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Analabszess

Definition

Unter einem Analabszess versteht man einen meist mit Eiter und entzündlicher Flüssigkeit gefüllten Hohlraum, der sich im Bereich des Afters befindet und meistens starke Beschwerden beim Sitzen und Laufen hervorruft.

Ursache und Formen des Analabszess

Anders als bei einer Analfistel kommt es bei einem Analabszess nicht zu der Entstehung eines Verbindungsganges vom After zu anderen Organen.
Der Abszess ist abgeschlossen und hat keine Öffnung. In ihm befinden sich je nach Stadium Eiter oder entzündliche Flüssigkeit, die an Menge zunimmt und den Abszess in ungeöffnetem Zustand anschwellen lässt.

Bei dem Analabszess handelt es sich in der Regel um eine Erkrankung der im Bereich des Afters gelegenen Drüsen, die auch als Proktodealdrüsen bezeichnet werden. Eine Entzündung dieser Drüsen kann zu einer entsprechenden Abszessbildung führen.

Außerdem kann ein Analabszess im Bereich des Afters auch durch Fortleitung von Entzündungen und Erkrankungen innerer Organe herrühren. Zu nennen wären hier zum Beispiel:

Weitere Informationen zum Thema Analabszess finden Sie im Hauptartikel Abszess.

Eine sich stetige Ausbreitung dieser Entzündungen kann in extremen Fällen zu einer Abszessbildung führen. Auch können chronisch entzündliche Darmerkrankungen, wie Morbus Crohn oder Colitis ulzerosa zu so einer Bildung führen.

Neben den hier geschilderten erworbenen Ursachen können auch angeborene Fehlbildungen des Enddarmes und des Afters zu einem schmerzhaften Analabszess im Bereich des Afters führen. Je nach Lage des Abszesses werden verschiedene Formen unterschieden:

  • Dicht unter der Haut gelegene Analabszesse werden auch als subkutaner Abszess bezeichnet.
  • Bildet sich der Analabszess wischen der Oberhaut und der mukösen Schicht aus, bezeichnet man die Abszessbildung auch als submukösen Abszess.
  • Wenn sich der Analabszess zwischen den Schließmuskeln des Afters ausbreitet, wird er als intermuskulärer Abszess,
  • wenn sich der Analabszess von Darmbein zum After ausbreitet als ischiorektaler Abszess bezeichnet.
  • Des weiteren gibt es noch pelvirektale und ileorektale Abszessverläufe.

Symptome bei einem Analabszess

Patienten, die einen sich ausbildenden Analabszess haben, beschreiben in den meisten Fällen vor allem beim Sitzen mäßige bis starke Druckschmerzen in dem Bereich der Abszessentstehung.
Auch beim Stuhlgang werden zum Teil sehr starke Schmerzen bei einem Analabszess beschrieben. In vielen Fällen kann man den Analabszess in seinem Entstehungsort sehen und betasten. Übt man Druck auf die entstandene Schwellung aus, werden ebenfalls starke Schmerzen angegeben.
Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel Schmerzen im Enddarm.

In einigen Fällen werden Allgemeinsymptome, wie Allgemeinzustandsverschlechterung oder Fieber beschrieben. Auch kann es vorkommen, dass sich der Abszess von alleine eröffnet und sich entsprechende eitrige Flüssigkeit entleert. Auch Vorstufen von kompletten Entleerungen werden beschrieben und meistens als chronisch nässenden Zustand beschrieben.

Schmerzen als Symptom

Akut entzündete Analabszesse sind sehr schmerzhaft. Die Schmerzen im Bereich des Enddarms und Afters werden üblicherweise von Fieber, Abgeschlagenheit und einem allgemeines Krankheitsgefühl begleitet. Durch die Entzündung ist die Haut im Afterbereich gerötet und geschwollen.
Wenn die Entzündung abgeklungen ist und der Eiter sich nach außen entleert hat, klingen die Schmerzen vorerst ab. In diesem Stadium verursacht die Entzündung einen starken Juckreiz und Irritationen der Haut um den After.

Diagnose

Neben der Krankenbefragung stellt die körperliche Untersuchung den Hauptanteil der Diagnosestellung bei einem Analabszess dar.

