Heilung eines Abszesses

Dr-Gumpert Dr. Nicolas Gumpert
aktualisiert: 21.06.2024
Dermatologie
Abszess
Falls der Abszess bei Ihnen im Gesicht auftritt, oder zusätzlich Fieber oder starke Schmerzen auftreten, sollten Sie umgehend einen Arzt aufuschen!

Die Heilung eines Abszesses ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Hierzu gehört die Lokalisation und die Größe des Abszesses, sowie die Behandlung, das Immunsystem und weitere individuelle Faktoren. Hierbei kann der Prozess der Heilung kaum beschleunigt werden, sondern man kann ihn lediglich durch entsprechende Hygiene- und Wundheilungsmaßnahmen unterstützen.

Dauer der Heilung eines Abszesses

Die Heilungsdauer eines Abszesses ist abhängig von der Größe, der Lokalisation, der Behandlung, dem Immunsystem und der Regeltreue des Betroffenen, sowie von weiteren individuellen Faktoren. Entsprechend dauert der Heilungsprozess bei einem größeren Abszess länger als bei einem kleinen Abszess.

Bei großen Abszessen bedarf es oftmals einen chirurgischen Eingriff. Danach benötigt der Körper vermehrt Zeit, damit die Wunde zuwachsen kann. In diesen Fällen kann die Heilungsdauer mehrere Wochen betragen. Bei einem kleineren Abszess reicht oftmals die Behandlung mit einer Zugsalbe. Die Dauer der Heilung kann ein paar Tage bis Wochen dauern.

Weitere Informartionen finden Sie unter:

Aufgrund der Lokalisation des Abszesses kann es schwieriger sein, diesen zu behandeln. Demnach kann die Heilung an bestimmten Körperstellen langwieriger sein. Beispielsweise ist in der Regel die Behandlung eines Abszesses am Gesäß schwieriger als die Behandlung von diesem im Gesicht oder am Bein.

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Wenn der Abszess nicht behandelt werden kann oder behandelt wird, besteht das Risiko, dass sich eine Blutvergiftung entwickelt. Diese birgt Lebensgefahr und die Heilung verzögert sich.
Ein weiterer Aspekt, der bei der Heilungsdauer eines Abszesses eine Rolle spielt, ist das Immunsystem. Bei Personen mit geschwächtem Immunsystem braucht der Abszess mehr Zeit um zu heilen. Die Heilung kann Monate in Anspruch nehmen. Dasselbe gilt, wenn der Abszess operativ nicht vollständig entfernt werden kann. In diesen Fällen muss für 6-8 Wochen eine Drainage gelegt werden. Folglich verlängert sich die Heilungsdauer.

Ein weiterer wichtiger Faktor im Heilungsprozess ist die Regeltreue der betroffenen Person. Es müssen Hygienemaßnahmen strikt und gewissenhaft durchgeführt werden. Wenn dies nicht geschieht oder der Abszess nicht vollständig ausgeheilt wird, kann sich immer wieder ein neuer Abszess bilden. Die Zeitdauer der Heilung kann sich somit sehr in die Länge ziehen.    

Beschleunigung der Heilung eines Abszesses

Jeder Abszess benötigt so viel Zeit zum heilen, wie er benötigt. Beschleunigen kann man diesen Prozess nicht. Aber man kann dafür sorgen, dass der Abszess, in der möglichen Zeit, adäquat heilen kann. Jeder Abszess sollte ärztlich untersucht werden. Der Heilungsprozess kann begünstigt werden, wenn sich an Hygiene- und Wundheilungsmaßnahmen gehalten wird.
Wenn beispielsweise ein Analabszess entfernt wurde, können Sitzbäder die weitere Heilung fördern. Außerdem ist hierbei nach jedem Toilettengang eine gewissenhafte Hygiene wichtig. Des Weiteren sollte in diesem Fall auf eine Ernährung geachtet werden, die nicht zu Verstopfung führt, da fester Stuhlgang die Wundheilung in dem Bereich stören könnte.

