Krallenzehen / Hammerzehen
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Therapie der Krallenzehen
Prinzipiell stehen bei den Krallenzehen sowohl konservative als auch operative Therapiemaßnahmen zur Verfügung. Die konservative Therapie der Krallenzehen ist jedoch häufig nicht befriedigend. Wird nicht die Ursache für die Zehenfehlstellung rigoros ausgeschaltet, schreitet die Deformität und die Schwielenbildung langsam aber stetig fort.
1. Konservative Therapie:
Die konservative Therapie der Krallenzehen bietet sich bei der noch passiv ausgleichbaren Zehenfehlstellung an. Zunächst sollte grundsätzlich ein Versuch mit konservativen Behandlungsmaßnahmen erfolgen:
- Beeinflussung der ursächlichen Deformität z.B. durch Spreizfußeinlagen, Nachtschienen und Zügelverbände
- Zehengymnastik
- Entlastungsmaßnahmen der Druckstellen, durch bequeme Schuhe mit weichem Leder, Sandalen, Polsterungsmaßnahmen (Filzringe/ Gummipolster)
- Pediküre, wobei die Schwielen und Hühneraugen ohne Ursachenbeseitigung regelmäßig wiederkehren
2. Operative Therapie:
Das Ziel der Operation der Krallenzehen ist die Korrektur der Fehlstellung und der Versteifung, sowie die Entlastung der passiven Sehnenspannung durch eine Verkürzung der Knochenstrecke. Hierbei wird ein Teil des Zehknochens entfernt. Am häufigsten kommt eine Operation nach Hohmann zur Anwendung. Sie besteht üblicherweise in einer Resektion (Entfernung) des nach oben vorspringenden Köpfchens des Grundzehknochens an der Stelle an der das Hühnerauge sitzt.
Es muss darauf geachtet werden, dass die Zehe genügend gekürzt wird, damit sich kein Rezidiv (Wiederkehren der Fehlstellung) entwickelt. In der Nachbehandlung sollte darauf geachtet werden, dass der Geradstand der Zehe entweder mit einem Draht oder einem Pflasterverband für 2 Wochen fixiert wird. Nach 2 Wochen kann der Fuß dann wieder vollbelastet werden.
Die zur Zeit am häufigsten durchgeführten Operationstechniken sind:
- Operation nach Hohmann (Resektionsarthroplastik):
Hierbei wird bei Vorliegen von rigiden Krallen- oder Hammerzehenfehlstellungen das Köpfchen des Grundgliedes entfernt und durch manuelle Korrektur die verkürzte Beugesehne aufgedehnt. In seltenen Fällen kann es notwendig werden, die fußrückenseitige Kapsel des Zehengrundgelenkes zu lösen.
Bei gutem Korrekturerfolg kann die Zehe mit einem sogenannten Pflasterzügelverband stabilisiert werden. Sofern mehrere Zellen operiert wurden oder eine innere Schienung zur Sicherstellung des Korrekturergebnisses notwendig ist, wird ein dünner Kirschnerdraht im Verlauf der Zehenlängsachse eingebracht. Dieser Draht kann im weiteren nach ca. 14 Tagen entfernt werden. - Operation nach Weil (gelenkerhaltende Verschiebeosteotomie):
Bei Vorliegen von Verrenkungen im Bereich der Zehengrundgelenke kann durch eine verkürzende Verschiebeosteotomie der Mittel- fußknochen eine Stellungskorrektur erzielt werden. Zusätzlich wird eine Strecksehnenverlängerung und Kapsellösung vorgenommen. Die Stabilisierung erfolgt mit Minischrauben, die in der Regel nicht entfernt werden müssen.
- Operative Korrektur durch Beugesehnenumlenkung:
Bei flexiblen Hammer- und Krallenzehen kann durch eine gelenkerhaltende Sehnenumlenkungsoperation eine gute Stellungskorrektur erzielt werden. Hierbei wird gezielt die Zugrichtung der Sehnen verändert, um die Stellung zu korrigieren. Hierbei muß kein Metall zur Stabilisierung verwendet werden.
Welche Operationsmethode idealerweise zur Anwendung kommen sollte muß individuell entschieden werden und hängt von vielen Faktoren, wie Alter und Art der Beschwerden ab.
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