Leberabszess
Synonyme im weiterem Sinne
Abszess an der Leber
Englisch: liver abscess
Lesen Sie auch:
Der Leberabszess
Beim Leberabszess wird ein primärer und ein sekundärer Verlauf unterschieden. Der primäre Verlauf des Leberabszess entsteht durch eine Bakterienbesiedelung über die Gallenblase und die Gallengänge. Ursache sind entweder Gallensteine oder Parasiten. Sekundäre Verlaufsformen des Leberabszess beginnen meistens nach Operationen oder nach Unfällen, aber auch durch chronische Mandelentzündungen , Endokarditis, Nabelvenensepsis, Spätfolgen einer Divertikulitis, Appendizitis, Morbus Crohn und Colitis ulzerosa. Die Erreger eines Leberabszess sind E.coli, Enterokokken, Klebsiellen oder Bacteroides. Meistens ist der rechte Leberlappen von einem Abszess betroffen, der linke weitaus seltener. Zu 60% findet man einzelne Abszesse in 40% mehrere kleinere Abszesse.
Symptome:
Schüttelfrost und Fieber, erhöhte Entzündungswerte im Labor, Druckschmerz im rechten Bauchraum. Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle können ebenfalls vorkommen. In manchen Fällen kommt es zu einem gelben Hautkolorid (Ikterus) sowie einer Blutarmut (Anämie).
Diagnose:
Neben der Krankenbefragung über Aufenthalte in den Tropen (Parasiten) oder das Vorhandensein von Gallensteinen kann die körperliche Untersuchung den Verdacht auf einen Leberabszess erhärten. So ist die sonst nicht tastbare Leber bei der körperlichen Untersuchung tastbar (Hepatomegalie) und klopf- sowie druckschmerzhaft. Ein Ultraschall gibt meistens einen Leberabszess recht zuverlässig wieder (sogenannte inhomogene Herde). Des Weiteren kann eine Feinnadelpunktion zur Gewebegewinnung und Untersuchung durchgeführt werden. In der Röntgenaufnahme des Bauches kann manchmal ein Zwerchfellhochstand hinweisend auf eine Lebervergrößerung infolge eines oder mehrerer Leberabszesse sein. Eine Feinnadelpunktion kann auch CT gesteuert durchgeführt werden.
Therapie:
Konservativ wird der Leberabszesse mit Antibiotika (Cephalosporin und Metronidazol) behandelt, des Weiteren durch eine Punktion von außen (sonographie- oder CT-gesteuert) und eine nach außen gelegte Wunddrainage. Außerdem regelmäßige Wundspülungen. Eine operative Therapie ist immer dann angezeigt, wenn die konservative Therapie versagt oder wenn mehrere Abszesse in der Leber vorhanden sind. Bei der chirurgischen Sanierung wird der Abszess oder das ganze betroffene Lebersegment herausgeschnitten und nach Wundspülung eine Wunddrainage eingelegt.
Prognose:
Die Sterblichkeit bei multiplen Leberabszessen beträgt 30%. Als Komplikation besteht die Gefahr einer septischen Ausbreitung der Erreger des Abszesses (Parasit oder Bakterien) bei Perforation des Abszess. Außerdem Beeinträchtigung der Leberfunktion mit unter Umständen lebensgefährlichen Folgen.
Weitere Informationen
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