Neben der rektalen Untersuchung mit dem Finger können beim Analabszess auch Spiegelungen des Enddarmes durchgeführt werden. Wichtig ist die Unterscheidung zu treffen, ob es sich um einen Analabszess oder eine Fistel handelt. Zweitere Erkrankung wäre durch einen entsprechenden Gang charakterisiert. Um diesen Gang sichtbar zu machen, kann entweder ein Ultraschall zur Untersuchung herangezogen werden oder auch durch Farbeinspritzung gesehen werden, ob ein Gang vorhanden ist. Hierbei wird meistens eine blaue Farbe in den Bereich um die Schwellung gespritzt und es wird gesehen, ob die Farbe an anderer Stelle wieder heraustritt. Dies würde für das Vorhandensein eines Fistelganges sprechen; die Behandlung wäre dementsprechend von der eines Analabszess verschieden.

Welcher Arzt ist dafür zuständig?

Für die Diagnosestellung eines Analabszesses untersucht der Arzt die Afterregion. Ärzte, die sich speziell mit Erkrankungen des Enddarms und der Analregion auseinander setzten, bezeichnet man als Proktologen. Bei Verdacht auf einen Analabszess kann der Hausarzt eine Überweisung ausstellen. Bei kleinen Abszessen kann man sich auch an den Hautarzt wenden.
Muss der Abszess operativ entfernt werden, ist ein Chirurg der richtige Ansprechpartner und für die weitere Behandlung zuständig.

Therapie bei einem Analabszess

Kleinere Analabszesse können mit Salben behandelt werden, die auf den betroffenen Bereich aufgetragen werden und den Inhalt herausziehen sollen.
Die Salben sind meistens teerhaltig und besitzen als Eigenschaft das Anziehen von Flüssigkeiten. Dies macht man sich in diesem Fall zu nutze.

Größere Analabszess können mit einer sterilen Nadel oder Kanüle punktiert werden. Dies führt dazu, dass sich der meist eitrige Inhalt entleert und den Analabszess zusammenschrumpfen lässt. In vielen Fällen bildet sich der Analabszess in der gleichen oder benachbarten Stelle wieder nach.

Hartnäckige Analabszesse und sehr große Formen müssen in der Allgemeinchirurgie operativ entfernt werden. In diesem Fall wird unter Vollnarkose die Abszesshöhle großflächig herausgeschnitten. Meistens wird die Wundstelle offen gelassen bzw. nur mit einer sterilen Wundauflage versorgt. Der Patient wird meistens angewiesen nach jedem Toilettengang die Stelle auszuduschen, um entsprechende Infektionen zu verhindern. Die Wundheilung nach Abszessoperationen kann sehr langwierig sein. Richtig sitzen kann der Patient oft erst nach 4-6 Wochen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Behandlung eines Abszess

OP bei einem Analabszess

Oftmals ist eine OP die einzig effektive Behandlungsmaßnahme bei Patienten mit Analabszess. Die Entscheidung, ob eine OP notwendig ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Folglich sind vor allem die Größe, die Lage, die begleitenden Symptome und die ursächlichen Erreger relevant. Gerade bei einem großen Analabszess ist die OP in den meisten Fällen die einzige Möglichkeit die auftretenden Schmerzen zu lindern und den Eiter vollständig aus dem Körper zu entfernen.

Im Falle eines Analabszesses wird der chirurgische Eingriff in der Regel unter Vollnarkose oder zumindest unter regional begrenzter Teilnarkose durchgeführt. Während der eigentlichen OP durchtrennt der behandelnde Arzt schichtweise die Oberhaut und das darunter gelegene Gewebe. Auf diese Weise lässt sich die Abszesshöhle eröffnen. Bereits bei der Eröffnung fließt zumeist ein Großteil des eitrigen Sekrets ab. Der verbleibende Eiter kann anschließend über eine Drainage abgeleitet werden.

Der größte Vorteil der Analabszess-OP ist die Tatsache, dass die ursächlichen bakteriellen Erreger das umliegende Gebiet nicht infizieren und keine Entleerung nach Innen stattfindet. Auf diese Weise wird das Risiko des Übertretens der Bakterien in den Blutkreislauf und die Entstehung einer Blutvergiftung minimiert.
Nach dem erfolgreich eingeleiteten Sekretabfluss sollte noch während der OP die Abszesshöhle gesäubert und das entzündete Gewebe entfernt werden. Bei einem besonders großen Analabszess besteht die Möglichkeit, dass sich erneut eitriges Sekret bildet und eine weitere OP durchgeführt werden muss.