Weitere Informationen finden Sie unter:  Das hilft gegen einen Analabszess!

Generell lässt sich die Heilung eines Abszesses verbessern, indem man sein eigenes Immunsystem stärkt. Durch eine ausgewogene Ernährung, eine Balance von Aktivität und Ruhe, Bewegung an der frischen Luft und durch Aktivitäten und Gedanken, bei denen Freude und Zufriedenheit entsteht, können die Zellen und Faktoren des körpereigenen Abwehrsystems gestärkt werden.    

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Heilung des Abszesses von Innen

Zur Heilung von Innen werden verschiedene körpereigene Zellen aktiviert und Substanzen zellulär freigesetzt. Es kommt zu einem Zusammenspiel zwischen Immunzellen und anderen Zellen. Die freigesetzten Substanzen dienen zur Kommunikation untereinander. Zudem sorgen körpereigene Faktoren dafür, dass umgebendes gesundes Gewebe nicht beschädigt wird.

In einer sehr regulierten Zusammenarbeit der verschiedenen Substanzen kann eine Heilung des Entzündungsherdes kommen. Die Aktivität der Immunzellen im Innen lassen sich äußerlich durch Entzündungszeichen erkennen. Eine Rötung, Erwärmung, Schwellung der Haut und Schmerzen können darauf hinweisen, dass das körpereigene Abwehrsystem aktiv ist. Je nach vorhandener Stärke des Immunsystems kann der Körper den Heilungsprozess von Innen alleine oder mit Unterstützung von medikamentösen oder / und nicht-medikamentösen Maßnahmen von außen bewältigen.

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Jucken - Zeichen der Heilung

In der Regel juckt ein Abszess erst, wenn er sich im Heilungsprozess befindet. Das heißt, das Jucken ist ein gutes Zeichen. Es gibt Hinweise darauf, dass zellulär die Sanierungsarbeiten im vollen Gange sind. Dabei werden Botenstoffe, wie beispielsweise das Histamin ausgeschüttet. Über Histamin und andere Substanzen kommunizieren die Zellen miteinander. Das Histamin löst dann den Juckreiz aus.
Es ist verführerisch dem Juckreiz nachzugeben und sich an der entsprechenden Körperstelle zu kratzen. Aber dies sollte unbedingt vermieden werden. Durch das Kratzen können erneut Bakterien in die Wunde eindringen. Folglich kann es zu erneuter oder weiterer Entzündung kommen. Besser ist es, die Wunde zu kühlen. Das hat einen Effekt auf die Kommunikation der Zellen. Durch den kalten Reiz werden den Nervenzellen im Gehirn nun Kälte statt Jucken übermittelt.       

Lesen Sie mehr dazu unter: Symptome eines Abszesses

Nicht-operative Heilung

Unter bestimmten Voraussetzungen und an bestimmten Körperstellen können Abszesse manchmal ohne Operation bekämpft werden. Das Entscheidende ist die Entlastung des Abszesses. Das bedeutet, dass die Eiteransammlung abfließen muss. Zudem ist es wichtig, dass der Eiter möglichst kontrolliert abfließt, damit sich die Bakterien nicht in umgebende und weitere Körperbereiche verteilen können. Überdies muss das Risiko einer Blutvergiftung gering gehalten werden.

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Kleine Abszesse können manchmal ohne Operation heilen. Eine ärztliche Untersuchung und Behandlung sind dennoch erforderlich. Nur der Arzt kann einschätzen, ob der Abszess operiert werden muss oder nicht. Im Frühstadium des Abszesses ist häufig nur eine kleine Operation notwendig. Aber es können manchmal auch kleine Abszesse mit Hilfe einer speziellen Zugsalbe bekämpft werden.

Diese Salbe beinhaltet Substanzen, die den Eiter aus dem Abszess ziehen. Das führt dann dazu, dass der Abszess sich öffnet und die Wunde im Anschluss heilen kann. Hygienemaßnahmen und Hausmittel können den Heilungsprozess begünstigen. An manchen Körperstellen, beispielsweise im Kiefer, ist die Heilung ohne eine kleine OP sehr selten möglich.   

