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Tennisarm

Synonyme

Tennisellenbogen, Epicondylitis humeri radialis, Tennisellbogen, Epicondylitis humeri lateralis, Tennis

Definition

Wenn man den Begriff „Tennisarm“ verwendet, weiß prinzipiell jeder, welche Schmerzen gemeint sind. Medizinisch betrachtet handelt es sich dabei um ein Schmerzsyndrom, dessen Ursprungszonen sich im Bereich der Hand- und Fingermuskulatur und an den äußeren Ansätzen des Oberarmknochens (Humerus) befinden.
Demzufolge versteht man unter einem Tennisarm eine so genannte Sehnenansatzentzündung (= Ansatztendinose) der Unterarmstreckmuskulatur, die in der Regel durch Überbeanspruchung im Beruf, oder auch Sport (z.B. Tennis) hervorgerufen wird. Dies erklärt auch die Entstehung der Bezeichnung „Tennisarm“.

 

 

 

Stufenkonzept Tennisarm

Dr. Nicolas Gumpert hat sich auf die Behandlung des Tennisarms spezialisiert und behandelt viele Tennisarmpatienten im Orthopaedicum Frankfurt.
Dr. Gumpert hat ein Stufenkonzept entwickelt, nachdem er behandelt. Auf dieser Seite stellt er sein Stufenkonzept Tennisarm vor.

 


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Autoren: Dr. med Nicolas Gumpert u. Dr. med Marc Jungermann

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Zusammenfassung

Beim Tennisarm handelt es sich um eine lokalisierte Entzündung, im Bereich der Streckmuskulatur des Unterarms und der Hand. Medizinisch betrachtet handelt es sich dabei um eine so genannte Epicondylitis (humeri radialis).
Sie gehört zum einen zu den Insertionstendopathien (= Erkrankung der Sehnen, Sehnenscheiden und Bänder), zum anderen auch zu den Myotendinosen (Erkrankung der Einheit Muskel = Myo und Sehne = Tendo). Demzufolge handelt es sich bei der Epicondylitis (humeri radialis) um eine Erkrankung der Sehnen und Bänder, unter Beteiligung der angrenzenden Muskulatur.

Tendopathien (= Sehnenentzündungen) können unter Umständen schmerzhafte Veränderungen an Sehnen im Bereich eines Muskelursprungs, von Muskel-, Band- oder Kapselansätzen hervorrufen. Eine Tendopathie kann somit nahezu im ganzen Körper auftreten. 
Beim Tennisarm treten infolge einer Überbeanspruchung der Muskulatur charakteristische Schmerzen auf, die die Gebrauchsfähigkeit des betroffenen Armes unter Umständen enorm einschränken. Der Tennisarm tritt bei Männern und Frauen gleichermaßen auf, am häufigsten im mittleren Lebensalter.

Der Tennisarm kann sowohl konservativ als auch operativ behandelt werden.
In der Regel versucht man zunächst, das Krankheitsbild konservativ zu behandeln. Dies impliziert Behandlungsmethoden wie beispielsweise: Ruhigstellung, elektromechanische Stimulation, Kortisoninjektionen, Salbenverbände und Stosswellentherapie.

Wenn die konservativen Maßnahmen nicht anschlagen, kann eine Operation notwendig werden. Hierbei werden die Muskeln, die für das Strecken des Armes benötigt werden (= „Unterarmstrecker“) gelockert, indem der Sehnenansatz eingekerbt wird.

