Druckscheibenprothese

Synonyme

künstliches Hüftgelenk, Hüftgelenkstotalendoprothese (HTEP oder HTE), Hüftgelenksprothese, Hüfttotalendoprothese, HEP, TEP, HTEP, Hüftendoprothese, Hüftgelenksarthrose, Gelenkersatz, Hüftgelenksersatz, Hüftoperation, Hüftgelenksoperation
Englisch: hip prosthesis.

Definition

Das Wort “künstliches Hüftgelenk” ist gleichzusetzen mit der Bezeichnung “Hüftgelenkstotalendoprothese”.
Im Rahmen einer Hüftprothesenimplantationsoperation wird das menschliche Hüftgelenk durch ein künstliches ersetzt, das prinzipiell aus den gleichen Teilen besteht. Dies bedeutet: Im Rahmen einer solchen Operation ersetzt man die Gelenkpfanne, den Schenkelhals und den Hüftkopf.  

Bei der Druckscheibenprothese wird der "Prothesenschaft" in besonderer Form verankert.


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Ein alternatives Prothesenmodell ist die Druckscheibenprothese

Druckscheibenprothese

Auch wenn diese Prothesenverkankerungsform schon bereits vor etwa 20 Jahren in der Schweiz entwickelt wurde, ist sie erst seit mehreren Jahren auf dem Markt. Zunächst musste eine Pilotstudie an aufgeklärten Patienten Testergebnisse liefern.

Diese Form der Prothesenverankerung bietet im Vergleich zu den anderen (herkömmlichen) Prothesenmodellen einige Vorteile, aber auch bekannte Nachteile, auf die nachfolgend eingegangen werden soll

  • Im Gegensatz zu den zementierten oder unzementierten schaftfixierten Prothesenmodellen muss bei der Implantation einer Druckscheibenprothese ein deutlich geringerer Teil des gesunden Knochens abgetragen werden, da hierbei nur der Hüftkopf selbst entfernt werden muss.
    Vergleichbar ist dieses Vorgehen mit dem der neuen Prothesenentwicklung der Kurzschaftprothese.
  • Während bei der Implantation einer Hüftprothese der Oberschenkel recht stark belastet wird und besonders in den durch die Prothese geschienten Bereichen der Knochen nicht wie gewohnt den Belastungen entsprechend ständig ab- und aufgebaut werden kann, belastet eine Druckscheibenprothese den Knochen im gesamten Verlauf. Dies bedeutet, dass die Elastizität des Knochens deutlich weniger eingeschränkt, in der Regel sogar unbeeinflusst bleibt.
  • Prothesenlockerungen nach Entzündungen oder aufgrund anderer Faktoren sind der häufigste Grund für eine Prothesenwechseloperation. Da die Lockerung der Prothese nicht in der Gesamtheit auftritt, sind die Prothesen im Knochen meist noch sehr fest verankert, sodass eine solche Wechseloperation sehr große Anforderungen an den Operateur stellt. Sehr häufig ist aufgrund der festen Verankerung eine zerstörungsfreie Entfernung der alten Prothese gar nicht möglich. In der Regel wird dann ein so genanntes Fenster in den Röhrenknochen eingesägt. Die Konsequenz ist dann eine relativ lange Operationsdauer, verbunden mit einem deutlich erhöhten Komplikationsrisiko. Eine Druckscheibenwechseloperation ist bei Lockerung mit relativ geringem Aufwand entweder über eine neue Druckschreibe oder eine so genannte normale Hüftprothese durchführbar.

Die unter 3. aufgeführten Wechseloperationen werden in der Regel nach etwa 10 bis 15 Jahren notwendig. Erfolgt eine Implantation in hohem Alter, so ist die Lebensdauer einer solchen Prothese nicht wirklich von Relevanz.

Benötigt ein jüngerer Patient jedoch eine Prothese, so ist die Wahrscheinlichkeit einer notwendigen Wechseloperation deutlich erhöht. Für einen dreißigjährigen Patienten kann das eine zwei-, eventuell dreifache Wechseloperation bedeuten. Da allerdings bei jeder Wechseloperation die Verankerungsmöglichkeiten sinken, kann die Druckscheibenprothese zunächst als Alternative dienen. Wird zunächst nämlich eine solche Prothese implantiert, so bleibt der Knochensubstanz als Verankerungsmöglichkeit für herkömmliche Hüftprothesenmodelle erhalten und somit steigt auch die Qualität der nachfolgend durchgeführten Wechseloperationen.


Haltbarkeit

Die Druckscheibenprothese zeigt allerdings – und das ist an dieser Stelle kritisch anzumerken – im Vergleich zu den klassischen Prothesenmodellen eine teilweise deutlich früher eintretende Lockerungsrate.
Durch diese erhöhte Lockerungsrate mit verfrühter notwendiger Wechseloperation wird dieses Prothesenmodell wieder deutlich seltener verwendet als noch in den 90er Jahren.
Wie bereits erwähnt ist diese Prothesenform daher jungen Patienten zu empfehlen, die mit dieser Prothesenform einen Aufschub für die Implantation eines herkömmlichen Modells erreichen wollen.

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Autor: Dr. N. Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012