Im Anschluss an die OP wird die Wunde im Regelfall nicht vernäht, sondern ein offenes Wundheilverfahren gewählt. Diese Maßnahme verhindert, dass sich verbleibende Flüssigkeit und bakterielle Erreger erneut einkapseln. Innerhalb der ersten Tage nach der Analabszess-OP muss die Wundhöhle vom behandelnden Arzt in regelmäßigen Abständen gereinigt und gesäubert werden. Darüber hinaus muss der Verband mindestens einmal am Tag gewechselt werden. Da in den meisten Fällen ein offenes Wundheilverfahren gewählt wird, muss auch nach dem stationären Aufenthalt eine regelmäßige Wundtoilette durchgeführt werden. Die betroffenen Patienten sollten die offenen Stellen bis zum vollständigen Verschluss der Wundhöhle täglich säubern und auch die Verbände selbstständig wechseln. Zudem können Sitzbäder nach der erfolgreichen Durchführung einer Analabszess-OP den Heilungsverlauf positiv beeinflussen und die Heilung beschleunigen.

Obwohl die operative Eröffnung der Abszesshöhle in vielen Fällen die einzige effektive Behandlungsmethode beim Vorliegen eines Analabszesses darstellt, müssen bestimmte Risiken beachtet werden. Da die OPs im Regelfall unter Vollnarkose durchgeführt werden, bestehen die allgemeinen Risiken. Während der Vollnarkose kann es zu Problemen im Bereich des Herz-Kreislaufsystems kommen. Darüber hinaus können während der Intubation wichtige anatomische Strukturen im Rachenraum verletzt werden.

Im Anschluss an die Analabszess-OP besteht zudem die Gefahr, dass es zur Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus) kommt. Dieses Blutgerinnsel kann sich unter Umständen lösen und Gefäße im Bereich des Herzens, der Lunge oder des Gehirnes verstopfen. Infolgedessen kann es zur Entstehung eines Herzinfarktes, einer Lungenembolie oder eines Schlaganfalls. Darüber hinaus besteht bei einem Patienten mit Analabszess das Risiko, dass es auch nach einer erfolgreichen OP zu Wundheilungsstörungen kommt.

Legen einer Drainage

Das Legen einer Drainage kann erforderlich sein, wenn der Analabszess während der Operation nicht vollständig entfernt werden kann oder eine Operation nicht möglich ist.
Dabei wird mithilfe eines Führungsdrahtes ein Schlauch in den Abszess eingebracht und platziert. Bei einer Drainage handelt es sich um einen Schlauch aus Kunststoff über den Eiter und sich ansammelndes Sekret nach außen abfließen kann. Dadurch wird verhindert, dass sich die Abszesshöhle weiter entzündet.

Salbe bei einem Analabszess

Bei großen Analabszessen wird die operative Behandlung der konservativen (nicht chirurgischen) Therapie zumeist vorgezogen. Auf diese Weise kann ein nach Innen gerichtetes Aufplatzen des Abszesses und die Freisetzung bakterieller Erreger in die Blutbahn verhindert werden. Zudem kann nach der operativen Eröffnung der Abszesshöhle ein in eine entzündungshemmende Salbe eingelegter Streifen in die Wunde eingelegt und somit der Heilungsverlauf verbessert werden. Bei Patienten, die lediglich einen kleinen Analabszess aufweisen, kann jedoch vorerst eine konservative Behandlung mit Hilfe einer Salbe durchgeführt werden. Vor allem die Anwendung von Salbe und/oder Creme, die über schmerzstillende Wirkstoffe verfügt, erfreut sich bei den meisten der betroffenen Patienten größter Beliebtheit.

In diesem Zusammenhang muss jedoch dringend beachtet werden, dass die zeitweise Linderung der durch den Analabszess verursachten Beschwerden nur auf die Wirksamkeit der schmerzstillenden Salbe zurückzuführen ist. Lässt deren Wirksamkeit nach, kehren auch die Beschwerden mit gleicher oder sogar zunehmender Intensität zurück. Aus diesem Grund sollte die Anwendung einer schmerzstillenden Salbe bei Vorliegen eines Analabszesses lediglich zur Überbrückung der Zeitspanne bis zum nächstmöglichen Arztbesuch erfolgen. Bei einem unreifen Analabszess ist die chirurgische Eröffnung der Abszesshöhle oftmals nicht sinnvoll. In solchen Fällen kann die Behandlung des Analabszesses durch das regelmäßige Auftragen einer antibiotischen Salbe erfolgen. Im Idealfall wird die Antibiotika-Salbe über einen Zeitraum von fünf bis sieben Tagen drei- bis viermal täglich auf den Analabszess aufgetragen.