Allgemeines

Es gibt verschiedene Muskelgruppen, die im Bereich des Ellenbogens ihren Ursprung haben. Dies sind Muskelgruppen des Arms, der Finger und der Hand, unter anderem der Musculus extensor carpi radialis longus und brevis, der Musculus extensor digiti minimi und der Musculus extensor digitorum (= Musculus extensor digitorium communis), alle so genannten Unterarmstrecker.
Alle Muskelgruppen, die im Ellenbogen ihren Ursprung haben, sind über Bindegewebsstrukturen (Sehnen) an bestimmten Stellen mit dem Ellenbogenknochen verwachsen. Während sich der Großteil der Beugemuskulatur auf der Innenseite (= Ulnarseite) des Ellenbogens befindet, sind die Gegenspieler, die so genannten Strecker (Streckmuskulatur) auf der Außenseite (Radialseite) lokalisiert. Bedingt durch berufliche und / oder sportliche Überbeanspruchung der Muskelgruppen kann eine Epicondylitis humeri auftreten. Sie ist ein umschriebenes Schmerzsyndrom im Bereich des Ellenbogens. Man unterscheidet je nach betroffener Muskulatur die Epicondylitis humeri radialis von der Epicondylitis humeri ulnaris. Eine Überbeanspruchung der Muskelgruppen auf der Außenseite, also der daumenseitigen Hand- und Fingerstreckmuskulatur, kann das Auftreten der so genannten Epicondylitis humeri radialis (= Tennisellenbogen) verursachen. In Fällen, bei denen die Muskelgruppen der kleinfingerseitigen Hand- und Fingerbeuger zu sehr beansprucht wird, spricht man von einer Epicondylitis humeri ulnaris, dem so genannten Golferellenbogen.

Die Bezeichnung Epicondylitis impliziert stets eine entzündliche oder degenerative (verschleißbedingte) Veränderung am Sehnenansatz am Knochen.
Im Bereich des Muskelansatzes bildet sich entzündliches Narbengewebe, welches die Schmerzen auslöst.

Häufigkeit

Am Tennisarm, einer der häufigsten Erkrankungen im orthopädischen Fachgebiet, erkranken in der Regel häufiger Männer als Frauen. Dabei liegt das durchschnittliche Erkrankungsalter zwischen dem 35. und dem 50. Lebensjahr. 50 % aller Tennisspieler erkranken im Laufe ihres Lebens an der Epicondylitis humeri radialis. Jeder zweite Tennisspieler erleidet im Laufe seines Lebens einen Tennisarm. Das Erkrankungsmaximum liegt bei Tennisspielern im Bereich zwischen dem 50. und 60 Lebensjahr.

Ursachen

Wie bereits erwähnt bedeutet die Bezeichnung "Tennisarm" nicht, dass nur Tennisspieler oder Sportler unter dieser Erkrankung leiden. Tatsächlich tritt der „Tennisarm“ bei Sportlern nur verhältnismäßig selten, in der Regel auch nur, wenn eine falsche Technik, insbesondere bei der Tennisrückhand, angewendet wird.

Da der Tennisarm durch chronisch mechanische Überbeanspruchungen hervorgerufen wird, sind davon viel häufiger Handwerker, Mechaniker, Straßen- und Bauarbeiter oder Sekretärinnen betroffen. Generell betroffen sind auch jene Berufsgruppen, die den Computers als Arbeitsmittel nutzen. Die zunehmende Nutzung insbesondere der Maus des Computers führte in den letzten Jahren zu einer steigenden Anzahl an Patienten, die unter einem Tennisarm leiden. Beachten Sie auch hierzu die Literaturempfehlung Diagnose Maus-Arm.
Dabei treten schmerzhafte Verschleißerkrankungen im Ansatzbereich der Streckmuskulatur auf, die davon weitaus häufiger betroffen ist, als die Antagonisten, die so genannte Beugemuskulatur im Handgelenk.

Häufig leiden auch ältere Patienten unter einem Tennisarm, wobei die Schmerzen hier häufig auf die individuell unterschiedlich ausgeprägten degenerativen (arthrotischen) Veränderungen im Ellenbogengelenk zurückzuführen sind.

Die Ursachen für das Auftreten einer Epicondylitis sind nach derzeitigem Kenntnisstand noch nicht eindeutig geklärt. Bei Patienten mit entsprechender Veranlagung, so genannten prädisponierten Patienten, kann eine ständige Überbelastung zu Entzündungen und Einrissen an den Sehnen führen. Von der Überbelastung ist tendenziell eher der Gebrauchsarm betroffen. Überbelastungen treten häufig bei sehr einseitigen, monotonen Tätigkeiten auf, die sich ständig wiederholen.

