Messen der Beinlängendifferenz

Synonyme im weiterem Sinne

Beinlängenunterschied, Beckenschiefstand

Englisch: different leg lengths

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Beinlängendifferenz messen

Beinlängendifferenz messen

Am Hüftgelenk resultiert in Abhängigkeit von der Beinlängendifferenz eine Ungleichheit in der Hüftkopfüberdachung. Der Oberschenkelkopf wird auf der Seite des kürzeren Beines von der Hüftgelenkspfanne stärker überdacht, was eine Vergrößerung des Winkels zwischen Oberschenkelschaft und Oberschenkelhals zur Folge hat. Dies kann beim Messen der Beinlängendifferenz sichtbar gemacht werden. Dadurch wird die Hüfte auf dieser Seite entlastet. Eine zusätzliche Entlastung des Hüftgelenkes auf der Seite des kürzeren Beines kommt dadurch zustande, dass beim Verkürzungshinken der Oberkörper stärker zu der Seite des kürzeren Beines verlagert wird, und dadurch der Hebelarm des Körperschwerpunktes, bzw. der Lastarm, verkürzt wird. Auf der längeren Seite entsteht eine funktionelle Winkelveränderung des Hüftgelenks (Coxa valga) durch Verkleinerung des Winkels zwischen Oberschenkelschaft und Oberschenkelhals mit vermehrter Belastung und erhöhtem Arthroserisiko. Von den Hüftabspreitzern (Abduktoren) muss wegen der Vergrößerung des Abstandes von Ursprung und Ansatz der Muskeln mehr Muskelarbeit geleistet werden. Dies kann zu chronischen Schleimbeutelentzündungen (Bursitiden) führen, da die Becken-Schienbeinsehnenplatte (Tractus iliotibialis) vermehrt auf den großen Rollhügel (Trochanter major) drückt. Die Muskulatur wird durch Unterschiede in der Beinlänge beeinflusst. Elektromyographisches (EMG) Messen zeigen, dass schon eine geringgradige Beinlängendifferenz von ein bis zwei Zentimetern zu verstärkten asymmetrischen Muskelaktivitäten in den verschiedenen Muskelgruppen am Stamm und an den unteren Extremitäten führen. Subjektiv fühlbar treten Muskelermüdungsschmerzen auf. 

Man findet vermehrt  Entzündungen der Sehnenansätze (Tendinopathien) am Ansatz und Ursprung des großen Lendenmuskels (Musculus iliopsoas), am kleinen Rollhügel (Trochanter minor) und an den Querfortsätzen der Lendenwirbel, sowie am Ursprung der Adduktoren am Schambein. Haben sich massive degenerative Schäden erst einmal etabliert, kommt ein korrigierender Eingriff, welcher Art auch immer, meist zu spät. Auch die psychische Belastung des Patienten durch das veränderte Gangbild ist ein nicht zu vernachlässigendes Problem. Für das Messen der Beinlängendifferenz gibt es verschieden Möglichkeiten der klinischen Messung. Häufig werden zwei Messpunkte bestimmt, der große Rollhügel (Trochanter major) und der Außenknöchel (Malleolus lateralis). Zwischen diesen Punkten wird ein Maßband angelegt und die Länge in Zentimetern abgelesen. Dazu kommt noch das röntgenologische Messen , wo die Knochenlänge exakt abgemessen werden kann. Die Therapie erfolgt entweder konservativ mit einer Schuherhöhung oder operativ. Um exakte genau einer Möglichen Beinlängendifferenz bekommen zu können, sollten Sie eine eventuelle Beinlängendifferenz messen lassen. Mehr dazu unter Laufanalyse Frankfurt.


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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012