Da ein Analabszess in den meisten Fällen durch das Bakterium Staphylokokkus aureus verursacht wird, enthält die Antibiotika-Salbe typischerweise einen gegen diesen Erreger gerichteten Wirkstoff. Beim Aufbringen der Salbe muss jedoch unbedingt auf Hygiene geachtet werden. Der Analabszess sollte niemals mit den Fingern berührt werden, andernfalls droht die Gefahr der Ausbreitung der ursächlichen bakteriellen Erreger. Im Idealfall nutzen die betroffenen Patienten bei Auftragen der Salbe Einmalhandschuhe und waschen sich anschließend gründlich die Hände. Darüber hinaus kann die Therapie eines kleinen Analabszesses mit Hilfe von Kombinationssalben erfolgen. Diese Salben beinhalten sowohl schmerzstillende, als auch entzündungshemmende Wirkstoffe. Nach dem oberflächlichen Aufbringen der Salbe werden die Wirkstoffe über die Haut aufgenommen und gelangen so ins Innere der Abszesshöhle. Schon nach wenigen Anwendungen werden die durch den Analabszess verursachten Beschwerden spürbar gelindert.

In diesem Zusammenhang ist jedoch zu beachten, dass es sich auch bei dieser kombinierten Salbe um keine effektive Behandlungsmethode handelt. Darüber hinaus gibt es verschiedene Salben und Cremes, welche die spontane Eröffnung eines Analabszesses stimulieren sollen. Auf diese Weise soll die chirurgische Eröffnung des Analabszesses in vielen Fällen umgänglich sein.
Die bekanntesten Salben enthalten Wirkstoffe, welche die äußere Wand der Abszesshöhle ausdünnt. Der im Inneren des Analabszesses herrschende Druck verursacht dann tendenziell eher eine spontane Eröffnung, die nach außen gerichtet ist. Vor allem bei Patienten, die einen großen Analabszess aufweisen, sollte diese Behandlungsmethode jedoch kritisch hinterfragt werden. Durch das Ausdünnen der äußeren Wand der Abszesshöhle wird die Wahrscheinlichkeit der inneren Entleerung zwar reduziert, jedoch nicht vollkommen ausgeschlossen. Im schlimmsten Falle droht demnach dennoch das Übertreten der bakteriellen Erreger in die Blutbahn und die Entstehung einer Blutvergiftung (Sepsis).

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Behandlung mit Salbe bei einem Abszess

Zugsalbe zur Behandlung eines Analabszesses

Kleine Analabszesse müssen nicht operativ entfernt werden, sondern können durch eine Zugsalbe therapiert werden. Zugsalben wirken antibakteriell und entzündungshemmend. Das Auftragen der Zugsalbe fördert zusätzlich die Durchblutung, sodass die Einschmelzung des Eiterherdes durch das körpereigene Immunsystem beschleunigt wird. In der Folge bricht der Abszess nach außen auf und der angesammelte Eiter kann sich über die Haut entleeren.

Antibiotika zur Behandlung von Analabszessen

In den meisten Fällen wird ein Abszess operativ entfernt. Zur vollständigen Bekämpfung der Bakterien erfolgt anschließend eine Antibiotikatherapie über mehrere Tage. Die Gabe von Antibiotika ist wichtig, weil ansonsten die Gefahr besteht, dass sich die Entzündung verschleppt und es zu einer lebensgefährlichen Blutvergiftung (Sepsis) kommt.
Da es sich bei einem Abszess um eine abgekapselte Eiterhöhle handelt, die schlecht durchblutet wird, gelangen Medikamente nur schwer bis zum entzündeten Gewebe. Deshalb reicht die Gabe von Antibiotika allein nicht aus, um den Analabszess wirksam zu therapieren.

Hausmittel zur Behandlung eines Analabszesses

Analabszesse müssen in den meisten Fällen chirurgisch entfernt werden. Bei Verdacht auf einen Abszess oder eine Analfistel sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, um das weiter Vorgehen mit ihm zu besprechen. Der Patient kann zusätzlich noch einige wichtige Punkte beachten und Hausmittel einsetzen, um die Heilung zu beschleunigen.
Am wichtigsten ist, dass der Abszess unter gar keinen Umständen selbst ausgedrückt werden darf, da es ansonsten zu gefährlichen Infektionen und im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung führen kann.
Abszesse werden durch Bakterien ausgelöst und treten vor allem bei Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr auf. Ein starkes Immunsystem unterstützt den Körper bei der Bekämpfung der Entzündung.
Zur Stärkung der Abwehrkräfte tragen eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung an der frischen Luft bei. Ausreichend Schlaf und wenig Stress fördern das körperliche Wohlbefinden und helfen dabei, dass der Analabszess abheilt.
Ein Analabszess bereitet starke Schmerzen, die durch harten Stuhlgang noch verschlimmert werden. Viel Flüssigkeit (ausreichend trinken) und eine ballaststoffarme Kost helfen dabei, dass der Stuhl eine weiche Konsistenz annimmt.  Regelmäßige körperliche Bewegung regt außerdem die Darmtätigkeit an und hilft gegen harten Stuhl.
Weitere Hausmittel bei Analabszessen ist Brennnesseltee und Kamillentee. Brennnesseln haben eine entzündungshemmende Wirkung und der Genuss von drei Tassen frisch aufgebrühtem Brennesseltee täglich beschleunigen die Wundheilung. Mit Kamillentee getränkte Kompressen können auf den Abszess gelegt werden und helfen dabei, den Eiter herauszuziehen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Hausmittel gegen einen Abszess

