Inhalt:
Ritalin
Erklärung / Definition
Ritalin ® gehört zu der Gruppe der Psychopharmaka mit dem Wirkstoff Methylphenidat. Es wird im Rahmen der medikamentösen Therapie des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms sowohl ohne als auch mit Hyperaktivität, somit bei ADS und ADHS eingesetzt.
Dabei stellt die medikamentöse Therapie des ADS, bzw. die medikamentöse Therapie des ADHS nur einen therapeutischen Bestandteil dar. Die Therapie sollte darüber hinaus durch weitere therapeutische Bestandteile, wie beispielsweise die Psychotherapie oder heilpädagogische Therapien begleitet und unterstützt werden.
Handelsname
Ritalin ® Tabletten
Hersteller: Novartis Pharma
Chemischer Name
Wirkstoff: Methylphenidat
C14H19NO2
Methyl 2 - Phenyl - 2 - (2 - Piperidyl) Acetat
Anwendungsgebiete

- Strukturformal Ritalin
Typische Anwendungsgebiete von Ritalin ® sind:
bei Kindern ab 6 Jahren und Jugendlichen, wobei die medikamentöse Therapie mit Ritalin in ein therapeutisches Konzept (multimodale Therapie) eingebunden werden sollte. Lesen Sie hier mehr darüber: ADHS Therapie und ADS Therapie.
sowie
- Narkolepsie (= Schlafdrang, der in der Regel zu unpassender Zeit (Stresssituation) eintritt und sich auch durch überdurchschnittliche Tagesschläfrigkeit auszeichnet)
Hinweis zum Buchshop
Bücher zum Thema ADS und ADHS
Wir möchten an dieser Stelle auf zwei von Dr. Nicolas Gumpert verfasste Bücher hinweisen.
Diese Bücher informieren Sie ausführlich und laienverständlich über Symptome, Diagnosemöglichkeiten und alle gängigen Therapieformen.
Durch das Wissen aus unserem Buch können Sie das Leben mit dem Aufmerksamkeits - Defizit - Syndrom - mit oder ohne Hyperaktivität und somit das Leben Ihres Kindes und Ihrer Familie - positiv beeinflussen. Durch die erworbene Kompetenz treffen Sie schließlich gemeinsam mit dem behandelnden Arzt und / oder Therapeuten die Therapieentscheidung und können den Erfolg aktiv mitbeeinflussen.
Durch unseren Online-Verlag ist garantiert, dass neueste Erkenntnisse und Methoden direkt in den Büchern aktualisierte werden können.
Wirkung
Der Wirkstoff Methylphenidat bewirkt eine kurzzeitige Blockade der Nervenzellrezeptoren im Gehirn, durch die der Stoffwechsel im Gehirn reguliert und normalisiert wird. Methylphenidat bewirkt somit insbesondere eine Erhöhung der Dopaminkonzentration im synaptischen Spalt zwischen zwei Nervenzellen.

- Wirkung des Ritalins
Diese erhöhte Konzentration wirkt sich auf die Aufmerksamkeits-und Konzentrationsfähigkeit, sowie auf die Motivation und die Stimmungslage aus.
Die erste Wirkung zeigt sich bereits etwa eine halbe Stunde nach der Einnahme. Der Wirkstoff wird dann langsam im Körper resorbiert (abgebaut). Um einen Rebound - Effekt (Symptomverschlechterung) zu vermeiden, muss auf die regelmäßige Einnahme des Medikamentes geachtet werden. Retard oder Slow Release (SR) - Produkte geben den Wirkstoff dosiert ab, so dass nach einmaliger Einnahme am Tag keine weitere Medikation mehr erforderlich ist.
Dosierung
Ritalin ® wird - wie auch die übrigen Methylphenidat - Präparate - direkt auf das Kind angepasst. Dies bedeutet in der Regel, dass zunächst anhand von Körpergewicht und Körpergröße die Minimaldosis ermittelt wird. Begonnen wird initial mit einer Dosierung von 5 mg ein- oder zweimal täglich, was einer halben Tablette entspricht. Die Medikation wird so lange schrittweise erhöht (wöchentliche Steigerung) - man spricht dabei von “Einstellung” - bis die optimale Wirkung eintritt. Eine maximale Dosierung von 60 mg pro Tag, verteilt auf zwei bis drei Einnahmen sollte bei Kindern und Jugendlichen nicht überschritten werden.
Nebenwirkung
An dieser Stelle wird nur auszugweise auf die unseres Erachtens wichtigsten Nebenwirkungen eingegangen.
Es gibt verschiedene Nebenwirkungen, die im Rahmen der Therapie auftreten aber auch wieder verschwinden können. Dazu zählen beispielsweise Schlafstörungen, Appetitlosigkeit und eventuelle Magenbeschwerden. Insbesondere Schlafstörungen basieren häufig auf den Rebound - Effekten, die durch die nachlassende Wirkung der Medikamente hervorgerufen werden können.
Im Rahmen der Ritalintherapie kann es durch die anregende Wirkung des Medikaments zu teilweise erhöhten Blutdruckwerten und Pulsfrequenzen kommen. Ferner sind Mundtrockenheit, Durchfall und / oder Verstopfung sowie Gewichtsverlust, sowie Gelenkschmerzen und allergische Reaktionen (Ausschlag, Juckreiz, ...) denkbar. Teilweise ist die Motorik beeinträchtigt (Störung der Bewegungsabläufe).
Da es im Rahmen der Langzeittherapie gelegentlich zu Wachstumsverzögerungen und Gewichtsverlust kommen kann, empfiehlt sich die Kontrolle beider Werte, beispielsweise durch regelmäßiges Wiegen und Messen, evtl. auch im Rahmen der ärztlichen Kontrolle.
