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Oberarmknochen, Humerus

Synonyme

Oberarmkopf, Tuberculum majus, Tuberculum minus, Epicondylus humeri radialis, Epicondylus humeri ulnaris, Oberarmbruch, Humerusfraktur

Anatomie

Der Oberarmknochen (Humerus) ist wie alle Knochen des Arms ein Röhrenknochen.

Zum Schultergelenk hin besitzt der Oberarmknochen (Humerus) einen runden Kopf (Caput humeri). Dieser Oberarmkopf ist gegenüber dem Schaft um ca. 130° abgewinkelt. Der Oberarmkopf bildet mit dem Schulterblatt einen Teil des Schultergelenkes und ist somit wie alle Gelenke mit einer Schicht von Knorpelgewebe überzogen.

Unterhalb des Oberarmkopfes liegen zwei Knochenausziehungen (Tuberculum majus und Tuberculum minus), an denen große Muskelgruppen ansetzten. Zwischen den Knochenausziehungen verläuft in einer Rinne (Sulcus bicipitalis) die lange Bicepssehne.

Zum Ellenbogengelenk verbreitet sich der Oberarmknochen (Humerus) in seine beiden Gelenkrollen.

An der Seite der beiden Gelenkrollen setzen die Muskulatur der Unterarmbeuger und Unterarmstrecker an.

Die Beuger setzen an der Gelenkrolle auf der Seite der Speiche (kleinfingerseitig) am sogenannten Epicondylus humeri ulnaris an. Auf der Seite der Speiche setzen die Unterarmstreckmuskulatur am Epicondylus humeri radialis am Oberarmknochen an.


Das Schultergelenk

  1. Tuberculum majus
  2. Bicepssehne oberhalb des Sulcus bicipitalis
  3. Oberarmkopf
  4. Oberarmknochen Schaft

Funktion

Der Oberarmknochen verbindet das Schultergelenk mit dem Ellenbogengelenk und somit mit dem Unterarm. An der Schulter bildet der Humerus mit dem Schulterblatt (Scapula) das Schultergelenk, ein sogenanntes Kugelgelenk.
Am Ellenbogengelenk bildet der Oberarmknochen mit der Elle und Speiche das Ellenbogengelenk, ein Drehscharniergelenk.

Röntgenbild Ellenbogengelenk

  1. Oberarmknochen (Humerus)
  2. Elle (Ulna)
  3. Speiche (Radius)

Erkrankungen

Tennisarm (Epicondylitis humeri radialis) und Golferellenbogen (Epicondylitis humeri ulnaris)

Die häufigste Erkrankung des Oberarmknochens ist der Tennisarm (Epicondylitis humeri radialis). Bei der Epicondylitis humeri radialis handelt es sich um eine schmerzhafte Sehnenansatzentzündung der Unterarmstreckmuskulatur.
Wesentlich seltener kommt es zu einer Entzündung der Unterarmbeugemuskulatur (Epicondylitis humeri ulnaris), die als Golferellenbogen bezeichnet wird.

Weiterhin gibt es Brüche des Oberarmknochens (Oberarmfraktur). Ellenbogennahe Frakturen, die sogenannte supracondyläre Humerusfraktur, kommt besonders häufig im Kindesalter vor.

Im höheren Alter dominiert die Oberarmkopffraktur. Dabei zerbricht der Gelenkopf in mehrere Fragmente. Die Rekonstruktion gestaltet sich schwierig.

Oberarmschaftbrüche sind eher selten.

Auskugeln der Schulter

Eine weitere Verletzung ist das Auskugeln der Schulter (Schulterluxation). Dabei verläßt der Oberarmkopf die Gelenkpfanne und verklemmt sich in den meisten Fällen unter dem Rabenschnabelfortsatz (Processus coraroideus = Coracoid) des Schulterblattes (Scapula).


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