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Synonyme
Brustschmerz, Brustenge, AP
Definition
Die Angina Pectoris ist eine Minderversorgung des Herzens mit Sauerstoff, die mit anfallsartigen Schmerzen einhergeht. Man teilt die Angina Pectoris in die stabile, die instabile und die Prinzmetal Angina ein. Allen liegt eine Mangelversorgung des Herzens mit Sauerstoff zugrunde. Die Prinzmetal Angina unterscheidet sich in der Ursache der Mangelversorgung von den anderen beiden.
Mit rund 300.000 Krankenhauseinweisungen pro Jahr ist die Angina Pectoris eine der häufigsten Ursachen für eine Einweisung in ein Krankenhaus.
Physiologie/Pathophysiologie
Das Herz wird über seine Herzkranzgefäße mit Sauerstoff versorgt. Die Hauptschlagader (Aorta) schließt sich direkt an die Klappe der linken Herzkammer an. Von der Aorta gehen direkt hinter der Klappe die Herzkranzgefäße ab. Das Herz reagiert auf Sauerstoffmangel schneller als andere Organe mit Schmerz. Dieser ist ein sehr gutes Warnsystem, da die Angina Pectoris unbehandelt lebensbedrohlich sein kann. Sowohl bei der instabilen als auch bei der stabilen Angina Pectoris gibt es in den Herzkranzgefäßen eine Verengung (Stenose). Diese sorgt jetzt je nach Schwere ab bestimmten Belastungen für die Mangelversorgung.
Symptome
Die häufigsten Symptome der Angina Pectoris sind:
- Plötzlich einsetzende Schmerzen in der Brust, die als hinter dem Brustbein empfunden werden (retrosternal), auch „reißen“ in der Brust
- Ausstrahlung der Schmerzen in die Schultern (eher die linke), den Rücken und den Kiefer
- Sodbrennen
Bei Frauen treten meist etwas andere Symptome auf. Die meisten berichten eher von Rücken- oder Magenschmerzen.
Es müssen nicht immer alle Symptome auftreten, oder überhaupt irgendwelche Symptome (z.B. bei sogenannter Stummer AP). Auch empfinden Diabetiker oder Patienten mit Polyneuropathie meist gar keine Schmerzen oder nur geringe, die dann nicht ernst genommen werden.
Einteilung
Die Angina Pectoris teilt man in folgende Formen ein:
- stabile Angina Pectoris
- instabile Angina Pectoris
- Prinzmetal Angina
- Belastungsangina
- Präinfarktangina
- Angina dekubitus
- Therapieresistente Angina Pectoris
Ebenfalls unterscheidet man verschiedene Schweregrade (CCS Klassifikation CanadianCardiovascularsociety):
- 0: stumme Angina Pectoris, eher als Zufallsbefund
- 1: AP Symptome treten nur bei schwerster körperlicher Belastung auf (Schneeschippen, schwere Gartenarbeit)
- 2: AP Symptome treten leicht bei normaler bis schwerer körperlicher Belastung auf (z.B. schnelles Treppensteigen)
- 3: AP Symptome treten stärker bei normaler körperlicher Belastung auf
- 4: AP Symptome schon bei geringster körperlicher Belastung (z.B. starke Schmerzen schon beim Ankleiden) oder in körperlicher Ruhe
Ursachen und Auslöser der Angina Pectoris
Eine der Hauptursachen für die Angina Pectoris ist die Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). Stress in jeder Form und körperliche Belastung können auch einen Anfall auslösen und sind eine Ursache. Üppige Mahlzeiten können das Herz bis zu einem Angina Pectoris Anfall reizen. Dies liegt an der Nähe von Speiseröhre und Herz. Kälte oder auch allgemeine Wetterumschwünge können als Auslöser wirken. Bei Kälte muss das Herz mehr schlagen um den Körper zu wärmen, für das Herz ist das Stress. Der übermäßige Genuss von Alkohol und Rauchen bewirken Arteriosklerose und sind somit Ursachen, gleichzeitig können beide auch direkt eine Angina Pectoris auslösen. So wirkt Rauchen gefäßverengend und unterbindet dadurch noch weiter die Sauerstoffversorgung des Herzens. Alkohol wirkt genau so.
