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Außenknöchelbruch
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Synonyme
Fibularfraktur, Malleolarfraktur, Bimalleolarfraktur, Trimalleolarfraktur, Weber - Frakturen, Bruch des Wadenbeins, Außenknöchelfraktur, Innenknöchelbruch, Knöchelbruch, Sprunggelenksluxationsfraktur
Definition
Sprunggelenksfrakturen wie der Außenknöchelbruch sind Brüche der Sprunggelenksgabel (Innen- und Außenknöchel) unterschiedlichen Ausmaßes. Sie stehen mit 10% der Frakturen an dritter Stelle der häufigsten Frakturen des Menschen.
Begriffserklärung
- Malleolarfraktur = Außen- oder Innenknöchelfraktur
- Bimalleolarfraktur = Außen- und Innenknöchelfraktur
- Trimalleolarfraktur = Außen- und Innenknöchelfraktur plus Fraktur der Schienbeinhinterkante
Ursachen
Der Außenknöchelbruch ist in über 80% der Fälle Folge einer traumatischen Verrenkung (Subluxation/Luxation) des Sprungbeines aus der gelenkbildenden Knöchelgabel, meistens durch einen Fehltritt oder Sturz (Umknickverletzung) verursacht. Eine direkte Gewalteinwirkung als Ursache ist selten.
Je nach Fußstellung im Moment der Verletzung und Größe der einwirkenden Kraft treten unterschiedliche Verletzungsmuster auf (siehe Klassifikationen).
Klassifikation
Die im klinischen Alltag gebräuchlichste Einteilung der Sprunggelenksfrakturen / Fibulafraktur ist die nach Danis und Weber (Weber 1966). Sie bezieht sich ausschließlich auf die Frakturhöhe des Wadenbeins in Bezug auf die Syndesmose:
- Weber A: Fraktur der Außenknöchelspitze unterhalb der Syndsmose. Syndesmose immer intakt.
- Weber B: Fraktur des Außenknöchels auf Höhe der Syndesmose. Syndesmose meist verletzt, jedoch nicht notwendigerweise mit resultierender Instabilität der Sprunggelenksgabel.
- Weber C: Fraktur des Außenknöchels oberhalb der Syndesmose. Syndesmose immer zerrissen mit resultierender Instabilität der Sprunggelenksgabel.
Ist nicht nur der Außenknöchel von der Fraktur betroffen wird im klinischen Alltag unterscheiden zwischen:
- Bimalleolarfraktur: Außen- und Innenknöchelfraktur
- Trimalleolarfraktur: Außen- und Innenknöchelfraktur plus Fraktur der Schienbeinhinterkante (hinteres Volkmann-Dreieck)
- Trümmerfrakturen: Zerstörung des knöchernen Sprunggelenkes mit Beteiligung von Innen- und Außenknöchel sowie des Pilon tibiale (Schienenbeines).
Mit der AO-Klassifikation (Arbeitsgemeinschaft Osteosynthese) können alle Bruchformen des Sprunggelenkes exakt eingeteilt werden:
A-Fraktur: Sprunggelenksfraktur unterhalb der Syndesmose
- A1 Einfache Außenknöchelfraktur
- A2 Außen- und Innenknöchelfraktur
- A3 Außen- und Innenknöchelfraktur mit postero-medialer Fraktur
B-Fraktur: Sprunggelenksfraktur auf Höhe der Syndesmose
- B1 Einfache Außenknöchelfraktur
- B2 Außen- und Innenknöchelfraktur
- B3 Außen- und Innenknöchelfraktur mit postero-lateraler Fraktur (Volkmann-Dreieck)
C-Frakturen: Sprunggelenksfraktur oberhalb der Syndesmose
- C1 Einfache diaphysäre Fibulafraktur
- C2 Diaphysäre Fibulafraktur, mehrfragmentär
- C3 Proximale Fibulafraktur
Die Einteilung nach Lauge-Hansen (1950) unterscheidet 4 Verrenkungsbruchformen und berücksichtigt dabei die Stellung des Fußes zum Unfallzeitpunkt, sowie die Richtung und das Außmaß der einwirkenden Kraft:
- Supinations-Adduktions-Fraktur (Umknicken über den äußeren Fußrand)
- Pronations-Abduktions-Fraktur (Umknicken über den Iinneren Fußrand = seltener)
- Supinations-Eversions-Fraktur (2/3 aller Frakturen) = Verletzungsmechanismus wie bei einem Bänderriss
- Pronation-Eversions-Fraktur
Diagnostik
Bei begründetem Verdacht auf eine Sprunggelenksfraktur sollte in jedem Fall eine Röntgenaufnahme des Sprunggelenkes in zwei Ebenen (von vorne (a.p.-Aufnahme) und seitlich) durchgeführt werden. Wichtig ist dies zur Bestätigung der Verdachtsdiagnose, Einschätzung des Frakturausmaßes und der Frakturart, zur Ausschlussdiagnostik anderer Verletzungen und zum Planen der Therapiemaßnahmen.
Bei Verdacht auf eine kniegelenksnahe Wadenbeinverletzung (Maisonneuve-Fraktur) sollte der ganze Unterschenkel in zwei Ebenen geröntgt werden (wird manchmal übersehen!).
Bei Frakturmitbeteiligung des sprunggelenktragenden Schienbeins (Pilon tibiale) kann zur besseren Frakturbeurteilung und Therapieplanung eine Computertomographie (CT) des Sprunggelenkes sinnvoll sein.
Komplikation
Komplikationen können bei der konservativen Therapie wie bei der Operation des Außenknöchelbruchs vorkommen.
Komplikationen bei konservative Therapie:
- Abrutschen der Fraktur (Sekundäre Dislokation)
- Druckschäden durch Gips
- Falschgelenkbildung (Pseudarthrose)
- Morbus Sudeck
Komplikationen bei operative Therapie:
- Gefäß- Sehnen- und Nervenverletzungen
- Infektion
- (Abrutschen der Fraktur)
- Implantatlockerung
- Falschgelenkbildung (Pseudarthrose)
- Morbus Sudeck
- Thrombose / Lungenembolie
Perspektive / Prognose
Die Prognose zur Wiedererlangung eines dauerhaft funktionstüchtigen Sprunggelenkes ist unabhängig vom Frakturtyp gut. Voraussetzung ist eine exakte Fraktureinrichtung und die Schaffung natürlicher (anatomischer) Sprunggelenksverhältnisse.
Etwa acht Wochen nach der Operation sollte ein flüssiges Gangbild wieder erlangt werden können, Fahrradfahren und Schwimmen sind möglich. Sehr belastende Sprunggelenkssportarten wie Fußball und Tennis können nach ca. 3-6 Monaten wieder aufgenommen werden.
Weiterführende Informationen
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