Insbesondere eine Überdosierung des Medikamentes kann zu einer Übererregung des zentralen Nervensystems (= ZNS) führen, darüber hinaus sind Krämpfe, sowie Muskelzuckungen, Herzrhythmusstörungen, Schweißausbrüche (Fieber, Hitzewallungen) möglich.
Da durch ein plötzliches Absetzen des Medikamentes Rebound - Effekte auftreten können, die unter anderem Kreislaufstörungen, Depressionen, emotionale Verstimmungen, Heißhungerattacken und enorme Schlafbedürfnisse hervorrufen können, darf ein Medikament nur durch einen Arzt abgesetzt werden. Gleiches gilt für das Erhöhen oder Herabsetzen von Dosierungen. Dies gehört in die Hand eines erfahreneDepressionn Arztes!
Hinweis
Derzeit wird davon ausgegangen, dass Ritalin bei eindeutiger Diagnose und der Einnahme gemäß der Bestimmungen die Neigung zur Abhängigkeit nicht beeinflusst und somit keine suchtbegünstigende Wirkung des Wirkstoffes Methylphenidat vorliegt.
Wechselwirkung
Es besteht die Möglichkeit, dass eine Wechselwirkung mit Medikamenten auftritt, die zur Therapie der Hypotonie (= zu niedriger Blutdruck) verabreicht werden.
Darüber hinaus sind Wechselwirkungen mit Medikamenten der Epilepsietherapie (Carbamazepin) möglich.
Ritalin kann den Abbau von Blutgerinnungshemmern, Schizophrenie -Medikamenten, bzw. Antidepressiva hemmen, sodass dies bei gleichzeitiger Einnahme im Hinblick auf die Dosierung dringend berücksichtigt werden muss.
Ritalin darf nicht eingenommen werden, während einer Therapie mit MAO - Hemmern (MAO = Monoaminooxidase; Antidepressiva), bzw. nach einer Therapie mit diesen Präparaten (mindestens zweiwöchiger Abstand zwischen den Einnahmen beider Präparate).
Kontraindikation
Ritalin ist gegenindiziert bei schwerem Tourette - Syndrom (Gilles de la Tourette) und im akuten Fall eines Schlaganfalles.
Im Falle eines leichten bis mäßigen Tourette - Syndrom sollte Ritalin nur unter strenger ärztlicher Überwachung verabreicht werden.
Anwendungsbeschränkungen bestehen auch bei Epileptikern und im Falle von emotional labilen Patienten.
Bei Patienten mit Magersucht sollte auf die Einnahme von Ritalin verzichtet werden, da das Medikament in besonderer Weise den Appetit hemmt (Appetitlosigkeit).
Ebenso darf Ritalin nicht eingenommen werden bei Herzrhythmusstörungen und bei Neigung zu (mittel-)schwerem Bluthochdruck, sowie bei Angina pectoris, Schildrüsenüberfunktion und erhöhtem Augeninnendruck (Glaukom).
Kontraindiziert ist die Einnahme von Ritalin ebenso bei Schizophrenie und Angsterkrankungen.
Darüber hinaus darf Ritalin in der Schwangerschaft und bei Überempfindlichkeit gegenüber des Hauptwirkstoffes Methylphenidat und der Nebenwirkstoffe nicht eingenommen werden.
Preis
Da immer vom Kostendruck im Gesundheitswesen gesprochen wird, halte ich es für wichtig auch Preise für Medikamente zu erfahren. (Preise beispielhaft und ohne Empfehlungscharakter):
Ritalin ® | Stück | Preis in € |
Ritalin ® 10 mg | 20 Tabletten (N 1) | 16,12 |
Ritalin ® 10 mg | 40 Tabletten (N 2) | 26,3 |
Stand: Januar 2004
Rezeptpflicht
Ritalin fällt unter das Betäubungsmittelgesetz und wird daher mittels gesondertem BTM - Rezept verschrieben. Nur wenige Ärzte verfügen über eine BTM - Zulassung.
Disclaimer / Haftungsausschluss
Bitte beachten Sie, dass wir in allen unseren Texten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben ggf. veraltet sein.
Alle Angaben stellen nur Auszüge dar, daher können wichtige Informationen nicht genannt sein.
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass alle Medikamente nie selbständig und ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt, angesetzt oder verändert werden dürfen.
OPIS - Bücher zum Thema ADS und ADHS
Die gegebenen Informationen können nur auszugsweise alle Informationen zum ADS beinhalten.
Speziell zum Thema “Aufmerksamkeits - Defizit - Syndrom” haben wir zwei detaillierte informative Bücher verfasst. Wenn Sie Ihr Kind verstehen und ihm aktiv helfen wollen, empfehlen wir Ihnen unsere Bücher:
Die von Dr. Nicolas Gumpert verfassten OPIS - Bücher sind laienverständlich und umfassend mit den Ursachen, der Diagnose und den verschiedenen Therapieformen.
Medikamentöse, psychotherapeutische, heilpädagogische und alternative Behandlungsformen werden ausführlich beschrieben, sodass im Interesse des ADS - Kindes eine passende und auf verschiedenen Ebenen ansetzende (multimodale) Therapie gefunden werden kann.
Weitere Informationen
Hier können Sie sich über den Wirkstoff Methylphenidat informieren.
Weitere medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten bestehen in der Therapie mit Antidepressiva.
Generelle Informationen zur medikamentösen Therapie finden Sie unter:
Eine Liste aller Medikamente, die wir bereits veröffentlicht haben finden Sie unter: Medikamente A-Z.
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