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Worauf muss man nach der Eröffnung eines Abszesses achten?

In nicht seltenen Fällen muss der Abszess mit einem Schnitt geöffnet werden. Nach der Eröffnung des Abszesses kann Eiter austreten. Dadurch wird der Abszess entlastet. Wenn der Eingriff ambulant erfolgt ist, muss sich der Patient abholen lassen. Innerhalb des Operationstages sollte er kein Auto fahren oder Maschinen bedienen. In den ersten Tagen nach der Eröffnung des Abszesses kann noch viel Wundsekret abfließen.

Es sollte regelmäßig der Verband gewechselt werden. Das Ausspülen der Wunde unterstützt den Heilungsprozess. Sollte nach der Eröffnung eine erhöhte Körpertemperatur gemessen werden oder andere Beschwerden auftreten, dann sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Je nach Lage des Abszesses sind bestimmte Maßnahmen und mehr oder weniger Zeit für die Heilung notwendig.

Wenn die Gefahr besteht, dass Bakterien noch in der Wunde sind, werden Antibiotika verabreicht, um diese vollständig abzutöten. Dies kann in Tablettenform, als Infusion oder mithilfe von Antibiotikaträgern im Rahmen des operativen Eingriffes geschehen. Es ist wichtig nach der Eröffnung gewissenhaft die Pflege- und Hygienemaßnahmen einzuhalten.

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Wenn es sich um einen großen Abszess handelt, muss der Abszess immer chirurgisch entfernt werden. Hierbei erfolgt zunächst eine Eröffnung und entzündetes, geschädigtes Gewebe und Eiter werden entnommen. Die Wundheilung benötigt bei diesen Eingriffen einige Monate. Wenn der Abszess nicht vollständig entfernt werden kann, wird für 6-8 Wochen eine Drainage gelegt.

Danach bedarf es regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen. Dem Patienten wird angeleitet, wie er die Wunde versorgen muss und wie er die weitere Wundheilung unterstützen kann. In manchen Fällen kann umgebendes Gewebe beeinträchtigt sein, welches zu Funktionseinschränkungen führen kann. Außerdem ist manchmal zusätzlich Ergo- oder Physiotherapie notwendig.

In sehr seltenen Fällen ist die Entzündung mit einer einmaligen Operation nicht zu beseitigen und es muss erneut operiert werden. Außerdem kann es zum Wiederauftreten des Abszesses kommen. In diesen Fällen kann gegebenenfalls eine wiederholte Eröffnung des Abszesses notwendig sein.   

Weitere Informationen finden Sie unter: OP eines Abszesses        

Antibiotikagabe zur Heilung eines Abszesses

Da ein Abszess durch eine bakterielle Infektion entsteht, werden oftmals Antibiotika eingesetzt, um die Bakterien abzutöten. Bestenfalls werden je nach Erreger entsprechende Substanzen gewählt. Da die Antibiotika das Abtöten der Bakterien fördern, können sie zum Heilungsprozess beitragen. Sie können das körpereigene Immunsystem beim Kampf gegen die Erreger unterstützen.      

Es können auch antibiotische Salben verwendet werden: Behandlung des Abszesses mit einer Salbe

Homöopathische Behandlung eines Abszesses

In manchen Fällen kann zusätzlich zur schulmedizinischen Behandlung eine homöopathische Behandlung unterstützend wirken. Oftmals wird zur Behandlung eines Abszesses Talgmuskatnußbaum genutzt. Diese Substanz wird auch Myristica sebifera genannt. Es soll die Öffnung des Abszesses fördern und damit zu einer Entlastung führen. Ein kontrolliertes Abfließen des Eiters begünstigt den Heilungsprozess.
Wenn eine homöopathische Behandlung gewünscht ist, sollte die Art und Dauer der Einnahme des Mittels mit dem Arzt besprochen werden.

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