Zusammenfassend kann man sagen, dass alle Aktivitäten oder Umstände die den Puls und den Blutdruck erhöhen Stress für das Herz sind und somit akut einen Angina Pectoris Anfall auslösen können. Die gleichen Faktoren können das Herz dann auf Dauer schädigen und somit ursächlich wirken. Je „gestresster“ das Herz ist, desto mehr Sauerstoff braucht es auch und desto schlimmer werden die Symptome.
Stabile Angina Pectoris
Bei der stabilen Angina Pectoris ist zu 90% eine Verengung von mindestens einem der Herzkranzgefäße die Ursache. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass die Symptome immer bei den gleichen Belastungen auftreten und immer durch die gleichen Gegenmaßnahmen nachlassen. Zu den Gegenmaßnahmen gehören körperliche Ruhe und die Einnahme von Medikamenten.
Instabile Angina Pectoris
Die instabile Angina Pectoris ist erst einmal jede neu auftretende Angina Pectoris oder jegliche Änderung bei Symptomen der stabilen Angina Pectoris. Wenn die Anfälle z.B. auch bei geringeren Belastungen oder in Ruhe auftreten oder die Anfälle gehäuft auftreten oder wenn die Schmerzen trotz Medikamenteneinnahme bestehen, spricht man von einer instabilen Angina Pectoris. Meist liegt hier eine Verengung mehrerer Herzkranzgefäße zugrunde oder eine Verengung eines größeren Herzkranzgefäßes (Häufig eine sogenannte linksseitige Hauptstamm Stenose). Die instabile Angina Pectoris birgt ein sehr großes Herzinfarktrisiko. Daher müssen Patienten mit instabiler Angina Pectoris umgehend ärztlich behandelt werden.
Angina decubitus (Angina nocturna)
Diese Form der Angina Pectoris tritt vor allem nachts, bzw. nach längerem Liegen auf. Sie ist eine Form der instabilen Angina Pectoris. Im Liegen kommt es zu einem vermehrten Rückstrom von venösem Blut ins Herz. Bei einer Vorschädigung der Herzmuskelzellen ist das der Auslöser der Angina dekubitus / nocturna.
Prinzmetal Angina
Die Prinzmetal Angina (Angina Pectoris) hat ihren Namen von ihrem Erstbeschreiber Myron Prinzmetal (1908 – 1987) bekommen. Dieser beschrieb die Krankheit im Jahre 1959 zum ersten Mal als Sonderform der Angina Pectoris. Hier kommt es nicht durch eine Verengung zur Minderversorgung des Herzens mit Sauerstoff sondern durch einen sogenannten Vasospasmus. Dies ist ein Krampf von einem oder mehreren Herzkranzgefäßen, der zur Verengung der Gefäße führt. Die Ursache der Krämpfe ist noch unklar. Es wird ein Zusammenhang mit dem Parasympathikus vermutet. Dieser ist ein Teil des vegetativen (unwillkürlichen) Nervensystems, das für alle Dinge verantwortlich ist wie Verdauen (Parasympathikus) oder Fluchtreflexe (Sympathikus). Die Prinzmetal Angina tritt völlig unabhängig von Belastungen auf. Dafür eher in den frühen Morgenstunden, da um diese Zeit der Parasympathikus am aktivsten ist. Für die Prinzmetal Angina ist typisch, dass sie schon im 3. bis 4. Lebensjahrzehnt auftritt. Sie kann ebenso wie die anderen Formen der Angina Pectoris einen Herzinfarkt auslösen.
Andere Formen
Gelegentlich hört oder liest man auch noch andere Bezeichnungen für die Angina Pectoris. Diese Bezeichnungen sind allerdings nur Synonyme oder andere Begriffe für die oben beschriebenen Formen der Angina Pectoris. So ist z.B. eine Belastungsangina nur eine Beschreibung dafür, dass die Angina Pectoris nur unter Belastung auftritt. (Also mindestens ein Schweregrad 1) Ebenfalls wird häufiger von einer Präinfarktangina gesprochen. Diese beschreibt eine Angina Pectoris, die vor einem Herzinfarkt aufgetreten ist und diesen damit wahrscheinlich verursacht hat. Eine Therapieresistente Angina Pectoris beschreibt eine schwere Form der instabilen Angina Pectoris, die sich nicht oder nur schlecht therapieren lässt.
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Weitere Informationen
Weitere interessante Informationen zur Angina Pectoris finden Sie unter:
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