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Hoden
Definition
Die paarigen Hoden (Testis) zählen zu den männlichen Geschlechtsorganen. Sie dienen als Keimdrüsen der Produktion von Spermien und Hormonen, welche durch Hypothalamus und Hypophyse geregelt wird.
Anatomie

- Abbildung männliche Geschlechtsorgane
Die Hoden (Testis) befinden sich außerhalb der Bauchhöhle im Hodensack, dem Scrotum. Hinten aufgelagert, innerhalb des Hodensacks, sitzt jeweils ein Nebenhoden (lat. Epididymis).
Die Hoden weisen eine längliche, ovale Form mit einem Durchmesser von 3cm und einer Länge von 4cm auf.
Im Hoden beginnt ein System aus verschiedenen Kanälchen (lat. = Tubuli) und Gängen (lat. = Ductus), welche das Organ am Mediastinum, einem mittigen gelegenen Pol, verlassen und im Nebenhodengang, dem Ductus epididymidis, münden. Dieser setzt sich als Ductus deferens fort, zieht dann durch den Leistenkanal in die Bauchhöhle und findet über den kurzen Ductus ejaculatoius Anschluss an die Harnröhre.
Entwicklung
Im Laufe der Embryonalentwicklung wandert der Hoden (Testis) aus der Bauchhöhle durch den Leistenkanal an seinen definitiven Platz im Hodensack. Der Grund für die ausgelagerte Position der Hoden ist die dort niedrigere Temperatur, welche für die Entwicklung des Hodens sowie die Spermienentstehung nötig ist.
Verantwortlich für die Entstehung der Hoden ist der Testis-determinierende-Faktor (TDF) auf dem Y-Chromosom, welches nur Männer besitzen. Dieser bewirkt, dass sich die Vorstufen, die noch indifferente Gonaden, zum definitiven Hoden entwickeln.
Die Anlagen der weiblichen Geschlechtsorgane werden durch das Anti-Müller-Hormon (AMH) zurückgebildet. Hergestellt wird dieses Hormon durch spezielle Zellen des Hodens, die Sertoli-Zellen.
In der Hodenanlage befindliche Zellen, die Leydig-Zellen, beginnen in der 8. Embryonalwoche mit der Bildung des Hormons Testosteron, welches die Ausbildung der männlichen Geschlechtsteile bewirkt.
Histologie

- Hoden
Mikroskopisch gliedert sich der Hoden (Testis) in etwa 370 Hodenläppchen (Lobuli testis), welche durch bindegewebige Septen voneinander getrennt werden. Jedes Hodenläppchen wiederum besteht aus 1 bis 4 Hodenkanälchen (Tubuli seminiferi), die durch Aufknäuelung stark komprimiert werden.
Gebildet werden die Hodenkanälchen von zwei Zellarten, den Sertoli-Zellen und den Keimzellen der Spermienentwicklung. Die Sertoli-Zellen bilden ein stützendes Umfeld für die Keimzellen, aus denen Spermien entstehen.
Die Hodenkanälchen setzen sich dann über kurze gerade Kanälchen (Tubuli recti) in netzförmige Kanälchen (Rete testis) im Mediastinum fort. Diese münden in weitere Gangsysteme, die Ductuli efferentes, welche am oberen Pol des Hodens liegen. Daran schließen sich dann Ductus epididymidis sowie Ductus deferens an.
In seiner Gesamtheit ist das Gangsystem des Hodens von einer derben bindegewebigen Kapsel, der Tunica albuginea, umschlossen. Mit dieser verwachsen ist eine zweischichtige seröse Hülle (Tunica vaginalis). Das innere, der Tunica albuginea anliegende Blatt heißt Epiorchium, das äußere wird als Periorchium bezeichnet. Dazwischen findet sich ein wenig Flüssigkeit enthaltender Spalt (Cavitas serosa scroti). Darauf liegen zwei Faszien (Fascia spermatica interna und externa), die aus glatter Muskulatur bestehende Tunica dartos, die Lederhaut und schließlich die Skrotalhaut des Hodensacks.
Das zwischen dem Gangsystem befindliche Gewebe setzt sich aus lockerem Bindegewebe, Blut- sowie Lymphgefäßen und Zwischenzellen zusammen. Diese Zwischenzellen des Hodens nennt man Leydig-Zellen. Sie dienen der Produktion von Geschlechtshormonen, den Androgenen.
Funktion
Die Hoden dienen einerseits der Produktion von Hormonen, den Androgenen, und andererseits der Bildung von Spermien zur Fortpflanzung.
Verantwortlich für die Hormonsynthese sind die Leydig-Zellen, die überwiegend Testosteron bilden. Testosteron ist zum einen wichtig für die Anregung der Spemienbildung, zum anderen für die Entwicklung und den Funktionserhalt der übrigen Geschlechtsorgane.
Die Entwicklung der Spermien wird im Wesentlichen von den Sertoli-Zellen ermöglicht und unterstützt. Sie bilden ein stützendes Gerüst von Zellen, in welchem die Spermien ausgehend von den Keimzellen reifen.
Die Nebenhoden fungieren als Speicher der Spermien. Weiterhin dienen sie der Ausreifung ihrer Funktion.
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