Symptome

Der Patient leidet unter Schmerzen im Ellenbogenbereich, die meist auch bis in die Hand ausstrahlen. In der Regel besteht ein lokaler stechender Druckschmerz am Knochenansatz der Betroffenen Muskulatur, sowie Schmerzen an der Außen- und Innenseite des Ellenbogens, die durch Drehbewegungen oder Faustschluss hervorgerufen werden. Auch durch maximale Drehung einzelner Muskeln kann die Schmerzsymptomatik verstärkt werden.

Durch die Schmerzen werden die Patienten in der Ausübung ihrer alltäglichen Tätigkeiten enorm eingeschränkt. Sie können anfänglich nur noch schwer, später kaum noch ausgeübt werden. Das schlichte Händeschütteln als Begrüßungsritual kann bereits maximale Schmerzen auslösen.

In weiter fortgeschrittenen Stadien kommt es zur Kraftminderung der gesamten Hand- und Fingermuskulatur, die bis zu einem gänzlichen Verlust der gesamten Griffstärke führen kann.

Diagnose

Aufgrund der starken, manchmal stechenden Schmerzen, die beim Ausüben alltäglicher Tätigkeiten immer häufiger auftreten und teilweise so stark sind, dass selbst das Tragen einfacher Gegenstände zur Qual wird, sucht der Patient einen Arzt auf. Patienten klagen häufig auch über das Ausstrahlen des Schmerzes bis in die Unterarmmuskulatur.

Im Rahmen der ärztlichen Untersuchung führt der Arzt so genannte Widerstandstest durch. Der Patient muss dabei eine Faust machen und gegen Kraft nach oben oder unten drücken. Bei einer Erkrankung am Tennis- oder Golferellenbogen tritt durch dieses Tests eine Schmerzverstärkung am Ellenbogengelenk auf.
Bei Druck auf die Ursprungszonen des Musculus extensor digitorum communis und des Musculus extensor carpi radialis brevis, tritt ein starker, stechender Schmerz auf. Bedingt durch die Schmerzen des Patienten findet man auch immer wieder eine Bewegungseinschränkung des Ellenbogengelenks. Diese ist allerdings nur in ganz seltenen Fällen auf degenerative (verschleißbedingte) Veränderungen zurückzuführen und liegt eher in der Schonhaltung des Patienten begründet.
Oftmals ist die gesamte Unterarmmuskulatur stark verspannt und es können unter Umständen auch leichte Gefühlsstörungen auftreten, die sich beispielsweise durch ein Kribbeln bemerkbar machen. Sie werden in der Regel nicht durch ein Zervikalsyndrom (HWS-Syndrom) oder lokale Nervenschäden hervorgerufen.
Bei der klinischen Untersuchung ist ein starker Druck- und Berührungsschmerz auf den betreffenden Sehnenansätzen auszulösen. Schmerzbedingt findet sich eine Bewegungseinschränkung im Ellenbogengelenk, die aber verhältnismäßig selten durch degenerative / verschleißbedingte Veränderungen ausgelöst wird.
Bei einer Ultraschalluntersuchung kann der Arzt eine Schwellung im Bereich der Sehnenansätze erkennen, während bei Röntgenuntersuchungen des Ellenbogengelenkes nur sehr selten und meist in fortgeschritteneren Stadien krankhafte Veränderungen festzustellen sind.
Im chronischen Stadium kann man auf dem Röntgenbild Verkalkungsherde im Bereich der Sehnenansatzstellen oder kleine Periostunregelmäßigkeiten (Knochenhautunregelmäßigkeiten) sowie Knochenausziehungen erkennen.

