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Hüftprothese

Synonyme

künstliches Hüftgelenk, Hüftgelenkstotalendoprothese (HTEP oder HTE), Hüftgelenksprothese, Hüfttotalendoprothese, HEP, TEP, HTEP, Hüftendoprothese, Hüftgelenksarthrose, Gelenkersatz, Hüftgelenksersatz, Hüftoperation, Hüftgelenksoperation, McMinn-Prothese, Kappenprothese, Kurzschaftprothese

Englisch: hip prosthesis.

Definition

Die Bezeichnung Hüftgelenkstotalendoprothese steht für „künstliches Hüftgelenk“. Das künstliche Hüftgelenk ist dem menschlichen Hüftgelenk nachempfunden und besteht somit prinzipiell aus den gleichen Teilen.

Wenn eine Hüftprothese implantieren wird, ersetzt man die Gelenkpfanne des Beckens durch eine Pfannenprothese (= „künstliche Pfanne“). Der Hüftkopf und der Schenkelhals selbst werden durch den Prothesenschaft mit aufsitzenden Kunstkopf ersetzt.

Es besteht die Möglichkeit, die genannten Komponenten entweder mit oder ohne Knochenzement im Knochen zu fixieren.

Es besteht auch die Möglichkeit eine so genannte Hemi – Prothese zu implantieren. In diesem Fall werden nur der Schenkelhals und der Hüftkopf, nicht aber die Pfanne künstlich erneuert.

 


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Alter

In der Regel tritt eine Hüftarthrose zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr in Erscheinung.
In den meisten Fällen bleibt eine Hüftarthrose nicht auf eine Seite beschränkt und tritt demnach überwiegend häufig auf beiden Seiten auf.

Künstliches Hüftgelenk

(Röntgenbild eingefärbt)

  1. Pfanne der Hüftprothese

  2. Prothesenschaft

  3. Prothesenkopf

    Bei diesem Prothesentyp handelt es sich um eine sogenannte zementfreie Hüftprothese, die zunächst im Knochen verklemmt wird und im weiteren Verlauf in den Knochen einwächst.

    Mehr dazu erfahren Sie weiter unten in diesem Thema.

Geschlechtsverteilung

Das geschlechtsspezifische Verhältnis im Hinblick auf das Auftreten einer Hüftarthrose und damit verbunden die Implantation einer Hüfttotalendoprothese liegt bei 1,5:1 (Frauen : Männer).

Häufigkeit

Jährlich werden deutschlandweit ungefähr 200.000 künstliche Hüftgelenke implantiert (= eingesetzt). Da die Zahl der Hüftgelenksimplantationen in den letzten Jahren kontinuierlich zunahm, hat sich die Implantationsoperation mittlerweile zu einer „Routineoperation“ entwickelt.
Da die Zahl der Hüftgelenksimplantationen ansteigt, ist auch die Zahl der Wechseloperationen steigend. Sie beläuft sich mittlerweile auf ca. 10.000 per anno (pro Jahr)

Ursachen

Eine solche Operation wird in der Regel notwendig, wenn der Verschleiß des Hüftgelenkes sehr weit fortgeschritten ist. Solch eine zugrunde liegende Coxarthrose (abgeleitet vom lateinischen Wort: „Coxa“ (= Hüfte)) impliziert stets eine schmerzhafte Veränderung im Bereich des Hüftgelenkes, die aufgrund des krankhaften Gelenkknorpelverschleißes entsteht.

 Je nach Entstehungsursache unterscheidet man im Bereich der Koxarthrose zwischen:

Man spricht von einer primären Koxarthrose immer dann, wenn man für die Entstehung keine ersichtlichen Ursachen benennen kann.

Von einer sekundären Koxarthrose spricht man hingegen, wenn die Erkrankung auf einer anderen beruht, bzw. durch sie hervorgerufen wurde. Diese ursächlichen Erkrankungen können beispielsweise Durchblutungsstörungen (z.B. Morbus Perthes oder der idiopathischen Hüftkopfnekrose) oder Hüftdysplasien sein.

Weitere Ursachen für eine  Hüftgelenksarthrosen sind unter anderem:

sein.

Alle Fehlbelastungen, bzw. Erkrankungen, die eine dauerhafte Fehlbelastung (präarthrotische Deformität) bewirken, auch Verletzungen im Bereich der Gelenkstrukturen als Folge von Unfällen (z.B. Schenkelhalsfrakturen bei älteren Menschen) oder Überbeweglichkeiten im Bereich von Gelenken können sich negativ auswirken und somit die Hüftgelenksfunktion dauerhaft negativ beeinflussen.

Übergewicht gilt als ungünstig beeinflussend im Hinblick auf die Entstehung und den Krankheitsverlauf einer Hüftarthrose.

Weitere Informationen zur Entstehung einer Hüftgelenksarthrose finden Sie bei Hüftarthrose.


