Haarausfall

Synonyme im weiterem Sinne


Effluvien, Alopezien, Haartransplantation, Hypotrichie, Atrichie
Englisch: falling out of hair, lopecia

Lesen Sie auch:

Definition

Man unterscheidet grundsätzlich zwei Formen des Haarausfalls:

  • Effluvium beschreibt das Ausfallen der Haare, wodurch mehr als 100 Haare pro Tag verloren gehen.  
  • Alopezie bezeichnet den Umstand der Haarlosigkeit. Dieser äußert sich in Form kahler Stellen bzw. einer Glatze. Ist die Haarlosigkeit angeboren, spricht man von Hypotrichie (teilweise) bzw. Atrichie (total).

Effluvien und Alopezien können diffus oder umschrieben, vernarbend oder nicht vernarbend sein.




Symptome

Die Symptome sind abhängig von der Art des Haarausfalls.

Anageneffluvien: Der  normalerweise vollkommene Haarausfall beginnt nach ca. 14-20 Tagen und ist in den meisten Fällen reversibel. Die Haarwurzeln der ausgefallenen Haare sind auffällig dünn.

Telogeneffluvien: Es fallen mehr als 100 Haare pro Tag aus. Beim Kämmen und Haarewaschen kann man die Haare leicht ausziehen.

Androgeneffluvien beginnen mit der Pubertät, beim Mann als erstes in Form von sog. „Geheimratsecken“ und am Scheitel, die sich nach und nach ausbreiten. Oft verspürt man einen Juckreiz. Bei Frauen bleiben die vorderen Haarpartien erhalten, lediglich die Haare am Scheitel fallen aus.

Kreisrunder Haarausfall beginnt meist plötzlich, wobei sich kreisrunde kahle Stellen am Kopf oder am Barthaar bilden. Selten können auch Wimpern und Augenbrauen betroffen sein.

Therapie

Das diagnostische Vorgehen sollte individuell nach der speziellen Anamnese und richtungsweisenden Befunden abgestimmt werden. Dazu wird eine Untersuchung des Haarwuchses und des Haarausfalls am gesamten Körper vorgenommen. Nach Diagnostik und Befundanalyse sollte ein individuelles Behandlungskonzept erarbeitet werden.

Die Ausschaltung der ursächlichen Faktoren, wie z.B.  das Ersetzen der auslösenden Medikamente bzw. schädigenden Substanzen kann von einer spontanen Erholung gefolgt sein.

Das für die Ausbildung des androgenetischen Haarausfalls entscheidende Androgen ist das Dehydrotestosteron (DHT). Es wird mittels zweier Enzyme aus Testosteron verstoffwechselt. Therapeutischer Ansatzpunkt ist die hormonelle Follikelinteraktion. Durch selektive Enzymhemmer kommt es zu einer Senkung des DHT (5-alpha-Reduktasehemmer, Finasterid, Handelsname: Propecia®).

Finasterid darf jedoch nicht bei Frauen angewandt werden, da im Falle einer Schwangerschaft die Gefahr einer Schädigung des ungeborenen männlichen Kindes besteht!

Eine Alternative ist eine lokale Therapie einer 2-oder 5% Minoxidil-Lösung. Durch das Auftragen kommt es zu einer Erhöhung der lokalen Durchblutung und Haarwachstumsanregung.

Bei Frauen kann auch die Einnahme von oralen Kontrazeptiva („Pille“) Wirkung zeigen.

Zur permanenten Kopfhaarrekonstruktion erzielen modernste chirurgische Verfahrenstechniken exzellente ästhetische Ergebnisse. Eine Haarwiederherstellung kann durch eine Haartransplantation und plastisch-chirurgische Rekonstruktionsmöglichkeiten erfolgen.

Auch homöopathische Arzneimittel können einen Haarausfall positiv beeinflussen. Hierbei wird die Ursache des Haarausfalls berücksichtigt. Mehr zur Homöopathie und Haarausfall finden Sie in dem Thema: Homöopathie bei Haarausfall

Zusammenfassung

Der Haarausfall ist eine recht häufige Störung mit vielfältigen Ursachen. Dabei sind verschiedene Erkrankungen zu berücksichtigen. Insgesamt ist die Therapie des Haarausfalls individuell anzupassen.


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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 26.07.2011