Teebaumöl zur Behandlung eines Analabszesses

Teebaumöl ist ein beliebtes Naturheilmittel, das aus den ätherischen Ölen des Teebaums besteht.
Teebaumöl kann zur Behandlung eines Analabszesses eingesetzt werden. Ein Paar Tropfen Teebaumöl werden auf einen feuchten Tuch oder Waschlappen gegeben und für mehrere Stunden auf die betroffene Stelle gelegt. Das Teebaumöl hilft dabei, die Infektion zu bekämpfen und den Eiter aufzulösen.
Teebaumöl darf nicht auf offenen Wunden angewendet werden und hilft nicht bei der Therapie großer Abszesse. Im Zweifelsfall muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, da es ansonsten zu einer Ausbreitung der Infektion und Komplikationen kommen kann.

Heilung eines Analabszesses

Wie schnell ein Analabszess heilt, hängt von seiner Größe und Lokalisation ab. Generell dauert es aber relativ lange, bis ein Analabszess vollständig abheilt ist.
Die Behandlungsmethode der ersten Wahl ist die operative Spaltung des Abszesses. Dabei wird die Haut über der Entzündung entfernt und der Eiter kann abfließen. Diese Operation ist üblicherweise ein Routineeingriff, der ohne Komplikationen verläuft. Durch die Entfernung des entzündeten Gewebes entsteht eine relativ großflächige und bis zu mehrere Zentimeter tiefe Wunde, die nicht vernäht wird, sondern offen bleibt. Dadurch wird verhindert, dass sich ein neuer Analabszess bilden kann. Die Wunde muss gewissenhaft vom Patienten gesäubert und die Verbände regelmäßig gewechselt werden.
An die Operation schließt sich eine Therapie mit Antibiotika an, um die Bakterien, die den Abszess verursacht haben, vollständig aus dem Körper zu eliminieren. Üblicherweise heilen operierte Analabszesse komplett ab. Bis zum vollständigen Verschluss der Wunde kann allerdings viel Zeit vergehen und man muss mit mehreren Wochen rechnen, bis die Heilung vollständig eingetreten ist.

Wie gut die Wunde im allgemeinen heilt, hängt von vielen Faktoren, wie u.a. von Alter, Ernährungszustand, Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahme ab.
Rauchen verschlechtert die Durchblutung im Körper, wodurch die Wundheilung negativ beeinflusst wird. Deshalb sollten Patienten nach der chirurgischen Entfernung des Abszesses auf Nikotin verzichten, um das Abheilen der Wunde nicht unnötig hinauszuzögern.

Dauer eines Analabszesses

Die Dauer eines Analabszesses ist individuell verschieden und von verschiedenen Faktoren, wie Lage, Größe des Abszesses und der Behandlungsform abhängig. Kleine Abszesse können in der Regel konservativ therapiert werden, das heißt sie müssen nicht chirurgisch entfernt werden, sondern können über mehrere Tage mit Zugsalbe behandelt werden.
Größere Analabszesse hingegen müssen operativ entfernt werden. Dabei wird die gesamte Abszesshöhle und das umliegende Gewebe herausgeschnitten. Der Patient muss drei bis vier Tage stationär im Krankenhaus bleiben. Bei einfachen Abszessen kann die Entfernung auch ambulant erfolgen Bis die Wunde vollständig verheilt ist können mehrere Wochen  oder sogar Monate vergehen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Analabszess und einer Analfistel?

Bei einem Analabszess handelt es sich um eine abgekapselte Eiteransammlung in einer Höhle, die durch die Entzündung in der Nähe des Afters entstanden ist. In vielen Fällen bilden sich durch die chronische Entzündung aus einem Analabszess eine Analfistel.
Eine Analfistel ist eine röhrenförmige Verbindung zwischen dem Abszess und der Analregion, durch die sich das eitrige Sekret nach außen entleert.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. N. Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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