Krallenzehen / Hammerzehen

zum Selbsttest  |  ins Fußforum  |  Orthopädiequiz

Lesen Sie auch:

Synonyme

Krallenzehen, Hammerzehen, Klauenzehen, Clavus, Hühnerauge, Krallenzehe, Klauenzehe, Hammerzehe

Zusammenfassung

Hammerzehen und Krallenzehen sind Zehenfehlstellungen, die oft zusammen mit einem Hallux valgus und einem Spreizfuß auftreten. Bei den Hammerzehen handelt es sich um eine isolierte maximale Beugung des Zehs im Endgelenk, während Krallenzehen sich durch eine Überstreckung des Grundgelenks bei gebeugtem Mittel- und Zehenendgelenk auszeichnen. Ursachen für die Ausbildung von Hammer- oder Krallenzehen gibt es viele. Grundsätzlich differenziert man anlagebedingte Ursachen, wie Fußfehlstellungen im Sinne eines Spreizfuß, Plattfuß und Knickfuß sowie neurologische und unfallbedingte Fußerkrankungen. Daneben spielen zivilistorische Einflüße, wie zu enges Schuhwerk und zu geringes Barfußlaufen eine entscheidende Rolle.
Im Laufe des Lebens kommt es zu einer allmählichen Zehenverkrümmung und schmerzhafte Druckpunkte am ganzen Fuß mit der Ausbildung von Hühneraugen (Clavus). Auch konsequent durchgeführte konservative Maßnahmen wie Zehengymnastik, Polsterung, Einlagenversorgung und das Tragen von offenen weiten Schuhen können selbst im Fühstadium der Erkrankung die Verschlechterung nicht immer aufhalten, so dass im weiteren Verlauf teilweise eine Operation notwendig wird. Trozdem sollte frühzeitig auch eigenständig mit Fußgymnastik bekonnen werden. Bitte beachten Sie auch hierzu die empfohlene Literatur.

Definition Krallenzehe

Bei der Krallenzehen-Fehlstellung kommt es zu einer maximalen Beugung im Zehenmittelgelenk und Überstreckung im Grundgelenk

Definition Hammerzehe

Bei der Hammerzehen-Fehlstellung kommt zu einer fixierten maximalen Beugung im Endglied.


Häufigkeit

Hammerzehen und Krallenzehen sind häufige vorkommende Zehenfehlbildungen. Sie treten meist in Kombination mit anderer Fußdeformitäten wie Hallux valgus oder Spreizfuß auf. Im Frühstadium können die Zehen häufig noch passiv in ihre normale Position zurückgefüht werden, im weitern Verlauf kommt es dann zu einer weder passiv noch aktiv auszugleichenden Versteifung der Zehen II - V in ihren Gelenkanteilen.
Insgesamt gibt es Hammerzehen häufiger als Krallenzehen

Ursachen

Neben einer genetisch-angeborenen Komponente liegt die Ursache von Zehendeformitäten unter anderem im Tragen von unpassenden Schuhen, häufig mit zu hohem Absatz. In zu engem Schuhwerk stoßen die Zehen vorne an und verkrümmen sich, der Druck auf den sogenannten Vorfuß verstärkt sich. Insbesondere die kurzen Zehenstrecker haben die Funktion, die Zehen in ihrer gesteckten Position zu halten. Durch mangelnde Bewegung und ständige Unterstützung der Fußmuskulatur durch das Schuhwerk verkümmert jedoch die Fußmuskeln. Im Laufe der Erkrankung kommt es zu einem verstärkten Zug der Beugemuskulatur, wodurch die Zehenverkrümmung zunimmt. Auch diese verkürzen sich im Laufe der Zeit immer weiter und verkrümmen die Zehen dadurch zusätzlich.

Einige weitere Gründe für eine Ausbildung einer Krallen- oder Hammerzehe sind unter anderem folgende Gründe:

  1. neurlogische Störungen, vor allem beim Hohlfuß und bei spastischen Lähmungen
  2. durch Muskel- und Nervenverletzung des Unterschenkels und des Fußes
    entzündlichen Erkrankungen des Fußes, chronische Polyarthritis
  3. Narbenzug, durch Verhärtung des Narbengewebes
  4. Sudecksche Dystrophie (Gewebeveränderung nach einem Unfall)
  5. in seltenen Fällen können Hammerzehen und Krallenzehen angeboren sein

Symptome

Es können rein kosmetische Probleme mit den Zehen bestehen. Teilweise sind recht ausgeprägte Fehlstellungen sehr schmerezarm, gering Fehlstellungen sehr schmerzhaft, die die Lebensqualität erheblich einschränken können. Einen Rückschluß aus dem Grad der Fehlstellung und den Beschwerden kann man nicht ziehen. Insgesamt nimmt die Zehendeformität im Verlauf langsam aber stetig zu.

Aufgrund der Zehenfehlstellungkommt es zu einer statischen Fehlbelastung des Fußes. Durch diese Fehlbelastung entwickeln sich häufig Druckstellen, die sich entzünden können.

Sowohl beim Krallenzeh, wie auch beim Hammerzeh werden die Zehen kürzer, beanspruchen jedoch mehr Platz in die Höhe. Hierdurch berührt insbesondere das Zehenmittelgelenk die Schuhdecke. Entwickelt sich eine chronische Druckstelle, so kommt es zu einer Verdickung der Haut, es entwickelt sich ein Hühnerauge (Clavus).

Besteht die Fehlstellung der Füße lange, so versteifen die Zehen in der Fehlstellung, in ihrem Aussehen wirken sie regelrecht verkrüppelt. Durch die Fehlstellung kann es zu einem Übereinanderlagern von verschiedenen Zehen kommen. In Einzelfällen rutschen die Zehen komplett aus dem Grundgelenk heraus (luxieren), hierdurch ist keine regelrechte Funktion der Zehen möglich.

Diagnose

Für einen erfahrenen Orthopäden ist die Hammer- und Krallenzehenfehlstellung eine Blickdiagnose. Die Fehlstellung ist sehr charakteristisch. Zusätzlich zu der klinischen Untersuchung sollte das krankhafte Beschwielungsmuster über den Druckstellen begutachtet werden.

Eine Röntgenaufnahme kann die Diagnose sichern und die Stellung der Gelenkflächen zueinander erkennen lassen. Hierdurch kann eine eventuell bestehende Zehenluxation (Herausrutschen aus dem Gelenk) oder verschleißbedingte Gelenkveränderungen nachgewiesen werden.

Weitere Informationen

zum Selbsttest  |  ins Fußforum  |  Orthopädiequiz

Lesen Sie auch:


Wie gut ist Ihre Orthopädiekenntnis?

Beantworten Sie 30 Fragen aus allen Bereichen der Orthopädie und erlernen Sie dabei wichtige anatomische, orthopädische und medizinische Begriffe.
Wir wünschen viel Erfolg.
zum Orthopädie Quiz



Das könnten Sie jetzt auf Dr-Gumpert.de machen!

Unser Buch bestellen

Ins Forum gehen

Selbsttest

Zum Quiz

Dr-Gumpert.de auf Facebook

Dr-Gumpert.de auf Facebook

Ihre Meinung ist uns wichtig!

Das ganze Dr-Gumpert.de Team, das diese Seite mit viel Engagement in knapper Freizeit betreut, bedankt sich bei allen Unterstützern.

Wenn Ihnen dieses Seite gefallen hat, drücken Sie:

Und zuletzt unterstützen Sie uns, wenn Sie uns mit dem "Google Plus One Button" positiv bewerten:





Autor: Dr. N. Gumpert      |     Letzte Änderung: 29.12.2011