Inhalt:
Springender Finger
Synonyme im weiteren Sinne
Medizinisch: Digitus saltans
Springfinger, Sehnenscheidenentzündung, Tendovaginitis de Quervain, Sehnenreiben, Sehnenverdickung, rheumatoide Arthritis, springender Finger
Definition
Ein springender Finger ist meist eine verschleißbedingte Erkrankung. Im Rahmen des Verschleißes kommt es zu einer Verdickung der Beugesehne der Hand. Die Sehnen der Hand sind durch so genannte Ringbänder mit dem Knochen verbunden. Ihre Aufgabe besteht darin, Sehnen beim Beugen am Knochen zu halten. Während des Beugens und Streckens des Fingers geleitet die Sehne unter dem Ringband hindurch. Verdickt sich die Sehne vor dem Ringband, kann das Ringband erst mit erhöhtem Kraftaufwand, dann aber schnellend, überwunden werden, welches als Springen wahrgenommen wird (springender Finger)
Therapie
Konservative Therapie
In frühen Stadien der Erkrankung (springender Finger) kann durch eine Spritze, die eine kleine Menge Cortison mit örtlichem Betäubungsmittel an die verdickte Sehne bringt, ein Abschwellen der Sehne erreicht werden. Hierdurch verschwinden die Symptome (siehe oben).
Meistens ist der therapeutische Erfolg der Cortisonspritze jedoch nur von vorübergehender Dauer. Mit erneutem Schwellen des Sehnengewebes kommt es zu einem Wiederauftreten des Problems.
Weiterhin muß beim Setzen der Spritze streng darauf geachtet werden, das Cortison nicht direkt in die Sehne zu spritzen, da hierdurch ein Sehnenriss gefördert wird. Bei jeder Cortisoninjektion besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, daher sollte die Indikation zur Injektion bei Zuckererkrankten (Diabetes mellitus) besonders sorgsam getroffen werden.
Zusätzlich sollte vorübergehend eine abschwellende Substanz aus der Gruppe der NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) wie Diclofenac (Voltaren) oder Ibuprofen eingenommen werden, um das Abschwellen zu unterstützen.
Teilweise können Bewegungsübungen (Physiotherapie / Krankengymnastik) helfen, eine Beschwerdefreiheit zu erreichen. Auch Bewegungsübungen im Wasserbad können helfen die Beschwerden zu mindern.
Operative Therapie
Einen dauerhaften Erfolg (springender Finger) verspricht die operative Spaltung des Ringbandes.
Diese kleine ambulante Operation kann in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Über einen kleinen Hautschnitt, der in der Regel im Bereich der Handfläche über dem Grundgelenk durchgeführt wird, kann der Operateur das Ringband spalten. Hierdurch wird das Passagehindernis entfernt und das Problem beseitigt. Während des operativen Eingriffes muss darauf geachtet werden, dass weder Nerven noch Gefäße verletzt werden, damit keine Durchblutungsstörungen, beziehungsweise Taubheitsgefühle des betroffenen Fingers zurückbleiben.
In seltenen Fällen kann das Ringband wieder heilen. Als Folge daraus, kann der springende / schnellender Finger wiederkehren. In diesen Fällen spricht man von einem Rezidiv (erneutes Auftreten der Erkrankung). Hierbei lässt sich nur durch eine erneute Operation das gewünschte Operationsergebnis erzielen.
Weitere Informationen
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