Schnellender Finger

Synonyme im weiteren Sinne

Medizinisch: Digitus saltans

Springfinger, Sehnenscheidenentzündung, Tendovaginitis de Quervain, Sehnenreiben, Sehnenverdickung, rheumatoide Arthritis, springender Finger

Definition

Ein schnellender Finger ist meist eine verschleißbedingte Erkrankung. Im Rahmen des Verschleißes kommt es zu einer Verdickung der Beugesehne der Hand. Die Sehnen der Hand sind durch so genannte Ringbänder mit dem Knochen verbunden. Ihre Aufgabe besteht darin, Sehnen beim Beugen am Knochen zu halten. Während des Beugens und Streckens des Fingers geleitet die Sehne unter dem Ringband hindurch. Verdickt sich die Sehne vor dem Ringband, kann das Ringband erst mit erhöhtem Kraftaufwand, dann aber schnellend, überwunden werden

Epidemiologie / Vorkommen in der Bevölkerung

Einen schnellenden Finger findet man häufiger bei Frauen als bei Männern. Besonders jenseits des 60. Lebensjahres kommt er häufiger vor.
Auch Kinder können von der Erkrankung betroffen sein, hierbei handelt es sich um eine angeborene Verdickung der Sehne. Betroffen ist fast immer der Daumen.


Kombination mit anderen Erkrankungen

Ein Springfinger / schnellender Finger kommt häufig mit einem Morbus Dupuytren oder einem Karpaltunnelsyndrom vor. Beim Karpaltunnelsyndrom kommt es ebenfalls verschleißbedingte zu einer Größenzunahme der Beugesehnen der Hand. Durch diese Größenzunahme wird der Platz im Karpaltunnel eingeschränkt und der Druck auf einen Nerven (Nervus medianus), der mit den Sehnen durch den Karpaltunnel verläuft, nimmt zu. Unter einem zu hohem Druck machen sich Funktionsstörungen des Nerven bemerkbar. Ein typisches Symptom ist die nächtliche Taubheit der ersten drei Finger (Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger).
Ebenso kommt ein springender Finger häufiger in Kombination mit einer Zuckererkrankung (Diabetes mellitus) oder rheumatischen Erkrankungen (rheumatoide Arthritis) vor.

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Ursache

Bei einem springenden Finger kommt es zu einer Verdickung der Beugesehne des Betroffenen Fingers. In den meisten Fällen handelt es sich um einen Verschleißprozess. Mit zunehmender Abnahme der Sehnenqualität im Alter, verdickt sich die Sehne stellenweise, um der alltäglichen Belastung standhalten zu können.

Neben dem Verschleißprozess treten Springfinger häufiger in Kombination mit rheumatischen Erkrankungen (rheumatoide Arthritis), einem Morbus Dupuytren und vorbestehende Verletzungen, beziehungsweise Sehnenrisse auf.

Abbildung Finger

  1. Verdickter Sehnenknoten
  2. Ringband
  3. Beugesehne

Symptome / Krankheitszeichen / Beschwerden

Ein springender Finger (Digitus saltans) zeigt sich durch die Unfähigkeit den gestreckten Finger zu beugen. Beim Beugeversuch spürt der Betroffene eine Blockade. Der verdickte Sehnenknoten kann das Ringband nicht überwinden. Mit zunehmendem Krafteinsatz baut sich eine spürbare Spannung auf. Wenn die Kraft ausreichend ist, überwindet der Sehnenknoten schnellend den Widerstand des Ringbandes und der Finger beugt sich blitzartig. Dieses Springen des Fingers lässt sich in der Regel reproduzieren. Einige Ärzte sprechen hierbei auch von einem Taschenmesser - Phänomen.

In Ausnahmefällen kann sich ein Finger in gestreckter oder in gebeugter Position fixieren. Hierbei spricht man von einem gefangenen Finger. Ursache hierfür ist, dass weitere Anschwellen des Sehnenknotens, so dass das Ringband nicht mehr überwunden werden kann. Der Finger ist nun in gebeugter oder gestreckter Position gefangen und kann auch mit maximalem Krafteinsatz den Widerstand nicht überwinden. Teilweise kann sich dieser gefangene Finger wieder lösen. Da dieser Zustand nicht lange belassen werden kann, muss das Ringband kurzfristig operativ gespalten werden, ansonsten drohen dauerhafte Funktionseinschränkungen Verlust der vollständigen Beugen- oder Streckfähigkeit war erzwang.

Typischerweise sind die Beschwerden morgens nach dem Aufstehen am größten. Schmerzen bestehen beim Beugen und Strecken des betroffenen Fingers.

Zu einem springenden Finger kommt es häufig ohne erkennbare Ursache. In einigen Fällen wird im Vorfeld über eine starke Beanspruchung der Hände berichtet.

Zum typischen Springen des Fingers kommt es beim Beugen.

Das eigentliche Springen kann schmerzhaft, aber auch schmerzlos sein. Wenn Schmerzen vorhanden sind, zeigen sich diese im Bereich des Grundgelenkes des betroffenen Fingers.

In einigen Fällen lässt sich der verdickte Sehnenknoten beim Beugen und Strecken des Fingers verschieblich unter der Haut tasten.

Es können gleich mehrere Finger betroffen sein.

Diagnose

Die Diagnose läßt sich in der Regel an Hand der klinischen Untersuchung stellen. Aus Sicherheitsgründen sollte - um alternative Ursachen wie ein Gelenkverschleiß (Polyarthrose) oder knöcherne Veränderungen auszuschließen - ein Röntgenbild der Hand angefertigt werden.


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Autor: Dr. N. Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012