so genannten Katecholaminhaushaltes, den man sich wie folgt vorstellen muss.
- Bezogen auf das ADHS werden drei verschiedene Katecholamine (Botenstoffe) wichtig: Noradrenalin, Serotonin, Dopamin.
- Alle genannten Katecholamine haben eine spezifische Funktion: Noradrenalin - Antrieb, Serotonin - Impulsivität, Dopamin - Antrieb.
- Normalerweise sind diese Stoffe in einem Gleichgewicht
- Aus dem Zusammenspiel heraus ergeben sich weitere Wirkungen. Das Zusammenspiel von Noradrenalin und Serotonin ist beispielsweise für die Entstehung von Angstzuständen verantwortlich, Serotonin und Dopamin hingegen für den Appetit, aber auch die Aggressionen und Lust. Noradrenalin und Dopamin regeln die Motivation, alle drei zusammen haben Auswirkungen auf die Stimmung, die Emotionalität und die kognitiven Fähigkeiten.
Beim Vorliegen eines nachgewiesenen ADHS und somit einer korrekt gestellten Diagnose herrscht ein Ungleichgewicht der oben erwähnten Botenstoffe. Dieses Ungleichgewicht stört die Informationsweiterleitung zwischen den einzelnen Nervenzellen im Bereich einzelner Hirnareale. Ist dieses Gleichgewicht gestört, können Reize nicht in gewohnter Weise weitergeleitet werden. Da die Botenstoffe durch ihre Eigenschaften erheblichen Einfluss auf die Verhaltensweise des Menschen haben, bedeutet ein Ungleichgewicht der Botenstoffe ein von der Norm abweichendes Verhalten. Nun können einige Botenstoffe ausreichend vorhanden, andere hingegen unzulänglich vorhanden sein. Daraus resultieren letztlich die unterschiedlichen Symptome des ADHS. Nun wird auch verständlich, weshalb nicht jede Symptomatik vorhanden sein muss und weshalb ein Kriterienkatalog niemals vollständig sein kann.
Verschiedene Medikamentengruppen zur Therapie von ADHS
Aufgrund des unterschiedlichen Ungleichgewichtes der Botenstoffe im Einzelfall, benötigt man unterschiedliche Medikamentengruppen, die gezielt ansetzen.
Prinzipiell unterschieden wird dabei hauptsächlich zwischen
- Stimulanzien, worunter auch die Medikamente mit dem Hauptwirkstoff Methylphenidat (z.B. Ritalin® ) fallen.
- Antidepressiva
Bei den Antidepressiva unterscheidet man wiederum zwischen:
- NARI (Selektive Noradrenalin - Wiederaufnahme Hemmer)
- SNRI (Serotonin - Noradrenalin - Wiederaufnahme Hemmer)
- MAO - Hemmern
- SSRI (Selektive Serotonin - Wiederaufnahme Hemmer)
- RIMA (Reversible Monoaminooxdase Hemmer
Die medikamentöse Behandlung von ADHS bei Kindern
Es gibt zwei extreme Meinungen zu der Anwendung von Medikamenten im Falle eines ADHS:
- Ablehnung
- Auffassung, dass dies die einzige effektive Möglichkeit sei, der oben beschriebenen veränderten Funktionsweise des Gehirns in entsprechender Weise Rechnung zu tragen.
Generell ist auch hier zu sagen, dass es immer auf den individuellen Fall ankommt. Wichtig ist allerdings, dass an der Diagnose keine Zweifel bestehen, denn wie bereits erwähnt ist nicht jedes verhaltensauffällige Kind auch ein ADHS - Kind.
Es gibt sehr viele Studien, die die Wirkungen und Nebenwirkungen beispielsweise von Methylphenidat (Wirkstoff in Ritalin) untersuchten. Dabei konnte - sofern die Diagnose und die Indikation korrekt gestellt wurde - in keiner Studie eine Abhängigkeit von der Wirksubstanz nachgewiesen werden. Ausgegangen wird - bei eindeutiger Diagnosestellung - von der Tatsache, dass das Ungleichgewicht der Botenstoffe wirklich vorliegt und dass man mittels Medikation den Kindern das Gleichgewicht zurückgibt, das ihnen fehlt.
Folgendes kann man festhalten:
- Medikamentöse Therapie nur in eindeutigen Fällen.
- Medikamentöse Therapie nicht bei Vorschulkindern (< 6 Jahre)
- Nebenwirkungen können - je nach Medikament - auftreten
- Die Dosis ist individuell unterschiedlich und muss in gewisser Weise “ausgetestet” werden. Dosierungsempfehlungen, die auf dem Körpergewicht basieren, liegen dem behandelnden Arzt vor.
Die medikamentöse Therapie von ADHS bei Erwachsenen
Auch bei Erwachsenen ist eine medikamentöse Therapie möglich, allerdings ist die Wahl des passenden Medikamentes ungleich schwieriger. Probleme bereitet beim Erwachsenen vor allen Dingen die Tatsache, dass der Stoffwechsel schneller arbeitet als beispielsweise beim Kind. Gerade in dieser Hinsicht spielt der Einfluss der Hormone, der bei den Kindern nicht, bzw. nur geringfügig gegeben ist, eine große Rolle. Da dies individuell unterschiedlich ist, hinkt auch der Berechnungsmodus der Dosierung in Anlehnung an das Körpergewicht.. Auch bei Erwachsenen wird in der Regel auf Stimulanzien zurückgegriffen. Es kann aber auch vorkommen, dass medikamentös mit so genannten trizyklischen Antidepressiva therapiert wird, bzw. eine Kombination aus beiden verordnet wird. Hier hilft der behandelnde Arzt.
Erfahrungsberichte von Erwachsenen zeigen darüber hinaus, dass die Wirkung der Stimulanzien erst nach mehreren Monaten eintritt - auch hier liegt im Vergleich zu den Kindern ein entscheidender Unterschied vor.
Die Erfahrungsberichte zur medikamentösen Therapie beim Erwachsenen sind darüber hinaus auch nicht so zahlreich vorhanden wie bei den Kindern.
Auch die Studien weisen unterschiedliche und keinesfalls einheitliche Ergebnisse auf.
Ähnlich wie bei den Kindern dürfte der Erfolg im Rahmen einer medikamentösen Therapie auch hauptsächlich bei jenen Erwachsenen anzusiedeln sein, deren ADHS eindeutig feststeht und darüber hinaus keine weiteren Persönlichkeitsstörungen (Borderline, Depressionen, Tourette - Syndrom, ...) aufweisen.
Weitere Therapieformen
- Allgemeine Informationen zum Thema ADHS und Familie
- Informationen zur Therapie des ADHS durch Psychotherapie
- Informationen zur Therapie des ADHS durch Heilpädagogik
- Informationen zur spezifischen Ernährung bei ADHS
- Informationen zu ADHS und Homöopathie
Die zusätzlich genannten Therapieformen sind auch bei einer medikamentösen Therapie nicht überflüssig. Die Verwendung der Medikamente sollte stets im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie - als Kombination mit häuslicher Therapie, psychotherapeutischer und heilpädagogischer Therapie und / oder Ernährungstherapie - erfolgen.
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