Röntgenbild Ellenbogen seitlich

  1. Oberarmknochen (Humerus)
  2. Speichenköpfchen (Radiusköpfchen)
  3. Speiche (Radius)
  4. Olecranon
  5. Elle (Ulna)

Der Arzt muss von der Epicondylitis humeri radialis (= Tennisellenbogen) beispielsweise die Epicondylitis humeri ulnaris (Golferellenbogen), aber auch andere Krankheiten unterscheiden und ausschließen. Demzufolge muss er von den oben beschriebenen typischen Schmerzen des Tennisellenbogens Schmerzen, die von der Halswirbelsäule ausgehen (Zervikalsyndrom) differenzieren. Ebenso muss er davon Einengungen und Reizungen bestimmter Nerven (Nervenkompressionssyndrom -> Ramus profundus des Nervus radialis in der sogenannten Supinatorloge), degenerative Gelenkveränderungen (Arthrose), sowie akute lokale Entzündungsprozesse und Tumore abgrenzen.

Um zu unterscheiden, ob der Patient unter einem Tennis- oder einem Golferellenbogen leidet, helfen dem Arzt die nachfolgend aufgeführten Tests.

Tests:

Epicondylitis humeri radialis (Tennisellenbogen)
Schmerzen im Bereich des äußeren Ellenbogens durch:

konservative Therapie

Physikalische Therapie:

Medikamentöse Therapie:

  • Salbenverbände (z. T. Kortisoncremes, Diclofenac-Emulgel etc.)
  • Infiltration des Muskel- ansatzes mit entzün- dungshemmenden und schmerzstillenden Medi- kamenten (Lokal- anästhetika und Kortikoidgemische)

Unterarmgipsschiene:

Epicondylitisspange:

Krankengymnastik in der Therapie eine entscheidende Rolle. Daher haben wir dieser Therapieform beim Tennisarm ein ganzes Thema gewidmet.
Mehr Informationen erhalten Sie unter: Krankengymnastik bei Tennisarm.

Inovative Therapiemaßnahme

Auch neuartige Therapieoptionen sollten gerade bei chronischen Verlaufsformen in Erwägung gezogen werden.

Einen solchen Ansatz bietet die die Relef® Technologie von Alpha Orthopaedics.
Mehr hierzu erfahren Sie unter unserer Seite: Alpha Orthopaedics.

Speziell für Tennisspieler:

Akupunktur:

Extrakorporale Stoßwellentherapie:

Weitere Therapien:

Stoßwellentherapie im Orthopaedicum Frankfurt

Dr. Nicolas Gumpert (Buchautor und Autor dieses Internetportals) hat sich im Orthopaedicum Frankfurt auf die Behandlung vom:

  • Tennisarm
  • Fersensporn
  • Kalkschulter (Tendinosis calcarea)
  • chronische Achillessehnenentzündung

mit der fokussierten Stoßwelle (ESWT) spezialisiert.

Erfahren Sie mehr über die Behandlung und Kosten einer hochenergetischen fokussierten Stoßwellentherapie (ESWT) und besuchen Sie Dr. Nicolas Gumpert in seiner Praxis.

Orthopaedicum Frankfurt (Dr. Nicolas Gumpert)
Oeder Weg 2-4
60318 Frankfurt am Main
Tel.: 069 558098



zur Homepage: Orthopaedicum Frankfurt (Dr. Nicolas Gumpert)
zur Behandlung und Kosten der ESWT: hochenergetische Stoßwellentherapie (ESWT)

operative Therapie

Sollten Sie nach einer etwa sechsmonatigen konservativen Therapie immer noch keine Besserung oder gar eine Verschlechterung bemerken, ist es zu empfehlen, gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt über eine operative Therapie nachzudenken.

Diesbezüglich stehen zwei verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung, zum einen die Operation nach Hohmann, zum anderen die Operation nach Wilhelm. Beide Operationsverfahren werden nachfolgend beschrieben.

Prognose

Die Prognose kann als gut bezeichnet werden, da die meisten Patienten bei einer Erkrankung am Tennisellenbogen konservativ, d.h. ohne Operation geheilt werden können. Es kann jedoch sein, dass die Erkrankung über einen langen Zeitraum auftritt und unter Umständen nur mit einer Operation zur Ausheilung gebracht werden kann. In seltenen Fällen kann auch eine Operation keine dauerhafte Linderung der Schmerzen bewirken.

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