Inhalt:
Sehnenscheidenentzündung
Lesen Sie auch:
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- Therapie der Sehnenscheidenentzündung
- Ursache der Sehnenscheidenentzündung
Synonyme
Tendovaginitis; Tendo = Sehne, Vaginitis = Scheidenentzündung, Tendosynovitis, Tendosynovialitis
Englisch: tendovaginitis
Einleitung
Bei der Sehnenscheidenentzündung handelt es sich um eine Entzündung (Inflammation) des Sehnengleitgewebes (Sehnenscheide), die in Folge einer
- mechanischen Überlastung
- einer bakteriellen Infektion oder
- im Rahmen einer rheumatischen Erkrankung entsteht.
Es existieren sowohl akute als auch chronische Verläufe von Sehnenscheidenentzündungen.
Die Sehne (Tendo) an sich besteht aus sehr starkem, widerstandsfähigem Bindegewebe, bildet die Fortsetzung eines Muskels und verankert diesen an einem Knochen, so dass eine Muskelbewegung (Muskelkontraktion) in Zug umgewandelt werden kann. Auf diese Weise werden Bewegungen möglich. An Stellen mit hoher Reibung oder Spannung werden Sehnen von Scheiden (Vagina tendinis, „Scheide der Sehne“) umhüllt, welche mit einer Flüssigkeit, der Synovia, gefüllt sind. Diese sollen den Sehnen Schutz vor mechanischen Kräften (z. B. Reibung) bieten.
Epidemiologie
Zu Berufsgruppen, bei denen gehäuft Sehnenscheidenentzündungen auftreten, zählen unter anderem:
- Sekretärinnen,
- Berufe mit viel Computerarbeit,
- Musiker oder
- Physiotherapeuten.
Bei all diesen Tätigkeiten werden repetitive Bewegungen, oft in Verbindung mit einer Fehlhaltung, ausgeführt, wodurch sich ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Sehnenscheidenentzündung ergibt. Prinzipiell können Menschen jeden Alters an einer Sehnenscheidenentzündung erkranken. Eine Tendovaginitis stenosans de Quervain als Sonderform einer Sehnenscheidenentzündung tritt bevorzugt bei postmenopausalen (nach den Wechseljahren) Frauen auf.
Symptome
Eine akute Sehnenscheidenentzündung tritt plötzlich auf und äußert sich als Schwellung der betroffen Region. Zudem bestehen Schmerzen (ziehend, stechend) sowohl in Ruhe als auch bei Bewegung sowie ein Druckschmerz der entzündeten Sehnenscheide. Hinzukommen können Rötung und Überwärmung als Zeichen der Entzündung. Die Beschwerden einer Sehnenscheidenentzündung können auch im Bereich des zur Sehne gehörenden Muskels zu Tage treten.
Chronische Sehnenscheidenentzündungen bestehen über einen längeren Zeitraum und zeichnen sich in der Regel durch mildere Verläufe als die akute Form aus.
Meistens entwickeln sich knotige Verdickungen der betroffenen Region, teilweise in Verbindung mit Krepitationen beim Abtasten der Sehne. Unter Krepitationen versteht man knirschende Geräusche, die beim Abtasten der entzündeten Sehnenscheide zu hören sind und welche durch Fibrinausscheidungen (an der Blutgerinnung beteiligtes Eiweiß) entstehen.
Prinzipiell kann eine Sehnenscheidenentzündung an jeder Stelle des Körpers auftreten, an der sich Sehnenscheiden befinden. Man findet sie an den Handgelenken oder an den Fußgelenken.
Die Tendovaginitis stenosans äußert sich als sogenannter „schnellender Finger“ bei Fingerstreckung.
Zunächst erfolgt die Fingerstreckung langsamer und erschwerter als bei Gesunden und endet in einer plötzlichen, schnellen Bewegung. Zudem sind typischerweise Knötchen der Sehne zu tasten.
Diagnose
Die Diagnose einer Sehnenscheidenentzündung wird anhand des typischen Beschwerdebildes gestellt. Ergänzend liefert die Krankheitsgeschichte mit einer Berufsanamnese wichtige Hinweise auf das Vorliegen einer Sehnenscheidenentzündung.
Prophylaxe
Liegt ein mechanisches Problem bei der Ausführung bestimmter Arbeiten vor, sollten die Arbeitsbedingungen angepasst werden, um erneute Sehnenscheidenentzündungen zu verhindern. Beispielsweise können Computerarbeit ausführende Menschen ein Kissen unter die Handgelenke legen, um die zur Sehnenscheidenentzündung führende Fehlhaltung zu korrigieren.
Prognose
Die akuten Formen der Sehnenscheidenentzündung heilen meistens folgenlos aus (restitutio ad integrum).
Entzündlich-rheumatische Erkrankungen können lebenslang persistieren.
Zusammenfassung
Bei einer Sehnenscheidenentzündung handelt es sich um eine Entzündung der die Sehnen umhüllenden Sehnenscheiden, welche im Bereich der Hände und Füße zu finden sind. Als häufigste Ursache der Sehnenscheidenentzündung findet sich eine mechanische Überlastung in Verbindung mit Fehlhaltungen, seltener eine bakterielle Infektion oder eine entzündlich-rheumatische Erkrankung. Das Krankheitsbild geht mit schmerzhafter Bewegung, Rötung, Schwellung und Erwärmung einher. Teilweise äußert sich eine Sehnenscheidenentzündung auch als knirschendes Geräusch beim Abtasten (Krepitation). Als Sonderform existiert die Tendovaginitis stenosans, welche als „schnellender Finger“ zu Tage tritt sowie die Tendovaginitis stenosans de Quervain am Daumen.
Die Therapie einer Sehnenscheidenentzündung besteht in Ruhigstellung und lokaler oder systemischer Schmerzstillung. In schweren Fällen sowie bei Tendovaginitis stenosans und Tendovaginitis stenosans de Quervain erfolgt eine Operation mit Spaltung der Sehnenscheide zur Linderung der Beschwerden.
Insgesamt ist die Prognose bei akuten Verläufen einer Sehnenscheidenentzündung gut. Chronische Verläufe müssen in der Regel operiert werden.
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