Abszess im und am Bauch

Synonyme im weiterem Sinne


bauchabszess

Englisch: abscess on the belly

Lesen Sie auch:

Intraabdominelle Abszesse

Von allen Abszessen sind die intraabdominellen Abszesse, also Abszesse, die sich im Bauchraum bilden mit am häufigsten. Je nach Lage der Höhle unterscheidet man subphrenischen Abszess, der kurz unterhalb des Zwerchfells liegen, von subhepatischen Abszessen, die kurz unterhalb der Leber zu finden sind. Des Weiteren unterscheidet man noch sogenannte Schlingenabszesse, die sich immer im Dünndarm bilden. Abszesse, die direkt neben dem Dickdarm liegen würde man als parakolisch oder retrokolisch (wenn sie hinter dem Darm liegen) bezeichnen. Wenn ein Abszess am Sigmoid zu finden ist, würde man diesen als perisigmoidal bezeichnen. Ebenfalls recht häufig kommen Douglasabszesse bei der Frau vor. Im Grunde kann außerdem jedes Organ des Bauchraumes einen Abszess bilden. So kann man des öfteren Leber, Milz und Pankreasabszesse finden.

Ursache:

Die Ursache intraabdomineller Abszesse sind in vielen Fällen Spätkomplikationen nach Operationen. Überall, wo hineingeschnitten, genäht oder injiziert wird, können neben Luft auch Bakterien (trotz steriler Umgebung) in das Operationsfeld gelangen.
Siedeln sich die Bakterien in Weichteilgewebe ab, kann es zur Flüssigkeitsbildung kommen. Des Weiteren kann es durch vermehrte Granulozyteneinwanderung aufgrund der vermehrten Bakterien an dieser Stelle zu einer Eiterbildung kommen, die dann eine Abszesshöhle ausfüllt. Abszesse können aber auch nach seiner Entstehung zu Verwachsungen und dann zu Beschwerden (z.B. eine Darmverschlingung) führen.

Symptome

In vielen Fällen, besonders bei großen Abszessen kommt es aber durch die vermehrte Immunreaktion zu einer Allgemeinzustandsverschlechterung mit Schüttelfrost und Fieber.
Die Schwierigkeit liegt darin die Ursache der Allgemeinzustandsverschlechterung in einer bislang unbekannten Abszessbildung zu suchen. Besonders nach Operationen mit folgender Fieberentwicklung muss neben einer Wundinfektion auch immer an eine Abszessbildung gedacht werden.

Diagnose:

Zunächst wird meistens durch eine Blutuntersuchung die Art der Entzündung detektiert. So spricht ein erhöhter CRP und Leukozytenwert aber auch ein erhöhter Procalcitoninwert für ein bakterielles Geschehen. Manchmal geben die Patienten auch an der Lokalisation des Abszess` Schmerzen an. Ein Ultraschall kann einen Abszess sichtbar machen. Liegt die Stelle so verdeckt  oder ist der Abszessherd so klein, dass dieser mit einem Ultraschall nicht gesehen werden kann, kann eine Computertomographie eine Diagnose bringen.

Behandlung:

Bei größeren Abszessen oder  bei schlechtem Allgemeinzustand des Patienten erfolgt die Behandlung meistens chirurgisch. Je nach dem, wo der Abszess lokalisiert ist, wird meistens mit einem Messer, die Abszessmembran gespalten und die Flüssigkeit in der Abszesshöhle abgelassen oder abgesaugt. Danach erfolgt die sterile Wundspülung und schließlich der Verschluss.
Jeder Abszess kann sich erneut auch an gleicher Stelle bilden und muss gegebenenfalls erneut chirurgisch saniert werden. Nach der Operation wird dann meistens ein Antibiotikum dem Patienten über mehrere Tage gegeben. Kleinere Abszesse, die meistens durch Zufallsuntersuchungen gesichtet werden können, müssen oft nicht operativ sondern rein antibiotisch behandelt werden.


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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 14.05.2012