Indikation

Die Indikationen (auslösende Ursache) zur Implantation einer Hüftprothese:

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Wahrscheinlichkeit für die Indikation einer Hüftgelenksendoprothese bei vorliegender Krankheit auf. Somit wird in etwa 60% aller Fälle mit vorliegender primärer Koxarthrose eine solche Operation notwendig.

primäre Koxarthrose (ohne erkennbare Ursache)

60%

rheumatoide Arthritis

7%

Brüche und Verrenkungen, insbesondere der Schenkelhalsbruch

11%

Aseptische Knochennekrose (Hüftkopfnekrose = durchblutungsstörung im Hüftkopf)

7%

Andere Indikationen (Ursachen)

9%

Revisionen / Wiederhohlungseingriffe

6%

Risikofaktoren

Wie bereits oben erwähnt, gibt es verschiedene Risikofaktoren, die die Entstehung einer Koxarthrose erhöhen. Einige wesentlichen Faktoren sollen nachfolgend noch einmal stichpunktartig aufgelistet werden. Zu einigen Erkrankungen finden sie weitere Informationen. Klicken Sie hierfür einfach an enstprechender Stelle.

Symptome / Beschwerden

Die Anamnese (Erfragung der Krankengeschichte) wird auf verschiedenen Ebenen betrieben. Zunächst wird die Familiengeschichte im Hinblick auf gehäufte, frühzeitige Arthrosen, bzw. rheumatische Erkrankungen hinterfragt.
Auch eine Eigenanamnese (subjektive Erkrankungsgeschichte) erscheint wichtig, um zwischen der primären und sekundären Arthrose zu unterscheiden zu können. Im Rahmen der Eigenanamnese ist von Interesse, ob bereits im Vorfeld Hüftgelenkserkrankungen oder –Operationen stattgefunden haben, ob Stoffwechselerkrankungen bestehen oder sich die Schmerzen auch auf andere Gelenke hin ausdehnen.

Die Arthrose tritt hauptsächlich in Form von Schmerzen im Bereich von Leiste und Gesäß in Erscheinung, sie können allerdings vom Hüftgelenk aus bis in den Oberschenkel oder gar das Kniegelenk hinein ausstrahlen. Auch Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule sind denkbar.

Patienten klagen darüber hinaus häufig über Anlauf-, Einlauf-, bzw. Belastungsschmerzen, die sich dann in fortgeschritteneren Stadien bis zu Ruheschmerzen hin ausdehnen können, die vor allem nachts auftreten.

Aufgrund der für die Coxarthrose typischen Bewegungseinschränkungen, die auf die Fehlstellung des Hüftgelenkes und die Muskelverspannungen zurückzuführen sind, kann die Lebensqualität des Patienten sehr stark eingeschränkt werden. Immer wieder fallen alltägliche, „normale“ Bewegungen sehr schwer: Die maximale Gehstrecke verringert sich, das Anziehen von Schuhen und Strümpfen kann zur Belastung werden.

Das Bild rechts oben zeigt, wie sich der Befund einer Koxarthrose intraoperativ darstellt. Hüftkopf und Pfanne sind entknorpelt, wodurch der Knochen in diesen Bereichen freiliegt.

Diagnose

Das Erstellen der Diagnose erfolgt nach Anamnese (Familien-, Eigenanamnese), körperlicher Untersuchung (Schmerzlokalisation) mit zusätzlicher Absicherung durch Röntgenaufnahmen der betroffenen Hüftseite. Im Rahmen einer Bewegungsprüfung des Hüftgelenkes werden Flexion, Extension, Innen- und Außenrotation, sowie Abduktion und Adduktion überprüft. Bei vorliegender Koxarthrose ist die Innenrotation im Hüftgelenk besonders eingeschränkt, durch Muskelverkürzung erscheint das gesamt Bein verkürzt.

Prognose

Bei den meisten Patienten kann durch eine Hüftgelenksendoprothese ein gutes bis sehr gutes Langzeitergebnis bewirkt werden. Positiv wirkt sich vor allem die Schmerzlinderung in Kombination mit einer deutlich verbesserten Beweglichkeit und damit eine erhebliche Steigerung der Lebensqualität, aus.

Das operative Eingreifen im Falle von hüftgelenksnahen Brüchen, welche tendenziell sehr häufig bei älteren Menschen vorkommen, bewirkt eine Stabilisierung des Hüftgelenkes und verspricht eine schnelle Mobilisation anstatt langwöchiger Bettruhe ohne Operation.

Die Lebensdauer der Prothesen sind begrenzt. In der Regel muss durchschnittlich nach 12 bis 18 Jahren eine Wechseloperation vorgenommen werden. Das Wort „durchschnittlich“ impliziert bereits Abweichungen in beide Richtungen. So können einzelne Prothesenmodelle deutlich länger halten, die Lebensdauer der Prothese kann allerdings auch deutlich unter dem Durchschnitt zu finden sein. Es gibt mehrere Faktoren, die die Lebensdauer der Prothese negativ beeinflussen können. So kann die Prothese beispielsweise durch Unfälle, Überlastungen, Osteoporose, oder „Materialabrieb“ bereits nach wenigen Jahren lockern. Eine Wechseloperation wird dann zur Notwendigkeit.

