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Fibromyalgie
Diese Thema beinhaltet besonders viele Aspekte der Krankengymnastik
Synonyme im weiteren Sinne
Fibromyalgia, Fibrositis, Fibromyositis, Fibromyalgie-Syndrom, polytope Insertionstendopathie, generalisierte Tendomyopathie, Weichteilrheuma, Weichteilrheumatismus
Definition
Das Wort Fibromyalgie wird abgeleitet aus
Fibro vom Lateinischen fibra = Faser
Myo vom griechischen myos = Muskel
Algie vom griechischen algos = Schmerz
Bei der Fibromyalgie handelt es sich um eine chronische Schmerzkrankheit, gekennzeichnet durch eine komplexe Symptomatik vorwiegend im gesamten Bewegungsapparat (Muskulatur und Gelenke) und im Vegetativen Nervensystem.
Das vegetative Nervensystem kontrolliert automatisch lebenswichtige Funktionen wie Herzschlag, Atmung, Blutdruck, Verdauung und Stoffwechsel.
Symptome / Beschwerden
An dem Wort Fibromyalgie-Syndrom lässt sich ableiten, dass es sich bei dem Beschwerdebild um einen ganzen Topf verschiedenster Symptomkomplexe handelt.
Die Ausprägung der unterschiedlichen Beschwerden ist bei jedem Patienten anders gewichtet. Erkrankungsbeginn ist häufig Ende 20., Beschwerdehöhepunkt liegt häufig vor und während der Wechseljahre (Klimakterium).
Bei älteren Patienten werden die Beschwerden häufig als altersbedingt abgetan und von daher auch nicht weiter untersucht.
Symptome Bewegungsapparat
- ziehende, brennende Schmerzen im gesamten Muskel-Skelett-System
- Schmerzverstärkung bei körperlicher oder psychischer Belastung
- Schmerzverstärkung Nachts und Morgens
- Morgensteifigkeit und Steifigkeit nach längerem Sitzen
- Kraftverlust in der Muskulatur
- Krämpfe in der Muskulatur, vor allem Nachts und Morgens und nach Belastung
Symptome Nervensystem
- Müdigkeit, nach dem Aufwachen wie gerädert
- Erschöpfung
- Kribbeln oder Brennen in den Extremitäten, restless legs (unruhige Beine)
- Konzentrationsprobleme
- Reizmagen, Reizdarm, Reizblase
- Tinitus (Ohrgeräusche)
- Trockene Schleimhäute
- Überempfindlichkeit gegen Kälte und Nässe
- Leicht erhöhte Temperatur
- Funktionelle (nicht organische) Herzbeschwerden
- Verstärktes Schwitzen bei gleichzeitigen kalten Händen und Füßen
- Verstärkte Wassereinlagerungen (Ödeme)
- Libidoverlust (Nachlassendes sexuelles Interesse)
psychologische / neurologische Symptome
- Angst, Depression, Stimmungsschwankungen
- Missempfindungen wie Brennen oder Kribbeln
- Muskelschwäche
- Gleichgewichtsstörungen, Doppelbilder
Ursachen
Nach diffusem und unspezifischem Krankheitsbeginn, der häufig durch Müdigkeit, Schlafstörung, Magen-Darmbeschwerden und Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule gekennzeichnet ist, entwickelt sich nach einigen Jahren das Vollbild der Erkrankung Fibromyalgie mit ziehenden Schmerzen im Rücken, Schultern, Armen und Beinen und begleitender vegetativer und / oder neuropsychologischer Symptomatik = Schmerzen überall.
Häufig verschlechtert sich das Krankheitsbild nicht kontinuierlich, sondern verstärkt sich in bestimmten Phasen z.B. nach Infektionskrankheiten oder schwerer körperlicher und / oder psychischer Belastung. Heftigere Schmerzattacken werden von leichteren Schmerzphasen abgelöst, kleine Reize verschiedenster Art (z.B. Kälte / Nässe, Berührung, Stress) können große Reaktionen hervorrufen, da die gesamte Schmerzschwelle bei erhöhter Sensibilität der Betroffenen generell herabgesetzt ist.
Im Gegensatz zu entzündlichen rheumatischen Erkrankungen (Rheuma, rheumatoide Arthritis) kommt es bei der Fibromyalgie nicht zu Gelenk- oder anderer Gewebszerstörung, aber die Erkrankung führt häufig über wachsende Immobilität (Nachlassen körperlicher Fitness / Ausdauer, Rückzug mit Einschränkung auch erholsamer Aktivitäten) zu erheblicher Einschränkung der Lebensqualität und nicht selten zum Verlust des Arbeitsplatzes.
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Diagnose
Die Diagnose der Fibromyalgie und somit die Abgrenzung zu anderen in Betracht kommenden Erkrankungen gestaltet sich als außerordentlich schwierig (siehe Symptomkomplex und Ursachenforschung) und ist grundsätzlich eine Ausschlussdiagnostik, die umfassende Untersuchungen in verschiedensten Fachbereichen voraussetzt.
Unter Ausschlussdiagnostik versteht man, dass man sicher zu diagnostizierende Erkrankungen als Ursache für die Symptome ausschließt.
Röntgenbild, CT, MRT und Blutuntersuchung geben keinen eindeutigen Aussagen, sollten aber durchgeführt werden, um Organschädigungen und andere Ursachen chronisch generalisierter Schmerzen auszuschließen. Die Messung der Schmerzstärke ist leider bis heute nicht eindeutig möglich, aber der Arzt kann sich über den Nachweis eines Schmerztagebuches oder Schmerzfragebogens, die auch Fragen zur vegetativen und neuropsychologischen Symptomatik beinhalten, ein Bild über den Verlauf des Krankheitsbildes machen.
Sehr häufig haben die Betroffenen lange „Patientenkarrieren“ mit teilweiser überflüssiger Diagnostik und entsprechend vielen Therapieversuchen hinter sich.
Diagnosekriterien
Als Diagnosekriterien der Fibromyalgie werden herangezogen:
- Chronische muskulo-skelettale Schmerzen (Schmerzen an Muskeln und Skelettsystem) über mindestens 3 Monate in mindestens 3 Regionen
- 11 von 18 Tenderpoints (Schmerzpunkte am Muskel-Sehnenübergang im Gegensatz zu Triggerpoints im Muskelbauch) müssen vorhanden sein
- Beschwerden im Magen-Darmbereich wie z.B. Übelkeit, Verstopfung, Blähungen, Durchfall, Nahrungsunverträglichkeiten
- Das Vorhandensein vegetativer Störungen wie z.B. Schlafstörungen, Müdigkeit und Erschöpfung, vermehrtes Schwitzen, kalte Hände und Füße, trockene Schleimhäute, lagewechselabhängiger Schwindel, Kloßgefühl im Hals, funktionelle Atem- oder Herzbeschwerden
- Neuropsychologische Symptomatik wie z.B. Angst, Depression, Überforderungsgefühl, Muskelschwäche, Gleichgewichtsstörungen, Missempfindungen,
- Beschwerden aus dem Bereich der Sexualität wie z.B. Menstruationsbeschwerden und oder Unregelmäßigkeiten, sexuelle Gleichgültigkeit
- Messung der evozierten Hirnpotentiale ergibt eine erhöhte Schmerzreaktion auf einen Schmerzreiz
- Darstellung der vergrößerten Schmerzareale im Gehirn über das PET
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Häufig sind Erkrankungen die Folge eines zu schwachen Immunsystems.
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Weitere Informationen
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