Wie man sich aber vorstellen kann, können solche Wechseloperationen nicht permanent durchgeführt werden. Dies bedeutet, dass sie nach Möglichkeit vermieden, aber auf jeden Fall lange hinausgezögert werden sollten. Alle Faktoren, welche eine solche Lockerung mit sich ziehen könnten, sollten vermieden werden. Insbesondere die starke Überlastung des künstlichen Hüftgelenkes durch Heben schwerer Lasten, das Ausführen Gelenk erschütternder Sportarten, sollte vermieden werden.

Die Forschung arbeitet derzeit an der Entwicklung so genannter „abriebfreier“ Materialien. Somit kann von Seiten des Materials früher oder später von „besten Ausgangsbedingungen“ gesprochen werden. Der Patient muss dann nur noch durch entsprechend korrektes Verhalten mithelfen, um noch deutlich bessere Prognosen erreichen zu können.

Sport

Problem: Unkontrollierte Bewegungen!

Es gibt Sportarten, die für Prothesenträger geeignet, bedingt geeignet, bzw. ungeeignet sind. Die Einstufung ist dabei abhängig von der Häufigkeit so genannter kritischer Bewegungen. Unter solchen kritischen Bewegungen versteht man in der Regel Extrembewegungen, wie beispielsweise starke Drehbewegungen, Stauchungen, Bewegungen des Beines zum Körper hin (= Adduktion), oder überkreuzte Beinstellungen. Besonders die genannten Bewegungen können eine Luxation (= Ausrenkung) der Hüftprothese / Hüftendoprothese bewirken. Unter Umständen kann dadurch eine erneute Operation notwendig werden.

Demzufolge sind Sportarten, deren Belastung besonders im Schnelligkeits- und Ausdauerbereich anzusiedeln ist, bei denen es unter Umständen noch zu ständigen Richtungswechseln kommen kann, ungeeignet. Die meisten Ballsportarten können solche kritischen Bewegungen nicht ausschließen, denn besonders im Kontakt mit einem Gegenspieler (Mann gegen Mann) kommt es immer wieder zu unkontrollierten Bewegungen. Eine Ausnahme bilden dabei die Ballsportarten Prell- und Schlagball. Zu weiteren ungeeigneten Sportarten zählen Kampfsportarten, Rückschlagspiele (Tennis, Squash, ...), Sprungsportarten, alpiner Skilauf uvm. Fragen Sie Ihren behandelnden Arzt ob und inwiefern er „ihre“ bisherige Sportart noch befürworten kann. Er kann individuelle einschätzen, was für Sie das Beste ist.

Gerade im Hinblick auf die soeben genannte Sportart „alpiner Skilauf“ streiten sich die Experten. Es gibt Befürworter, aber auch strikte Gegner. Da es aber gilt kritische Bewegungen und Stürze zu vermeiden, kann man festhalten: routinierte Skifahrer, die den Sport seit vielen Jahrzehnten ausüben können in der Regel auch relativ schadlos mit Prothese Ski fahren, insbesondere wenn Fahrten auf Buckelpisten und im Tiefschnee vermeiden werden und die Abfahrten auf präparierte Pisten beschränken. Das Risiko ist aber enorm hoch für den Fall, dass Stürze eintreten.

Was muss ich bei der Auswahl der Sportart beachten?

Wie bereits oben erwähnt ist von enormer Bedeutung, dass Sportarten mit hoher Stoßbelastung vermieden werden. Auch Sportarten mit abrupten Bewegungen sind zu vermeiden.

Bisher gibt es noch keine Erhebungen, welche Sportarten eine eventuelle Lockerung der Prothese bewirken könnten. Es gibt allerdings Erhebungen, die besonders Tennis im Hinblick auf die Prothesenlockerung untersuchten. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass eine minimal erhöhte Lockerungsrate festgestellt werden konnte. Da allerdings der Tennissport als solches eine verbesserte Muskulatur in dem entsprechenden Hüftbereich impliziert, hoben sich – statistisch gesehen – die Vor- und Nachteile gegeneinander auf.
Besonders positiv erwies sich im Tennis das Doppelspiel, da dadurch die schädigenden Antritte und Stopps verringert wurden.

geeignete Sportarten

bedingt geignete Sportarten

ungeeignete Sportarten

Laufen/Walking

Golf

Alpiner Skilauf

Wandern

Kegeln/Bowling

Fußball

Ski-Lang-Lauf

Segeln

Handball

Radfahren

Tennis

Volleyball

Schwimmen

Tischtennis

Basketball

Tanzen

 

Reiten

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Therapie

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